Matthäus

Matthäus

Mt 1, 21+23

Unser Erlöser

Rettung beginnt da, wo ein Mensch aus Gnade von seinen Sünden errettet wird, weil Jesus der Messias-Gott mit ihm ist.

Mt 3, 1-12

Ohne Neuausrichtung kein Leben

Du musst Buße tun und umkehren von deinem alten gottfernen und fruchtlosen Leben, das die Hölle verdient, um eine Chance zu haben, gerettet zu werden.

Damals trat Johannes der Täufer in der Wüste von Judäa auf und predigte: „Ändert eure Einstellung, denn die Herrschaft des Himmels ist nah!“ … Die Bevölkerung von Jerusalem, Judäa und der ganzen Jordangegend kam zu Johannes hinaus. Sie ließen sich im Jordan von ihm taufen und bekannten dabei ihre Sünden. Als Johannes viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sagte er: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, dass ihr dem kommenden Zorngericht Gottes entgeht? 8 Bringt Früchte hervor, die zeigen, dass ihr eure Einstellung geändert habt! 9 Und fangt nicht an zu denken: ‚Wir haben doch Abraham zum Vater!‘ Ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken! 10 Die Axt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 11 Ich taufe euch zwar mit Wasser aufgrund eurer Umkehr, aber es wird einer kommen, der mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Er hat die Worfschaufel in der Hand, um alle Spreu vom Weizen zu trennen. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er mit einem Feuer verbrennen, das nie mehr ausgeht.“

Das Neue Testament beginnt mit der Geburt Jesu Christi. Jesus ist der im Alten Bund verheißene Nachkommen Davids, der Messias. Er wurde vom Heiligen Geist in der Jungfrau Maria gezeugt und von Maria geboren. Josef, der Verlobte von Maria, nahm seine Frau Maria und Jesus auf eine göttliche Anordnung hin zu sich. Der von Gott gesandte Engel erklärt Josef die Mission von Jesus:

Er wird sein Volk von ihren Sünden retten. Dadurch erfüllt Gott sein Versprechen: Gott ist mit uns. Kurz nach seiner Geburt musste die junge Familie nach Ägypten fliehen. Als sie nach Israel zurückkehrten, siedelten sie sich in Nazareth an, wo Jesus aufwuchs.

Johannes Ruf zur Umkehr an das Volk Israel läutet danach das neue Heilszeitalter des Messias ein. Er ruft Israel zur Buße auf und verkündet die gute Botschaft vom nahen Reich Gottes. Johannes verlangt eine Umkehr des Volkes zu Gott, die sich in einer neuen Einstellung äußert. Und diese Einstellung bringt Früchte hervor. Nur wer sich dauerhaft mit seinen Leben Gott und seine Gebote ausgerichtet, wird dem Zorngericht Gottes entgehen. Der Verweis auf Abstammung, auf Zugehörigkeit zum Volk Gottes reicht nicht aus. Die aktuelle und beibehaltene Lebenspraxis zählt. Das gilt sowohl für die Taufe zur Umkehr von den eigenen Sünden, die Johannes predigt, als auch für das Gericht durch den Messias, vor dem Johannes hergeht. Der Messias wird die Spreu vom Weizen trennen. Spreu ist keine Frucht, Weizen ist Frucht. Nur ein Leben der Frucht wird in den Augen den Messias bestehen können, ein fruchtloses Leben nicht. Frucht wird von Johannes so definiert: Es ist eine geänderte Einstellung, die auch ein verändertes Handeln und ein Leben mit einer neuen Ausrichtung ganz auf Gott zur Folge hat.

Mt 4, 17+23  

Hören und Gehorchen

Die gute Botschaft vom Reich Gottes hören, und seine bisherige Einstellung ändern ist die Tür zur Herrschaft des Himmels.

17 Von da an begann Jesus zu predigen: „Ändert eure Einstellung, denn die Himmelsherrschaft bricht bald an!“… 23 Jesus zog in ganz Galiläa umher. Er lehrte in den Synagogen und verkündigte die gute Botschaft vom Reich Gottes.

Es ist Gnade, die gute Botschaft vom Reich Gottes hören zu dürfen. Und diese Gnade beruht hier unausgesprochen auf der Erwählung Gottes seines Volkes. In der angebotenen Gnade liegt die Möglichkeit des Heils. Und die Voraussetzung ist, der Botschaft zu glauben und seine Einstellung zu ändern.

Mt 5, 1-12

Die wirklich Glücklichen

Wer so ist, lebt und wer so handelt, wird den Himmel erleben: Selig sind die, •             die ihre Armut vor Gott erkennen •              die Leid über Sünde tragen •     die sich nicht selbst durchsetzen •   die Hunger und Durst nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott haben •              die barmherzig sind •    die ein reines Herz haben •        von denen Frieden ausgeht •           die verfolgt werden, weil sie Gottes Willen tun. Darüber hinaus gilt: Geduldig Verfolgungen für Jesus und für sein Reich zu ertragen qualifiziert für viel und großen Lohn im Himmel.

