Markus

Mk 1, 4
Umkehr rettet von Sünden und Tod

Die Umkehr von unseren Sünden rettet uns von der Schuld unserer Sünden vor Gott.

Wer nicht mit Gott lebt, muss und kann umkehren, um Gottes Willen zu tun. Nur dadurch kann er zur Vergebung seiner Sünden kommen. Das ist die Grundvoraussetzung, um bei Gott angenommen zu sein.

Mk 1, 14-15
Umkehr bringt unter die Herrschaft Gottes und ist eine gute Nachricht

Die gute Botschaft Gottes zur Zeit Jesu ist: Die Herrschaft Gottes ist nah. Wie kann ich Teilhaber dieser guten Botschaft und damit gerettet werden? Indem ich meine Einstellung ändere und an das Evangelium glaube.

Jesus bringt die gleiche Botschaft wie Johannes: Die an sich frommen Israeliten sollen umkehren von einem Leben nach ihrem eigenen Willen zu einem Leben unter Gottes Willen. Jesus erwähnt an dieser Stelle die Sündenvergebung nicht, aber das nahe Reich Gottes. Umkehr zu Gott bringt das Leben dessen, der umkehrt, ins Reich Gottes und unter die Herrschaft Gottes. Das geschieht unausgesprochen durch Gnade. Und dass das JETZT möglich ist, ist eine gute Nachricht, das ist DIE gute Nachricht. Die gute Nachricht wird wirksam für mich, wenn ich meine Einstellung Gott gegenüber zum Positiven verändere und an das Evangelium glaube.

Mk 2, 5
Auf die Sündenvergebung kommt es an

Glaube und Sündenvergebung gehören zusammen.

Und hier ist sie, die Sündenvergebung. Sie wurde zuerst von Johannes dem Täufer denen zugesprochen, die nicht mehr ihren eigenen Willen tun, sondern den Willen Gottes. Zum ersten Mal bei Markus spricht Jesus einem Menschen die Vergebung seiner Sünden zu.
Erstaunlich ist, dass Jesus nicht den Glauben des Gelähmten an sich ansieht, sondern den Glauben der ganzen Gruppe derer, die alles in Bewegung setzen, dass dem Gelähmten geholfen werden kann. Jesus sieht die Liebe dahinter und die Beharrlichkeit derer, die alles und allein von Jesus erwarten. Und er korrigiert die gemeinsame Erwartung auf Heilung. Er gibt dem Gelähmten zuerst, was am wichtigsten für ihn ist: Aus freier Gnade schenkt Jesus dem Gelähmten die Vergebung seiner Sünden. Dass das Vertrauen auf Jesus zur Vergebung der Sünden führt, das ist die eigentliche Botschaft dieser Geschichte. Und die anschließende Heilung des Gelähmten zeigt, dass Vertrauen auf Jesus auch sichtbare Auswirkung in dieser Welt hat: Vorher Gelähmte laufen jetzt frei durchs Leben! Sünde im Leben lähmt uns und macht uns handlungsunfähig für Gott. Das ist die Botschaft. Doch der Glaube an Jesus löst uns aus unserer Erstarrung und macht uns mobil. Und dabei können uns ganz maßgeblich andere (Glaubensgeschwister) helfen.

Mk 2, 17
Vom Sünder zum Gerechten

Alle Menschen sind Sünder – und dürfen sich vom Sündenarzt Jesus zur liebevollen Behandlung ihrer Sündenkrankheit rufen lassen.

Wer sündigt, der ist ein Sünder und ist krank. Wer krank ist braucht den Arzt Jesus. Wer zum Arzt Jesus kommt, kann gesund und ein Gesunder werden. Das sagt Jesus nicht direkt, aber indirekt. Denn was wäre Jesus für ein Arzt, wenn er nicht gesund machen würde. Worin liegt der Unterschied zu vorher? Einer, der gesund geworden ist, wie es auch die vielen äußeren Heilungen Jesu zeigen, ist nicht mehr krank. Er ist kein Sünder mehr der (einfach so) sündigt. Er wird durch den großen Arzt Jesus zu einem Gerechten. Wer ein Gerechter genau ist, erklärt Jesus an dieser Stelle nicht genau. Die Juden aber verstanden sehr wohl, was Jesus damit meinte. Denn im Alten Testament im Propheten Maleachi hören wir von Gottes Definition eines Gerechten:

Mal 3, 18 E
Und ihr werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen [o. Gottlosen], zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Jesus heilt kranke Sünder also dadurch, dass er sie zu Menschen macht, die Gott nach Gottes Gesetz dienen. Und wer Gott nach Gottes Maßstäben dient, ist ein Gerechter.

Mk 3, 33-35
Nach Gottes Willen leben adelt

Zur Familie Jesu gehört und damit gerettet ist, wer Gottes Willen tut.

Hier adelt Jesus die, die nach Gottes Wille leben noch eine Stufe mehr: Sie sind nicht nur Gerechte wie im Abschnitt zuvor. Sie werden zu Familienmitgliedern Jesu erhoben. Sie gehören nicht durch Abstammung zu Jesus, sondern durch Ihr Tun: Wer den Willen Gottes tut, so wie Jesus den Willen Gottes tut, der ist für Jesus Bruder, Schwester und Mutter. Und wer zur Familie Jesu gehört, der kann nicht anders als errettet sein. Jesus lehrt hier klar: Unser Tun bestimmt unser Sein, bzw. zeigt unser Sein.

Mk 4, 10-20
Das Ergebnis unserer Wahl und Prioritäten

Wer sich sofort oder bald das Wort Gottes aus seinem Herzen reißen lässt, bringt keine Frucht und geht verloren. Wer unbeständig ist, mag das Evangelium oberflächlich aufnehmen. Wer aber kein aufnahmebereites Herz hat, in dem das Wort Gottes tiefe Wurzeln schlagen könnte, wird schnell entwurzelt – und nicht errettet werden. Wenn Schwierigkeiten oder Verfolgung um des Wortes Willen kommen, fällt er oder fällt sie ab bringt keine Frucht und geht verloren. Wer nach einem guten Start in seinem Leben anderen Dingen mehr Raum gibt als dem Wort Gottes – besonders Sorgen, Verlockungen des Reichtums und andere Begierden, der erstickt Gottes Wort in sich. So bringt er und bringt sie keine Frucht und geht verloren. Wer das Wort Gottes hört, in einem guten Herzen aufnimmt und wachsen lässt und dreißig-, sechzig- oder hundertfach Frucht bringt, wird gerettet.

