Tagebuch einer Heiligung – von Heino Weidmann

 

 

Tagebuch einer Heiligung

oder

Von der Wüste  ins verheißene Land

Teil 1

Heino Weidmann

Reihe
 Heilig Dem Herrn
Band 3

  

„Selig sind, die reinen Herzens sind“ sagt Jesus in der Bergpredigt. Doch wie bekomme ich ein reines Herz? In meinem Tagebuch nehme ich Sie mit auf die bewegte Reise meines Herzens in das gelobte Land.

Ja es ist wahr! Jesus errettet bis zum Äußersten und kann viel mehr und überschwänglich mehr tun, als wir jemals von Gott erbitten oder uns vorstellen können. Er allein ist gut. Mögen Sie mit mir Durst bekommen Jesus tiefer und völliger zu erfahren und die die Erkenntnis übersteigende Liebe Christi zu erkennen und erfüllt zu werden mit der ganzen Fülle Gottes.

 

 

Impressum

Tagebuch einer Heiligung –
Von der Wüste ins verheißene Land  Teil 1

von Heino Weidmann

Herausgegeben von Heino Weidmann
am 28. März 2018 (Erstausgabe)

Text: © Copyright by Heino Weidmann.
Alle Rechte vorbehalten.

Gemeinfreie Bibeltexte aus http://www.bibel-online.net

E = Elberfelder 1905
L = Luther 1912
S = Schlachter 1951
I  = Interlinearübersetzung
N = Neue Evangelistische Übersetzung
F = Freie Übersetzung aus dem Englischen Originaltext

Umschlaggestaltung: © Copyright by Heino Weidmann
Feuerflammen von http://www.clker.com – freie Cliparts
Alle externen Erklärungen in () aus https://www.wikipedia.de

Reihe: Heilig Dem Herrn, Band 3. Heino Weidmann, Götzenberg-Str. 25, 74889 Sinsheim, www.HeiligDemHerrn.de
HeiligDemHerrn@gmx.de

 

 

 

          Selig sind,
die reinen Herzens sind
sie werden Gott sehen
Jesus Christus

 

 

Vorwort des Autors und Herausgebers

Dieses Tagebuch ist sehr persönlich. Den darin beschriebenen Segen habe ich wirklich erlebt. In meinem großen Verlangen diese Erfahrung auch anderen zugänglich zu machen, bringe ich meine Aufzeichnungen jetzt doch öffentlich heraus. Denn ich stelle mit Erstaunen fest, dass es im deutschsprachigen Raum kaum lebend(ig)e Zeugnisse zu diesem gesegneten Leben in Christus gibt. Im englischsprachigen Raum ist dagegen eine große Fülle an guter Literatur über Heiligung verfügbar: Tausende gute Werke zum Thema gottgeschenkter Heiligung aus dem 18. und 19. Jahrhundert gibt es kostenlos zum Download im Wesley Center Online http://wesley.nnu.edu/ in der Holiness Classics Library
http://wesley.nnu.edu/holiness-classics-library/ For A FREE HDM DVD containing over 14.000 files on Holiness, you may email Duane V. Maxey dvcm1937@gmail.com or dvcm37@holinessdataministry.net.

Durch das Veröffentlichen meines Tagebuches im Selbstverlag über https://www.epubli.de/ ist es mir möglich, das Buch schnell und ohne großen finanziellen Aufwand einer breiten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Unvollkommenheiten in der Formulierung oder Fehler mögen mir verständnisvoll nachgesehen werden – es handelt sich um ein authentisches Tagebuch im Selbstverlag.

Wer gerne die biblische Grundlage meiner Erfahrung nachlesen will, hat die Möglichkeit ein großartiges und umfassendes Lehrwerk mit zahlreichen Zeugnissen von Gläubigen zu lesen, die erfahren haben, dass Jesus sie aufs Äußerste erretten kann. Es wurde von mir aus dem Englischen übersetzt: „Heiligkeit und Vollmacht“ von Aaron Merritt Hills, das Buch ist im Buchhandel verfügbar. Weitere Informationen zum Thema Heiligung gibt es auch auf meiner Internetseite www.HeiligDemHerrn.de Und eine Liste mir bekannter deutschsprachiger Bücher zum Thema Heiligung habe ich am Ende dieses Buches aufgeführt.

Bei Fragen und Kommentaren kann sich der interessierte Leser gerne an mich über HeiligDemHerrn@gmx.de wenden. Ein aktuelles Kurzprofil von mir findet sich unter https://www.epubli.de/shop/autor/Heino-Weidmann/23735.

Da die Weitergabe dieses Buches nicht an Finanzen scheitern soll, sende ich Ihnen gerne auf eine kurze Nachricht hin, die Ihr Interesse und Ihre Situation beschreibt, ein Geschenk-Exemplar dieses Buches zu, solange es meine Mittel zulassen.

Die in diesem Buch verwendeten Bibelübersetzungen sind hinter jeder zitierten Bibelstelle angegeben:

E = Elberfelder 1905
L = Luther 1912
S = Schlachter 1951
I  = Interlinearübersetzung
N = Neue Evangelistische Übersetzung
F = Freie Übersetzung nach Vorlage
Quelle: http://www.bibel-online.net

Es wurden aus rechtlichen Gründen nur gemeinfreie Bibelübersetzungen verwendet. Moderate offensichtliche Anpassungen an heutige Sprache und Satzstellung erfolgten ausgehend von den verwendeten Übersetzungen, wie zum Beispiel bei “Sündiget“ → “Sündigt“. Falls dadurch die Bibelstellen ähnlich oder gleich zu heutigen lizenzierten Bibelstellen wurden ist das Zufall, bzw. beruht auf meiner eigenen gedanklichen Arbeit. Ich habe mich bemüht, jeden vollständig zitierten Bibelvers mit Angabe der Bibelstelle incl. der verwendeten Übersetzung anzugeben. Wenn Bibeltexte von mir stark umgeformt wurden und damit ein eigenes Werk entstand, habe ich auf die Angabe von Übersetzungen verzichtet, ebenso wenn ich in meinen aufgezeichneten Gedanken nur Versfragmente aus meiner Erinnerung aufgeschrieben habe.

Mögen Sie durch dieses Tagebuch und noch viel mehr durch Jesus Christus reich gesegnet werden!

Heino Weidmann

 

 

 

TAGEBUCH EINER HEILIGUNG

 

TEIL 1

 

ODER

 

Von der Wüste ins verheißene Land

 

Heino Weidmann

 

Im März 1982 durfte ich mich durch Gottes Gnade beim Lesen des Buches „Jesus unser Schicksal“ von Wilhelm Busch bekehren. Hier sind – wenn auch leider nur fragmenthaft – die Tagebuchaufzeichnungen aus der darauf folgenden ersten Zeit meines Weges mit JESUS. Viele kleine und große Freuden sowie Tiefen bleiben wegen der unregelmäßigen Tagesbuchführung unerwähnt, die zwischen manchen Perioden nicht unbeträchtliche Lücken aufweist. Doch meine ich darin doch eine gewisse Leitlinie und Entwicklung feststellen zu können, die, wie es meinem Gebet entspricht, doch vielen ähnlich Suchenden eine Hilfe sein möge, konsequenter in die Nachfolge unseres HERRN einzutreten.

 

März 1982 bis März 1983

Abschluss des Abiturs, Eintritt in die Bundeswehr. Nach einem halben Jahr das erste Mal geistliche Gemeinschaft mit Geschwistern, außer mit meinem vor mir bekehrtem Bruder sporadisch an Wochenenden, von dem ich das Buch „Jesus unser Schicksal“ übrigens bekam. Durch den regelmäßigen Besuch der Gemeinde „Christliche Gemeinschaft Charismatisches Zentrum e. V. “ in München wuchs ich im Glauben und fing ich an, meine Vergangenheit langsam wieder in Ordnung zu bringen, wie zum Beispiel das Geständnis vor meinem Schuldirektor, dass ich damals meine Facharbeit abgeschrieben hatte, woraufhin auch meine Abiturnote entsprechend von 2,1 auf 2,3 korrigiert wurde.

Meine Aufzeichnungen beginnen am 14. 5. 1983

Herr, ordne mein Gebetsleben, meine Bibellese! Lass mich alles zu deiner Verherrlichung tun, z. B. auch Ordnung halten. Segne all mein Tun, ich will in allen Bereichen des Lebens lernen, auch Kochen und Waschen usw. Alles zur Ehre des Herrn! Herr, nimm mir die Sorgen ab, ich lege sie auf dich! Herr, ich möchte nicht orientierungslos, auftragslos sein und so herumlaufen müssen. Du hast die Antwort! Wie beginne ich meinen Tag? Herr, bitte ordne all meine Verhältnisse! Lobpreis ist sehr gut, doch Gott will auch besonders andere Dinge von uns, z. B. nicht sorgen, glauben etc.

24.3.1983

Sehr wichtig: Wir sollen nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes sein. Also nicht nur Bibellesen, beten, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln: Leute ansprechen (was kann mir ein Mensch tun?), Mut haben (sei nicht verzagt), von sich aus gute Werke unternehmen, Hilfeleistungen, Menschen vom veralteten Gottesbild befreien (falsch durch Kirche geprägt). Nicht: DU DARFST NICHT! → Denk an das, was man geschenkt bekommt! Züchtige deinen eigenen Leib, dass du anderen nicht predigst und selbst verwerflich wirst (Essen)! Herr, ich brauche auch mehr Realismus, darf alles nicht zu geistlich theoretisch sehen, Herr, hilf meiner praktischen Seite!

25.3.1983

Wie wichtig ist Fürbitte für andere! Herr, ich muss in wirklich jeder Sache mein ICH und meinen Versuch, es aus eigener Kraft zu schaffen, aufgeben! Entwurzle und baue neu! Hilf meinem harten, verkehrten Herzen ab! Wir müssen die Erfüllung mit dem Geist immer wieder erfahren, dazu aber ist Buße und Gehorsam nötig. Oh Herr, gib doch meinem oberflächlichen Herzen Tiefe! Wir können wohl hauptsächlich nur in schweren Zeiten wachsen, wo wir erkennen, dass unser Vermögen einfach zu gering ist. Darum „Verzweifelt nicht in schwierigen Lagen, da ihr wisst, dass gerade sie euch dem Herrn näher bringen!“

3.8.1983

Anfechtung und Angst im leeren Bundeswehrgebäude während der Wache. Hilfe: Laut sprechen: „Es steht geschrieben:. . . . . . !!!“  Später: Ich hatte Fürbitte, Lobpreis und Gebet satt → Langeweile → Fernsehen. Es war kaum möglich, den Blick auf Jesus zu halten, die Gedanken gingen wild durcheinander. Stille Zeit nicht vergessen! Danken für jede Situation. Nicht aus eigenem Antrieb losrennen wollen, auf den Herrn warten. Buch von Harold Hill, Teil 3 Kap. 3 GRÜNE AUEN!

12.9.1983

Endlich morgens 5.40 Uhr raus, duschen und dann mit klarem Kopf etwas Lobpreis (3 Lieder), Beten, Bibel lesen Psalm 119! Betend unterstrichen. Die Vorzüge, die guten Eigenschaften des Herrn einfach so festgestellt, dem Herrn dafür gedankt. War vormittags damit wieder sehr gut bei der Arbeit, habe aber nachmittags wieder den Faden verloren – den ganz engen Kontakt zum Herrn. Bin einfach mit meinen Gedanken nach und nach vom Herrn weggekommen (vergessen!). Besonders nach „längerer- Zeit-nicht-beten-können“,  arbeiten. Ab einer bestimmten Schwelle ist die Nähe kaum mehr zu finden. Abends regelmäßig Ferne. Heute erst nach Lesen (schlecht), dann nach Beten (besser) und schließlich nach Schlafanfechtungsüberwindung besser. Ich will immer alles verschieben, z. B. Tagebuch, Gebetslisten schreiben, . . . Betrug! Ist hinterher doch schön. Sehne mich nach Heiligung, nach Tiefe! Nach ganzer Ruhe im Herrn, bin oberflächlich (Buch und Worte gehen nicht ein), selbstsüchtig (Fürbitte), dem Schlafwahn verfallen!!!

Herr, ich zweifle an meinem Wollen dich zu suchen, und dieses Zweifeln bringt mich vom Wollen ab. Ich begreife es einfach nicht: Mich in deine Gnade fallen lassen, mich stärken lassen, und dann, weil Du mich zuerst geliebt hast, in Dankbarkeit antworten. Dein Wort geht einfach nicht ein. Danke dafür, denn es weist auf einen Missstand hin. Danke für jeden betrübten Geist, denn er weist mir den rechten Weg. Amen.

16.9.1985

Nur Treue ist wichtig, Treue im Kleinen. Ich will mir keine Gedanken mehr machen, wie toll mich der Herr „einsetzen“ könnte. Herr, ich will wirklich versuchen, in jeder, auch der kleinsten Angelegenheit, aufmerksam, treu, enthaltsam, liebend zu sein. Bring mich doch Dir näher Herr, dass ich deine Heiligkeit erkenne, dich erkenne und nicht wider Dich sündige.

– Wechsel von der Bundeswehr zum landwirtschaftlichen Praktikum für mein Landwirtschaftsstudium –

19.11.1985

Zu Hause: Immer das gleiche Spiel: Wenn Mutti gut gelaunt ist, gehen mein Bruder und ich darauf ein, wenn sie uns aufreizt („ihr mit eurem Jesus“) gehen wir auch darauf ein, lassen uns erregen, erzürnen, aufreizen. Wir reden in Zungen, haben aber der Liebe nicht; wenn sich das nicht ändert, werden wir ein tönendes Erz und eine schallende Zimbel bleiben. Was ist zu tun? Vor allem den ganzen Willen einbringen, etwas ändern zu wollen, in der Schrift forschen, Jesus fragen, für T. und Mutti beten. Von Zeit zu Zeit überprüfen! (Aufzeichnungen, Zeitvergleich, Tagebuch) Jesus muss uns seine Liebe geben →  Gehorsam!!!

21.11.1983

Betendes Nachdenken beim Kraftfuttermischen: Ich muss in dem Laden unbedingt den gestohlenen Kletter-Karabiner ersetzen und Olli seinen Schraubenzieher endlich zurückgeben! Mitarbeit in der christlichen Teestube ist nicht meine Hauptaufgabe zurzeit, aber die drei Gebetslistenanliegen! 50 DM Spenden und Einlage in die Brotzeitkasse nicht vergessen, Gemeinde für November und Dezember 100 DM. Geistliche Checkliste erstellen. Nicht Symptome behandeln, Ursachen herausfinden! Bibelleseplan verfeinern. Abendgestaltungsplan aufstellen und an Geburtstage von Verwandten denken!

22.12.1983

Ich merke meine eigene Hilflosigkeit (Unreinheit am Abend der Weihnachtsfeier). Ich nehme mir fest vor: Nichts ist wichtiger als von Gott jederzeit gebraucht werden zu können. Aber Selbstheiligung? Meine Probleme: Keine Essensgrenze. Ich bin ein Kleinst- und Jungtiersadist, ich tue ihnen manchmal in bösem Geist weh! Ich rede unbedacht. Meine Gedanken sind unrein. Ich fühle mich zu schnell verletzt (beim Vorwurf des Meisters ich müsse länger arbeiten). Erkannt habe ich: Ich will immer noch und immer wieder bei anderen etwas gelten, gut angesehen sein. Ich habe ein Zärtlichkeitsbedürfnis, doch will ich auch nicht, dass mir jemand zu nahe kommt. Wichtig: Sich nur vor Gott allezeit verantwortungsbewusst halten, ALLES aus Liebe zu Jesus tun (dann bin ich überhaupt nicht mehr von Menschenmeinungen und Wohlverhalten abhängig). Körper?

Anfang 1984 – November 1984

Ende des Praktikums unter Krankheit, Missklang mit dem Meister (zerbruchsfördernd). Abbau von Selbstvertrauen durch tausend schief gehende Sachen – im wahrsten Sinne des Wortes eine wie „verfluchte Phase“. Erholung in von Arzt bewilligter Kur durch teilweise Krankheit unterbrochen, Versagen beim Zeugnis für meinen Herrn, großen Trost durch Gemeinschaft mit Geschwistern. Anschließender „Noch-besser-Erholungsurlaub“ auf Teneriffa ist gemischt. Einerseits bekomme ich von einer Freundin meiner Mutter ihr sehr schönes Haus dort zur Verfügung gestellt, andererseits fühle ich mich so einsam und verlassen und kraftlos wie noch nie. Doch schenkt der Herr Gnade durch Besuche bei dort kennengelernten Christen am Wochenende jeweils. Zwischendurch ziemliche Anfechtungen zur Unreinheit (Sonne, Meer, (fast) nichts zu tun) aber durch Seine Hilfe ist nichts passiert, wenn ich auch oft nahe dran war. Um mich zu disziplinieren, bete ich fest zwei Stunden am Tag und halte auch mein Bibelpensum durch (ab dieser Zeit die Bibel einmal im Jahr ganz durch), was hier natürlich noch nicht so schwer fällt. Fange etwas mit Spanisch an, um mich weiter zu disziplinieren.

Meine Gesundheit bricht nach einer Stunde Tennis ziemlich zusammen, an das ersehnte Windsurfen ist überhaupt nicht zu denken. Eine Frage bewegt mich während eines Strandspaziergangs ziemlich stark:

Und wenn Gott dich nie mehr so gesund macht, dass du diese herrlichen Sportarten mehr ausüben kannst?

Es ist ein langer verzweifelter Kampf: Angesichts der herrlichen Möglichkeiten und Natur hier. Diese Dinge sind und waren mein Lebenselixier. Vor meiner Bekehrung wollte ich deshalb einen Beruf ergreifen, wo man viel Geld verdienen kann, damit ich mir solche Dinge würde leisten können. Ich ahne, dass ich Gott keinen dieser Bereiche werde vorenthalten können. Aber es treibt mir schon die Tränen der Verzweiflung in die Augen! Vor allem war es jetzt auch schon die längste für mich erlebte Zeit, wo ich Gottes Gegenwart nicht mehr so richtig spüren durfte; da sucht man wohl ganz automatisch nach „weltlichen“ bzw. äußeren Ersatzbefriedigungen, um zu seinen Streicheleinheiten zu kommen. Dass Jesus allein genügt oder genügen kann, ist in solchen Situationen schwer zu verstehen, zu erfassen, und vor allem festzuhalten. Aber es scheint ein Teil des uns von Gott verordneten „geistlichen Kampfes“ zu sein, in dem wir die Chance haben, der „Welt“ mehr abzusterben, und Jesus näher zu kommen, dass ER immer mehr unser Leben wird. Und damit auch unsere Freude, unabhängig von äußeren Umständen. Nach Albträumen in der Nacht wird es mir jedoch schon zu bunt, zumindest eine halbe Stunde rebelliere ich gegen Gott (‚es Willen), bevor mir klar wird, dass ich erstens gegen ihn nie recht haben werde, zweitens er mich liebt und mir trotz allem Gutes will. Nur dass ich auf Sein Handeln warten muss, und mir das jetzt endlich ersehnte, wenigstens geistliche Segenshorn nicht selber überstülpen kann, macht mir zu schaffen. Der Urlaub geht jedenfalls zu Ende.