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg dort und setzte sich. Da versammelten sich seine Jünger um ihn, 2 und er begann, sie zu lehren. Er sagte: 3 „Wie glücklich sind die, die ihre Armut vor Gott erkennen! Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert. 4 Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten! 5 Wie glücklich sind die, die sich nicht selbst durchsetzen! Sie werden das Land besitzen. 6 Wie glücklich sind die mit Hunger und Durst nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott! Sie werden satt. 7 Wie glücklich sind die Barmherzigen!  Ihnen wird Gott seine Zuwendung schenken. 8 Wie glücklich sind die, die ein reines Herz haben! Sie werden Gott sehen. 9 Wie glücklich sind die, von denen Frieden ausgeht! Sie werden Kinder Gottes genannt. 10 Wie glücklich sind die, die man verfolgt, weil sie Gottes Willen tun. Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert. 11 Wie beneidenswert glücklich seid ihr, wenn sie euch beschimpfen, verfolgen und verleumden, weil ihr zu mir gehört. 12 Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet ein großer Lohn auf euch. Und genauso haben sie vor euch schon die Propheten verfolgt.“

Jesus beginnt seine Bergpredigt mit Seligpreisungen: „Wie glücklich sind, diejenigen, die..“ Dann beschreibt er jeweils eine Herzenseinstellung der glücklich Gepriesenen oder ihre Lebenspraxis. Jede trägt eine Verheißung für das zukünftige Leben im Himmel. Wer so ist, lebt und wer so handelt, wird die Erfüllung erleben:

Selig sind die,

  • die ihre Armut vor Gott erkennen
  • die Leid über Sünde tragen
  • die sich nicht selbst durchsetzen
  • die Hunger und Durst nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott haben
  • die barmherzig sind
  • die ein reines Herz haben
  • von denen Frieden ausgeht
  • die verfolgt werden, weil sie Gottes Willen tun.

All denen, die so sind und so leben, gehört das Reich der Himmel, das Jesus predigt. Die verschiedenen Aspekte sind Teil eines Ganzen. Jesus betont nicht, dass einer allen Kriterien genügen muss, um im Himmel anzukommen. Jeder, der mindestens ein Kriterium erfüllt, wird so gesegnet, wie man nur als Erretteter im Himmel gesegnet werden kann. Und doch bilden alle Beschreibungen und alle Segnungen im Himmel, die dazugehören, ein großes Ganzes, einen Rahmen, in dem sich gerettet Sein und im Himmel Ankommen abspielen. Nicht jeder hat vielleicht gleich viel von allen gesegneten Eigenschaften, aber keinem, der grundsätzlich so lebt wie Gott will, wird irgendeine dieser Lebensweisen und Eigenschaften fremd sein. Sie sind Teil des Gesamtcharakters eines Geretteten der im Himmel ankommt. Das bestätigt uns folgend auch das ganze Neue Testament, das alle diese Eigenschaften einzeln aufgreift und sie als Generaleigenschaft und/oder als Generalauftrag allen Gläubigen zuspricht. Niemand kann es sich leisten, sich nur auf die Erfüllung einer Seligpreisung beschränken. Aber es wird unterschiedliche Schwerpunkte unter den Nachfolgern Jesu geben.

Und den um Jesu und um des Himmelsreiches willen Verfolgten wird darüber hinaus ein sehr großer Lohn versprochen. Lohn ist etwas, das noch über das bloße gerettet Werden und im Himmel ankommen und sein Dürfen hinausgeht (1 Kor 3, 14+15). Geduldig Verfolgungen für Jesus und für sein Reich zu ertragen qualifiziert für viel und großen Lohn im Himmel.

Mt 5, 13

Kraftvoll oder fade

Die Seligpreisungen zeigen uns die Salzkraft der Jünger. Salz der Erde sein und sich seine Salzkraft bewahren, das ist der Weg zum Heil. Wenn die Jünger ihre Salzkraft verlieren, gehen sie verloren.

13 „Ihr seid das Salz der Erde.  Wenn das Salz aber seine Wirkung verliert, womit soll man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts anderem mehr, als auf den Weg geschüttet, um von den Leuten zertreten zu werden.

„Ihr seid das Salz der Erde.“ Das spricht Jesus seinen Jüngern zu. Die Seligpreisungen davor haben gezeigt, was Salz Sein bedeutet. Wenn die Jünger wie in den Seligpreisungen sind und leben, sind sie das Salz der Erde. Salz hat eine positive Wirkung auf sein Umfeld. Tatsächlich kann das Salz aber seine Wirkkraft verlieren. Dann taugt es nur noch dazu, weggeschüttet und von den Leuten zertreten zu werden. Das klingt nach einem vernichtenden Umgang mit dem kraftlos gewordenen Salz. Es ist ein starker Hinweis darauf, dass ein Seins-Wechsel der Jünger zum Schlechteren möglich ist. Jesus warnt seine Jünger davor. Das kann, das soll und braucht ihnen aber nicht geschehen. Wenn wir uns einen Geist wie die selig Gepriesenen bewahren, werden wir und unsere Salzkraft bewahren.