Jesus erklärt seinen Jüngern das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Alles beginnt mit Gnade: Jesus streut als guter Ackermann sein Wort aus – und es ist Gnade, dieses Wort hören zu dürfen. Diese Chance hat nicht jeder Mensch. Lesen wir weiter, verstehen wir schnell, dass letztlich nur die, die Frucht bringen, Gott gefallen und gerettet werden. Nur wer auf den ausgestreuten Samen des Wortes Gottes in seinem Leben Frucht bringen lässt, kommt ans Ziel. Es gilt das Wort vom Reich Gottes im Herzen zu bewahren und möglichst tiefe Wurzeln schlagen zu lassen. Auf diese Weise kann es Frucht bringen. Dann werden wir mit unserem Leben am Ende der Zeiten selbst als gute Frucht in die Scheunen der Ewigkeit bei Gott eingebracht werden (Mt 3, 12).

Fruchtkiller und damit Lebenskiller sind Oberflächlichkeit, Sorgen des Alltags, die Verlockungen des Reichtums und andere Begierden – alles Dinge, die sich entwickeln und geschehen, wenn Gott nicht an allererster Stelle im Leben eines Menschen steht. Ein solcher Mensch ist in Gefahr, in Lebensgefahr. Und immer ist das Ergebnis das Ende einer ganzen Entwicklung, kein einzelnes Ereignis, keine einzelne Aktion oder Tat. Der Anfang mag gut gewesen sein. Doch wer sich dann sofort oder erst schleichend im Lauf der Zeit das Wort aus dem Herzen reißen lässt und sich nicht in ihm verwurzelt, der bringt keine Frucht. Und fruchtlose Jünger Jesu werden von Jesus verflucht und getötet, erfahren wir von Markus an anderer Stelle in seinem Evangelium (Mk 11, 14; 12, 2).

Mk 4, 24-25
Wie wir anderen und Gott, so Gott uns

Wie wir andere und Gott behandeln, so wird uns Gott noch weitaus mehr behandeln. Wer gar nichts aufzuweisen hat, das vor Gottes Augen bestehen kann, dem wird Gott sogar das wegnehmen, was ihm anvertraut war. Er wird also nicht nur keinen Lohn empfangen, sondern steht auch in der Gefahr sein Heil zu verlieren.

An dieser Stelle macht Jesus ein wichtiges Prinzip des Handeln Gottes an uns deutlich: Unser Verhalten jetzt und hier bestimmt, wie Gott einmal mit uns umgehen wird. Wir werden ernten, was wir säen – und das vielfacher Weise, bis hin zum Verlust unseres Heils (vgl. Mt 13, 10-17; Mt 25, 14-30). Wie wir andere und Gott behandeln, so wird uns Gott noch weitaus mehr behandeln. Wer gar nichts aufzuweisen hat, das vor Gottes Augen bestehen kann, dem wird Gott sogar das wegnehmen, was ihm anvertraut war. Er wird also nicht nur keinen Lohn empfangen, sondern steht auch in der Gefahr sein Heil zu verlieren. Wer anderen Menschen ein gutes Maß zumisst, wird gerettet werden und auch noch mehr, das heißt Lohn empfangen.

Mk 6, 7-13
Ungehorsam ist keine – gute – Option

Wer von bevollmächtigten Boten Gottes hört, was Gott von ihm erwartet und nicht tut, für den wird die Rettungsbotschaft zu Gerichtsbotschaft.

Zuerst rief Johannes der Täufer die Menschen zur Umkehr auf: Sie sollten jetzt endlich Gottes Willen tun. Dann verkündete Jesus die gute Botschaft von der Herrschaft Gottes im Leben jedes Menschen. Die Jünger Jesu sind Frucht dieser Predigt. Und nachdem sie selbst von Johannes und Jesus gelernt haben, ist es jetzt an ihnen, zu predigen:  Die Menschen sollen ihre Einstellung ändern und umkehren. Sie sollen endlich Gottes Willen tun. Und das Wort der Jünger wird durch die mitwirkenden Zeichen bestätigt. Das ist eine große Gnade von Gott für die Hörer des Wortes und Zeugen der Taten Gottes. Und wer hört, was Gott von ihm erwartet und nicht tut, für den wird die Rettungsbotschaft zur Botschaft des kommenden Gerichts. Jedes Licht, das wir von Gott bekommen stellt uns in eine große Verantwortung. Wo das Licht scheint, scheidet sich das Grau in Schwarz und Weiß. Die Botschaft Jesu im Mund der Jünger aber anzunehmen bedeutet ihr zu glauben. Und mit dem Glauben einher geht notwendigerweise die Einstellungsänderung der Hörer, um der Botschaft zu folgen.

 

Mk 7, 5-13
Menschenwort oder Gotteswort – eine Herzensfrage

Gottes Wort ist die Offenbarung Gottes an uns und hat alleine Autorität. Wir können Gottes Willen nur aus seinem Wort erfahren und dürfen nichts Eigenes und Menschliches dazu fügen. Sonst werden wir zu Heuchlern, die unsere eigene Vorstellung von Gott mehr ehren als das, was Gott uns von sich vorstellt. Und ein Heuchler, das macht Jesus hier klar, ist weit entfernt von Gott – und damit nicht gerettet. Um gerettet zu werden, muss unser Herz an Gott und seinem Wort hängen und nicht (nur) unser Mund an Gott und unser Herz an Traditionen, egal ob sie jüdisch sind oder christlich und kirchlich.

Gottes Wort ist die Offenbarung Gottes an uns und hat alleine Autorität. Wir können Gottes Willen nur aus seinem Wort erfahren und dürfen nichts eigenes und Menschliches dazu fügen. Sonst werden wir zu Heuchlern, die unsere eigene Vorstellung von Gott mehr ehren als das, was Gott uns von sich vorstellt. Wenn unsere Herzen wirklich an Gott hängen sollen, dann müssen sie voll an Gottes Wort an uns hängen. Alles andere entfernt uns weit weg von Gott. Ein Heuchler, das macht Jesus hier klar, ist weit entfernt von Gott – und damit nicht gerettet. Um gerettet zu werden, muss unser Herz an Gott hängen, nicht (nur) unser Mund.

Mk 7, 14-23
Form- oder Herzenssache?

Nicht äußere Formen (verun) reinigen uns. Unser Herz als Menschen ist unrein vor Gott und damit hat Gott und haben wir ein Problem.