November 1984 – Ende 1985

Das Studium der Landwirtschaft beginnt. Ich wohne bei meiner Mutter südlich von München und fahre täglich eineinhalb Stunden eine Fahrt mit der S-Bahn. Die körperliche Kraft reicht gerade am Anfang, dann wird es langsam besser. Ich gehe nach all dem oben gesagten zum ersten Mal in die „pastorale“ Seelsorge in unserer Gemeinde, wo ich wirkliche Hilfe für meine Situation finde, wo aber auch geistliche Schwächen, wie Menschenfurcht und Stolz herausgearbeitet werden. Mein Pastor ermutigt mich, vor allem durch Treue im Kleinen geistlich zu wachsen. Große Änderungen im Alltag kommen wohl nur durch viele kleine konsequente Schritte und nicht durch plötzliche Kraftanstrengungen. Nach einem halben Jahr ziehe ich dann in eine christliche Männerwohngemeinschaft am Studienort, die auch Zentrale für die dortige Hauskreisarbeit unter den Studenten ist. Hier sammle ich meine ersten Erfahrungen in Hauskreis-/Andachtsvorbereitungen etc. Es ist eine sehr intensive geistliche Gemeinschaft, wo ich von reiferen Brüdern viel lernen darf. Die Menge der Aufgaben nimmt zu, und es ist nicht immer leicht, alles plus Studium unter einen Hut zu bringen und dabei treu in allen Dingen zu bleiben, vor allem zusätzlich im Gebet. Doch darf ich gerade im wöchentlichen Gebetskreis hier Gebetskampf ein Stück weit lernen.

Neben anderen Dingen rüttelt mich eine Sommerrüstzeit mit einem Inder, der bei sich zu Hause Erweckungszeiten erlebt, sehr auf. Der Hauskreis, den ich mit einer lieben Schwester zusammen halte, wächst erfreulicherweise von 3-5 Gesamtteilnehmerzahl auf 8-10. In dieser Zeit dürfen wir Wiedergeburten erleben. Allerdings auch, dass dies wirklich nur der erste Schritt auf dem Weg mit Jesus ist und dass das junge Leben in Gott gerade in dieser Anfangszeit besonders gefährdet ist. Ab dieser Zeit beginne ich, regelmäßig (täglich) einige Gebete, die Paulus für seine Gemeinden gebetet hat, für mich und andere zu beten (siehe Ende und Rückseite dieses Buches), sowie dafür zum Beispiel auch die Zeit auf dem Fahrrad oder auf anderen Wegen/in anderen Situationen zu nutzen Warum soll ich meine Gedanken durch nutzlos durch die Gegend schweifen lassen, wenn ich statt dessen Ewigkeitsfrucht wirken kann?

Ich lese die Biographie von Hudson Taylor, Stück für Stück, beschämt über seine Hingabe zum Herrn. Aber ich lerne an ihm auch ein wenig mehr die WEGE Gottes kennen, auch aus dem Vergleich mit meinem eigenen Leben, und das gibt mir sehr viel Mut und Hoffnung, dass unsere Liebe und Hingabe an Jesus niemals fruchtlos bleiben wird. Silvester 85/86 fahre ich auf die EXPLO 85, einen internationalen Kongress für Gebet und Mission, bei dem die einzelnen Teilnehmer über Satellit miteinander verbunden sind. Es festigt mich. Kurz danach beginnen meine Aufzeichnungen wieder in regelmäßigerer Weise, während mein drittes Semester sich dem Ende neigt:

25.1.1986

Ich habe entdeckt, nicht hören zu können: Ist mir klar geworden, während ich an R. schrieb. Ich lasse mich selber nicht treffen von Gottes Wort, rede viel, komme nicht zur Stille. Immer wieder falle ich Geschwistern ins Wort! Dies schreibe ich während der letzten halben Stunde meiner wöchentlichen Gebetszeit für die Hauskreise.

Sonntag, 26.1.1986

Heute war ich mit E. und G. in der Gemeinde. E. weiß schon so viel, möge sie sich ganz zum Herrn wenden. Am Nachmittag Kaffee bei S. mit G. Danach Gebet für die Hauskreise etc. mit M. Sie gab mir das Buch „Anleitung für Seelengewinner“ von Charles G. Finney, was mich tief traf. Wie sehr geht mir die eigene Erfahrung der Sündenüberführung ab, wie sehr brauchen wir sie, dass wir nicht jahrelang herumkränkeln. In meinem jetzigen Zustand kann Gott mich schwer gebrauchen, um jemand zur wirklichen Sündenerkenntnis und tiefen Buße zu führen.

Bibelworte:

„Denn was wäre das für ein Ruhm, wenn ihr wegen einer Verfehlung Misshandlungen ertragt? Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, „ 1 Petr. 2, 20 N

„Liebe Geschwister, wundert euch nicht über die Feuerprobe, die über euch gekommen ist, als wäre das etwas Außergewöhnliches“ 1 Petr 4, 12 n

Montag, 27.1.1986

Heute sind wir mit einem Drittel des Hauskreises in „Die Stunde des Siegers“ gewesen, ein weiteres Drittel blieb zu Hause, der Rest hielt einen Privathauskreis.

Mittwoch, 5.2.1986

Am Nachmittag habe ich mir die Zeit genommen, ruhig zu werden und las die Anleitung zum missionarischen Bibellesen. Dabei war ich betroffen, wo ich die Stelle las, wo von denjenigen die Rede ist, die Jesus nicht in seiner unmittelbaren direkten Art sehen. Ich bin ja gehemmt, Jesus vor anderen zu rühmen, und von Begeisterung zu ihm zu sprudeln. Das aber liegt wohl vor allem daran, dass ich das Sühneopfer Jesu mit dem Verstand als einzigen Weg zu Gott angenommen habe, aber nie meine eigene Sündenlast verspürt habe, so dass mir Jesus als Herzensbefreier nie lieb werden konnte. Dass ich mich so schwer von meiner eigenen Sünde überführen lasse, hängt damit zusammen, dass ich mich in meinem hintersten Kämmerchen immer wieder selbst rechtfertige, indem ich meine, dass ich gar nicht verdammungswürdig sei (mein alter Mensch) oder dass ich zumindest nicht verantwortlich für meinen eigenen sündigen Zustand sei. Bei der Hölle kommen mir dann wieder Allversöhnungsgedanken, so dass in meinem Herzen kein Platz für ein tiefes Schreien nach Errettung meiner Mitmenschen ist. Nach einer Zeit tieferen Gebets gibt es jetzt auch eine Zeit flacheren Gebets. Mein Dank ist zu oberflächlich, förmlich, ein Muss. Kein richtiges Erkennen der vielen Gründe zur Herzensdankbarkeit.

Donnerstag, 6.2.1986

Am Abend zuvor ging eine Aktivität in die andere über, so dass ich trotz Überprüfens vor dem Herrn, was dran war, keine Zeit fand, die Donnerstags-Andacht vorzubereiten. Schlaf brauchte ich aus angeschlagen Sein. Ich hatte aber im Herzen Frieden, mich hinzulegen und zu schlafen. Morgens wäre ich, da ich nur ca. 20 Minuten Zeit hatte, beinahe unruhig geworden, aber da mein Herz betreffs dieser Sache mit Gott im Reinen war, lehrte der Herr mich Vertrauen auf ihn und schenkte mir ein Wort, das anscheinend auch wirklich passte, so dass ich folgende Lehre daraus gezogen habe:

„Wenn mein Herz rein ist, seinen Willen zu suchen, so wird er mir wirklich alles hinzufügen, z. B. auch gerade Worte von Ihm, die ich in von Ihm gestellten Aufgaben weitersagen soll.“

Die Botschaft war eine Verheißungs-Inanspruchnahme-erst-einmal-bekommen-wenn-aber-bekommen-und-Sicherheit-erlangt- in-allen-Dingen-und-vor-allem-darauf-bestehen-Botschaft (Isaak)!

Abends: Punkt im Mitarbeiterkreis: Wir haben für unseren Hauskreis in der WG 14 keine Strategie, keinen Plan! Fiel mir zwischendurch auf.

Gebetskreis: Ich hatte vorher negative Gedanken zugelassen, dass es mir Donnerstag von 17-19.00 Uhr gar nicht passt, war undenkbar und wurde vom Herrn zurechtgebracht und beschämt. Das habe ich jetzt schon öfter erlebt. Oh, dass ich doch lernte, über keine Dinge negative Gedanken zu lassen!

Samstag, 8.2.1986

Heute hatte ich mich freudig dazu gefühlt, einen Tag zu fasten, vor allem auch im Blick auf die Gemeinde. Am Freitag bin ich dann erst um halb Zwölf ins Bett, und hatte Frieden, da ich noch erkältungsmäßig etwas angeschlagen war, bis 8.30 Uhr zu schlafen. Nachtrag: Die Tage nach dem Fasten hatte ich extrem mit Essenslust und Rebellion zu kämpfen, da es mir körperlich nicht sehr gut ging. Das hat sich erst in weiter Ferne vom Fasten nach regelmäßiger Versorgung normalisiert (da Montagabend und Donnerstagabend wieder Fasten).

Donnerstag, 20.2.1986

Heute Morgen ließ ich Landtechnik ausfallen, um S. und F. zu verabschieden, stöberte in den Büchern, fand: „Zur Nachfolge befreit“ von W. Nee, das genau die Problematik des „Eigenen-Tun-Könnens“ und des, was der Herr tun muss, in Hinblick auf meine Reinigung, aufzeigte. Es fiel mir echt eine Riesenlast von den Schultern, als ich endlich von Herzen verstand, das ich das Gute nicht von mir selbst tun kann, dass ich aber volle Verantwortung habe, das Böse abzuwehren. Zu kämpfen, ohne dass ich mich jetzt dauernd selbst verurteilen muss (ach, ich böser Mensch), denn diesen schlechten Menschen hat Gott längst gerichtet! Aber: Zu dem was wir erkannt haben lasst uns auch halten! Und lasst uns ja nicht lässig mit unseren Schwächen umgehen.

Nachtrag zum Montagshauskreis: War sehr offen, haben unsere Bekehrungszeugnisse ausgetauscht.

  1. hat letztendlich keine Gewissheit, ob es seine eigene Entscheidung war. Hauptsache er bleibt dran! Aber S. kam am Freitag und erzählte freudestrahlend von ihrer Wiedergeburt! Eine wunderbare Verkettung von Ereignissen, Zeugnissen und Gebetserhörungen! Was mir wichtig wurde: Ich plappere zu viel in meiner Zeit mit Gott täglich, ich brauche viel mehr stille Zeit!

Samstag, 1.3.1986

Diese Woche war ich krank. Hatte zwei Scheine zu schreiben und war ganz sicher, dass ich fit genug sein würde, dies zu tun, hatte echt Frieden darüber. Heute hat E. angerufen. Was mir wichtig wurde: Die Wahrheit in Liebe bekennen.

Mittwoch, 5.3.1986

Ich habe mit Interviews begonnen wie es den Leuten im Studentenwohnheim so geht; Dank dem Herrn, dass ich mir wirklich nicht über die sinnvolle Semesterferieneinteilung Gedanken machen muss, sondern dass ich dauernd erleben kann, wie ER wunderbar führt.

Ich war heute in der Stadt, Schlafsack kaufen, der Herr schenkte mir Gnade und wirkliche Gebetslast, dass ich in Gottes Sehnen, etwas zumindest, Fürbitte in der Fußgängerzone tun durfte, auch während der Einkäufe. Abends hier wieder Interviews, gute Gespräche, zwar ohne eigenes Zeugnis, aber ich durfte ein tiefes inneres Sehnen für diese Leute, das Wohnheim etc. im Herzen bewegen. Ja, Gott muss sich durch mich ausleben, durch mich beten, sonst nützt meine Fürbitte nichts.

Gefährliches Gebet gebetet:

„Herr, zu allem wozu du mich in deiner Arbeit fähig machen kannst und willst, dazu mach‘ mich auch fähig und willig.“

8.4.1986

Zusammenfassung der letzten Zeit: 9.-15.3.86 : Skifreizeit mit Campus für Christus auf Schloss Klaus, Österreich. War für mich ein Kampf, aus meinem noch nicht völligen fit Sein heraus dorthin zu fahren und gleich den ersten Tag aussetzen zu müssen, weil ich merkte, dass es noch zu früh gewesen wäre, Mangel: Ich kam dorthin mit viel zu wenig Bruderliebe, keine Ausrichtung meinen Geschwistern zu dienen, wie ich feststellte. Die ganze Freizeit war ein Zusehen, dass die Kraft wieder einmal gerade ausreichte, aber auch kein Quäntchen zu viel, die ständigen Erkältungen machen mich immer wieder fertig. Am dritten Tag wieder aussetzen, ekelhafter Kampf mit Selbstmitleid Möge ich davon loskommen! Völlig frei werden, nur noch seinen Willen zu suchen. Am vierten und fünften Tag Skifahren, Dank dem Herrn allezeit schönes Wetter, wunderbares Erleben-dürfen. Abends Gespräch mit S., der gerne bei unserer Gruppe in Freising den Anschluss an Campus gesehen hätte. Ich war total unfähig zu verhandeln, von Menschenfurcht wie gelähmt. Leider auch durch das nicht-nochmal-Lesen des Briefes unvorbereitet, aber der Herr führte mich durch (wir hatten ihnen vorher als Gruppe in einem Brief eine Absage erteilt). Herr lehre mich Gesprächs- und Erörterungsführung mit Argumenten!

17.-21.3.1986

Landtechnikkurs. Harren auf Dienstende, konnte nicht alles aufnehmen.

  1. -30. 3.1986 :

Zu Hause bei Mutti: Viel kleinere Arbeiten, Keller und Tisch streichen, Geschenk basteln, Küchenritze verfugen. Viele Freunde besucht: Vater von Familie D. wird zum Trinker! Wie wird der weitere Lebensweg von B. Aussehen?

30.3.- 4.4.1986

Skifahren in der Hütte bei Imst: Anreise mit Henry und Mutti, Jertzens, Silvretta, Ruhetag, Abreisetag. Konnte allezeit treu im Gebet bleiben, Dank dem Herrn! Mutti dachte, ich würde solange schlafen. Henry war leider nicht beständig in seiner stillen Zeit, Gott gab mir Gnade, ihn in Liebe darauf hinzuweisen. Freitag Abreise. Danke oh Herr, auch dieses Mal fürs Wetter! Samstag kam M. Beten für verfolgte Brüder, um es vor Sonntag zu erledigen.

Sonntag

Letzte Zeit mit Mutti, letztes Frühstück dann Gottesdienst in München, seit Mittag faste ich nach Gelübde eine Woche.
Abends: Besprechung der Themen für die Mitarbeiterfreizeit, für die Gesamtfreizeit mit A. , J. , R.

 

Montag

2 Stunden Gebet, danach Zeitung lesen (zu wenig betend leider), Beten, Lesen, Gebetskreis.

Dienstag

Hauskreise, Deutschland, Freising, Afrika. Danach Material von den Navigatoren durchgearbeitet und auf Tauglichkeit für den geplanten Jüngerschaftskreis geprüft. Buch von D. Trottman „Für andere leben“ gelesen.

Mittwoch

Gebet: Gemeinde, Hauskreise, Deutschland neben der üblichen Liste.

 

Donnerstag + Freitag

Morgens stille Zeit im Bett, da Kreislauf sehr schwach, duschen, anziehen, aufs Klo gehen, Wasser trinken – eine Prozedur! Wasser muss ich mir bis auf morgens rein zwingen, ab und zu ist mir leicht übel, was aber schnell vorübergeht. Dann Gebet 6-8 Stunden, mit kurzer Pause nach 2 Stunden. Fürbitte vor allem, doch auch ausgedehnte Zeiten des Lobens und Dankens. Abends schaute ich mir dann noch weiteres Material für den bevorstehenden Jüngerschaftstreff an. Als M. reinkam, war ich leider ungewollt sehr patzig. Gebet ist ein Kampf, dass ich mich nicht von Gedanken an Essen usw. ablenken Lasse. Essen selber ist weniger das Problem, aber sich so ein Essen nur auszumalen, gibt ganz schön Lustbefriedigung, wozu ich aber nicht faste, um mit solchen Gedanken meine Zeit zu verplempern!

Samstag

Ich war kurz Einkaufen, um „leichtverdauliche“ Sachen für Sonntag zu besorgen. Dann zu Achim. War schwer für mich, ihn zu lieben, nicht total lasch zu sein bei der Ausarbeitung. Betete immer wieder um Führung und Segen für die Ausarbeitung, um nicht abzuschweifen (langsame Einigung!). Auch zur Liebe braucht es unsere volle Entscheidung. Ich kann sie zwar nicht aus mir selbst erzeugen, aber ich muss alles Negative, das in mir gegen meinen Bruder aufsteht, niederkämpfen! Samstagabend fiel es mir in besonderer Weise schwer zu beten obwohl diese kostbare Zeit, wo unsere Gebete besonders erhört werden, schon bald abgelaufen war. Aber immer wenn es in mir sagte:

„Es ist genug, du bist jetzt ja schon fertig“

zeigte mir der Herr:

„Noch weiter!“

Mein erster Gedanke:

„Wie grausam der Herr ist“!

Sein (mein) zweiter:

„Aus was für einer Liebe zu Menschen treibt Jesus mich doch dazu und lässt mich an seinem Kampf Anteil haben.“

UND: Gerade die Fastenzeit muss ich zum Gebet nutzen und mit jedem Gebet schlage ich die Finsternis nieder! Tu es aus Liebe und aus dem dich geliebt Wissen in Gott. Für Gott, für die Menschen, gegen Satan! Bekam Freitag – Samstag zwei Worte, die erst unabhängig schienen, dann aber wundervoll zusammen passten:

„Wohl jedem, der den HERRN fürchtet und der in seinen Wegen wandelt! Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut. . .“ (Psalm 128, 1+2 S) „. . . . wenn ich ihr abgöttisches Herz, das von mir abgewichen ist, und ihre abgöttischen Augen, die nach ihren Götzen gesehen haben, zerschlagen habe; und sie werden ihre Bosheit bereuen, die sie durch alle ihre Gräuel begangen haben; und sie sollen erfahren, dass ich der HERR bin“ (Hes 6, 9b-10a L frei).