Mt 5, 14-16

Du scheinst ansteckend gut

Die Jünger sind durch ihre guten Werke das Licht der Welt. Wenn sie ihr Licht nicht verstecken, sondern ausleben, bewegen sie andere Menschen dazu, Gott zu ehren und ggf. zu begegnen.

14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Eimer, im Gegenteil, man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt 16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Neben dem Salz Sein spricht Jesus seinen Jüngern zu, das Licht der der Welt zu sein. Dieses Lichtsein trägt auch eine große Verantwortung. Dieses Licht kann versteckt werden und nicht zum Vorschein kommen. Das soll nicht passieren. Die Jünger Jesu sollen darauf achten, ihr Sein auszuleben und durch ihre guten Werke als Licht in der Welt zu scheinen. So bewegen sie andere Menschen dazu, Gott zu ehren. Bei der Licht-Eigenschaft der Jünger zeigt Jesus nicht eine Gefahr des Verlierens des Heils auf wie bei der Salzeigenschaft. Allerdings kann auch die Lichteigenschaft versteckt werden und nicht zur Geltung kommen. Das soll nicht geschehen. Unser Leben als Jünger im Tun guter Werke soll unserem Sein als Licht entsprechen und hat dann direkten Einfluss auf die Wahrnehmung Gottes durch andere Menschen und damit auf ihre Möglichkeit, selber zum Heil zu kommen.

Mt 5, 17-20

Eine authentische Neuschöpfung

Es steht uns nicht an, eigene Schwerpunkte in Gottes Wort zu setzen und auch nicht, etwas wegzulassen von dem, was das Gottes Wort sagt und von uns verlangt. Ein Lehrer von Gottes Wort soll nur lehren, was er selber um umsetzt. Das Maß seiner Umsetzung des Wortes Gottes in seinem eigenen Leben wird seinen Rang im Himmel bestimmen. Das Gesetz des Alten Testamentes und seine Forderungen bestehen weiter und werden in Jesus erfüllt. Wahre Gerechtigkeit vor Gott, die rettet, und die für den Himmel qualifiziert, ist keine Leistung, sondern angerechnet, das deutet Jesus hier schon an, ohne es näher zu erklären. Aber wahre Gerechtigkeit ist auch im Charakter und im Wesen dessen begründet, der gerecht (gemacht worden) ist und der durch die von Gott geschenkte Gerechtigkeit im richtigen Verhältnis zu Gott steht und seinen Willen tut.

17 „Denkt nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, ihre Forderungen abzuschaffen, sondern um sie zu erfüllen. 18 Denn ich versichere euch: Solange Himmel und Erde bestehen, wird auch nicht ein Punkt oder Strich vom Gesetz vergehen; alles muss sich erfüllen. 19 Wer auch nur eins von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen in diesem Sinn lehrt, der gilt in dem Reich, das der Himmel regiert, als der Geringste. Wer aber danach handelt und entsprechend lehrt, der wird in diesem Reich hochgeachtet sein. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

Jesus lehrt uns in den Versen 17-19 wesentlich zwei Dinge:

Es steht uns nicht an, eigene Schwerpunkte in Gottes Wort zu setzen und auch nicht, etwas wegzulassen von dem, was das Gottes Wort sagt und von uns verlangt. Jeder Buchstabe und jedes i-Tüpfelchen sind wichtig in Gottes Wort.

Ein Lehrer von Gottes Wort soll nur lehren, was er selber um umsetzt. Das Maß seiner Umsetzung des Wortes Gottes in seinem eigenen Leben wird seinen Rang im Himmel bestimmen.

Das Gesetz und seine Forderungen bestehen weiter und werden in Jesus erfüllt. Wer alle Gebote selber hält und lehrt ist im Reich der Himmel und ist groß, wer auch nur kleine Abstriche vom Gesetz Gottes in seiner Lehre macht, ist zwar immer noch im Reich der Himmel, aber er ist der Kleinste. Hier geht es nicht in erster Linie um das gerettet Sein an sich, sondern um die von Gott zugewiesene Rangfolge im Himmel: Dort ganz oben stehen wird, der alles umsetzt und dann erst lehrt, was Gott gesagt hat. Schon kleine Auslassungen bringen jemand an den ganz unteren Rand der Skala. Die Botschaft dahinter ist klar: Wir sollen nicht nur, wir können alles umsetzen, was das Gesetz und die Propheten sagen. Und das sollen besonders die, die lehren beherzigen. Wer Gottes Wort richtig lehrt, aber selber nicht tut, kommt im Reich der Himmel auf den niedrigsten Platz.