Alle Speisen werden von Jesus für rein erklärt. Das menschliche Herz ist nach Jesus unrein, bzw. verunreinigt sich durch böse Gedanken, die aus dem Herzen kommen. Was hat das mit unserem Heil zu tun? Selig sind, die reinen Herzens sind, sagt Jesus in der Bergpredigt. Sie werden Gott schauen (Mt 5, 8). Bevor wir gerettet werden können, muss erst unser Herz gereinigt werden. Wie das gehen soll, verrät Jesus hier noch nicht und ob wir ohne ein gereinigtes Herz nicht errettet werden, erfahren wir auch nicht hier, aber an anderer Stelle in der Schrift (Apg 10, 15; 11, 9; 15, 9).

Mk 8, 27-29
Die entscheidende Erkenntnis

Es sind die Jünger, die Christus als Messias erkannten, die ihm folgten und später von Christus mächtig für den Bau seines Reiches gebraucht wurden.

Man kann Jesus für irgendwen halten – nur wer Jesus richtig erkennt, befindet sich im richtigen Zustand und ist auf dem rettenden Weg. Ein Blick auf die anderen Evangelien (Mt 16, 16; Joh 8, 24; Joh 11, 27; Joh 17, 3) lässt uns verstehen, dass es so ist. Die Erkenntnis Christi – ist sie ein einmaliges Geschenk, das einmal gegeben alles verändert und nicht mehr verdorben werden kann? Oder führt die Erkenntnis Christi in eine Haltung Christus gegenüber, durch die wir gerettet werden, die wir aber auch wieder aufgeben und so unsere Erkenntnis Christi verlieren und aufgeben können?
Allein aus dem Markus-Evangelium können wir diese Frage nicht beantworten. Von Markus bekommen wir nur mit auf unseren Weg: An der richtigen Erkenntnis Christi ist alles gelegen. Es sind die Jünger, die Christus als Messias erkannten, die ihm jetzt folgten und später von Christus mächtig für den Bau seines Reiches gebraucht wurden.

Mk 8, 34-38
Die Bedingungen der ewigen Rettung

Die Bedingungen der Nachfolge sind in Wirklichkeit die Bedingungen der Rettung: Mich selbst verleugnen, mein Kreuz auf mich nehmen, Jesus folgen, mein Leben um Jesu willen und um der Heilsbotschaft willen verlieren, mich in einer von Gott abgefallenen sündigen Welt zu Jesus und zu seiner Botschaft stellen, wenn ich Jesus so nachfolge, werde ich errettet werden.

In den meisten Bibeln steht über diesem Abschnitt die – nicht inspirierte – Überschrift: „Die Bedingungen der Nachfolge.“ Diese Überschrift führt in die Irre. Jesus macht hier bei Markus klar, dass wer die genannten Bedingungen nicht erfüllt, nicht nur kein Jünger Jesu sein kann. Er und sie kann und wird auch nicht gerettet werden. Und welche Bedingungen sind das?

Um gerettet zu werden muss ich

  • mich selbst verleugnen
  • mein Kreuz auf mich nehmen
  • Jesus folgen
  • mein Leben um Jesu willen und um der Heilsbotschaft willen verlieren
  • mich in einer von Gott abgefallenen sündigen Welt zu Jesus und zu seiner Botschaft stellen

Jesus macht ganz klar, dass wer diese Dinge NICHT TUT, NICHT gerettet werden wird. Er wird sein Leben verlieren, seine Seele verlieren und Jesus wird im Endgericht nicht zu ihm stehen.

Und alle diese Dinge sind keine einmaligen Taten. Sie sind eine Lebenshaltung, die mein Leben lang andauert. Wenn es darauf ankommt, muss ich bereit sein, für Jesus zu sterben. Aber schon vorher soll und kann ich einüben, mein (Eigen-) Leben um Jesu willen aufzugeben. Wenn ich mein (Eigen-)Leben unbedingt bewahren will, werde ich mein Leben verlieren und das ewige Leben verpassen.

Ja, jedes Versagen, jede Untreue kann uns immer vergeben werden, solange wir noch leben, wenn wir umkehren und Buße tun. Aber wer weiß, wieviel Zeit ihm zur Umkehr bleibt? Es gibt nichts Besseres, als immer sofort und so schnell wie möglich Buße zu tun über unser Versagen. Doch begreifen wir:

Die Bedingungen der Nachfolge sind in Wirklichkeit die Bedingungen der Rettung. Und diese lebenshingebende christusbezeugende Nachfolge ist der einzige Weg zum Heil.

Hören wir das von unseren Kanzeln? Leben wir selbst so? Sagen wir es unseren Neubekehrten? Leiten wir sie zu dieser in unseren Augen extremen, aber in Jesu Augen einzig gesunden Lebenshaltung an?

Mk 9, 1
Es ist erreichbar

So arbeitet Jesus immer: Er gibt uns Verheißungen – und wir sind nicht ausgeschlossen, wir können dabei sein. Wenn wir das Wort Gottes in uns wirksam werden lassen, werden wir seine Kraft und die Erfüllung seiner Verheißung erleben.

Wie als Trost für die vorangegangenen herausfordernden Worte gibt Jesus hier eine Ermutigung, die Hoffnung weckt. Jeder von den Jüngern wird sich damals gefragt haben: Werde ich zu denen gehören, die nicht sterben, bis sie die Gottesherrschaft in ihrer Macht kommen sehen? Jesus sagt nicht wer es ist – aber er weckt in uns den Wunsch dabei zu sein. So arbeitet Jesus immer: Er gibt uns Verheißungen – und wir sind nicht ausgeschlossen, wir können dabei sein. Wenn wir das Wort Gottes in uns wirksam werden lassen, werden wir seine Kraft und die Erfüllung seiner Verheißung erleben.

Mk 9, 33-41
Motivationswechsel

Unsere Dienstbereitschaft bestimmt unseren Platz im Himmel.

Erstaunlich: wir werden im Himmel nicht alle gleich (hoch)gestellt sein. Jesus sagt und bestätigt, dass es tatsächlich höhere und niedrigere Plätze im Himmel gibt. Der natürliche Mensch und Weg sagt, dass dies durch Leistung und Vermögen oder durch Durchsetzungskraft bestimmt wird. Jesus sagt genau das Gegenteil. Unsere Dienstbereitschaft bestimmt unseren Platz im Himmel und je tiefer jemand in das Tal der Demut und des Dienstes steigt, desto höher wird Gott ihn erheben. Wer nichts als dienen will, wird frei von vergleichenden Gedanken. Er hat die Anderen im Blick, nicht sich selbst und seine eigene Größe. Er oder sie liebt. Der Durst nach eigener Ehre ist durch den Durst nach dem Verlangen für das Wohlergehen der Anderen ersetzt. Wer auf diesen Weg geht, verleugnet sein natürliches (Eigen)Leben und folgt Jesus nach.