Verheißungen Gottes am 11. und 12.4.1986!

Freitag oder Samstag las ich noch einmal im Buch „Ein Fasten, das Gott wohl gefällt“ von Wallis, was mir unheimlich Mut machte, dass Gott mein Gebet wirklich hört. Denn die Anfechtung kam natürlich schon, dass der Satan mir ins Ohr flüsterte, dass das alles ganz sinnlos und lächerlich sei und überhaupt nichts bewirken würde. Aber zum x-ten Male erlebte ich auch, dass von so einer Aufmunterung bald vom Gefühl her nichts mehr übrig blieb, und ich mich nur verstandesmäßig daran klammern konnte.

 

Prinzip:

Himmelhoch-jauchzend-zu- Tode -betrübt. Wir müssen echt wissen, was wir mit Gott erlebt haben, sonst wird uns der Satan in Krisenzeiten alles rauben.

 

Daher:

Lerne auswendig! Schreibe Gebetserhörungen und Begebenheiten auf, erinnere dich stets daran, halte diese Tatsachen fest. Das will ich mit dem Tagebuch vom Samstag/Sonntag tun. Vor Segen gibt es meist besonders harte Attacken, die in meinem Fall natürlich nur ein kleiner Vorgeschmack waren. Am Samstagabend dann auch Kopfweh durch Verkrampfung, ich nahm auf Risiko (leerer Magen) eine Aspirin C und eine halbe Kopfwehtablette, ging gut.

Sonntag

In der Früh dann folgende Versuchung: Glaubenskampf, dass das Fasten ja eigentlich schon So, 9 Uhr (Ende Frühstück Mutti, also nach dem Buchstaben eine Woche nichts gegessen, aber noch nicht eine Woche gefastet, abgeschlossen sei, und ich daher schon vor dem Gottesdienst beginnen könne, etwas Karottensaft zu trinken. Entkommen. Trotz Schwäche und Muskelkater und relativer Schwäche nach Pulling gefahren, war sehr schwach, fuhr dann mit V. und V. in den Gottesdienst. Der Herr schenkte mir Anrührung während der Lieder, doch, wie schon vorher, aber mit Besserung, Stolzgefühle, die ich hoffentlich abwehren konnte (was du getan hast, ist überhaupt nichts, verglichen mit dem, was Jesus für dich getan hat).

Dann das Wunder

  1. D. hielt eine nüchterne Predigt über Sündenbekenntnis, Buße in allen ihren Erscheinungsformen. Wo schon eigentlich alles vorbei war kam unser Pastor Peter nach vorne und machte ein Sündenbekenntnis (dass er wegen Zeitdruck letzte Woche Leuten, die zu ihm um Rat kamen, nicht die Zeit geben konnte, die sie verdient gehabt hätten!) vor der ganzen Gemeinde und entschuldigte sich! Dann folgte eine Zeit der Stille im Gebet und dann begann der Geist Gottes zu wirken und auf einmal fing es zu schnäuzen und zu schluchzen an, zu weinen und die Leute baten reihenweise um Vergebung! Das ging eine knappe halbe Stunde so!!! Eine Frau bekannte sogar unter Tränen der Verzweiflung und schrie es in Herzenspein heraus, dass sie ein unschuldiges Leben hat umbringen lassen, und rief um Vergebung. Wie heilsam aber auch der überführende Geist Gottes war, ich musste einfach auch weinen. Möge die Heilung in der Gemeinde und Umkehr nach Verheißung vorangehen! Danke Herr, danke Herr! Welche Ermutigung für das Gebet, für den Kampf, wo man nichts sieht. Ja es gibt Frucht, der Herr hört unser Schreien, Halleluja! Ich habe mir fest vorgenommen, nie mehr an der Wirksamkeit des Gebetes zu zweifeln, und auch nicht, wenn ich trotz vieler Fürbitte über lange Zeiten keine Frucht sehe.

Sonntagnachmittag brach ich dann das Fasten: Verdünnter Karottensaft-Karottensaft-Karottensaft mit Joghurt-Joghurt-Banane-Knäckebrot-Müsli-Brot (zu früh)-Salat-Reis mit (einigem) zeitlichem Abstand. Montag vor allem Müsli mit Knäckebrot, sogar schon Margarine, Dienstag langsam wieder normal.

Nach dem Fasten kann ich sagen: Typisch geistliches Prinzip: wenn du etwas für Gott getan hast und denkst, du kannst dich jetzt erholen, irrst du gewaltig. Gott schenkt Dir auch nicht gleich Gefühlsschauer, sondern gerade jetzt gehen besondere Anfechtungen los: Rebellion im Essen: „Jetzt hab‘ ich ein Anrecht auf Verwöhnung“. Irrtum! Zügellosigkeit (tierisch im Essen), besser gesagt Unbeherrschtheit. Lustlosigkeit in geistlichen Dingen. Der Blick auf Jesus ist das Einzige, was einen da bewahren kann, nicht dass man sich Dinge ausmalt, wie schön sie wären und wie man das verdient hätte, nichts haben wir verdient oder einen Anspruch darauf, es ist alles freie Gnade!!! Aber Gott in seiner Weisheit und Gnade versucht uns nicht über unser Vermögen, auch wenn es hart scheint; und er schenkt uns auch gefühlsmäßige Auferbauung nie nach Gehorsam, „Leistung“ direkt, damit wir nicht in eine falsche Abhängigkeit von Belohnung hineinkommen, sondern Gott schenkt Freude plötzlich, ohne sichtbaren vorherigen Grund und lehrt uns so, was Gnade ist, was SEINE Liebe, nicht auf Grund von Werken, bedeutet.

Eben war B. bei mir: Es geht um das Thema: Muss ich noch sündigen, oder bin ich nicht mit Jesus gestorben?

Bitte Herr, gib mir Klarheit, wo mich der Teufel niederhält, wo Du längst den Sieg erkauft hast, lass mich nicht länger ungenutzt lassen, was du mir teuer erworben hast!

Bibellese: 1. Kor. 12-14

Die verschiedenartige Ausgestaltung des Leibes Christi. Einer braucht den Anderen, jeder hat seine eigene spezifische Gnadengabe von Gott. Die Liebe als das Wichtigste in der Mitte, dann der Hinweis, dass mit den Gaben vor allem der Gemeinde gedient werden soll. Selbsterbauung ist in der Gemeinde fehl am Platz. Heute in Peters Predigt ist mir vor allem wichtig geworden: Fordere – und gerade in der Gemeinde – nicht von anderen, was du selbst als richtig und wichtig erkannt hast: z. B. wenn zu wenig gebetet wird: Bete selber, faste, und reibe dein Gesicht mit Öl ein, verlange nicht von der Gemeinde, wofür der Einzelne verantwortlich ist. Anderes Beispiel: „Warum war die „Gemeinde“ nicht am Versöhnungstag?“

29.4.1986

Stille Zeit mittags: Gedanken über das Gericht Gottes: Es wird als wichtiges Element des Alten Testamentes von Jesus genannt (zu den Pharisäern betreffs des Zehnten) und bei uns ist kaum die Rede vom Gericht Gottes. Paulus kommt in Athen schnell auf das Gericht.

„…weil er einen Tag festgesetzt hat, an welchem er den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann“ (Apg 17, 31 S).
Liebe zu Mutti in den kommenden vier Tagen ist mir wichtig geworden (Besuch daheim). Liebe, auch wenn es von den anderen nicht bemerkt, geachtet wird? Ein Leben lang? Ja, das ist eigentlich Gottes Liebe. Jesus zu Judas! Wie kann man eigentlich nur so vergesslich sein! Prinzip: Ich habe ja die Hässlichkeit des Feindes und sein Verderben wollendes Handeln sehen dürfen in der Zeit der nächtlichen Lähmungsangriffe. Aber die Wirkung eines solchen Erlebnisses hält – obwohl kurzzeitig sehr stark – doch nicht lange vor, dass mein Handeln dadurch z. B. bleibend bestimmt wird. Genauso ist es mit der Demut nach starken Kopfwehzeiten, wenn das Kopfweh endlich weicht. Durch intensive Erlebnisse wird man also quasi wachgerüttelt und sieht, in welchen Nichtigkeiten man vorher verstrickt war. Diese Gefahr ist wohl auch bei längeren Demütigungszeiten gegeben, wenn wir nicht aufpassen, werden wir von Stolz, Behäbigkeit und Sattheit geblendet, so dass wir, weil es uns gut geht, in der Hingabe an den Herrn nachlassen.

DARUM ERMAHNT UNS AUCH DER HERR, NICHT VERGESSLICH ZU SEIN!!!

Auch unter dem Eindruck unserer Schwachheit schreien wir zum Herrn, wie viel mehr sollten wir es tun, wenn wir uns stark fühlen! Ich merke, wie ich diese zur Demut führenden Kurzzeit-Züchtigungen (Kopfweh, Fasten) immer wieder zur Aufrüttlung brauche. Dem Herrn sei Dank für alles, was mich demütigt, auf IHN schauen lässt! Denn früher oder später müssen wir doch erkennen, dass Sattheit und Selbstgefälligkeit unser Verlust – verschenkte Zeit – sind.

„Herr, lehre mich, die Zeit aus zukaufen (ohne Hektik)! Amen.“

Aber: Bei Fehlschlägen, wenn du etwas wohlgemeint hast (vorgestern habe ich ein Bild rahmen und beschriften wollen, das Ergebnis nach 1-1, 5 h war, dass ich alles wieder rausreißen musste), zermürbe dich nicht. Es ist – wenn du es im Vertrauen auf den Herrn getan hast, dass er nichts dagegen hat – nur der Teufel, der dich anklagt, dass du Zeit verschwendet hast.

Stelle nie etwas so dar, was du erlebt hast oder weist, dass du dadurch den Anderen, denen du es erzählst, gefällst (falsche Motivation!):

1) Es ist Lüge, und von Menschen Ehre suchen.

2) Du kannst furchtbar auf den Bauch fallen: Neulich redete ich bei Bekannten nicht zum Besten von weiteren gemeinsamen Bekannten, von denen ich wusste, dass sie kein so besonders gutes Verhältnis miteinander hatten, und siehe da, es stellte sich heraus, dass sie auf einmal dicke Freunde miteinander geworden waren!

  1. 5.1986

2 Kor 1, 24 N

Im Blick auf die Hauskreisarbeit: „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern Helfer zu eurer Freude“

2 Kor 4

Es gibt mindestens vier Gründe, um nicht zu ermatten:

Die einstige Begnadigung; der Dienst in dem wir vor Gott stehen, die Hoffnung der Herrlichkeit und dass es zum Besten anderer hier auf Erden ist.

Psalm 119, 97-104

Der Freiraum der Gebote Gottes, in denen Leben herrscht; dies erkennt die Welt nicht. Gott hat uns dadurch weiser gemacht als sie. Das macht uns dein Wort süß, das lässt uns über dein Wort nachdenken, dieses Verständnis lehrt uns jeden Lügenpfad hassen. Ich kann und will auch die Gebote halten, weil Gott mich selber unterweist, und nicht ein Mensch.

Gebet: „Herr, lehre mich um Antworten zu ringen, darauf zu harren!“

Freitag, 9.5.1986

Mitarbeiterfreizeit:

Wir hatten gute Anfahrt, gutes Ankommen, Stimmung nicht verkrampft. Danach Abendessen, Singen und jeder erzählt was. War echt gut, danke Herr!

Samstag, 10.5.1986

Stille Zeit:

Mir fiel ein: Ich habe Versprechungen gemacht, die ich nicht gehalten habe. E. wollte ich erklären, wie das ist mit „die Frau sei dem Manne untertan“, Th. wollte ich noch erklären, wie ich das mit der Führung Gottes gemeint hatte. Das ist sehr schlecht, das macht mich sehr unvertrauenswürdig; vielmehr bin ich sehr unvertrauenswürdig – die Dinge haben es nur ans Licht gebracht. Auch F. wartet schon ein halbes Jahr darauf, dass ich ihn besuche!

Mir ist furchtbar aufgefallen, wie ich mit meiner relativen Wohlhabenheit (von meiner Halbwaisenrente + Kindergeld kann ich sehr gut leben) protzte: Ich erwähnte unbedacht im Gespräch mit Geschwistern, acht Paar Schuhe im Ausverkauf gekauft zu haben. Ich denke bei Anschaffungen zu wenig nach: 71 DM für das gemeinsam zu schenkende Tablett aus der Gemeinschaftskasse waren einfach zu viel für die Anderen!

Mitschrift aus dem Vortrag von J. zum Thema Hingabe:

Römer 12, 1: Sich loslassen, fallen lassen, freudiges Opfer.

Kol 3, 1 N: Richtet euch auch ganz nach dem aus, was droben ist.

Kol 3,23: Alles was du tust, das tu für den Herrn und von ganzem Herzen.

Von ganzem Herzen

 suchet ihn

gehorchet ihm

dienet ihm

danket ihm

seid fröhlich in ihm

liebet ihn

betet zu ihm

= Beschluss, eine Sache von ganzem Herzen zu verfolgen. Unbeirrbar durchziehen und alles dafür einsetzen. Die Liebe Christi drängt uns. Von Eigenliebe zur Retterliebe Christi. Jesu Leben war vom Ziel her gelebt, daher geradlinig, weder zur Rechten noch zur Linken abweichend. Jesus war bis zum Schluss der Versuchung ausgesetzt, die Macht an sich zu reißen. Gefahr für Gläubige: Bequemlichkeit. Leidensscheu. Den Widerständen aus dem Weg gehen. Und: Die Selbstsucht = die Sucht, sich selbst zu suchen. Sich selbst mehr Ruhe, Zeit, Vergnügen als nötig zu gönnen.

Jesus: Gebet und Lobpreis.

Ist bei uns Liebe zu Gott oder Eigenliebe? Männer, die Großes vorhaben, müssen sich sammeln, vorbereiten im Gebet!

Ohne Opfer sind unsere Gebete kraftlos, erst mit ihnen werden sie kraftvoll. Herr, bitte gib mir einen ganz neuen Blick für die Menschen, in Liebe, dass der andere merkt, dass ich ihn lieb habe, auch wenn ich wenig Zeit habe! → Bleibt in mir!

Während der Freizeit: Der Herr schenkte mir, dass ich maßvoll, gut kauend, genau die Richtige, nicht stopfende Menge essen konnte.

Hilf mir Herr, Lass mich von der Essenslust der Augen wegkommen, dass dieser Bereich völlig unter deiner Herrschaft steht!

Ja, das Geheimnis besteht darin: wenn ich merke, dass ich etwas will (z. B. unbedingt Essen runter schlingen) und Gottes Gebot sehe und dann in dem Wollen bleibe, dann lehne ich mich gegen Gott auf und bin deswegen und wegen des „sündhaften“ Begehrens in mir unter dem Urteil Gottes. Mein Gewissen verurteilt mich und ich habe keine Freimütigkeit zu Gott. Ich bin im Fleisch und damit unter dem Zorn Gottes (Fleisch = ca. alter Mensch). Real bin ich im Geist und damit gerechtfertigt (obwohl ich das nicht missbrauchen darf, um dem Fleisch Raum zu geben), aber in meinem Bewusstsein bin ich im Fleisch, und das raubt mir die Freimütigkeit.

Ich muss mir nun bewusst werden, dass das, was ich da sehe, gar nicht mehr „Ich“ bin, sondern mein von Gott längst schon gerichtetes Fleisch. Es ist längst mit Jesus mit gekreuzigt und ich muss mich im Glauben aufschwingen, es zu ergreifen und mich entscheiden, mich im Geist befinden zu wollen. Also, das Zentrum meiner Persönlichkeit sitzt gar nicht mehr im Fleisch, der Teufel belügt mich, wenn er mir sagt, dass ich das noch wäre. Wenn ich das nicht begreife, werde ich versuchen, mit dem Fleisch Gottes Gebote zu erfüllen, und das ist natürlich unmöglich, weil ich dazu (besser mein Fleisch) zu schwach bin. Wenn ich also doch noch sündige, dann nicht mehr, weil ich so bin, sondern weil mein Fleisch so ist, und ich durch den Geist nicht die Herrschaft über das Fleisch angetreten habe. Aber es gibt „Lust“, im Fleisch bewusstseinsmäßig zu bleiben, z. B. Rachegedanken zu pflegen und es bedarf eines Losreißens um sich bewusst in den Geist zu versetzen. Lass das Fleisch toben, das bin ich gar nicht mehr, ich brauche diesem Schreien keinen Raum zu geben. Mag es toben, mein Ich ist geborgen in Gott. Auf diese Weise sind die Versuchungen selber nicht mehr so sehr das Problem, sondern viel mehr „im Geist zu bleiben“, den beständigen Blick auf Jesus nicht zu verlieren, das ist das Hauptproblem.

Nichtsdestotrotz las ich im Luther-Buch:

Luthers Seelenqual und die seiner Zeitgenossen, ihre Kasteiungen vor einem heiligen Gott, dessen Gnade unberechenbar und schier unerlangbar schien; seine tiefen Kämpfe über Jahre lassen mich dankbar für das Wissen über die Rechtfertigung und bewusst der Tatsache werden, dass ich als Mitteleuropäer eigentlich total verweichlicht bin.

Usia schlief im Krieg auf der Schwelle: Treibt nicht Vorsorge für das Fleisch, dass Begierden wach werden!

NACH EINEM KAMPF VON BEQUEMLICHKEIT EINGEHOLT WERDEN, IST EINE DER GRÖßTEN VERSUCHUNGEN!!!

Herr, bitte rotte aus, wo bei mir die Menschenfurcht regiert!

13.5.1986

Wunder, die Gott heute geschenkt hat:

Ich ging in die Mensa, K. suchend, fand A. , den ich zur Zeltmission einladen konnte. G. sprach mich an, M. doch auch zum Jüngerschaftskreis einzuladen und schon kurz darauf traf ich ihn; er war bereit zum Abendessen zu kommen, und dort dann auch begeistert für den Jüngerschaftskreis! Dank dem Herrn, die Zeltmission wirkt!

Den Gebetskreis an der Uni habe ich heute endlich angefangen, um mein Gelübde zu erfüllen. War sehr froh danach, bekam Bestätigung, dass es richtig war, dies endlich zu tun.