Doch es ist auch möglich, völlig am Ziel vorbeizutreiben:

Jesus kommt hier zur Frage des Alles oder Nichts: Wer wird ins Himmelreich eingehen und wer nicht?
Der alles entscheidende Begriff ist die Gerechtigkeit, die jemand hat oder nicht hat. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten keine ausreichende Gerechtigkeit, um ins Himmelsreich einzugehen. Sie waren selbstgerecht. Sie meinten, durch ihre eigene Leistung und Werke Gottes Wohlgefallen erlangen zu können (Röm 9, 32). Obwohl sie versuchten, das Gesetz genauestens zu befolgen, war das in den Augen Gottes nicht genug. Und das, obwohl Jesus doch eben gesagt hatte, dass wer Gottes Wort tut und lehrt groß ist im Himmelreich, also im Himmelreich ankommen wird (Mt 5, 19).

Entscheidend für das Heil ist nicht die Gerechtigkeit aus eigener Leistung (Röm 10, 3), sondern die von Gott angerechnete aufgrund des Glaubens an den Gott, der die Gottlosen gerecht spricht (Röm 4; 9, 30). Sehen wir uns das so wichtige Wort Gerechtigkeit im Urtext an:

Gerechtigkeit δικαιοσύνη, dikaiosýnē, Strong Nr. G1343:

Bedeutung:

  • Charaktereigenschaft und das Wesen dessen der gerecht ist
  • Dem Gesetz entsprechende Gerechtigkeit
  • Vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit als die Erfüllung vorgeschriebener Pflichten
  • Von Gott geschenkweise angerechnete Gerechtigkeit aus Glauben: der Gläubige wird aufgrund seines Glaubens von Gott in der Stellung eines „Gerechten“ gesehen. Als Folge davon: die praktische Gerechtigkeit des Gläubigen als Qualität und Eigenschaft seines gerechten Lebenswandels (welchen Gott von ihm erwartet).

Welchen Bezug hat „Gerechtigkeit“ nun hier im Text?

An dieser Stelle des Matthäus-Evangeliums verbindet Jesus klar das Tun des Willens Gottes mit dem Einzug ins Himmelreich. Das was die Gesetzeslehrer und Pharisäer tun, reicht nicht. An dieser Stelle kennen wir erst das Evangelium vom Reich. Und wir wissen noch nichts vom paulinischen Konzept der Rechtfertigung allein aus Glauben. Die Hörer Jesu kennen bisher nur die Gerechtigkeit des alttestamentlichen Gesetzes: „Wer so ist und diese Dinge – das Gesetz – tut, wird dadurch leben.“ Wer in voller Kenntnis des Evangeliums Christi diese Aussage liest, kann aber befreit aufatmen: Die notwendige bessere Gerechtigkeit, um gerettet zu werden, wird denen, die Christus vertrauen durch das Evangelium und den Glauben an Christus frei geschenkt (Röm 4).

Und doch darf sich jeder Glaubende aufgrund dieser Stelle nicht allzu entspannt zurücklehnen:
Der Begriff „Gerechtigkeit“ bedeutet noch um einiges mehr, als nur die – wesentliche -von Gott geschenkte Gerechtigkeit, um gerettet zu werden: Er umfasst auch die Charaktereigenschaft und das Wesen dessen der gerecht ist und als Folge davon die praktische Gerechtigkeit des Gläubigen als Qualität und Eigenschaft seines gerechten Lebenswandels, den Gott von ihm erwartet.

Wahre Gerechtigkeit vor Gott, die rettet, und die für den Himmel qualifiziert, ist nicht nur angerechnet, sondern auch ein Lebensstil, der im richtigen Verhältnis zu Gott steht und seinen Willen tut. Das macht Jesus hier in den Versen und auch durch die Verwendung des Wortes Gerechtigkeit deutlich.

Wir werden die praktische Bedeutung der von Jesus geforderten besseren Gerechtigkeit im Verlauf des Matthäus-Evangeliums und auch des ganzen Neuen Testamentes noch weiter untersuchen.

Mt 5, 21-26     

Die erste Todsünde vermeiden

Mit Glaubensgeschwistern nicht missfällig umgehen und sich mit den Glaubensgeschwistern schnell und rechtzeitig und noch bei Lebzeiten versöhnen bewahrt vor der Verdammung Gottes.

21 „Ihr habt gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst keinen Mord begehen. Wer mordet, soll vor Gericht gestellt werden.‘ Ich aber sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, gehört vor Gericht. Wer aber zu seinem Bruder ‚Schwachkopf‘ sagt, der gehört vor den Hohen Rat. Und wer zu ihm sagt: ‚Du Idiot!‘, gehört ins Feuer der Hölle. 23 Wenn du also deine Opfergabe zum Altar bringst und es fällt dir dort ein, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 dann lass deine Gabe vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder! Dann komm und bring Gott dein Opfer. 25 Wenn du jemand eine Schuld zu bezahlen hast, einige dich schnell mit deinem Gegner, solange du noch mit ihm auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird er dich dem Richter ausliefern, und der wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du kommst ins Gefängnis. 26 Ich versichere dir, du kommst erst dann wieder heraus, wenn du den letzten Cent bezahlt hast.“