Mk 9, 38-40
Die anderen, die Jesus dienen oder ehren und mein eigenes Heil

Jeder kleine Liebesdienst an einem der Nachfolger Jesu wird seinen Lohn im Himmel finden.

Diese Geschichte lehrt uns nichts über unser eigenes Heil – aber über das Heil und den Lohn anderer. Jesus will, dass wir niemanden verurteilen, der Jesus nicht in der gleichen Weise nachfolgt wie wir. Solange er oder sie für Jesus arbeitet und seine Werke dafürsprechen, dass er Jesus kennt und nachfolgt, habe ich, haben wir kein Recht, ihm oder ihr das Heil abzusprechen.

Jesus geht sogar so weit zu sagen, dass nur ein einziger kleiner Liebesdienst an einem der Nachfolger Jesu nicht ohne Lohn bleiben wird. Ist die wasserbechergebende Person gerettet – reicht das schon zur Errettung? Es scheint offensichtlich, dass dieser Mensch selbst kein Jünger Jesu in der Nachfolge Jesu ist, sondern nur jemand, der es gut findet, dass du und ich Christus folgen. Kann dieser Mensch verloren gehen und doch Lohn erhalten? Kann dieser Mensch gerettet werden, ohne Jesus selbst nachzufolgen? Jesus löst diese Spannung nicht auf. Wir wissen es nicht. Die Hauptbotschaft Jesu ist, jeden Menschen, der Jesus offensichtlich aber anders folgt als wir und der den Nachfolgern Jesu gegenüber freundlich gesinnt ist als „für uns“ einzuschätzen. Aber das entlastet uns nicht von den Bedingungen Jesu für unsere eigene Nachfolge.

Mk 10, 42-50
Die Bedingungen der ewigen Errettung Teil 2

Wer zu Fall kommt selber oder durch Verleitung zur Sünde – und nicht wieder aufsteht, geht verloren. Wenn wir dauerhaft und unbußfertig Sünde in unserem Leben dulden, kommen wir in jedem Fall ewig zu Tode. Auch als scheinbare Nachfolger Christi. Wir müssen als Jünger Jesu die Kraft des Salzes – meine eigenen Sünden erkennen und lassen – in uns haben und Frieden untereinander halten – das heißt auf das Wohl der Glaubensgeschwister bedacht sein. Dann werden wir errettet bleiben.

Jesus macht hier wie bei den Bedingungen der Nachfolge klar, was die Bedingungen für unsere ewige Errettung sind:

nicht schuldig werden, einen der Geringgeachteten, die an Jesus glauben, zu Fall zu bringen

  • mich nicht von meiner Hand zum Bösen verführen lassen
  • mich nicht von meinem Fuß zum Bösen verführen lassen
  • mich nicht von meinem Auge zum Bösen verführen lassen

mich lieber von meiner Hand, meinem Fuß und Auge – im Bild gesprochen – trennen, als in die Hölle zu kommen, wo die Qual nicht endet und das Feuer nicht erlischt.

  • Die Kraft des Salzes in mir haben
  • Frieden untereinander halten

Wenn wir dauerhaft und unbußfertig Sünde in unserem Leben dulden, kommen wir in jedem Fall zu Tode. Auch als scheinbare Nachfolger Christi. Niemand kann etwas anderes behaupten, ohne den Worten Jesu hier völlig zu widersprechen. Ursache und Wirkung sind klar: Sünde führt zum ewigen Tod, sei es an einem dieser Geringgeachtetsten, die an Jesus glauben, oder durch meine Hand, meinen Fuß oder mein Auge. Die Reinigung unseres Lebens von unseren vorher ausgelebten Sünden ist unsere Salzkraft als Jünger. Unsere Salzkraft ist unsere Widerstandsfähigkeit gegen erneute Sünde in unserem Leben, um jeden Preis, den es uns kosten mag. Wir müssen unseren Salzgeschmack behalten, dann sind wir gut in Jesu Augen. Wir müssen weiter Salz sein und Frieden untereinander halten, wenn wir gerettet werden bzw. bleiben wollen. Denn Jesus redet hier nicht von den anderen, die Christus nicht kennen. Er redet von seinen Jüngern, die ihm folgen und sagt: „Wenn dich ein Teil von dir zum Sündigen verführt….“.

Mk 10, 13-16
So schwer und doch so leicht

Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.

Eben noch hat uns Jesus richtig Furcht eingeflößt und gezeigt, dass Gott in Bezug auf die Sünde in unserem Leben keinen Spaß versteht. Und auch jetzt formuliert er die nächste Bedingung für unsere Errettung negativ: „Wenn ihr nicht…“ Jesus ist heilig und er ist der Gesetzgeber. Und wenn wir nicht tun, was er sagt, gibt es für uns keine Rettung. Doch wir werden von dieser neuen Forderung Jesu überrascht: „wie die Kinder werdet“. Das sieht wie ein Kinderspiel aus im Kontrast zu den vorigen Bedingungen Jesu zu Errettung. Wer wäre nicht gerne wie ein Kind und ließe sich von den Eltern versorgen, beschenken und führen? Es sei denn, dass wir rebellische Kinder wären. Noch ist es ein Geheimnis, was Jesus damit meint, dass wir wie ein Kind werden müssen um ins Reich Gottes kommen zu können. Aber allein die Worte Jesu entlasten uns und nehmen jede Art von Leistungsdruck aus uns heraus. Kann nicht jeder wieder wie ein Kind werden, da jeder schon mal ein Kind war und weiß, wie das ist? Wenn wir wie die Kinder werden können, dann können auch wir in den Armen Jesu ruhen und er wird uns die Arme auflegen und uns segnen und wir können uns des Himmelreichs sicher sein.

Mk 10, 17-27
Fast alle Gebote halten reicht nicht, um ins Himmelreich zu kommen

Wer bereit ist, alles aufzugeben, was er hat, um Jesus nachzufolgen, wird gerettet werden. Wer die 10 Gebote hält (bzw. umkehrt, wenn er fällt), gewinnt zwar sein Heil nicht dadurch, er bewahrt sich aber dadurch im Heil Gottes. Wer Jesus in Verfolgungen treu bleibt, empfängt hier schon Lohn und dort das ewige Leben. Unsere menschliche Einschätzung, wer wie eng mit Jesus lebt, wird in der Ewigkeit völlig auf den Kopf gestellt werden.