15.5.1986

Heute ist mir der entsetzliche Mangel an mir aufgefallen, dass ich bis jetzt eigentlich noch nie (außer V. ?) jemanden ganz in der Seelsorge hatte und ihm wichtige, ihm vielleicht unangenehme Fragen gestellt habe (aber natürlich erst nach Gebet, nach Weinen für den Anderen). Mit E. und G. kratze ich doch immer an der Oberfläche. Herr, wie unfähig bin ich, anderen dein Leben zu vermitteln, wie sehr fürchte ich mich vor ihnen, dass ich mich nicht traue, ihnen unangenehme Fragen zu stellen. Ich schone ihren alten Menschen, der gekreuzigt gehört (nach unserer freien Entscheidung, wie Jesus auch freiwillig – aus Liebe! – ans Kreuz ging), nicht den Neuen! Herr, Lass mich nicht auf falsche Freundlichkeit vor den Leuten machen! Lass mich lieber ein (scheinbar) wehmütiges (und doch ist es auch das) Gesicht vor den Menschen haben, als um Ihnen zu gefallen mit zu lachen, mit zu scherzen! = Menschendienerei. Wenn sie sich im Augenblick auch eine „merkwürdige“ Meinung über mich als Christen bilden, so wird doch der Herr langfristig geehrt.

Ich darf die ganze Zeit in Tiefe beten, schreien zu Gott; ich fühle mich in dieser Wehmut, im Schreien für andere wohl, in Gott geborgen, aber ich weiß, dass ich, obwohl ich im Willen Gottes bin, nur im Willen Gottes bin, weil ich meine Befriedigung suche; wäre das Mitgefühl nicht da, würde ich ganz schön kämpfen zu haben, nicht alles fallen zu lassen.

22.5.1986

Gestern war ich bei B. Er weiß was Sünde zu nennen ist, verharmlost sie aber; er weiß auch nicht, welcher Gott jetzt recht hat, Buddha oder wer. . . . Ungerechter Gott, der alle verdammt?
Herr, wie kann ein solcher armer Mensch dein Heil erkennen?
Doch nur durch Offenbarung! Heute war ich Kleidung einkaufen. Auch wenn ich den Blick auf den Herrn dabei nicht verliere, so mach ich mich mit der Zeit doch fertig, ich hab‘ fast ein schlechtes Gewissen, soviel Zeit damit rum zu bringen. Herr, bitte lehre mich, auch diese Dinge in deinem Frieden zu tun!

6.5.1986

Heute habe ich lange Zeit in Entspannung, Stille vor dem Herrn im Überlegen für den Jüngerschaftskreis zugebracht. Ich habe schon oft viele Gedanken aufgeschrieben, die ich am ersten Abend sagen kann. Fast nichts davon ist dran.

Ich lerne folgendes Prinzip:

Ich persönlich muss erst eine Sache beim Aufschreiben durchdenken, damit ich dann frei evtl. anders darüber erzählen kann! Mein Zeugnis tritt allmählich in Umrissen hervor. Herr, bitte führe mich da weiter! Viele kleine Peinlichkeiten, die „schief liefen“, kann ich jetzt verstehen: Nicht Ausrutscher, sondern totale falsche innere Einstellung, Dank dem Herrn, wenn ich dann den Unterschied sehen kann!

3.6.1986

Ich habe eigentlich einen totalen Mangel an Liebe zu anderen Menschen.

4.6.1986

Vorige Male ist schon durch R. und B. das Problem des „sündlosen Wandels“ „in Jesus“ aufgeworfen worden. Meine erste Reaktion: Voll dagegen.

Zweite Reaktion: Eigentlich ist es nicht relevant, ob es das gibt oder nicht, wachse du nur so viel es geht im Herrn.

Heute aber haben B. und M. einen Auszug aus einem Buch mit in den Gebetskreis gebracht, die mich echt getroffen hat; von einem, der aus diesem Zustand heraus schrieb, was es bedeutet im Einzelnen. So kraftvoll, dass er das Leben Jesu (was ich erst später als solches erkannte) so intensiv darstellte, auf sich bezogen, verwirklicht mit allen Konsequenzen, dass mir eines auffiel: Mit weniger kann Gott nicht zufrieden sein. Weniger bedeutet in der Sünde verharren wollen, bedeutet Unglaube, an ein vollkommenes Erlösungswerk glauben zu wollen.

Einerseits sehe ich meine völlige Unwilligkeit, gegen die ich immer wieder ankämpfe, mich gegen mein Fleisch zu entscheiden (es ist so schön, dieses zu hätscheln), andererseits sehe ich das (zumindest im „für-möglich-Halten“), was Gott tun kann.

Gott will nicht, dass ich noch irgendwo im Kompromiss mit der Sünde lebe, er will mich ganz heraus retten. Lass den Blick nie von Jesus ab! Ich weiß, dass mein Wille, meine Entscheidung, keine Kraft in sich selbst hat. Ich sehe aber die absolute Notwendigkeit, völlig in Liebe umgestaltet zu werden. Der Preis ist hoch. Nicht zu hoch. Denn:
„Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ Matth 11,30 S und „Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat!“ Röm 8,37 S

Herr, ich weiß, was ich zu dir gebetet habe: Dass du mich zu allem zu dem du mich fähig und willig machen kannst und willst, du es auch machst! Ich dachte erst, dieses fähig Machen sei begrenzt, je nach Person, jetzt sehe ich, dass es eine Absolutheit ist.

Die vollkommene Liebe, nichts weniger kann und darf unser Ziel sein, für nichts mehr und nichts weniger lohnt es sich zu leben. Was kann ich für großartige Entscheidungen fällen? Ich sehe und harre auf Gottes Möglichkeiten.

 Herr, lass mich nicht dich begrenzen in deinen Möglichkeiten (durch Unglaube, Ungehorsam, Unwillen)! Herr, ich sehe bei mir vor lauter Schlechtigkeit kein Land, aber du kannst es schaffen, mich in Christus Jesus heilig und untadelig darzustellen. Bitte tu´s!

11.6.1986

Ich musste echt kämpfen, dass ich nicht in grundlose Rebellion gegen Gott falle. Ursache ist wahrscheinlich, dass ich meinen Körper mit Essen und Schlaf verwöhnen will. Hilf Herr!

15.6.1986

Tägliche Bibellese:

Gebet, dass Gott mir trotz des so lange bekannten Sämann-Zeugnisses ganz neu die Augen dafür öffnet. Er zeigte mir, dass der erste Same, der nicht in die Erde gefallen war, nicht richtig erstorben war. Es geht vor allem darum (ich schreibe aus einer Lustlosigkeitsphase zum Dienst, Anfechtung durch „fleischliche Begierden“) , dass wir uns die Fleischtöpfe Ägyptens nicht vor Augen malen, sondern das Land im Visier haben. Wenn wir die Fleischtopfgedanken erst einmal reingelassen haben, werden wir sie umso schwerer wieder los. Christus allein (welche Selbstverleugnungen!) muss und tut uns genügen!

16.6.1986

Oli (mein zweiter Vorname), vergiss es nie

– Habe immer die Erwartung an den Herrn, dass er etwas tun kann und will – auch für dich!

– Wisse, dass Jesus in dir wohnt!

– Denk‘ daran, dass du der Sünde abgestorben bist!

  1. 6.1986

Bibellese: Reich der Himmel-Gleichnisse.

Unkraut im Acker, Netz mit Bösen und Guten.

Das Wort Gottes geht noch nicht an alle Menschen, aber bei denen, an die es geht, gibt es eine Scheidung.
Matth 13

Beachte Jesu „harte“ Aussprüche, gerade auch das Neue Testament ist nicht durchweg Friede, Freude, Eierkuchen.

19.6.1986

Heute war im Jüngerschaftskreis eines der wichtigsten Themen dran, das all zu leicht in die Theorie abrutscht: „Das Werk Christi“. Jesaja 53 und Psalm 22 haben wir gelesen. Vor dem Kreis hatte ich mir ja nicht noch einmal die Zeit genommen, das noch einmal zu lesen oder mich speziell darauf vorzubereiten; aber ich hatte sehr intensiv die ganze Woche gebetet, ja geschrien zu Gott, dass es keine Theorie bleibt.

Jetzt war die Anfechtung, ob Gott überhaupt Segen schenken kann, wenn ich mich nicht einmal direkt vor dem Kreis nochmal hinsetzte, aber Preis dem Herrn, er kann! Ich hatte Frieden über den Tagesablauf bis zum Kreis, und der Herr hat die Echtheit seiner Stimme bestätigt. Danke, ich glaube es war echt ein Segen und es ist etwas hängen geblieben.

Herr, bitte beantworte mir die Frage:

Was soll ich sagen, wie reagieren, wenn G. mich zu einem Bier einlädt, was kann, darf und muss ich ihm antworten?

Oli, vergiss nie die Aussage von Watchman Nee:

Glaube nie, weil du einmal jemanden in seiner Not mit einem Rat (von Gott) helfen konntest, oder weil durch eine bestimmte Bibelstelle in einer bestimmten Situation Leute angerührt wurden, dass du nächstes Mal auch anderen damit helfen kannst.

Dann hättest du ja einen eigenen „Besitz“ zum Helfen. Du hast aber immer wieder leere Hände und „nur“ Jesus und seine Gnade allein. Sie müssen jedes Mal neu wirken, sonst bleibt das ganze tot. Daher immer neues Flehen und Gebet! = Abhängigkeit von Gott.

Es ist möglich, in Jesus zu ruhen.

Der Herr hat zweierlei auf einen Schlag bestätigt:

Dass er mich selbst zur rechten Zeit Bücher lesen lässt, dass ich mir das nicht selbst vornehmen brauche; denn ich las auf seine „Freigabe“ hin Hudson Taylor, und wie schon das letzte Mal wie vor vier Monaten, hat das, was ich jeweils gerade gelesen habe, genau Stellung zu dem genommen, was mich gerade als Thema bewegte. Erst hat er meine Vorstellungen über das Heiraten zurechtgerückt, jetzt hat er mir zu verstehen gegeben, dass es ein Leben der Heiligkeit in seiner Fülle nicht nur überhaupt gibt, sondern gerade für mich gibt. Es macht gar nichts, dass ich der elendeste von allen Sündern bin, er kann es trotzdem in meinem Leben verwirklicht werden lassen. Danke Herr! Ja, mache es wirklich möglich in meinem Leben, zu deiner Ehre!

20.6.1986

Morgens acht Uhr. Bin erst um vier Uhr nach Spaziergang ins Bett, war um Sieben putzmunter, ein Wunder! Gestern ließ ich mir die Immunglobulin Spritze wieder auffrischen, trotz wenig Schlaf ist das Fiebergefühl, das ich seit Wochen im Kopf habe heute zumindest wenigstens weg.

23.6.986

Die Wanderfreizeit war echt gesegnet! Ich lerne, Gottes Führungen mehr zu vertrauen: Ich hätte eigentlich eine Andacht vorbereiten sollen, bekam aber nichts, so dass ich es dann bleiben ließ. Dann stellte sich auf der Tour heraus, dass Birgit noch ihre Andacht vom Sonntag hatte, die sie dann auch hielt! Warum sollte ich den Mund aufmachen, wenn es die Situation zu erfordern scheint, wenn aber vom Herrn kein Wort kommt? Mein Eigenes taugt nichts.

Herr, bitte lehre mich das Wesen, die Ursache etc. des menschlichen Widerstandes verstehen! Herr, bitte zeige mir in was für einen herrlichen Stand du mich durch Jesus versetzt hast! Herr, bitte Lass mich mich doch wirklich bankrott erklären! Und zu begreifen, dass ich bloß zu bezeugen brauche, nicht zu überzeugen!

24.6.1986

Für mich war eine brennende Frage: Was sage ich den anderen, wenn sie mich nach dem Jüngerschaftskreis noch mit auf ein Fest mitnehmen wollen? Gefahr der Verkrampfung kommt nur von Menschenfurcht. Sag es in Liebe, und wenn nötig 1000 X hintereinander, dass du nicht mitgehst. Ist die Sache „an sich“ keine Sünde, so lass die anderen ruhig ziehen, sie stehen oder fallen ihrem eigenem Herrn. Du aber tu‘ das, von dem du weißt, dass genau dieselben lieben Geschwister dir dazu nur raten könnten, wenn sie wüssten, was du weist.

Ermüde in negativen Bescheiden, wenn sie nötig sind, NIE!

Denk an Simson und die quengelnde Frau!

Der Herr zeigte mir wieder einmal was Vertrauen heißt:

Äußerlich durch vorher geschehene Dinge etwas aufgeregt, etwas „zerrüttet“, wusste ich mich aber im Willen Gottes, fühlte nichts, aber in dem Augenblick, als ich das Haus zum Jüngerschaftskreis betrat, war Salbung da!

27.6.1986

Es gibt eigentlich nichts Schöneres und Wichtigeres, als allezeit den Willen des Herrn zu wollen, und das nicht weil er mir einen Vorteil bringt, oder weil Schwierigkeiten mich positiv verändern, sondern einfach, weil es der Wille des Herrn ist, und ich dazu geschaffen bin, in diesem Willen (geborgen) zu stehen.

3.7.1986

Leider habe ich es zwischendurch wieder einmal versäumt, aufzuschreiben, aber der Herr schenkte mir noch einmal einen Blick dafür: Was strenge ich mich aus eigener Kraft an in der Nachfolge, verkrampfe mich? Aus mir kommt doch nie etwas Gutes, der Feind ist zu stark für mich. Aber lass dich doch zurück in Jesus sinken, vertraue ihm allezeit, danke ihm allezeit für seinen Sieg, der auch mit deiner Erbärmlichkeit fertig wird! Halleluja, Amen.

Ja wirklich, was schaue ich auf mein Eigenes und hoffe, dass daraus Gutes kommt, ich dem Herrn gefallen möge? Herr, ich will nie mehr den und den Fehler machen. . . . Wie falsch! Der Herr wartet schon lange auf den Augenblick, wo ich sehe, dass es aus eigener Kraft nicht geht, daher auch nicht von mir abhängt. Welche Verantwortung nimmt das von mir! Wenn ich zuhause mich als Christ bezeichne und deshalb vor anderen unbedingt fröhlich, glücklich, etc. auftreten will, verkrampfe ich mich, weil ich aus meinem Fleisch zeigen will, wie Christus ist. Aber gerade das ist das Allerfalscheste, was wir als Christen überhaupt tun können. Sage: Herr, wenn du vor den Leuten bestätigen willst, dass du in mir wohnst, so musst du es tun, wann du es für richtig hältst, es ist deine Angelegenheit, ich kann und darf und soll auch nicht Theater vor den Leuten spielen. Wenn du zuhause wehmütig bist, obwohl dein inneres Licht dir scheint, wenn du fix und fertig scheinst, und doch erquickt dich Gott innerlich, dann warte geduldig auf des Herren Stunde.

Er wird sich beweisen, und dich zu seiner Zeit rechtfertigen. Danke Herr, dass ich mich nicht vor den Menschen rechtfertigen muss.

Was ich muss, ist vor allen Dingen folgendes: Den Blickkontakt mit Jesus nicht verlieren, mich allezeit unter seine gewaltige Hand demütigen, aufschauen zu ihm, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Auf ihn warten, auf ihn hoffen, ihm allezeit alles anvertrauen. ER IST GUT. Danke Herr! Glauben, glauben und nochmals glauben, halte den Blickkontakt zu Jesus, wie ich neulich im Jüngerschaftskreis selbst gepredigt habe, und lass dich nicht von der Sünde einfangen, schau nicht auf die Wünsche deines Ichs. Dein Ich ist mit gekreuzigt. Oh, wie habe ich diesen Blick schon einmal gehabt, und wie durch Ungehorsam wieder verloren; der Glaube an den mächtigen Herrn ist es, der mich bewahrt allezeit. Ich kann nur siegreich leben, wenn ich dem Ich abgestorben bleibe. Wache, dass der alte Zustand nicht wieder einreißt. Ich bin mit Jesus gestorben und begraben in seinen Tod. Haltet euch der Sünde gestorben, Gott aber lebend in Christus Jesus! Ja, es gab eine (kurze) Zeit, wo ich sagen konnte, ich habe nicht gesündigt, doch ich habe diesen rettenden Blick auf Jesus wieder verloren. Herr, bring mir diesen Blick wieder und bewahre ihn mir! Du kannst ihn mir bewahren. Wer der Selbstsucht frönt, wird zum Knecht der Selbstsucht, wundere dich nicht, wenn du auf einmal wieder in deinen Sünden gefangen scheinst. Du bist am Verlieren, weil du den Herrn verlassen hast, darum hat er dich ver1assen. Er durfte, obwohl er wollte, nicht mehr mit dir sein. Suche den alten Zustand wieder auf! Christus allein, darin liegt deine Kraft und Stärke. Christus allein, von morgens bis abends, von Montag bis Montag, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, dafür aber auch von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Dieser Zustand ist jetzt greifbar, unabhängig vom Wachstum in Christus. Dies ist der Zustand des Sieges jetzt, doch es gibt größeren Sieg! Nahm doch auch der Christus, der aufwuchs, erst nach und nach an Gnade bei Gott und den Menschen zu, obwohl er sein ganzes Leben lang nicht sündigte! Das ist die Lösung für: „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist schuldig, auch selbst so zu wandeln, wie  er gewandelt ist“. In seiner Jugendzeit lebte Jesus im Gehorsam unter seinen Eltern, ohne dass es spektakulär aufgefallen wäre, dass er nicht sündigte (Verborgenheit dieses Lebens! Nur Gott schaut dabei ins Herz!). Seine Vollmacht wuchs erst mit der Zeitspanne seines Gehorsams und doch war er allezeit vollkommen! Und doch kündigte Gott erst spät an, dass Gott Wohlgefallen gefunden habe an seinem Sohn. Musste durch alles dies nicht auch die Liebe in Jesus erst noch weiter wachsen? Kam er als Baby voller Liebe zur Welt? Oder musste er nicht zuvor lernen, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen? So kann ich von der Wiedergeburt an jeden Augenblick in Christus bleiben, wenn ich allezeit nach meinem jeweiligem Erkenntnisstand vertraue und gehorche, der Glaube bewahrt mich allein. Ich kann wachsen, und doch schon in Christus sein, ich kann das Gute tun durch ihn, der mich mächtig macht.

Es ist gefährlich, wenn du auf einmal merkst, dass du in deinen Entscheidungen freie Hand hast, dass ER dich nicht mehr führt! Ich bin erkauft, ich gehöre Gott, er kann mit mir tun, was ER will. Ich muss ihm erlauben, mich in die Hand zu nehmen, mein großes Ich vom Thron zu stoßen, und selbst den Platz in mir einzunehmen. Ich muss mich ihm überlassen, dass er mich reinigen und gebrauchen kann.

Ich muss Gott vertrauen, dass er die Sünde aus meinem Leben schafft! Lass die Zweifel, ob du wirklich den Wunsch hast, von der Sünde erlöst zu werden, fahren, denn Jesus wird alles, an was sein Eigentum gebunden ist, (er)lösen!