Jesus greift hier die 10 Gebote des alttestamentlichen Gesetzes auf und verschärft sie: Mord fängt schon in den Gedanken an: Zorn auf den Bruder und die Schwester und eine verächtliche Sicht führen schon vor eine menschliche Gerichtswürdigkeit im Himmelreich. Eine starke Beleidigung und damit praktischer gedanklicher Mord meines Bruders oder meiner Schwester lässt mich vor Gott des höllischen Feuers schuldig werden. Jesus bringt diese Aussage absolut: Wer das tut, dem wird es so ergehen. Er ist des höllischen Feuers schuldig. Da gibt es keine Entschuldigung für die eigene Sünde und keine Ausnahmen.  Darum gibt es nichts Wichtigeres, als sich mit seinem Bruder und Schwester zu versöhnen, wenn ich so schuldig an ihnen geworden bin. Vor dem Himmel und vor den betroffenen Geschwistern ist das eine offene Schuldrechnung auf meiner Seite. Die gute Nachricht ist: Noch ist Zeit zur Umkehr – bis wir vor Gottes Gericht stehen. Noch ist Zeit, über den eigenen verächtlichen Umgang an Geschwister Buße zu tun und umzukehren. Nutzen wir sie zu Lebzeiten. Doch dann fällt Gott das Urteil: Wer zeitlebens unversöhnlich blieb, dem wird die unbezahlte Schuld dann angerechnet werden: Er kommt ins Gefängnis des höllischen Feuers, bis er den letzten Cent bezahlt hat. ER hatte eine Schuld zu bezahlen, die er nicht beglichen hat.

Die Frage ist, kann jemand in diesem Zustand noch etwas bezahlen, kann jemand seine Schuld abbüßen? Gibt es ein Fegefeuer für ungehorsame Nachfolger Christi? Oder sind sie im höllischen Feuer für immer verloren?  Nirgendwo in der Bibel steht, dass jemand je wieder aus dem höllischen Feuer herauskommen wird. Nirgendwo sagt die Bibel, dass wir jemals unsere eigene Schuld abbüßen oder dafür bezahlen können. Im Gegenteil, das höllische Feuer geht niemals aus. Es verbrennt die, die darin sind. Es braucht immer ein unschuldiges, stellvertretendes Opfer, damit unsere Schuld vergeben werden kann. Der Text für sich alleine scheint es offen zu lassen, ob wir im höllischen Feuer unsere gerechte Strafe noch abbüßen können. Aber das Gesamtzeugnis der Schrift und Jesus lassen uns diese Hoffnung nicht zu. In Mt 18, 34 sagt uns Jesus, dass Gott zornig über die ist, die ihren Glaubensgeschwistern nicht vergeben. Und ein auf mich zorniger Gott in der Ewigkeit hat und wird mir nicht vergeben, das wäre eine trügerische Hoffnung. Darum: Lasst uns die Gnadenzeit nutzen und mit allen Geschwistern respektvoll umgehen und wo es an uns liegt uns entschuldigen und versöhnen.

Mt 5, 27-30

Die zweite Todsünde vermeiden

Wer als Nachfolger Jesu in sexuelle Sünden fällt, in Gedanken Worten und Taten – und keine drastische Buße über und Trennung von inneren (und äußeren) sexuellen Sünden vollzieht – der wird in der Hölle in den ewigen Flammen umkommen, sagt Jesus.

27 „Ihr wisst, dass es heißt: ‚Du sollst nicht Ehebruch begehen!‘ Ich aber sage euch: Wer die Frau eines anderen begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. 29 Wenn du durch dein rechtes Auge verführt wirst, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, du verlierst eins deiner Glieder, als dass du mit unversehrtem Körper in die Hölle kommst. 30 Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg. Es ist besser für dich, du verlierst eins deiner Glieder, als dass du mit unversehrtem Körper in die Hölle kommst.

Nach Mord wird jetzt die geistliche Bedeutung von Ehebruch von Jesus erklärt: Er beginnt schon in den Gedanken. Schon hier kann man ein Ehebrecher sein. Und die erschreckend klare Heiligkeit Jesu erklärt, dass schon solche Gedanken der Grund für die Verdammnis im Feuer der Hölle sind. Lieber sollen wir uns sündigende (Gedanken-)Glieder ausreißen, als so zu enden. Der Zusammenhang zwischen unserem Tun und unserem ewigen Schicksal wir klar von Jesus hergestellt. Und er kann durch keine noch so gewundene theologische Erklärung wegrationalisiert werden. Die einzige Interpretationsbreite, die dieser Text noch offen lässt ist: Hat Jesus hier einzelne Sünden im Blick, von den der Gläubige (immer wieder) umkehren und auch Vergebung erhalten kann, oder eine Lebenshaltung und einen Lebensstil, der/die den Gläubigen bestimmen? Wir werden das Neue Testament zu dieser Frage noch genauer untersuchen. Doch die Aussagen Jesu an dieser Stelle sind schon drastisch genug: Sie verbieten uns, so wie sie Jesu gesagt hat, auch nur die leiseste Drift in eine solche Haltung des inneren Ehebruchs und mahnen uns mit heiligem Ernst, einer heiligen inneren Reinheit nachzujagen.