An dem reichen Mann sehen wir, dass es nicht reicht, die, oder einen Teil der 10 Gebote zu halten, um in den Himmel zu kommen. Rettung ist an die Person Jesu gebunden. Er muss uns wichtiger sein als alles, was wir besitzen. Wir müssen Jesus nachfolgen, wohin er uns auch führt. Das ist der Kern des 1. der 10 Gebote Gott mehr als alles andere auf der Welt zu lieben und keine anderen Götter neben ihm her zu haben. Der junge Mann erfüllte nur den zweiten Teil der Gebote und ließ das wichtigste Gebot außer Acht. Das Jesus in seiner Aufzählung bis dahin noch gar nicht erwähnt. Der reiche Jüngling hatte mit seinem Geld und seiner Liebe zum Geld und seinem Vertrauen auf sein Geld andere Götter neben Gott. Mit diesem einem, was ihm fehlt, fehlt dem reichen Mann in Wirklichkeit alles. Nur wenn er auch das erste Gebot erfüllt, Gott mehr als alles auf der Welt zu lieben und konkret umgesetzt Jesus zu vertrauen und zu folgen, kann er gerettet werden.

Doch so verloren, wie dieser reiche Jüngling noch ist, so sehr hat Jesus ihn doch lieb. Er will, dass er gerettet wird. Und wie geht das? Indem der reiche Jüngling Jesus an die erste Stelle in seinem Leben setzt und Jesus ihm wichtiger wird, als alles andere in der Welt. Das ist der Schritt hinein in die Rettung jetzt und zum ewigen Leben.

Ist es aber für die, die Jesus nachfolgen unwichtig, die (10) Gebote zu halten, Hauptsache Gott ist uns wichtig und Jesus die Nr. 1 in unserem Leben? Nein, damit würde sich Jesus selbst widersprechen, wenn wir an die beiden eben zuvor besprochenen Abschnitte denken. Denn Jesus sagt ganz klar: Wenn du gerettet werden willst, halte die Gebote. Diese Aussage Jesu gilt weiterhin. An den Geboten Gottes als Grundausrichtung für unser Leben kommen wir nicht vorbei, wenn wir gerettet werden wollen, auch wenn uns jede einzelne Übertretung seiner Gebote vergeben werden kann.

Doch ein kleines Detail macht uns Mut: Jesus redet genau in diesem Zusammenhang seine Jünger mit „Kinder“ an. Dämmert es uns? Ja, eben noch hat Jesus gesagt: „Ihr müsst wie die Kinder werden, um ins Himmelreich zu kommen“. Und jetzt nennt er seine Jünger „Kinder“, Die Jünger leben – außer Judas – nicht als Mörder, Diebe, Ehebrecher, Lügner oder Elternverächter. Ja, Jesus bestätigt: Die Jünger HABEN alles verlassen und sind Jesus nachgefolgt. Jesus sieht seine eigenen Jünger als Gerettete an. Sie erfüllen das 1. Gebot, Gott mehr als alles andere zu lieben und auch die anderen Gebote von der Grundausrichtung ihres Lebens her. Sie sind im Himmelreich und gerettet. Gott hat in ihnen das Unmögliche möglich gemacht – sie sind wie die Kinder geworden und ins Himmelreich eingegangen.

Darüber hinaus bestätigt Jesus: jedes Opfer für Jesus wird im Himmel seinen Lohn finden.

Doch wie groß und ehrenwert unsere Opfer für Jesus sind, entzieht sich völlig unserer Beurteilung. Jesus alleine weiß, was es sich jeder hat kosten lassen, ihm zu folgen. Und er wird seine Nachfolger entsprechend belohnen und in seinem Reich in Stellung bringen – zu unserer garantiert großen Überraschung.

Mk 10, 35-45
Dienst und Martyrium statt Machtmissbrauch und Karriere

Für die spätere Rangfolge im Himmel gelten völlig andere Maßstäbe als in dieser Welt: Dienst an denen, die dir anvertraut sind und Bereitschaft zum Martyrium statt Machtmissbrauch und Karriere machen uns Jesus nah.

Für die spätere Rangfolge im Himmel gelten völlig andere Maßstäbe als in dieser Welt: Dienst an denen, die dir anvertraut sind und Bereitschaft zum Martyrium statt Machtmissbrauch und Karriere machen uns Jesus nah.

Mk 11, 12-14
Fruchtlosigkeit führt zur dauerhaften Verfluchung

Fruchtlosigkeit – selbst wenn die Umstände ungünstig sind – führt zur dauerhaften Verfluchung durch Jesus.

Der Baum, den Jesus verfluchte konnte noch keine Frucht bringen? Ein geistlich guter Baum bringt immer Frucht, zu Dürre- oder Regenzeiten, zu jeder Jahreszeit, sagt uns Psalm 1. Durch dieses bildhafte Handeln macht Jesus uns daher klar:  Wer keine Frucht in Gottes Augen bringt, sei es als Volk oder als Einzelner, wird von Jesus einmal verflucht werden.

Mk 11, 24-25
Ohne Vergebung gibt es keine Vergebung

Wenn wir anderen nicht (mehr) vergeben, gibt es keine Vergebung für uns selbst. Das gilt für alle Nachfolger Christi, egal wie treu sie Jesus bisher gefolgt sind.

Jesus ermutigt uns, mit der Erhörung unserer Gebete zur rechnen. Und seiner Ermutigung zum glaubenden Gebet fügt Jesus die ernste Ermahnung an, JEDEM zu vergeben, gegen den wir etwas haben. Sonst wird unser Vater im Himmel nicht nur unsere Gebete nicht erhören, wie Jesus durch den Zusammenhang deutlich macht. Nein, wenn wir anderen Menschen ihre Schuld uns gegenüber nicht vergeben, wird uns unser himmlischer Vater auch unsere Schuld ihm gegenüber nicht vergeben. Und wem seine Schuld vor Gott nicht vergeben ist, der hat den Rettungsraum Jesu verlassen. Den wird Gott wie einen Ungläubigen richten, dem seine Schuld auch nicht vergeben ist. Schrecklich konsequent ist der Zusammenhang, den Jesus hier aufzeigt. Noch ist Gnadenzeit, das sagt Jesus aber auch. Solange wir noch leben, sollen wir nicht nur, sondern können wir auch anderen vergeben – zu ihrer und zu unserer eigenen Befreiung.