Auch diese Zweifel und die Furcht davor sind Sünde. Gott hat meinen Geist zum Glauben geschaffen, nicht zum Zweifeln. Überlass Gott Deine Unfähigkeit. Wenn er von mir fordert , 800 kg zu heben (seine Gebote) obwohl ich nur 50 kg heben kann (mein Fleisch, und das mit unsauberem Herzen, also eigentlich Null), dann muss er mir eben kräftig unter die Arme greifen (Christus in mir!), und das scheint er erst zu tun, wenn ich weiß, dass ich seine Hilfe brauche, zu ihm schreie und aufschaue.

Gott, der gesagt hat: Seid heilig, denn ich bin heilig, will, dass jeder Mensch vollkommen in Christus dargestellt wird. Also muss es für jeden Menschen möglich sein, vollkommen in Christus dargestellt zu werden; wenn ich dann meinen Unwillen, vor dem ich grundlos Angst habe, anschaue, muss ich mir sagen: Gott muss mir selbst den Willen dazu schenken den Willen zur Selbstverleugnung. Aber kann ich anders, als das höchste und reinste Ziel, das möglich ist, mir vorzusetzen? Bin ich nicht gerade dazu geschaffen?? Ist nicht jedes niedrigere Ziel Sünde, ja die Wurzel aller Sünde? Egal, wie schlecht ich bin, lass mich Gott nicht einengen!

MEIN VATER,

ich überlasse mich Dir,

mach mit mir, was Dir gefällt.

Was Du auch mit mir tun magst,

ich danke Dir.

Zu allem bin ich bereit,

alles nehme ich an.

Wenn nur Dein Wille sich an mir erfüllt

und an allen Deinen Geschöpfen,

so ersehne ich weiter nichts mein Gott,

In Deine Hände lege ich meine Seele;

ich gebe sie Dir, mein Gott,

mit der ganzen Liebe meines Herzens,

weil ich Dich liebe,

und weil diese Liebe mich treibt,

mich Dir hinzugeben,

mich in Deine Hände zu legen,

ohne Maß,

mit einem grenzenlosen Vertrauen;

denn Du bist mein Vater.

 Gebet von CHARLES DE FOUCAULD

(Quelle damals unbekannt, heute: http://www.charlesdefoucauld.org/de/priere.php)

Weil Gott mich erkauft hat, hat er kein größeres Bedürfnis, als mich zu reinigen und rein zu erhalten! Gott ist verantwortlich, für meinen Glauben zu sorgen, suche nicht Glauben an deinen Glauben zu haben, sondern habe Glauben an Gott!

Gebet:

Herr, wenn es noch eine weitere Übergabe gibt, die ich jetzt ohne Gefühlsaufwallung und besondere Offenbarung erfassen kann und soll, dann tue ich es gerade jetzt, indem ich dir vertraue, dass du mich vollkommen in Christus darstellen kannst. Amen.

6.7.1986

Oli, schau nicht auf deine Schwächen und die deiner Geschwister, für uns alle ist Hoffnung!

Gebet: Herr, wenn du mich wieder durch alle Prüfungen durch bringst (Hauptdiplom Teil 1), ohne dass ich irgendwo durchfalle, dann will ich Dir in den Semesterferien wieder eine Woche im Fasten und Gebet geben, da ich ja dann nicht nochmal lernen muss!

Scheue das Kreuz nicht eine Sekunde deines Lebens!

8.7.1986

Als ich bei Mutti war, war wirklich natürlicher Fluss der Liebe am ersten Abend da, keine Verkrampfung mehr (Christus in mir). Auf der Bergtour mit Mutti bin ich hoffentlich dem letzten Rest Mensch in mir , abgestorben, der sich produzieren will: Beim Abstieg schrie alles in mir, dass ich vor meiner knielahmen Mutter vorsausen wollte und ihr und mir zeigen sollte, wie toll ich das kann. Ich bezähmte dieses Schreien und trottete brav und im wahrsten Sinne des Wortes gottergeben hinter ihr her. Es war ein stundenlanger Kampf. Aber nachdem ich überwunden hatte, durchströmte eine solche Freude Gottes mein Herz, dass ich genau wusste, dass es richtig und gut und von Gott war. So muss jede Handlung aus falscher Motivation ans Kreuz geschlagen werden, bis du Sieg darüber hast. Dann beherrscht die Sache nicht mehr dich, sondern Du sie.

Außerdem betete ich die ganze Zeit, wo wir uns auf der Tour nicht unterhalten hatten, ich kann und will das Reich Gottes von keiner meiner Tätigkeiten mehr trennen, überhaupt bin ich nur mit, weil ich der Überzeugung war, dass es Gottes Wille und gut für unser Mutter – Sohn Verhältnis sei. Nichts ist mehr nur Selbstzweck. Das geht nur, wenn mir ein reines Herz wichtiger ist, als alles andere. Ich kann eigentlich gar nicht mehr „nur so“ Urlaub machen; die Freizeit wird zur Arbeit für Gott und die Arbeit zur Freiheit in Gott. Halleluja!

Hier vielleicht noch andere Beispiele des „Fleischabtötens“:

Beim Putzdienst immer genau zu der Arbeit melden, die ich am wenigsten mag = Demutsschulung. Oder zum Beispiel bei meiner Bundeswehrzeit: Beim Fallschirmspringen wollten wir immer alle in den Zielkreis springen. Als es mir einmal gelang, überwand ich den dringenden Wunsch, es vor den anderen heraus zu lassen und habe es nie erwähnt. Frucht dadurch: Ich werde immer unabhängiger von Menschenmeinung; Gottes Liebe reicht völlig, ich muss mich nicht mehr vor anderen profilieren.

10.7.1986

Heute hat B. mir von der Oberpfalz aus das zweite Mal geschrieben. Der Selbstmord von Frau N. ! Oh, dass wir doch zum schlichten, einfachen Gehorsam kämen, wie viel Unheil entsteht durch Ungehorsam! Der Kampf gegen die Finsternis geht jeden Augenblick vonstatten. Nur beständiger Gehorsam bringt der Hölle langfristig Niederlagen bei.

DIE HÖLLE IST REAL!!!

Mitarbeiterkreis:

Ich hatte die Andacht vorzubereiten, und hatte, wie schon die letzten Male, nichts vom Herrn bekommen. Aber ich durfte ruhig im Glauben bleiben; als ich dran war, hatte ich etwas. Ja, behalte es Oli, der Herr ist treu, man gehorcht ihm auf sein Risiko – und ist ungehorsam auf sein eigenes. Halleluja!

13.7.1986

Lass dich von deiner scheinbaren Kraftlosigkeit, der Sünde in Anfechtungen zu widerstehen, nicht überwinden: Gott wird dir immer zur Hilfe kommen, wenn du seinen Willen tun willst. Prinzip: Wenn die Versuchung vor uns ist (z. B. entsprechend einer Passstraße von 10 km) und wir fühlen, dass wir ihr nicht lange widerstehen werden können (Sprit nur für 2 km), dann lass dich nicht von vorneherein entmutigen, indem du gleich aufgibst. Nach 2 km wird doch noch etwas Sprit drin sein und es wird gerade im rechten Augenblick aus einer unsichtbaren Quelle immer wieder etwas dazukommen, so dass es gerade reicht; kein Tröpfchen zu viel, und kein Tröpfchen zu wenig. Wir möchten nur zu gerne schon immer im Vorhinein die Kraft und Macht spüren, dass wir es schaffen werden. Aber das ist dann kein Vertrauen auf Gott, sondern auf die eigene Kraft. Lass mich Gott zutrauen, dass er mich zur rechten Zeit nicht zusammen brechen lässt, sondern neu stärkt!

Und: Der alte Mensch ist tot! Die Wünsche und Begierden des alten Menschen

müssen mich nicht mehr diktieren, um es noch einmal zu sagen. Mein „Ich“ sitzt woanders. Ja, jedes Loslassen, Verzichten auf „irdische“ Dinge hat für die Seele einen unermesslichen Ewigkeitswert!

14.7.1986

Oli, vergiss es nicht: Du bist angewiesen auf deine Geschwister, du kannst niemals ein Einzelkämpfer sein, so etwas gibt es nicht im Reich Gottes, selbst wenn es so aussieht; ohne die beständige Fürbitte für den Leib Christi würden die Glieder absterben. Bedenke dies auch bei Entscheidungen: Sei nicht stolz und denke, dir selbst kann und muss der Herr zeigen, wo es langgeht. Wenn er will, kann er auch anderen Frieden über einer Sache für dich ins Herz geben (nach Birgits Brief).

Gebet: Herr, zeige mir doch, was du in zwei Jahren aus einem Menschenleben machen kannst!

15.7.1986

Es lohnt sich, um Christi willen zum Narren zu werden. Nach langem Drängen des Heiligen Geistes habe ich endlich den Mut gefasst, und in der S-Bahn und in der Fußgängerzone „gepredigt“, vielmehr als ein paar Sätze war es jeweils nicht. Dadurch habe ich jetzt endlich eine große Befreiung vom letzten Rest der Menschenfurcht erlebt (denn ich meine, mehr mir als den Menschen damit gedient zu haben). Endlich habe ich diese Lektion, gegen die ich mich so lange gesträubt habe, gelernt. Zwischen Karls- und Marienplatz stand ich jedoch mindestens eine Stunde, und die Leute haben sich auch ein wenig lustig gemacht, als ich dann endlich den Mut aufbrachte und loslegte.

Des Weiteren: Anfechtungsphasen, die ich selbst bei mir beobachtet habe, sehe ich jetzt sich bei anderen Hauskreismitarbeitern wiederholen:

– Führungslosigkeit und Unsicherheit bei leitenden Aufgaben, weil man innerlich „leer“ ist.

– Übermut „Blödes“ zu reden.

– Übermut zur Besserwisserei.

21.8.1986

Jetzt ist so viel passiert, und ich bin einfach nicht zum Schreiben gekommen! Eine wichtige Lektion war die Essenslektion – mein schwächster Punkt, bei anderen mag er ganz wo anders liegen wie z. B. Unreinheit, Jähzorn, Rauchen etc., also die Bereiche, die noch nicht unter der Herrschaft Gottes stehen, wir noch nicht befreit, sondern gefangen sind:

Ich wusste, ich sollte nur so viel essen, wie Jesus mir zeigte: Rebellionsgefahr, lange Zeit war es sehr hart, immer wieder ein Kampf. Schon lange vor dem Mittagessen in der Mensa bekam ich Angst bei dem Gedanken, dass er sagen könnte: heute kein Essen. Ich musste diese Gedanken, sooft sie kamen immer wieder niederschlagen, die Liebe Gottes dagegenstellen. Dann brachte ich ein wirklich hingegebenes Christenleben mit Dauerentbehrung im Essen etc. in Verbindung. Da mir aber die Liebe (und das Sehen einer äußeren Notwendigkeit) zu einer solchen Hingabe fehlte,

stiegen oft Neid-, Unzufriedenheits-, Selbstmitleidsgedanken auf, bzw. versuchten aufzusteigen, wenn ich die anderen sich nach Herzenslust satt essen sah. Hatte aber doch Sieg bei dem Gedanken an den Ewigkeitswert des Gehorsams. Konnte aber schließlich gar nicht mehr glauben, dass ein hingegebener Christ überhaupt noch bis zur physischen Sättigung essen darf – nicht über das physisch Notwendige hinaus. Jedenfalls nach einem letzten Sieg auf der Hochzeit von Ingrid (nach keinem Mittagessen ein kleines Stück Kuchen und abends auch sehr wenig trotz reichstem Angebot), kam auf einmal eine unerwartete Wende, in der ich jetzt noch stehe: Ich darf alles genießen ohne Einschränkung, auch öfters am Tag, bis zur psychischen Grenze (wenn ich wollte, bis mir schlecht wird), also wieder vollkommene Freiheit!

Ich merke, dass ich doch öfter noch zu schnell esse, aber es beherrscht mich nicht wie früher; ich habe volle Gewalt und kann jederzeit aufhören. Einmal war es zwar beinahe haarig, als der Herr mich zwischendurch nochmals testete, aber ich weiß, dass ER mich aus allen eventuellen Situationen heraus retten kann. Was ich ansonsten zurzeit zu Hause lerne: Ich habe (leider) keine Gemeinschaft. Und im Augenblick auch kein schreiendes Herz für andere, halte aber wie immer mein zur Zeit gültiges Wochengebetsprogramm ein: zwei Stunden Gebet pro Woche für Freising und die Hauskreise, eine Stunde Gebet für den Jüngerschaftskreis, eine Stunde Extragebet, weil ja durch meine Abwesenheit die gemeinsame Gebetszeit mit meinen Geschwistern ausfällt, fünfzehn Minuten täglich für die Gemeinde, dreimal täglich für Mutti, neben meiner täglichen Gebetsliste. Dazu drei Seiten Bibel täglich = einmal im Jahr durch. Komme ohne die Wochengebetszeiten auf ca. zwei Stunden täglich für den Herrn in Lob, Bibellesen, Fürbitte, Stille vor dem Herrn etc. Die Dürrezeit im Essen war also unbedingt notwendig, um auf die reichliche Versorgung zu Hause vorbereitet zu werden.

Ich darf lernen:

Gott gönnt uns den Genuss an den wunderbaren Dingen, die er uns gibt (wie hat er auch gerade Israel dies als Segen verheißen!), aber Sünde ist es, wenn wir es in uns hinein raffen und dabei ängstlich zu Gott auf schielen und denken, dass er es uns hoffentlich nicht wegnimmt; dann nämlich sind wir beherrscht davon, und er muss es uns wegnehmen, damit wir frei davon werden und lernen, wenn er es uns erlaubt, es dankbar anzunehmen, aber jederzeit bereit sind, aus Liebe zu IHM darauf zu verzichten.

Ich darf sogar sehr genießen und muss dabei lernen, mich selbst nicht gesetzlich zu verdammen, indem ich urteile: „Das kann nicht recht sein in den Augen Gottes, jetzt selbst zwischendurch deinen Leib schon wieder mit Weintrauben zu streicheln. . . “ DAS aber wäre das Gesetz des Buchstabens, das tötet; ich aber lebe im Gesetz des Geistes, das mich vor solch absoluten Aussagen rettet, die unabhängig von der jeweiligen Situation sind. Denn das Gesetz des Geistes passt sich an die jeweilige Situation an, ohne dabei gegen das Gesetz des Buchstabens wirklich zu verstoßen, weil es den Sinn der Worte des Buchstabens erfüllt.

Das Gesetz des Geistes meint: Nicht nur das tun, was absolut richtig ist, SONDEHN DAS TUN, was GERADE JETZT wichtig und richtig und „DRAN“ ist, im Hinblick auf die jetzige Situation, und das kann ich nur wissen aus der FÜHRUNG DES HEILIGEN GEISTES, denn alle, die durch den GEIST geleitet werden, sind Söhne Gottes. Und: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht! Hebr 3,15 S

27.8.1986

Jesaja 65:

Ausmalung, wie herrlich Gott sich an denen erweisen wird, die IHN suchen. Durchkommen werden sie allein aufgrund seiner Gnade und Treue. Gott zu verlassen bedeutet das Gute zu verlassen, die Liebe, das Einzige, wozu wir geschaffen sind. Was kann es für Gründe geben, Gott nicht mehr dienen zu wollen? Doch nur dies: Der Gehorsam ist mir zu unbequem. Ich schaue also auf mein Fleisch, und entscheide, dass es ihm (dem Fleisch) besser ist, den Gehorsam nicht auf sich zu nehmen. Denn oft ist der Gehorsam gegen das äußere „Ich“ gerichtet. Dabei verkenne ich aber, dass mein äußeres Ich gefallen ist und ich immer zwei Möglichkeiten habe: Dem gefallenen Ich nachzugeben, das den Tod in sich trägt, und das Gott vernichten wird, ja schon am Kreuz gerichtet hat; und Gott zu gehorchen in dem Bewusstsein, dass Gott mein neues Ich gepflanzt hat und liebt und das Schwere nicht mir, meiner neuen Existenz, sondern meinem äußeren Ich auferlegt, um das äußere Ich zu zerbrechen. Dann kann das Innere, das von Gott geschaffene, fließen. Niemand, der glaubt (auch du Oli nicht) sage der Gehorsam sei zu schwer; Gott weiß genau, wie sehr wir ihn kennen, und was er uns deshalb zumuten kann. Wir müssen da mit SEINER Treue rechnen, ohne die wir sowieso verloren sind. Also Gehorsam, weil jeder Ungehorsam überhaupt gegen die Liebe, damit gegen das Gute, das Leben schlechthin, also gegen Gott verstößt, Dinge von denen keiner sagen kann, dass sie eigentlich nicht erstrebenswert sind. Und wenn er es anders behauptet (z. B. dass Nächstenliebe absolut gesehen nicht gut sei, einmal abgesehen von unserer Unfähigkeit und Unwilligkeit, dann weiß Gott allein, ob er noch eine Berechtigung zum Existieren hat. Wer anderen Leben nicht gönnt, sollte der mit Leben überhäuft werden?

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Das Gute, oder das absolut Schlechte; und das Gute kostet seinen Preis. Warum drücken wir uns, sind so schlampig im Gehorsam? Wie viel verlieren wir selbst dabei Immer wieder sah ich Gottes Liebe im Nachhinein, wenn ich auf sein scheinbar hartes Erziehungshandeln einging! Nicht von Herzen plagt er die Menschenkinder, und besonders die Gläubigen, sondern dass sie seiner göttlichen Natur teilhaftig werden! Und wie viel reißt du durch Ungehorsam mit ins Verderben, wie viel ziehst du durch beständigen Gehorsam mit! Die Zeit der Unwissenheit, Neutralität – eigentlich Feindschaft, denn wer nicht mit Jesus sammelt, der zerstreut – ist vorbei.

Der Herr stärke uns zum beständigen Gehorsam!

 Er mache uns bereit und wachsam, dass die Prüfung (oder sogar der Tag des Herrn!) nicht plötzlich über uns hereinbreche, und wir schlafend, oder wie der Dieb auf frischer Tat – indem wir Gott die Zeit, den Gehorsam stehlen – überrascht werden! Amen! Amen!

Donnerstag, 11. 9. 86

Gott sei Dank!

Mittwoch, 8. 10. 86

Amen, Halleluja.

So vieles hat mich in der letzten Zeit bewegt, so vieles hat mich der Herr gelehrt, Ihm sei Dank! Es ist geschehen, er hat mir ein NEUES Herz geschenkt, und zwar ein REINES!!!

Danke, Herr, dass du mir ein reines Herz geschenkt hast!