Mt 5, 43-48

Die Qualität unserer Rettung

Feindesliebe bringt großen Lohn im Himmel, natürliche Liebe und Wiederlieben nicht.

43 Ihr wisst, dass es heißt: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. 45 So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr dafür wohl verdient? Denn das machen auch die Zöllner. 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr damit Besonderes? Das tun auch die, die Gott nicht kennen. 48 Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

Hier geht es nicht um Rettung und ewiges Heil, hier geht es um unseren Lohn im Himmel: Feindesliebe, und Gebet für die, die uns Gläubige verfolgen und Vollkommenheit unserer Haltung und unseres Wesens, wie Gott vollkommen ist werden uns Lohn im Himmel bringen. Normales menschliches Verhalten, wie alle anderen Menschen es tun, reicht dazu nicht aus. Ohne Gottes übernatürliches Wirken an uns, das sich in unserem außergewöhnlichen Denken, Segnen und Handeln an unseren Feinden niederschlägt, haben wir keinen großen Lohn im Himmel zu erwarten.

Mt 6, 5-6; Mt 6, 17-18

Guter und schlechter Influencer

Unser Lohn im Himmel wird maßgeblich von unserer Haltung und unseren Motiven bestimmt werden, die wir auf der Erde hatten. Gottes Anerkennung als Beweggrund führt zu Lohn, Beifallheischung von Menschen ist ein Lohnvernichter.

1 „Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen. Sonst könnt ihr keinen Lohn vom Vater im Himmel erwarten. 2 Wenn du zum Beispiel den Armen etwas gibst, dann lass es nicht vor dir her ausposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten geehrt zu werden. Ich versichere euch: Diese Ehrung ist dann schon ihr ganzer Lohn. 3 Wenn du den Armen etwas gibst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 damit deine Mildtätigkeit im Verborgenen bleibt. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen. 5 Wenn ihr betet, macht es nicht so wie die Heuchler, die sich dazu gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, damit sie von den Leuten gesehen werden. Ich versichere euch: Diese Ehrung ist dann schon ihr ganzer Lohn. 6 Wenn du betest, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen. …  16 Wenn ihr fastet, dann setzt keine wehleidige Miene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Äußeres, damit die Leute ihnen ansehen, dass sie fasten. Ich versichere euch: Diese Ehrung ist dann auch ihr ganzer Lohn. 17 Wenn du fastest, dann pflege dein Haar und wasche dein Gesicht, 18 damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich belohnen.

In den vorigen Versen haben wir gelernt, für was wir Lohn im Himmel erwarten können. Hier lernen wir wofür wir noch Lohn im Himmel von unserem Vater im Himmel erwarten können und welche Voraussetzungen Gott geschaffen hat, dass auch wirklich Lohn erhalten. Denn es besteht die Gefahr, dass wir unseren Lohn durch eine falsche Haltung bei unserem Tun gleich wieder zunichtemachen, bzw. wir unseren Lohn ungewollt schon auf dieser Erde bekommen und im Himmel dann nichts mehr zu erwarten haben:

  • den Armen zur Seite stehen und ihnen helfen
  • beten und
  • fasten

Wenn wir das auf dieser Erde nicht – im Geheimen und in Gedanken – für Gott tun, sondern um den Beifall von Menschen zu erheischen, haben wir unseren Lohn schon gehabt.
Nicht nur unsere Rettung ist eine Frage unseres Seins und Tuns. Auch unser Lohn im Himmel wird maßgeblich von unserer Haltung und unseren Motiven bestimmt werden, die wir auf der Erde hatten.

Mt 6, 7-15

Todsünde Nr. 1 reloaded

Wer anderen nicht ihre Schuld vergibt, schließt sich selbst von der Vergebung Gottes und in der Folge vom ewigen Heil aus. Gebet zu Gott um Bewahrung ist ein wichtiger Schlüssel, nicht in Sünde zu fallen.

7 Beim Beten sollt ihr nicht plappern wie die Menschen, die Gott nicht kennen. Sie denken, dass sie erhört werden, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es nicht wie sie! Denn euer Vater weiß ja, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn bittet. 9 Ihr sollt vielmehr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein heiliger Name werde geehrt! 10 Deine Herrschaft komme! Dein Wille geschehe auf der Erde wie im Himmel! 11 Gib uns, was wir heute brauchen! 12 Und vergib uns unsere ganze Schuld! Auch wir haben denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns von dem Bösen! 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. 15 Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben

Wir sollen nicht nur Dinge der formhalber sagen im Gebet, sondern die Dinge auch wirklich meinen, die wir beten. Und von allen möglichen Anliegen im Gebet auf dieser Welt sind die Erfüllung des Willens Gottes und sein Reich und seine Herrschaft auf dieser Erde das Wichtigste. Doch Gott hat eine Prüfung für unsere Ernsthaftigkeit eingebaut: Ob es uns wirklich ernst ist, ob unsere Haltung wirklich stimmt, wird daran deutlich, ob wir selber umsetzen, was wir für uns persönlich beten: Gott prüft, ob wir denen vergeben, die an uns selbst schuldig werden. Das ist Gott sogar so wichtig, dass er unser ewiges Heil damit verbunden hat, ob wir den Menschen IHRE Schuld an uns vergeben oder nicht. Unser ewiges Heil? Und wieso ich mir das so sicher bin? Weil Gott uns unsere eigene Schuld nicht vergeben wird, wenn wir anderen ihre Schuld an uns nicht vergeben. Und die vergebene Schuld – das ist genau das Unterscheidungszeichen zwischen an Christus Gläubigen und Ungläubigen, zwischen Himmel und Hölle. Wenn Christus nicht mehr für deine Schuld bezahlt – wer wird und kann dann für deine Schuld bezahlen? Welches Lösegeld wirst und kannst du Gott geben, um dich von seinem Zorn über dich loszukaufen? Es ist unmöglich: Wer anderen ihre Schuld nicht vergibt, schließt sich selbst vom ewigen Heil aus. Er zeigt, dass er seine Einstellung nicht (genügend) geändert hat. Er ist sich selbst wichtiger als Gott. Und damit hat er Gott verleugnet.

Aus all dem wir deutlich, dass zur Rettung durch das Evangelium eine Umkehr des Herzens notwendig ist, die Gottes Wille als höchste Priorität hat. Wer nicht so radikal umkehrt von seinem Leben, dass Gott ihm wichtiger wird, als alles andere in seinem Leben, kann auf Dauer nicht gerettet bleiben, wenn es zum Test kommt. Und der Test ist, ob er oder sie Gottes Wille oder seinem und ihrem eigenen Willen folgt.

Das sind harte Schlussfolgerungen. Und sie werden uns von Jesus im wichtigsten Gebet für seine Jünger gelehrt und sofort nach dem Gebet noch einmal aufgegriffen und wiederholt. Jesus ist so wichtig, dass wir das begreifen, dass er die zwei-Zeugen-Regel in der Bibel zur Bekräftigung dieser Wahrheit gebraucht. Erst stellt Jesus die Regel im Vaterunser vor:

Gott wird uns unsere eigene Schuld genau in dem Maße vergeben, wie wir anderen Menschen ihre Schuld an uns vergeben.

Und direkt nach der Bergpredigt erläutert Jesus noch einmal ausführlich, dass es wirklich so ist und was das für uns bedeutet: Unvergebenheit auf unserer Seite führt dazu, dass Gott auch uns nicht vergibt.

Keine andere Wahrheit sonst wird von Jesus in der Bergpredigt doppelt aufgeführt. Aber die schweren Konsequenzen, anderen Menschen und vor allem den eigenen Geschwistern nicht zu vergeben führt er doppelt aus. Schon in Kapitel 5 hatte Jesus gesagt: Wer seine Glaubensgeschwister verachtet und „Du Idiot!“ zu seinem Bruder oder seiner Schwester sagt (ohne davon rechtzeitig umzukehren) ist nach dem Urteil Jesu des höllischen Feuers schuldig geworden (Mt 5, 22). Nichts sagt Jesus deutlicher und klar unterstützt nach der 2-3 Zeugenregel aus dem Alten Testament:

Unsere Vergebungsbereitschaft grundsätzlich und unsere Wertschätzung anderen Glaubensgeschwistern gegenüber sind maßgebliche Vorbedingungen dafür, gerettet zu sein und zu bleiben.

Wie können wir angesichts dieser Gefährdung im Glauben gesund bleiben und leben? Jesus rahmt mit seinen Ermahnungen zu vergeben das Gebet ein, dass der Vater uns nicht in Versuchung führen, sondern uns von dem Bösen befreien möge. Gebet zu Gott um Bewahrung ist – und immer und immer wieder wie wir sehen werden – der Schlüssel, nicht in Sünde zu fallen, und damit in unserer Beziehung zu Gott zu bleiben.

Mt 7, 1-2; Mt 7, 12-14

Sonntagsspaziergang oder Bergmarathon

Wer sich selbst mehr liebt als andere, ist durch die breite Tür gegangen und befindet sich auf dem weiten Weg in die Verdammnis. Das wird dadurch deutlich, dass er von anderen mehr erwartet, als er selber für sie zu tun bereit ist und dass er andere richtet und verurteilt und nicht sich selber. Der enge rettende Weg besteht darin, andere nicht zu richten und sie mindestens genauso so gut zu behandeln, wie sich selbst.

1 „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn so wie ihr über andere urteilt, wird man auch euch beurteilen, und das Maß, mit dem ihr bei anderen messt, wird auch euch zugemessen werden. …

12 Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie! Das ist es, was Gesetz und Propheten fordern. 13 Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind dorthin unterwegs. 14 Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden!