Und diese Vergebung ist an keine Vorbedingung oder Einsichtigkeit von den an uns schuldig Gewordenen gebunden. Es ist unsere souveräne Freiheit und unsere Verantwortung, zu vergeben oder nicht. Wie können wir vergeben, wenn es uns schwerfällt? Letztlich können wir nur wirklich anderen vergeben, wenn wir wissen, dass alles Schlimme, was Menschen uns antun können, vorher an Gott vorbeimuss(te). Weil Gott es zulässt, kommt es direkt oder indirekt aus seiner Hand. Mag es auch schlimme Sünde unseres Gegenübers sein – es dient uns – so sehr wir uns auch dagegen sträuben mögen – zu unserem Besten, wenn wir vergeben. Das heißt nicht, dass die Sünde des Anderen nicht getadelt und korrigiert werden müsste. Und das heiß auch nicht, dass ich mich weiter der Sünde anderer an mir aussetzen muss. Nein, ich darf tadeln, ermahnen, verbieten fliehen und dem an mir schuldig werdenden Grenzen setzen und wehren. Denn wenn diese Person weiter (an mir) sündigt, wird sie selbst an Gott schuldig. Sie muss daher unbedingt korrigiert werden, um Gottes und um ihrer selbst willen. Aber wer sich Gott wirklich und völlig hingegeben hat und Gott nicht innerlich eine Grenze gesetzt hat, was in seinem Leben passieren darf und was nicht, der wird sich viel leichter tun, anderen ihre Schuld vergeben zu können. Und damit sind die Bedingung von Jesus für unsere Jüngerschaft und Nachfolge durch Jesus aus den vorangegangenen Kapiteln unsere beste Vorbereitung, anderen vergeben zu können. Wenn wir Jesus mehr als alles andere lieben, mehr als unsere Familie und unser (Eigen-)Leben, (nur) dann werden wir im Ernstfall wirklich jedem alles – befähigt durch Gott selbst – vergeben können, was uns eine Person antun mag. Nur wer sich Jesus völlig anvertraut und darauf vertraut, dass alles in unserem Leben aus seiner liebenden Hand kommt, tritt in einen Schutzraum ein, der stark genug ist, auch den stärksten Stürmen des Lebens standhalten zu können. Lasst uns in diesem Schutzraum Zuflucht suchen – im völligen Glauben an die Liebe von Jesus zu uns. Lasst uns ihm in allen Dingen vertrauen, dass es er gut macht. Nicht zu allen Zeiten wird Jesus uns allen alles offensichtlich abverlangen. Gerichtet werden wir nur nach unserem tatsächlichen Handeln. Wenn wir aber in der Endzeit bestehen und in der größten Trübsal und auch den größten Versuchungen widerstehen wollen, die jemals auf die Menschheit und auch auf uns Christen zukamen, dann werden wir nur bestehen können, wenn wir ganz eng in unserem Schutzraum bei Jesus bleiben. Und dieser Schutzraum hat als starkes Fundament, dass wir anderen ihre Schuld an uns vergeben.

Mk 12, 1-11
Nur offiziell im Dienst für Gott, aber innerlich Rebellen

Wer als Diener Gottes nicht auf Gottes Wort hört, seine gottgegebene Verantwortung vernachlässigt und seine Vorrechte missbraucht, wird von Gott getötet werden – ewig. Und das unabhängig davon, ob er einmal gut anfing mit Gott oder nicht.

Jesus warnt uns hier vor reißenden Wölfen. Nicht jeder, der als Gottes Arbeiter eingesetzt ist, arbeitet für Gott. Gottes Arbeiter können schrecklicherweise verwerfen, was Gott ihnen durch sein Wort und seine Boten sagen will. Das können einzelne Arbeiter Gottes, die geistliche Leitung des Volkes Israel und auch die geistliche Leitung einer ganzen Kirche oder Gemeinde sein. Auf jeder Ebene können geistliche Diener Gottes fromm tun und sich doch innerlich und äußerlich voll gegen Gott auflehnen und das Reich Gottes zum eigenen Vorteil ausnutzen und selbst auf Gott zu hören.

Was Jesus sagt zählt mehr als das, was seine Diener falsch behaupten. An der Person und am Reden Jesu kommt niemand vorbei. Wer als Diener Gottes nicht auf Gottes Wort hört, seine gottgegebene Verantwortung vernachlässigt und seine Vorrechte missbraucht, wird von Gott getötet werden – ewig. Und das unabhängig davon, ob er einmal gut anfing mit Gott oder nicht. Auch wenn der Text das hier nicht herausstellt: Am Ende zählt das Ergebnis am Ende: Wer gegen Gott rebelliert, der ist ein Kind des Todes – und es gibt ein zu spät für unsere Umkehr. Darum lasst uns Gott suchen und auf sein Wort hören, solange noch Zeit ist!

Mk 12, 28-34
Die beiden wichtigsten Gebote

Die höchsten beiden Gebote mit dem Verstand zu begreifen alleine reicht für den Eingang ins Reich Gottes nicht aus.

Da begreift einer, was im Gesetz wichtig ist – und ist immer noch nicht drin im Reich Gottes, sondern nur nicht mehr „weit weg“. Ja wie können wir denn in das Himmelreich hineinkommen? Jesus verrät es hier nicht, sondern an anderer Stelle: Wir müssen nichts tun, sondern dürfen wie die Kinder werden und uns das Reich Gottes schenken lassen (Lk 5, 8-11; Lk 18, 17). Und so beschenkt geben wir alles für Jesus hin und folgen ihm nach (Mt 19, 27-30). Das ist der Weg ins Himmelreich. Gott von ganzem Herzen zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst reicht nicht. Wir müssen zuerst beschenkt werden. Und danach erst wird das Doppelgebot der Liebe für uns lebenswichtig.

Mk 12, 38-40
Ein sehr hartes Urteil

Sich fromm meinen und scheinen und nicht über Elend weinen, solche wird Jesus zornig im Gericht verneinen.