Nur ER kann es bewahren. Aber sind reine Herzen nicht seine Ehre, und hütet Er sie nicht wie seinen Augapfel? Nur Unglaube kann ihn hindern, das zu tun. Jetzt endlich kann ich frohen und wahrhaftigen Herzens sagen: Ich liebe Jesus von ganzem Herzen, mit aller meiner Kraft, von meiner ganzen Seele und mit meinem ganzen Verstand. Christus ist mein Leben. Er ist mein Licht jede Sekunde, ja es gibt diesen festen Anker der Seele, dass niemand mehr nach dem Gottesdienst Angst vor dem Alltag haben muss, denn Gott ist mit mir allezeit, unabhängig von Gefühlen, von schwierigen Situationen. Mein Herz verdammt mich nicht mehr, ich habe allezeit Freimut zu Gott durch den Glauben an Jesus. Diese Gnade ist nur durch eine völlige Übergabe zu erreichen, in der jede Sekunde deines Lebens Gott geweiht wird und nicht in knechtischer Rechenschaftsgebung, sondern in Liebe!

Hurra, das Gesetz ist vorbei! Die Liebe regiert! Die Angst vor eigenem Versagen, Welt und dem WILLEN DES HERRN sind vorbei. Ja, ich kann noch sündigen, aber ich muss nicht mehr. Und ich will nicht mehr, denn jede Sünde verstößt gegen die Liebe. Jede Sünde birgt in sich Tod. Jede Sünde ist in Ewigkeit verschwendete Zeit und nicht mehr wieder gut zu machendes Unheil (zu vergeben schon, aber die Folgen bleiben meistens, siehe David und Bathseba). Oh Glaube, der Gott alles zutraut, der nicht auf seinen eigenen Glauben schaut, sondern auf Gott und sich ihm in seiner Ohnmacht überlässt!

Herr, befestige mich in dir und in jedem guten Werk und Wort und lehre mich, den Listen Satans zu widerstehen. Bewahre meinen Blick auf dich gerichtet! Amen.

 

9.10.1986

Ich mache mir keine Illusionen, der Kampf wird hart, der Herr hat es mir gezeigt (denn nicht gegen Fleisch und Blut kämpfe ich). Beinahe wäre ich erschrocken, wenn Brengle die Versuchungen und Prüfungen ausmalt, die geheiligter Menschen harren. Aber wie ich es mir bis zur Heiligung auch schon oft vorher gesagt habe: Die Flucht nach vorne ist der einzig sichere Weg. Gott kann nur den bewahren, der ihm rückhaltlos ergeben ist. Ist ER nicht treu? Wenn diese Verheißung stimmt, ist alles möglich, wenn sie nicht stimmt, dann kann man sowieso den ganzen Glauben vergessen. Dazwischen gibt es nichts. Ich habe heute geschworen, mit erhobener rechten Hand, dem Herrn treu bis in den Tod zu bleiben, nicht aus eigener Kraft; aber nie an Seiner Liebe und Güte zu zweifeln. So sicher, wie Gott meine Gebete erhört, wird er auch auf diese Übergabe zu handeln beginnen, mich weiter zu formen.

ALLES ist für mich aus Liebe und zum Wachstum bestimmt, eine Chance, Gott zu verherrlichen. Schau nicht auf andere, sieh auf dich selbst. Gib Gott die Chance, sich an dir zu verherrlichen. Er brennt, sehnt sich nach Menschen, die IHM vertrauen! Es ist unmöglich, dass Gott lügt. Amen, Halleluja!

Nachtrag zu meiner 6-7-wöchigen Krankheit zu Hause, in der sich wohl die Heiligung ereignet hat Ich kann keinen festen Zeitpunkt angeben, irgendwann merkte ich, dass es geschehen war, weil ich auf einmal ohne Widerwillen gehorchen konnte und der Geist mir anfing, Zeugnis zu geben:

Anfangs war ich noch verkrampft, den Herrn ja nicht aus den Augen zu verlieren; das ist auch wichtig, aber nicht in Gesetzlichkeit, sondern in Liebe!

Überhaupt, das ganze Gesetz ist zerbrochen, ich tue alles nur noch aus Liebe zu Jesus und aus dem mich in ihm geliebt wissen. Bewahre es wohl: Der Teufel ist der Stocktreiber: „Dies und jenes hättest du tun sollen.“ Ich habe (leider) noch gesündigt, da gab es natürlich eine Krise: Ist jetzt die ganze Lehre, dass er uns bewahren kann, über den Haufen geworfen? Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Habe ich nicht genug aufgepasst? Hat Gott es nicht geschafft? Jedenfalls spürte ich wie nie zuvor, dass Sünde in erster Linie gegen die Liebe verstößt, und das tut viel mehr weh, als das Brechen einer äußeren Form (selbst durchlebtes Zitat aus dem Buch „Frei um zu siegen“). Es betrübt mich jetzt zutiefst, gegen die Liebe zu verstoßen. Mit dieser Sünde (heftiges Wort gegen Mutti) hätte mich der Teufel auch beinahe angenagelt: Ich fiel auf zweierlei Irrtümer herein:

Ich bat sofort um Vergebung, glaubte nicht an die sofortige Vergebung, betrachtete mich im Licht dieser Sünde, gab zu, dass ich auf ewig die Hölle verdient hätte. Das kam so zustande: Ich sah, dass Gott alles, wovor ich mich fürchtete über mich kommen lassen musste oder mich zumindest mit der Möglichkeit, dass dies sein Wille sein könnte, konfrontieren musste, damit ich, mich in seinen Willen demütigend, davon frei werden könnte. Meine Furcht war die, aus Liebe – wie Paulus dazu bereit gewesen wäre – von Christus für andere getrennt zu werden.

Das war für mich das Schlimmste und meine letzte Furcht, der letzte Rest Egoismus. Einerseits sah ich meine Unfähigkeit das durchzustehen (wenn das überhaupt geht), aber andererseits sah ich, dass Gottes Wille Liebe und Leben ist, und dass ich Gottes Willen niemals widerstehen kann und darf, wenn ER mich heißt, etwas zu tun. Da wurde mir klar, dass es immer nur darauf ankommt, in seinem Willen zu stehen, sonst auf nichts. Alles andere verstößt gegen die Liebe, das Leben und du wirst zum Getäuschten Satans. Ich war also auch zur Hölle bereit, auch wenn ich wusste, dass ich nicht wusste, wie furchtbar die Hölle sein muss, und dass ich das unmöglich würde durchstehen können. Hauptsache, dass es der Wille des Herrn war.

Das ist auch immer mein Gebet:

„Herr gewähre mir nur eine Bitte, dass ich immer im Zentrum deines Willens stehe.“

Mein Fehler war jetzt folgender: Ich dachte, ich muss nun in die Hölle, induziert durch die nicht geglaubte Vergebung. Es schien für mich Gottes Stimme zu sein, der ich ja; weil sie Liebe ist, nicht widerstehen kann. Aber es war Satans Stimme, die mir sagte, alle würden jetzt gerettet, nur ich müsse ewig leiden (nicht wegen der Sünde, sondern weil Gott es vielleicht so wollte). Aber nur wegen der Sünde, die ich getan hatte, ließ ich das Urteil über mich ergehen; ich wollte also Gott auf keinen Fall widerstehen. Aber es war der Teufel, der mich fertig machte. Da auch die innere Bestätigung des Heiligen Geistes weg war, dachte ich, Gott hätte eben nicht vergeben. Vorher hatte ich manchmal seelische Traurigkeit gehabt, doch trotzdem geistige Freude. Jetzt war ich geistlich traurig, und dachte, Gott hätte mich verlassen. Am nächsten Tag rief ich darüber zu Herrn. Mir kam dank Seiner Gnade die Erleuchtung, dass ich aus Glauben mit ihm Gemeinschaft habe! Dankbar nahm ich die Vergebung an, ließ ab von meinem Unglauben, Gott habe mich verworfen, und – das innere Zeugnis des Heiligen Geistes kam wieder!

ES WAR PURER UNGLAUBE!!!

Gott vergibt sofort, wenn wir unsere Sünden bekennen, und lässt nicht ab, uns mit der gleichen feurigen Liebe zu lieben, auch wenn nach der Sünde der Feind uns natürlich anklagen will und dabei sehr gerne auf unsere Gefühle verweist. Aber Gott sei Ehre, ER ist treu, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Untugend.

Ja, je fester ich in diesem Zustand werde (ab und zu wanke ich, doch der Herr hält mich aufrecht; einmal kam ich z. B. noch in Hektik, aber der Herr vergab, Ihm sei Dank!), desto sicherer werde ich, dass der Herr mich bewahrt und bewahren wird. Danke Herr!!! Amen.

23.10.1986

Vergleiche dich nie mit irgendeinem anderen als Jesus allein. Das hält dich demütig, und lässt dich geistlich nie still stehen. Rechne mit Sieg, er ist errungen! Abrahams und Davids Familien wurden entführt, aber sie brachen nicht zusammen, sondern eroberten sie zurück! Momentan ist eine Phase, wo ich zwar allezeit ein reines Gewissen habe, die Glücksgefühle aber sich in Grenzen halten. Das ist gut so, ich muss befestigt werden. Doch, die Geborgenheit ist trotzdem da.

Eines musste ich besonders lernen: Nicht nur mit halber Kraft widerstehen, so dass der Teufel mit negativen Gedanken zwar nicht eindringt, aber auch nicht abzieht. Das wäre so, als wenn mich jemand dauernd neckt und drazt und ich nur sage: Ach lass doch. . . . . . Das tue ich nur zwei bis dreimal, dann knöpf ich mir das Bürschchen vor, spreche ein Machtwort, und zwar so, dass es ihm – in dieser Sache zumindest – erst mal gründlich vergeht. Das war so mit der Bodenkunde-Prüfung und dem Umzug, den ich in der Woche davor machen musste: Es war das erste Mal, dass ich mit dem Stoff nicht durchkam, und Gedanken, dass die Prüfung nichts werden könnte, begleiteten mich oder fochten mich bis zuletzt an. Dann sprach ich endlich vor der Prüfung ein Machtwort zu diesen immer wiederkehrenden Gedanken und jagte sie so weit weg, dass sie sich nicht mehr blicken ließen. Denn wenn Gott mich alle Prüfungen schreiben lässt, dann wird er auch zu Seiner Ehre dafür sorgen, dass ich mit den nötigen Noten durchkomme.

Die Einschreibung in Göttingen: Eine Phase, wo fast alles schiefgeht, muss auch ab und zu mal sein: Erst bekam ich den Kleinbus für den Umzug nicht, dann doch glücklicherweise das Auto von K. Gleich abends tankte ich noch und hatte das Geld vergessen. Fahrzeugschein dagelassen und am nächsten Tag noch einmal die ganze Tour durch die Freisinger Innenstadt, diesmal im Berufsverkehr. Auf der Autobahn habe ich mich verfahren und bin bei der Wiedereinfädelung aus Versehen zu schnell gefahren, RADARKONTROLLE. Vierzig Mark Bußgeld. Beim Ausladen in Göttingen ließ sich der 93-jährige Herr Siebel nicht davon abbringen, mir zu helfen, so dass ich Angst um seinen Herzschrittmacher bekam. Am nächsten Tag zu spät bei der Einschreibung, schon eine Riesenschlange da. Erst angestellt, dann – da ich einen Antrag weniger als die anderen hatte – den Schalter vor mir ausgelassen, der für diesen Antrag zuständig war. Als ich dran war, stellte sich heraus, dass ich ihn doch hätte ausfüllen müssen. Zurück, Park Geld in die Uhr nachwerfen, Antrag ausfüllen, von vorne anstellen. Dann waren, kurz bevor ich drankam, die Stanzstücke für die Passbilder alle, und es fing an, sich zu stauen. Bis ich dann dran kam, war die Parkuhr wieder abgelaufen, und drei Stunden vergangen. Auf der Rückfahrt fuhr ich tanken. Der Tankwart ließ es sich nicht nehmen, den Ölstand zu kontrollieren und meinte, dass ein Ölwechsel dringend fällig sei (schwarze Farbe vom Öl). Dann lasse ich erst nur Öl nachfüllen, bis mich dann auf der Weiterfahrt das Gewissen packt, weil ich schon einmal einen Motor geschrottet habe. Rausfahren bei Kassel, rechts oder links nach einer Tankstelle suchen? Rechts ab bis nach Kassel hinein drei Kilometer bis zu einer Tankstelle, links wäre, wie ich später sah, sofort eine gekommen. An der anderen Tankstelle warten, da andere Leute kurz vor mir gekommen und dann stolzer Preis von 55. – DM. Dann zurück auf die Autobahn. War mit J. an einer Ausfahrt verabredet, die ich meinte, schon zu finden. Fand stattdessen zwei Anhalter, die ich mitnahm und die mir dann im Nacken saßen, als ich weiter die Ausfahrt von Johannes suchte. Nachdem der Name der Ausfahrt

nirgendwo aufgetaucht war, rief ich endlich bei Johannes an und erfuhr von seinen Eltern, wo er war, nämlich gar nicht an meiner Route, weil er meinte, dass ich von einer anderen Richtung käme. Ich musste die Anhalter rausschmeißen, was mir sehr schwer fiel, dann 70 km zurück fahren und dann endlich heim. Abends wollte ich das Auto gleich zurückbringen, aber K. war mit dem ausgetauschten Leihauto von R. weg, ich musste es wieder mitnehmen. Am nächsten Morgen erfuhr ich dann jedoch von ihm, dass ein Ölwechsel erst kurz vorher gemacht worden war und dass beim Diesel das Öl immer etwas schneller schwarz wird; außerdem war noch ein altes(falsches) km-Schild am Öltank angebracht.

Trotz aller dieser Dinge (auf der Rückfahrt um J. abzuholen, war übrigens noch ein Stau) durfte ich innerlich ruhig bleiben und nie an der Liebe Gottes zweifeln. Früher hätte ich das Schiefgehen ausschließlich auf mein eigenes Versagen geschoben, mir Vorwürfe gemacht,

und mich in Anklagen, Sorgen zerfressen. Aber jetzt durfte ich Gottes Liebe und Güte vertrauen, egal, ob die Umstände von sich aus schlecht waren, oder ob ich daran beteiligt war. Ich weiß zwar jetzt, was ich besser machen kann, nämlich sorgfältiger bei Anträgen auf Vollständigkeit achten, aufpassen, dass ich darauf mehr achte nicht zu schnell fahren, bei Leihautos vorher Ölstand erkunden, und vor allem Treffpunkte genauer absprechen, weil ich hier ein Misslingen nun schon öfter festgestellt habe. Trotzdem – Der Herr ist mein Hirte allezeit, mir wird nichts mangeln. Er liebt mich und ist allezeit für mich. Halleluja!

Lektion: Nicht beten, für Brüder Unverständliches tun: Jetzt, da ich innerlich frei bin, mich auch nicht durch Lernen vom Beten abhalten zu lassen, war folgende Lektion dran: Ich wusste, dass ich dem Gebetskreis absagen sollte, obwohl ich hier war, und stattdessen lernen. Diesmal aber schmetterte ich Gedanken, was wohl die Geschwister davon halten würden und von mir denken könnten (was sie wohl auch taten) gleich zurück, nachdem ich mich vergewissert hatte; dass dies wirklich SEIN Wille war und bekam vollkommenen Frieden über der Sache. Mein Gebet war, dass er es auch für sie (auch wenn sie denken würden, dass ich im Eifer nachließ – was sie wohl auch taten – zum Segen setzen würde, und dass der Teufel in dieser zwischenmenschlich schwierigen Situation keinen Raum bekommen würde. Und im Nachhinein kann ich sagen, dass er das wohl auch nicht hat! Danke Herr! Amen.

26.10.1986

Ich habe wie nie einen Blick für die Ewigkeit. Sie ist so real und nah. Was lärmen und toben die Menschen doch in dieser kurzen Zeit hektischer Betriebsamkeit in der Welt! Gott führt mich an meine Verstandesgrenzen. Früher dachte ich, wenn man tot ist geht man halt automatisch in irgendeinen glückseligen Zustand über. Welch ein Irrtum. Früher dachte ich, wenn die Seele ganz aufhört zu existieren, dann hört sie halt auf. Obwohl ich in Gott geborgen bin, bekomme ich fast Wahnvorstellungen, wenn ich daran denke, dass Gott mich nicht geschaffen haben könnte. Es erfüllt mich mit Grauen, wenn ich daran denke, wo Gott wohl herkommt und was wäre, wenn ER nicht wäre. Das bringt mich an die Grenze meines zeitlichen, beschränkten Denkens und schweißgebadet kehre ich wieder von dem Versuch, die Ewigkeit mit meinem Verstand begreifen zu wollen, zurück. Ich kneife mich, atme auf – Ich Bin. So unmöglich es eigentlich scheint, dass ich existiere, denn mich hat Gott geschaffen, wieso aber existiert aber Gott? So real bin ich doch vorhanden. Ich lebe! Gott lebt. Ich breche fast zusammen und werfe mich ihm weinend in die Arme, dankbar, dass ich bin. Ohne Ihn ist alles sinnlos, ohne Ihn könnte ich das Leben vergessen. Leichtfertig über eine Sache reden kann nur, wer die Sache nicht kennt. Wie leichtfertig reden die Leute oder denken zumindest vom Tod! Welch Unwissenheit über die Dimensionen! Hier und jetzt entscheidet sich unser Los für die Ewigkeit, ob wir uns für das Gute entscheiden oder für das Böse! Jede Tat in diesem Leben hat Ewigkeitswert, sie ist einfach nicht mehr rückgängig zu machen.

In der Hölle werden die Leute die Abscheulichkeit ihrer Taten im strahlenden Licht der Ewigkeit sehen, und keine Möglichkeit mehr haben, sie zu ändern. Jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt ist die angenehme Zeit. Welch ein kleiner Schritt ist es doch, von einer Seite der Ewigkeit auf die andere zu treten. Lass mich den Menschen dabei helfen, Herr! Lass mich nicht schuldig werden an ihrem Blut! Amen.

11.11.1986

Es liegt eine lange Zeit der „Nicht-Gefühle“ hinter mir. Doch der Glaube trägt. Ich preise Gott über ein allezeit reines Gewissen. Nur einmal habe ich Ihn in den letzten Wochen betrübt, und ich sehe deutlicher als zuvor, dass es nicht nötig war. Während das beständige in Jesus Bleiben dich nämlich sicher in ihm macht, verwirrt dich dein Fall total, weil ich bis jetzt noch nie sagen konnte, wie es dazu kam. Eins ist klar: Es passiert nicht, weil wir versäumt haben, eine Zehntelsekunde zum Herrn aufzuschauen, obwohl beständiges Aufschauen nötig ist. Sonst müssten wir ja dauernd total verkrampft rumlaufen, um den Blick ja nicht zu verlieren. Sondern die Sünde schleicht sich langsam ein, indem du Gedanken zu lässig prüfst im Licht der Ewigkeit, und ihnen langsam mehr und mehr nachgibst. Wenn du dann aber deine Sünde bekennst, wie erkennst du dann, wie hässlich sie war, wie tut es dir leid, den Herrn betrübt zu haben; du bist echt erleichtert, als ob du dem Gericht der Hölle entflohen seist.