38 Er belehrte sie weiter und sagte: „Hütet euch vor den Gesetzeslehrern! Sie zeigen sich gern in ihren langen Gewändern und erwarten, dass man sie auf den Märkten ehrerbietig grüßt. 39 In der Synagoge sitzen sie in der vordersten Reihe, und bei Gastmählern beanspruchen sie die Ehrenplätze. 40 Gleichzeitig aber verschlingen sie den Besitz schutzloser Witwen und sprechen scheinheilig lange Gebete. – Ein sehr hartes Urteil wird sie erwarten!“

Ein Geretteter bekommt kein hartes Urteil, nur ein Verlorener. Die Gesetzeslehrer zurzeit Jesu waren größtenteils verloren. Äußere Frömmigkeit rettet nicht. Das innere Leben zählt. Die Gesetzeslehrer hatten und übten keine Barmherzigkeit mit den Schwächsten. Gleichzeitig suchten sie Bewunderung von Menschen für Ihre Frömmigkeit. Beides ist falsch. Und es ist dieser Kontrast, den Jesus besonders tadelt. Sich fromm meinen und scheinen und nicht über Elend weinen. Das führt potenziert in ein sehr hartes Gericht.

Mk 13, 4-23
Lass dich nicht irreführen

Auf Jesus unverführt von falschen irdischen Jesussen harren bringt zum endgültigen Heil.

Achtgeben sollen wir, dass uns niemand verführt. Es soll uns nicht so ergehen wie Eva. Werden die Folgen bei uns weniger schwer sein? Dabei geht es nur um eine Sache: Jesus war schon gekommen und wird in Herrlichkeit kommen. Wer an einen nicht angekündigten und damit an einen anderen Jesus glaubt, ist verführt – mit allen negativen Konsequenzen. Wichtig ist, an den richtigen Jesus zu glauben und nicht an einen falschen, selbst wenn dieser wie Jesus auftritt und Zeichen und Wunder tut. Nur so können wir gerettet werden und bleiben. Die Auserwählten aus Gottes Sicht werden sich nicht weg vom richtigen Jesus hin zu einem falschen Jesus verführen lassen. Auserwählt sind sie aus Gottes Sicht. Unser Part liegt nicht darin zu grübeln, ob wir zu den Auserwählten gehören oder nicht. Das macht die ganze Rede Jesu deutlich. Unsere Aufgabe ist es wachsam zu sein und uns nicht verführen zu lassen. Wir werden und bleiben gerettet, weil wir auf die Warnung Jesu hören und sie ernst nehmen. Das will und beabsichtigt Jesus. Wenn wir das tun, werden wir auch zu den Auserwählten gehören. Dabei dürfen wir mit Gottes Treue rechnen, der nicht zulassen wird, dass wir über unser Vermögen versucht werden.

Mk 13, 7-20
Nicht erschrecken, denn Gott ist treu

Wer Jesus in Verfolgung treu bleibt, der wird gerettet werden – und wessen wachsame Himmelsreflexe ausgeprägter sind, als seine irdischen Reflexe.

Zwei Dinge spricht Jesus hier an.

  • Verfolgung und Leiden für ihn und
  • schnelle zum Himmel gewandet Entscheidungen in der Krise.

Es können und werden Zeiten kommen, in denen wir bereit sein müssen, für Jesus zu leiden. Unsere Leidensbereitschaft für Jesus und unser Bekenntnis zu Jesus ist unser Lebensretter. In einer Zeit der Verfolgung, des Hasses, der Verhaftungen und des Verrats durch nahe Familienangehörige gilt es, Jesus dauerhaft treu zu bleiben und uns zu ihm und seinem Namen zu bekennen.

Das andere ist der richtige Gehorsam in dem einen Augenblick, auf den es ankommt. Jesus warnt seine Jünger vor dem ‚Scheusal der Verwüstung‘. Wenn es steht, wo es nicht sollte, sind eine lebensrettende Flucht und sofortiges Handeln angesagt. Die Betroffenen und auch potenziell wir sollen und dürfen nicht nach Hause gehen, um noch etwas zu holen. So wie Jesus es hier beschreibt, kommt es tatsächlich auf unser richtiges Verhalten im richtigen Augenblick an. Krasser geht es nicht. Lots Frau wurde zur Salzsäule als sie sich umdrehte und konnte sich nicht aus dem Gericht Sodoms und Gomorras retten, das erfahren wir bei Lukas (LK 17, 32). Nun kann wahrscheinlich kein Mensch garantieren, dass er im richtigen Augenblich das Richtige tut. Was ist also das Geheimnis in diesem für Zeit und Ewigkeit wichtigsten und entscheidenden Augenblick in der Endzeit? Niemand, der seine Hand an den Pflug legt, und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes sagt Jesus (Lk 9, 62). Unser grundsätzliches Verhältnis zu Jesus und zum Himmelreich, das wir bis dahin praktiziert und aufgebaut haben, wird bestimmen, ob wir in diesem Augenblick richtig reagieren werden. Wir werden ernten, was wir unser Leben lang gesät haben. Haben wir Jesus und die Dinge Gottes zu unserer höchsten Freude gemacht? Dann hängt unser Herz am Himmel, und dann ist uns diese Welt leid mit ihrer Sünde und ihren Gräueln. Dann werden wir liebend gerne die Welt hinter uns lassen und in die richtige Richtung gehen, weg von der Welt. Wir werden uns in Richtung Jesus fliehen, wie auch immer das am Ende aussehen mag. Wir werden kein Bedauern haben, dass wir irgendetwas zurücklassen müssen hier auf dieser Welt oder in unserem Haus oder von daheim. Wenn aber unser Herz buchstäblich noch immer an dieser Welt und an ihren Dingen hängt, soviel sie uns auch zu bieten haben, und sei es nur das Lebensnotwendige wie ein Umhang oder etwas Anderes, was für die Flucht nützlich sein könnte, dann zeigen wir, dass wir noch nicht ganz auf Gott vertrauen für unsere Errettung, und uns noch nicht ganz von dieser Welt gelöst haben. Wie wir uns jetzt an Jesus und an sein Reich hängen, wird entscheiden, ob wir im wichtigsten zukünftigen Augenblick der Geschichte richtig reagieren werden.