Überhaupt gemerkt habe ich nur, dass etwas nicht stimmt, weil ich langsam immer mehr keine Freimütigkeit zu Gott mehr hatte, wie eine Wolke hatte etwas sich zwischen uns geschoben. Du verlierst also echt deinen Seelenzustand in Christus, den Friede Gottes und die Freimütigkeit zu Gott! Jetzt kommen natürlich die Gedanken: Ist es einmal passiert, kann es wieder passieren. Aber eines habe ich lernen dürfen: Erstens: Das Blut Jesu ist so kostbar und wäscht alles so völlig weg, dass Gott es dir verbietet (ein Glück) noch dauernd zurückzuschauen und zu sagen, „oh, ich hab den Heiland betrübt, oh weh . . . !“. Ist in Wirklichkeit verkappter Stolz, dass du es nicht „geschafft“ hast, denn eine Sünde öffnet sofort der nächsthöheren die Tür. Wir sollten es einmal zur Kenntnis nehmen, bekennen, betrauern. Aber dann dürfen wir den Herrn nur noch preisen für Seine Erlösung, für seine Reinigung und dürfen, ja sollen so gereinigt weiter in den Kampf ziehen „Wer ist es der verdamme?“ „Christus Jesus ist es, der da rechtfertigt!“ Zweitens: Verliere deinen kindlichen Glauben nicht: Ich bin zwar gefallen, aber jetzt wird Gott noch mehr auf mich achtgeben, und ich will noch mehr zu Ihm aufschauen, JETZT bewahrt er mich erst recht. Und drittens: Füge deiner Sünde nicht noch gleich eine weitere Sünde hinzu, indem du urteilst, Gott könne und wolle dir großen Sünder nicht sofort wieder vergeben, im Gegenteil, er will sofort, dass du wieder ins verheißene Land zurückkehrst; du musst nicht eine Zeit büßen, oder bist zu schlecht, um wieder angenommen zu werden, das wärest du sowieso, wenn Er dich nicht gereinigt hätte und es nach deinem Fall nicht wieder tun würde. Aber schmälere doch das kostbare Blut Jesu nicht, gönn‘ dem Teufel keinen Sieg! Wird Gott nicht dadurch verherrlicht, dass selbst, falls ein Fall geschehen ist, wir sofort umkehren? Zögere nicht, Er macht alles gut, er ist sooo gut. Und lass dich durch deine Gefühle nicht beeinflussen, auf dein Gewissen kommt es an! Jetzt bewahrt er mich erst recht, ja, da ich so geschwächt bin, bewahrt er mich besonders!

UND MERKE: ES WIRD UNS GESCHEHEN NACH UNSEREM GLAUBEN!!!

Lektionen, die ich mehr beherzigen muss:

– Bete mit Glauben.

– Sei ein lebendiger Stein in der hiesigen Ortsgemeinde (nicht nur bei den gerade besuchten Baptisten), also dem Leib Christi am Ort.

– Sei offen dafür, wie Gott durch Geschwister zu dir spricht!

Gelübde am 11.11.1986:

Wenn Mutti sich (richtig) bekehrt, will ich nicht ablassen, dreimal täglich für sie dann um ihre Heiligung zu beten. Allerdings nicht unbedingt auf den Knien; wenn möglich, schon.

Prinzip: Lass nicht versklavte Seelen sich selbst bedauern: Trinker, Zweifler: „Oh, Herr, hilf mir dieses schwere Schicksal zu tragen. Ich armer Gefangener!“ Höre ihnen nicht einen Augenblick zu: Du kannst, sollst, musst frei sein!

ALLE ENTMUTIGUNG IST VOM TEUFEL

Fliehe vor der Entmutigung wie vor einer giftigen Viper. Wenn Versuchungen auf mich einstürmen: Wenn der Bedränger kommen wird, wie ein Strom, so wird der Hauch des Herrn ihn in die Flucht schlagen.

Nachtrag zum Kapitel über das eventuelle Sündigen in der Heiligung:

Welch ähnliche Erfahrung, die Hannah Whitall Smith in „Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens“ beschreibt! Genau meine Erfahrung: Jetzt erst recht. So schnell wie möglich die Sünde bereinigen und glauben, jetzt bewahrt er mich erst recht, und: Wie das Volk, bei der Schlacht vor Ai sofort wieder Mut zugesprochen wurde: Fürchte dich nicht, der Kampf geht weiter mit allen seinen Verheißungen! Zitat: „Wenn wir es nur erkennen möchten: Unsere Haupteignung liegt in unserer völligen Hilflosigkeit, die einzige Voraussetzung zum Dienst! Seine Kraft erweist sich nicht in unserer Kraft, sondern ist in unserer Schwachheit mächtig. Unsere Kraft ist nur ein Hindernis.“ Wie ich es selber auch schon erleben durfte: „Willige nach einer vollbrachten Tat nie in eine Selbstbespiegelung mit ein, sei es der Beglückwünschung oder der Niedergeschlagenheit. Vergiss, was dahinten ist, sobald es vorüber ist, und überlasse es Gott.“

4.12.1986

Jetzt habe ich schon so lange nichts mehr geschrieben. Und doch, der Glaube, das heißt vielmehr Jesus, oder noch besser das Vertrauen auf ihn und seine Kraft, trägt dieses Leben wirklich in sich. Der Herr macht meine Bitte war und gibt mir gleich die Lektion der Nicht-Gefühle, aber das Wunder ist und bleibt das allezeit reine Gewissen und die allzeitige Freimütigkeit zu Gott. Das ist das Schönste und die Verheißung allen von Seelenqualen Beladenen! Dafür muss aber das „Fleisch“ allezeit unter die Zucht des Geistes genommen werden, was nicht immer leicht fällt, weil es Dauerzustand ohne ein Sich-gehen-Lassen ist; aber die Gnade des Herrn trägt durch und er setzt in seiner eigenen Vollmacht nötige Ruhezeiten an, das Haupt für sein Glied. Wir würden es uns wohl manchmal anders ausgesucht haben, aber hinterher zeigt sich doch immer, dass er (in seiner Liebe) Recht hatte. Im Augenblick mache ich die Erfahrung, dass ich in Gesprächen mit „Nicht-Christen“ diesen im Augenblick weniger helfen kann, als anscheinend Geschwistern. Ich darf echt bewundernd die Gaben der Weisheit, strömender Liebe und Freundlichkeit bei anderen sehen (z. B. Im Internationalen Kreis), und bin selber zurzeit total leer. Ich glaube, dass dies sehr wichtig ist, um mich in der Demut zu befestigen, dass ich von mir aus wirklich selbst nichts weitergeben kann. Und ich kann echt gar nichts weitergeben ohne Ihn, nicht ein Wort des Zeugnisses, so schwach bin ich schon geworden, richtig hilflos, aber Ihm vertrauend. Und ER lässt mich weder im Stich, noch verlangt er etwas von mir, das ich nicht tun kann. Kein Leistungsdruck, Halleluja!

Manchmal erscheint es mir zwar entsetzlich wenig, was ich im Augenblick für ihn tun kann, da ich auch gesundheitlich immer noch nicht wieder voll da bin. Aber eigentlich brauche ich immer nur gerade das tun, was Jesus gerade jetzt in mir bewirkt und wozu er mich befähigt. Das heißt in Ihm bleiben. Ich mache mich nicht mehr verantwortlich für alle möglichen Dinge, die ich sowieso nicht erfüllen kann, und die wir uns in Wirklichkeit in Selbstüberhebung, indem wir meinen, Gott spielen zu müssen, uns als Aufgaben, „Solls“ aufhäufen, sondern ich mache Jesus verantwortlich, für alles zu sorgen, was er von mir haben will. Dafür muss ich zu Ihm aufschauen. Am Anfang ist es noch wie eine laufende Gratwanderung, wo du mal drohst, auf die eine Seite abzustürzen (falsches eigenes Tun), dann auf die andere (falsches nichts mehr Tun), doch je mehr dich Gott in Christus befestigt, desto mehr lernst du den göttlichen Teil (was Gottes Aufgabe ist) und den menschlichen Teil (was deine Aufgabe ist) auseinanderzuhalten. Du bist eins mit Jesus, willst, was er will, du hast die Gesinnung Jesu Christi. Du tust alles nur noch um Gottes willen und deine einzige Heimat ist jetzt wirklich nur noch im Himmel. Auf Erden hält mich nichts mehr, lieber heute als morgen wäre ich beim Herrn; Sterben ist mein Gewinn. Was mich hier noch hält ist mein Auftrag für Gott und die vielen verlorenen Seelen, denn ansonsten ist „einheimisch beim Herrn zu sein“ „weit besser“. Ich bin der Welt gegenüber tot, und flehe zu Gott, dass ich es ja bleibe, dass nicht irgendeine böse Wurzel der Bitterkeit auf sprosse, und die vielen dadurch verunreinigt werden. Das Fleisch ist träge und ficht mich dauernd an, aber ich lass nicht locker, denn ich weiß, dass meine Mühe im Herrn nicht vergeblich ist. Und außerdem brauche ich mich im Kampf nicht zu verkrampfen, ich werfe einfach dauernd alles auf Ihn, und zwar beständig. Ein Satz hilft mir dabei zurzeit besonders:

Paulus: „Denn ich halte dafür, daß die Leiden hier und jetzt nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“ Römer 8, 18 E, angepasst. Dann denke ich daran, wie ich angesichts der Ewigkeit und der für dort versprochenen Herrlichkeit mich zu schämen hätte, wenn ich hier Klagegedanken aufkommen ließe. Nein – lieber gleich vertrauen, als hinterher feststellen, dass der Herr wieder einmal recht gehabt hat. Und: Sind nicht gerade bestandene Anfechtungen meine einzige Ehre (Jakobus, Petrusbrief)? Wird in der Ewigkeit die bequeme Lebenszeit gerühmt werden? Stärke die schlaffen Knie!!!

2.1.1987

Ich habe gerade wieder in der Hudson Taylor-Biographie gelesen. Jede Seite war wie eine geistliche Ohrfeige und ließ mich augenblicklich auf die Knie gehen, um zu erflehen, was ich als nötig erkannt habe: Ja nicht nachlassen, um Last für andere Seelen zu flehen, Gleichgültigkeit ist tödlich. Gott hat eine Milliarde größere Pläne als du. Strecke dich demütig danach aus, sei Gott kein Hindernis, durch dich zu tun, was ihm gefällt. Habe ich es schon aufgeschrieben? Ich bete zu Gott, dass er durch mich Nationen und Völker segnen möge. Das hätte ich mich nie getraut, wenn Dawson Trottmans Bericht, die Hudson Taylor Biographie und Jesus mich nicht dazu ermutigt hätten. Es ist seine Sache, was er daraus macht. Und mach vor allem Gottes Wort nicht klein, indem du denkst, „ach, das und das Wort bedeutet das und das, das kenne ich schon“, SONDERN LASS DAS WORT DEIN RICHTER SEIN, nur durch das Aufschließen des Heiligen Geistes siehst du, was es wirklich bedeutet, und nur dann lässt du Jesus wirklich Herr sein! Lerne, Gott mehr zu danken, vor allem auch für die tägliche Versorgung.

Gebet: Lass mich in den Fußstapfen von Hudson Taylor wandeln, lass mich dir nichts vorenthalten! Lass mich bereit sein für die plötzliche Versuchung, für den plötzlichen Gehorsam! Seid wachsam und betet, ja wacht!

24.1.1987

Es ist mir immer wieder ein Wunder, wenn ich sehen darf, dass ich immer noch ungetrübte Gemeinschaft mit dem Herrn der Herren haben darf. Ich brauche morgens gar nichts zu tun, um in seine Gegenwart zu kommen, ich schlage die Augen auf und bin in seinem Licht. Ich war auch die ganze Nacht in Christus, denn es ist eine Gemeinschaft, die nicht von meiner Konzentration auf den Herrn abhängig ist, sondern von einem ungetrübten Geist. So kann ich mich auch bei manchen intensiven Handlungen gar nicht mit dem Verstand auf den Herren konzentrieren, aber wenn diese Sache vorüber ist, merke ich – und der Geist gibt mir hiervon Zeugnis – dass ich die ganze Zeit in Christus war. Wenn es nicht so wäre, würde der Geist allerdings auch Zeugnis geben! Das klingt jetzt wahrscheinlich nach zu viel. Einmal ist es mehr, als man vorher gedacht hat, einmal auch weniger. Auch wenn ich meine Geschwister allezeit in Tat und Wahrheit liebe, mich auch laufend für diese Liebe entscheide, so „strömt“ die Liebe so richtig sichtbar nur, wenn Gott mich dazu füllt. Das Begeisternde ist also keineswegs ein Gefühlsüberschwang, noch eine lässige Souveränität in jeder Lage, (sondern eher oft absolute Hilflosigkeit), sondern das reine Gewissen und das Wissen, dass Gott alles in der Hand hat und für alles NÖTIGE sorgt. Gefühlsmäßig geht es mir nämlich manchmal auch schon ganz schön schlecht.

Also obwohl ich es mir vorher nach den Zeugnissen irgendwie ausmalen wollte, wie es wohl sein würde, konnte ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen, noch weniger, dass Gott das gerade an mir und dann auch noch so schnell (ich rechnete mit vielen Jahren mindestens dorthin) tun wollte und könnte.

Aber in so vielen Situationen hat ER mich jetzt schon behütet und bewahrt! Welch eine Gnade, mit ihm im Reinen sein zu dürfen, und zwar beständig, so dass keine Wolken seine Liebesstrahlen abhalten dürfen! „Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat“ Er liebt mich, er liebt mich! Und ich liebe ihn, denn er hat mich zuerst geliebt und ist mir den ganzen Weg vorausgegangen. Durch seine Gnade kann ich sagen: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“. Natürlich nicht ich, der ich nur ein irdenes Gefäß für solchen Schatz bin, sondern Christus in mir, der in mir keine Widerstände mehr zu überwinden hat. Ich lebe, doch nun nicht Ich, sondern Christus lebt in mir; ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Vom Oli vor seiner Bekehrung ist nichts mehr übrig, Amalek (ein Bild für den alten Menschen) ist ausgelöscht worden. Und wenn er noch einmal aufzumucken wagte, muss er sofort wieder vertilgt werden, denn der Herr hat Krieg mit Amalek von Geschlecht zu Geschlecht, und von vorneherein beschlossen, sein Gedenken gänzlich unter dem Himmel auszutilgen.

Ich bin im Verheißenen (und damit Feindes-) Land. Und doch ist äußerlich sooft kein Unterschied, wenn man seine Handlungen z. B. mit denen anderer Studenten vergleicht: Vorlesung, Essen gehen, Fahrrad fahren etc. Ich kann zum Beispiel genau das Gleiche tun wie mein Kommilitone, zum Einkaufen fahren usw. , und doch dient er ununterbrochen dem eigenen Ich und ich ununterbrochen Gott, denn ich tue es in der Zucht des Geistes, alles in der (gottgewollten) Abhängigkeit von Gott. Da lassen sich auch viele Christen vom Feind betrügen, indem sie alltägliche Handlungen, wie zum Beispiel neue Kleidung kaufen, vom Gottesdienst ausklammern und insgeheim zu Gott sagen: „Gel, die Zeit musst du mir lassen, die brauche ich, du kommst schon wieder zu deinem Recht.“ So schließen sie Gott von vielen wichtigen Lebensbereichen aus, von denen der himmlische Vater ja weiß, dass sie nötig sind, und wo er auch mit uns sein möchte. Sie berauben sich damit des Schönsten, der ständigen Gemeinschaft mit Gott. Alles, was ich nicht aus Glauben und aus Liebe tue, ist Sünde. Auch der kleinste Handgriff. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich den Bonbon essen darf, dann iss erst nicht und unterwirf dich Gott und schreie zu ihm, dass er doch die Gnade haben möge, dich in deinem Gewissen fest zu machen.

Die Wüste ist echt die Zeit des Gesetzes, auch für Christen und das Gesetz ist echt unser Zuchtmeister auf Christus hin. Wer nie solche Gewissensqualen aufgrund solcher Kleinigkeiten erlebt hat, muss erst von Gott in die Zucht des Gesetzes genommen werden, bis er dann durch das Gesetz dem Gesetz stirbt, und Gott lebt in Christus Jesus. Das ist wahres, volles Evangelium, dass er uns nicht nur am Anfang die Sünden vergibt, sondern dann auch durch die Erziehung in der Wüste uns dahin bringt, dass wir ihn in uns sein Gesetz erfüllen lassen. Wie Watchman Nee sagt: „Gott hat keine Anforderungen mehr an mich, ich bin frei!“ Er tut es selber, er zieht selbst vor uns in den Kampf! Wie viele lesen das im Alten Testament, dass der Herr die Schlachten schlägt, und begreifen es für ihr eigenes Leben nicht? Auf deine eigene Kraft kommt es nicht an, wenn du nur tust, was du den Herrn tun siehst. Aber die Bedingung wird mindestens fünfmal wiederholt, die dazu für die Israeliten nötig war: Nur wenn sie das ganze Gesetz tun, halten und beherzigen würden, konnte Gott mit ihnen sein. Also eine völlige Übergabe, woraufhin auf den Befehl Gottes die „Jordantaufe“ (auf Josua, der ein Vorbild auf Jesus ist) erfolgt. Nicht in Eigenmacht: „Ich ziehe einfach hinüber, wann es mir passt“, sondern unter der Führung der Wolke (steht für den (aus den Kirchen (leider!) meistens ausquartierten) Heiligen Geist). Wo solches übersehen wird, kommen dann eigene Versuche aus eigener Kraft wie bei den Israeliten nach ihrem Unglauben (erste schwere Sünde: die ansteckende Krankheit der „unmöglich“-Sager) vor, die in Versagen enden und dann überall verbreiten, dass das Land doch uneinnehmbar sei. Und warum sollten die Zahlenverhältnisse heute anders sein als damals, wo doch alles zu unserem Vorbild aufgeschrieben ist? Nur zwei Kundschafter gaben Gott die Ehre. Mögen es doch mehr Christen tun!

Die „Nichchristen“ müssen gar nicht kämpfen, „in sich“ zu bleiben. Sie kämpfen manchmal, um aus „sich“ herauszukommen, doch fallen sie immer wieder „in sich“ zurück. Ich muss immer wieder kämpfen, in Christus zu bleiben. Dabei kann mir schon ein Kälteschauer, wenn ich mich morgens aufs Fahrrad schwinge, zur Anfechtung sein (!), in Christus zu bleiben, weil ich aufpassen muss, nicht undankbar zu werden. Und wiederum werden mir durch die Liebe Gottes selbst sonst lästige Pflichten zur Freude (auch Lernen z. B.), dann darf ich das Recht genießen, in Christus zu bleiben, während es vorher die Pflicht dazu war. In einem gewissen Sinne findet zeitweise eine Umpolung statt: Dinge die mir vorher schwer gefallen sind, werden jetzt leicht, und Dinge, die mir vorher nicht zur Anfechtung waren, sind es auf einmal (denn was hat ein Kälteschauer am Morgen mit Gott zu tun?!).

Also: Obwohl viele Handlungen zwischen mir und Nicht-Christen gleich sind, besteht ein Unterschied. Nicht unbedingt im TUN, sondern im SEIN. VERLOREN – GERRETTET! Wenn schon den Christen von der Welt vorgeworfen wird, dass sie hochmütig sind, weil sie sich wohl für etwas Besseres halten, obwohl diese Gott die Ehre geben und das Opfer Jesu und ihre dadurch veränderte Stellung vor Gott hervorheben, so wird in gleicher Weise den geheiligten Christen von ihren Geschwistern Hochmut vorgeworfen, wenn sie behaupten, das ganze Gesetz zu erfüllen, obwohl sie doch auch allein Jesus die Ehre geben, dass er es in Ihnen tut.

Und ist sonst nicht die Lehre vom Leib Christi, dass Jesus heute noch auf der Erde lebt – in seinem Leib, dessen Haupt im Himmel ist – nicht eine elende Allegorie, ein bildhafter Selbstbetrug mit elenden Worten? Gott behüte uns vor der „theologisch richtigen“ Aussage, dass die (weltweite) Gemeinde der Leib Christi ist. Sie muss es sichtbar sein, ein Wunder vor den Augen der Welt, sonst wird sie nie glauben. Und diese Welt ist so furchtbar ahnungslos vom tiefsten Sinn ihres Seins und läuft mit einer Konsequenz und Zielstrebigkeit genau den verkehrten Dingen nach, sie heißen sie auch noch gut und erheben damit den Tod als ihr Ideal, denn der Sünde Sold ist der Tod.

Aber auch, wenn ich meine lieben Geschwister anschaue, die gar nicht wissen, um was es geht (die mangelnde Sündenerkenntnis, der mangelnde Durst nach Gott, die Erwartungslosigkeit, dass sich an diesen Zuständen, die sie gar nicht als schlecht erkennen, etwas ändert), dann ist es echt ängstigend.

Und dann der Welt und auch den Geschwistern gegenüber dieses (bessere) Wissen zu haben, und nichts sagen zu können, weil mir Gott zur Zeit einfach schweigende Fürbitte auferlegt, erfüllt das Herz mit sehnender Trauer. Dann ist es schon eine Anfechtung für mich, wenn sich auf meine Gebete hin so anscheinend gar nichts rührt, und ich auch keine Freimütigkeit bekomme, irgendwen zu warnen, oder mitzuteilen, was in meinem Herzen ist, was ich als so wichtig erfahren habe! Dann kann ich Gott verstehen, der selbst so betrübt über die Ahnungslosigkeit und in-Sünde-Verdorbenheit der Leute ist, und sich sehnt, dass sie auf ihn hören, ach dass sie hören möchten!
Auch mit . . . . nichts, obwohl . . . . . !!!

Aber dank dem Herrn darf ich alle nagenden Gedanken wegwischen, ja es ist unmöglich, dass Gott auf ein ihm gehorsames und betendes Leben, das er selber geschaffen hat (das Neue Leben lebt ja Jesus selber), nicht antwortet. Gott selber ist an der Erhörung meiner Gebete interessiert, sonst würde er sie nicht wollen, oder wozu sollte ich meine (Seine) Zeit dann verschwenden, wenn er sie besser woanders einsetzten könnte?

Aber abgesehen davon gibt es schon kleine Ermutigungen: Bei Worten macht´s, glaube ich, die Qualität und nicht die Quantität. Ich bin guter Zuversicht, dass der Herr einiges aus dem F.-Kreis benutzen wird, da ich leichte Salbung spürte. Ich bete, dass die Worte nicht verloren gehen.

Des Weiteren:

Nach einer Zeit des finanziellen Hochstandes ging es jetzt in letzter Zeit kurz vor die Reserve, und – der Herr versorgte mich. Ich fuhr nach Hamburg zu Oma und Patenteltern. Wollte erst trampen, wurde zu spät, entschloss mich zur Bahn und kurzerhand im Aufblick zu dem Herrn zum Juniorpass. Geld langte mit Ach und Krach für Pass und Fahrkarte, hatte keinen Pfennig mehr, um mich in Hamburg fortzubewegen! Ich vertraute dem Herrn und fand schließlich 8.- DM in Briefmarken, bei denen es allerdings lange dauerte, bis ich jemanden zu Umtauschen fand.

Das langte erst mal, um zu Oma zu fahren(S-Bahn), aber für keine Blume, da ich das Geld für die Weiterfahrt brauchte und ich nicht mit einer Unterstützung ihrerseits rechnen konnte. Anpumpen wollte ich sie auch nicht, da ich sie erst zum zweiten Mal in meinem Leben sah! Peinliche Blumenlosigkeit, der Herr allein ist meine Rechtfertigung, dass ich es nicht aus böser Absicht gemacht habe! Als ich dann von Oma wegging (war mir eh schon peinlich, dass ich meinen Besuch kurz vorher noch um eine Stunde verschieben musste), steckte sie mir doch etwas zu.

Ein Glück, dass ich diese Situation auf den Herrn werfen konnte! (Blumenlosigkeit, und dann noch beschenkt! Da kommst du dir wie ein ekelhafter Abstauber vor – ich entschuldigte mich später auch bei ihr dafür). Ja, und dann zahlte Helga alles, was bei ihr anfiel und löste zum Schluss auch noch die S-Bahn-Fahrkarte und steckte mir auch 50.- DM zu, so dass ich in Göttingen angekommen sogar wieder etwas Geld hatte, denn das Konto war fast leer! Jahwe Jireh, mein Versorger, und – Dank dem Herrn – ich durfte vom ersten Augenblick vertrauen, dass er es schon deichseln würde, auch schon bevor ich die Briefmarken fand, denn ohne die wäre ich nicht einmal bis zur Oma gekommen. Früher hätte ich mich wieder in Selbstvorwürfen falscher Planung zerfleischt, aber können wir immer alles planen? Außerdem hatte ich im Vertrauen auf Ihn gehandelt, also hatte auch er die Verantwortung. Auch hatte ich nun schon sooft Gottes Eingreifen gesehen, und mich nachher geärgert, wenn ich sah, dass ich hätte ruhig vertrauen können, dass ich jetzt echt lieber gleich vertrau(t)e!

Was soll mich scheiden von der Liebe Christi? Bei eigener Sünde stände es schlecht, aber selbst da ist er treu. Und bei Fehlern unsererseits, die im besten Wissen und Gewissen gemacht werden, gibt es für Ihn trotzdem keinen Grund, seine Treue zu verleugnen, sondern erst recht Gelegenheit, seine Fürsorge und Gnade gerade jetzt in unserer Schwachheit zu erweisen. Danke Ihm!

9.2.1987

Eben mit knapper Not Anfechtungen entgangen, die sehr stark waren. Es waren nur Gedanken, die mich veranlassen wollten, auf sie zu schauen. Aber ich spürte, dass es dieses Mal sehr gefährlich gewesen wäre, nicht volle Pulle dagegen zu halten und auf Jesus zu schauen. Die Angriffe sind eine ganze Zeit lang scheinbar übermächtig, und du kannst nur durchkommen, indem du felsenfest ausharrst auf Jesus deinen Blick zu heben, an ihm festzuhalten. Wenn du von ihm die Augen losreißt und die Gedanken lieb gewinnst, hast du verloren (diese Schlacht, nicht bist verloren!). Denn wir sollen jede Höhe und jeden Gedanken der sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi. Es ist möglich, euch die Gedankenwelt unter die Herrschaft des Heiligen Geistes zu bringen, wobei ich allerdings auch unbedingt unterscheiden lernen muss zwischen dem, „was in meinem Herzen ist“, und dem, was von außen als Versuchung an mich herantritt. Sonst denke ich schon, wenn die Versuchung kommt, dass ich verloren hätte.

So ein Angriff erscheint auf den ersten Blick grausam, weil auch, wenn man darin steht, wie bei den meisten Versuchungen, kein Ende abzusehen ist. Es wäre etwas anderes, wenn man schon im vorne hinein wüsste: Nach einer halben oder zwei Stunden ist es vorbei. Aber gerade das Ungewisse, wann die Versuchung denn endlich vorbei sein wird, und das Anschauen seiner eigenen Kraft, die scheinbar jeden Augenblick am Ende ist, und – oh Wunder, beim immer wieder Aufblicken zu Ihm doch ausreicht, lässt einen wachsen in der Überzeugung der eigenen Hilflosigkeit und stärker werden im Vertrauen auf Jesus. Dies auch, wenn es scheint, dass wir jedes Mal nur an einem seidenen Faden (obwohl es die liebevollen starken Hände Gottes sind) durch die Versuchung getragen werden. Aber ist die Versuchung dann bestanden, sieht man (aber erst jetzt) dass der Herr ewige Frucht durch dein Ausharren gewirkt hat. Und wie dankbar bist du, wenn du hinterher darin die Liebe Gottes erkennst, und wie sehr er dich dadurch gestärkt hat, in Ihm zu bleiben. Ich sage bewusst hinterher, denn selbst wenn du das schon x-mal mitgemacht hast, ist es immer wieder derselbe Kampf. Wenn das „Fleisch“ aufmucken will, ist es immer wieder genauso schwer, dem zu widerstehen, bis an unser Lebensende, wenn auch in verschiedenen Situationen. Aber wie es sich lohnt! Das gleiche gilt übrigens auch für Langzeitprüfungsphasen vom Herrn, die sich über Monate (oder Jahre, Wochen) hinziehen können. Erst schenkt er uns Gnade, dann befestigt er uns durch unser Ausharren in diesen Phasen in der geschenkten Gnade.

Kein Wachstum ohne Harren, auch nach der Heiligung nicht. Die Wüste ist eigentlich mehr zum Warmlaufen für den eigentlichen Wettlauf im verheißenen Land gedacht. Ich fühle, dass meine Vollmacht sich allein auf das Bestehen solcher Proben gründet. Auch wenn der Tod des Ichs ein für alle Mal mit der Heiligung geschehen ist (außer, du fällst ab und tust nicht Buße darüber ist so eine Schlacht immer wieder ein Kampf, wo du bereit sein musst, ans Kreuz zu gehen. Merke: Jesus lebte von Anfang an nicht dem Ich, und doch musste er sich in den Tod geben. Versuchungen zu widerstehen heißt: Sich im Vertrauen auf die Liebe Gottes in den Tod geben. Das klingt jetzt vielleicht wie Geschwätz, ist aber äußerst reales Erlebtes. Von allem was ich bin und habe, darf nicht das kleinste Fitzelchen zurück behalten werden. Der Kampf fordert die Mobilisation der letzten Reserve. Nur dann bin ich dem Herrn ein wohlgefälliges Ganzopfer (siehe AT). Dann endlich widerstehe ich der Sünde bis auf‘ s Blut, oder noch nicht einmal dies, aber ich liebe mein (Eigen-) Leben nicht bis zum Tod, und endlich ist das Samenkorn meines Lebens gang erstorben, um viel Frucht zu bringen. Ich weiß, dass ich Frucht bringe, denn ich bleibe in Ihm. Dieses freiwillige Kreuzigen deines Eigenlebens, wie Jesus auch selbst freiwillig ans Kreuz ging, kannst du nur tun, wenn du völlig von der Liebe und Treue Gottes überzeugt bist, sowie davon, dass eine verlorene Welt darauf angewiesen ist, dass Werkzeuge da sind, durch die das Evangelium fließen kann, denn Gott bindet sich nach wie vor selber an Menschen dabei. Unser Todesopfer wird auch Jesu Auferstehungsleben und Vollmacht offenbar machen.
„Lasset uns verwachsen sein mit der Gleichheit seines Todes, damit wir es auch mit seiner Auferstehung sind.“ Amen.

Wie nie zuvor sehe ich, was Jesus für mich getan hat, indem er nicht nur für mich gestorben ist, sondern dass er auch für mich die ganzen Anfechtungen hier auf Erden durchlitten hat. Wer nicht weiß, wie schwierig es manchmal ist, in Christus zu bleiben, weiß gar nicht, was der Heiland da für ihn getan hat! Von der Freude Jesu (Johannes, Abschiedsreden) weiß er dann allerdings wahrscheinlich auch nicht viel. Eine herrliche Freude!

  1. S. Der Herr ist einfach treu. Er hat uns doch so lieb, er wird uns nie, nie, nieeeeee über unser Vermögen versuchen, sondern er dosiert die Anfechtung in seiner Güte zu unserem Besten haargenau. Denn schau die Liebe Gottes zu seinen Auserwählten an, dass er um ihres Durchkommens wegen sogar den lange aufgehäuften gerechten Zorn über die Bosheit dieser Welt abkürzt. Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus. Halleluja!

Und merke- noch einmal!:

Selbst wenn du einmal fallen solltest, zweifle nie an seiner Liebe und seinem Wollen, dich sofort wieder anzunehmen. Glaube nicht auf einmal durch Werke wieder etwas gutmachen zu können es geht nur durch das Blut Jesu, aber augenblicklich! Nach deinem sofortigen Bekenntnis und deiner sofortigen Annahme wird dir der Herr vielleicht die Folgen deines Ungehorsams zeigen müssen, aber nur wie ein Vater es seinem Kind erklärt, zu seinem Besten, auch wenn es für das Kind unangenehme Augenblicke sein können. Füge der Sünde, von der du überführt wurdest nicht die viel schwerere Sünde hinzu, nicht gleich wieder umzukehren und an seine Vergebung durch sein Blut und an seine Annahme zu glauben. Der Herr segne mich dazu!! Ihm die Ehre! ER liebt uns doch so sehr. Lasst uns Ihn nicht betrüben! Lasst uns dem Teufel keinen Raum in dieser Welt geben! Halleluja, er liebt, hält, stützt, versorgt und stärkt mich! ER ist so gut. Er ist so gut. Alles, was wir von unserer Person an Dinge hängen, die vergehen, wird auch vergehen. Nur was an Gott hängt, bleibt. Darum wird auch das Werk von manch einem verbrennen, der nicht in Christus geblieben ist, auch wenn er selbst, doch so wie durchs Feuer, gerettet wird. Dazu sind wir geschaffen, dass wir werden WIE GOTT, doch nicht in Eigenmacht, sondern durch Vertrauensgehorsam. Wer den Willen Gottes tut und sein Herz an Ihn hängt, bleibt in IHM und er in IHM, und bleibt in Ewigkeit und in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.

Hier endet die Folge der Tagebucheintragungen vorerst. Der Herr segne diese Erfahrungen an Anderen. Ich bin Staub vor dem Herrn und unwürdig, aber möge ER SEIN Werk tun. Amen.

Heino Weidmann

 

 

Und hier die Bibelverse, die ich immer betete, die auch Sie täglich ausdauernd und ausharrend beten können, um für SEINEN HERRLICHEN DIENST WUNDERBAR zubereitet zu werden: Dabei ist es nur eine kleine Auswahl aus vielen ähnlichen Gebeten im Neuen Testament – von Paulus – für seine Kinder im Herrn!

Herr, schenke mir doch den Geist der Weisheit und der Offenbarung zur Erkenntnis Deiner selbst! Nach Eph 1,17

Herr, erleuchte doch die Augen meines Herzens, dass ich weiß, was die Hoffnung meiner Berufung ist, was der Reichtum an Herrlichkeit deines Erbes in den Heiligen ist und was die überschwängliche Größe deiner Kraft an mir, dem Glaubenden ist, nach der Wirksamkeit deiner machtvollen Stärke. Nach Eph 1,18

Gib mir doch bitte mit Kraft gestärkt zu werden durch deinen Geist an dem inneren Menschen, dass JESUS durch den Glauben in meinem Herzen wohnt und ich in Liebe gewurzelt und gegründet bin. Nach Eph 3, 15-20

Herr, lass doch meine Liebe noch mehr überströmen in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ich prüfen kann, was vorzüglich ist, damit ich lauter und unanstößig bin auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch JESUS Christus gewirkt wird, zur Herrlichkeit und zum Lob Gottes. Nach Phil 1, 9-11

Herr, erfülle mich doch bitte mit der Erkenntnis deines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, damit ich deiner würdig wandle, zu deinem Wohlgefallen, dass ich Frucht bringe und wachse in jedem guten Werk durch die Erkenntnis Gottes, und gekräftigt werde mit aller Kraft nach der Macht deiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut und ich mit Freuden dem Vater Dank sagen kann. Nach Kol 1, 9-11

Uns alle aber mache der Herr reicher und überströmender in der Liebe gegeneinander und gegen alle Menschen, um unsere Herzen zu festigen und damit wir untadelig in Heiligkeit sind bei der Ankunft unseres Herrn JESUS CHRISTUS.
Nach 1 Thess 3, 12+13

Sei wie die Witwe vor dem Richter!

Harre aus – bis zum Durchbruch – Halleluja!

 

 

Hier einige Bücher zum selben Thema, die mir während und nach dieser Zeit sehr geholfen haben, die biblische Wahrheit der Heiligung und des reinen Herzens zu verstehen und einzuordnen:
“Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens“ von Hanna Whithall Smith (Herold-Verlag), “Frei um zu siegen“ von Booth-Clibborn (Herold-Verlag), “Das Tagebuch John Wesleys“ (Herold-Verlag), “Sie fanden neues Leben“ (Herold-Verlag), “Vollkommene Übergabe“, “Bleibe in Jesu“ von Andrew Murray, “Hudson Taylor – ein Mann der Gott vertraute“ von Taylor, Biografie Hudson Taylors im Brunnen-Verlag / ABC Team, S. 194-199 ff., “Das geistliche Geheimnis Hudson Taylors“ Taylor, “Hilfe zur Heiligung“ Brengle (Herold-Verlag), “Befreiung von der Macht der Sünde“ Trumbull, “Der geistliche Christ“ Watchman Nee, „Das normale Christenleben“ Watchman Nee, “Freiheit für den Geist“ Watchman Nee, “Fürbitte verändert die Welt“ “Charles Studd“ Norman Grubb, “Heiligung und Vollmacht“ von Aaron Merritt Hills, „Plain account of christian perfection” John Wesley, „Madame Guyon“ Guyon, „Charles Studd“Grubb