Eine zu harte Rede? Es ist nur mit anderen Worten gesagt, was Jesus hier und an anderen Stellen sagt. Er selbst erlegt uns diese Dringlichkeit auf. Er selbst sagt, dass diese Tage die schlimmsten sein werden, die die Menschheitsgeschichte je erleben wird. Und durch seine Ermahnungen schützt er uns und zeigt uns den Weg, wie wir gut durchkommen und bei ihm bleiben können. Und Jesus ermutigt uns auch: Wir können uns vorbereiten, indem wir uns ganz an ihn hängen. Und wir können sogar durch unser Gebet die Situation noch beeinflussen: Wenn wir beten, dass unsere Flucht nicht im Winter geschieht, wird die Situation erträglicher werden. Und ganz am Ende dürfen wir wissen, dass Gott der Vater uns nicht alleine lässt und die ganze Situation unter Kontrolle hat: Er wird nicht zulassen, dass seine Auserwählten, dass du und ich über ihre Kräfte und Möglichkeiten versucht werden. Und er schafft unsere Rettung – indem er die schlimme Zeit verkürzt und so für uns anpasst, dass wir gerettet werden können. Und das gilt weltweit. Denn wenn wir auch regional denken und meinen, dass nur die in der Nähe des Gräuels der Verwüstung betroffen sind, rückt Jesus das hier zurecht: Wenn diese schlimmen Tage an sich nicht verkürzt würden, würde kein Fleisch und damit kein Mensch und auch kein Christ gerettet werden. Unsere Errettung hängt von unserem Dranbleiben an Jesus ab. Und Gott wird dafür sorgen, dass wir mit ihm verbunden bleiben können. Ehre seinem Namen!

Mk 13, 33-37
Wachsamkeit und Treue sind der Schlüssel zur Rettung

Wachsamkeit und Jesus bis zum Ende treu bleiben sind der Schlüssel und ist der Weg zur ewigen Rettung.

Jesus bestätigt mit diesem Gleichnis, was er zuvor über die Endzeit gesagt hat. Er zeigt uns, worauf es im Kern ankommt, wenn wir errettet werden wollen: Unsere Wachsamkeit. Geht es wirklich um unsere Rettung? In diesem Gleichnis wäre es fatal, wenn der Türhüter anstatt zu wachen einschläft und im Schlaf überrascht wird. Wir denken unwillkürlich an die fünf törichten Jungfrauen, die nicht bereit waren, als der Bräutigam kam. Wir denken daran, dass kein Fleisch gerettet würde, wenn Gott nicht die Tage der Bedrängnis der Endzeit verkürzen würde und wir im richtigen Augenblich richtig reagieren würden. Wachsamkeit, um für unseren Herrn bereit zu sein, wenn er kommt ist der Schlüssel zur Rettung, und Wachsamkeit, die auf Dauer angelegt ist. Seien wir wachsam!

Mk 14, 22-24
Der Leib und das Blut Jesu

Jesus rettet uns durch seinen für uns dahingegebenen Leib und durch sein für uns vergossenes Blut im Neuen Bund

Gott ist für uns, Jesus ist für uns. Gott schließt seinen Bund mit uns – mit vielen, viele sind berufen und werden zu den Auserwählten gehören. Jesus, der seinen Leib für uns dahingegeben hat und sein Blut für uns vergossen hat, liebt uns über die Maße. Er könnte sein Liebe auf keine größere Weise zeigen. Wer an das Opfer Jesu für seine Schuld glaub und dankbar in den neuen Bund Gottes mit den Menschen eintritt, wird JETZT gerettet werden. Und Gott wird über uns wachen uns aufgrund seines Bundes mit ihm durch alle Zeiten durchzubringen. Er wird seinem Bund mit uns und uns in seiner Liebe treu sein. Ehre seinem Namen!

Mk 14, 38
Wachen und beten schützt uns

Unsere Wachsamkeit und auch unser Gebet sind absolut wichtig, um (gar) nicht (erst) der Versuchung zu erliegen und zu fallen und von Gott und seinem Heil wegzukommen

Wir hören die Ermahnung Jesu – und denken an die Jünger Jesu, die doch einschliefen und nicht wachten. Wäre es damals heilsentscheidend für sie gewesen? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass Jesus ihnen nachging und sie wiederherstellte. Und nachdem sie mit dem Heiligen Geist getauft waren, waren und blieben sie wachsam – die meiste Zeit. Es gibt eine Gnadenraum der Güte Gottes, in dem wir fallen und wiederhergestellt werden können. Und diese Gnadenraum ist groß. Sehr groß – wenn auch nicht unendlich. Und daher ist unsere Wachsamkeit und auch unser Gebet so wichtig, um (gar) nicht (erst) der Versuchung zu erliegen und zu fallen. Nehmen wir die Ermahnung Jesu ernst.

Jesus selber hatte keinen Spielraum, nicht wachsam zu sein und in Sünde zu fallen. Sein und unser aller Schicksal hing davon ab, dass Jesus seinen Weg wachsam und treu ging. Obwohl Jesus der geliebte und auserwählte Sohn Gottes war, retteten ihn diese Titel und Zuwendung Gottes nicht allein. Sie waren die unabdingbare Grundlage für sein Leben und für seinen Dienst. Aber Jesus wäre nicht zur Herrlichkeit erhoben worden, wenn er nicht überwunden hätte. An seinem und in der Übertragung an unserem Verhältnis zum Vater und unserer Wachsamkeit und unserem Überwinden hängt es, ob wir einmal gerettet werden – zusammen mit der Unterstützung des Vaters, der für uns treu sorgt. Ja das ist so. Und ob es wirklich so ist, werden wir nun weiter in den Schriften des Neuen Testamentes untersuchen.

Mk 16, 14-20  
Freudenbotschaft – Predigt – Glaube – Rettung – Unglaube – Gericht – Zeichen

Wer die Predigt von der Freudenbotschaft vom Reich Gottes nicht glaubt, wird gerichtet werden. Wer die Predigt von der Freudenbotschaft vom Reich Gottes glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden

Selbst an seinen Jüngern rügt Jesus noch ihren Unglauben. Jesus zeigt nicht jedem Christen immer alles von sich direkt – oft tut er das durch unsere Geschwister im Glauben und erwartet, dass wir ihn, Jesus, in unseren Geschwistern erkennen. Nur der Glaube an den Auferstandenen Jesus wird uns befähigen, selbst in die Welt zu gehen und in Jesus die Freudenbotschaft zu verkünden, dass wir zum Frieden mit Gott kommen und gerettet werden können. Nach all den Ermahnungen zuvor tut diese Zusage richtig gut: Die Grundlage unserer Errettung ist immer noch die Freudenbotschaft von der Vergebung Jesu durch sein Blut im Neuen Bund. Ohne diese Vergebung in Jesus und durch den Glauben an ihn kann kein Mensch gerettet werden. Aber Jesus will, dass überall auf der Welt Menschen von seiner Gnade erfahren und gerettet werden.