In den Versen 1-2 des Kapitels 7 macht Jesus deutlich, dass Gottes Urteil über uns völlig von unserem Urteil über andere abhängt. Er lässt dabei zuerst noch offen, ob es dabei um unseren Lohn im Himmel geht, oder um unser ewiges Heil. Doch in den Versen 12-14 macht er es klar: Unsere Einstellung und unser Urteil anderen Menschen gegenüber ist wie Vergebung zu gewähren eine Grundvoraussetzung dazu, um gerettet zu werden oder zu bleiben. Er erweitert die Bedingung sogar noch: Wir sollen anderen alles tun, was wir selber von ihnen erwarten. Hier wird eine große Aktivität von unserer Seite gefordert, die weit über Vergebung und Haltung anderen Menschen gegenüber hinausgeht, es geht um aktives Handeln. Wenn wir das Evangelium der Vergebung durch Jesus nicht kennen würden, könnten wir meinen, dass wir nur durch Werke und durch das Halten des neuen Gesetzes Jesu in der Bergpredigt gerettet werden können. Aber nein – das Evangelium gilt: Jedem Sünder, der zu Jesus umkehrt, dem ist von Anfang an vergeben und er ist errettet – auch wenn Jesus es hier in der Bergpredigt so nicht extra betont. Und doch macht Jesus unmissverständlich in seiner Bergpredigt klar: Das Evangelium und die Vergebung Gottes sind kein Freibrief, zu leben wie wir wollen. Sie werden gültig und wirksam für den, der vom Augenblick der Vergebung an seinen Willen dem Willen Gottes unterstellt, Gott und den Nächsten höher achtet als sich selbst. Wir werden nicht durch Gehorsam Gott gegenüber gerettet, aber nur durch Gehorsam Gott gegenüber bleiben wir gerettet. Wie weit der Freiraum für Versagen und Umkehr und Wiederherstellung ist, deutet Jesus in der Bergpredigt nur vage an: In Mt 5, 23-25 sagt er, dass wir die Dinge, die uns von Menschen und damit von Gott trennen von unserer Seite schleunigst bereinigen sollen, solange noch Zeit ist. Es bleibt ein Freiraum zur Umkehr, aber der ist begrenzt. Denn keiner von uns weiß, wann seine eigene Stunde geschlagen hat.

Und so wird umso deutlicher, was es heißt, ein Jünger Jesu zu sein: Gott mehr zu lieben als uns selbst und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Wer die Aussagen Jesu abmildern und abschwächen will, muss aus der Bergpredigt zeigen, weshalb er das darf.

Jesus macht unmissverständlich deutlich, die Latte für unsere Errettung wirklich menschlich gesehen so hoch hängt: Das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben. Die enge Pforte und der schmale Weg führen zum Heil. Und mit diesem Bild macht Jesus noch eines klar: Es gibt nicht nur zwei Türen. Es gibt auch zwei Wege. Weder reicht es für die Juden zu sagen, ihre Tür ins Himmelreich ist ihre Zugehörigkeit zum Volk Gottes – diesen Gedanken korrigiert Johannes der Täufer schon zum Beginn des Matthäus-Evangeliums mit allem Nachdruck (Mt 3, 9). Genauso kann kein Jünger Jesu sagen: „Weil ich durch die richtige Tür gegangen bin, bin ich gerettet“. Gerettet ja. Aber gerettet bleibt nur, wer sich nicht einreiht in die Menge derer, über die Jesus seine Weherufe ausspricht, wer sich von seinen sexuellen Sünden so drastisch trennt, wie von einem sündigenden Körperglied, wer seine Glaubensgeschwister mit Liebe und Respekt behandelt, wer grundsätzlich anderen vergibt, wo sie an ihm und ihr schuldig werden, und wer andere von seiner Haltung her so behandelt, wie er und sie selber behandelt werden möchte.

Und wenn du jetzt überwältigt bist von diesem Anspruch und dieser Lehre, dann geht es dir wie der Volksmenge in Mt 7, 28, die die Lehre Jesu hörte und sehr erstaunte, ja geschockt davon war (G 1605 ἐκπλήσσω – ekplesso). Und wenn du etwas abmildern willst, weil deine geistlichen Lehrer dir bisher anderes verkündet haben, dann lies die folgenden Worte von Jesus:

Mt 7, 15-23

Heil für Macher, nicht für Redner

Wer Gottes Willen kennt und nicht tut, wird verloren gehen. Nicht was ein Mensch äußerlich bekennt, bringt ihn in den Himmel. Nur das, was er mit seiner Lebenspraxis bekennt, mit den guten Früchten seines Handelns, das rettet ihn. Das Evangelium ist: Wir werden frei gerettet, ohne etwas beitragen zu können. Aber gerettet zu bleiben kostet unser (Eigen-) Leben. Wer etwas anderes sagt, ist ein falscher Prophet und Irrlehrer und ein reißender Wolf im Schafspelz.

15 Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Von Dornen erntet man keine Weintrauben, und von Disteln kann man keine Feigen lesen. 17 So trägt jeder gute Baum gute Früchte und ein schlechter Baum schlechte. 18 Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten. 19 Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen 20 Deshalb sage ich: An ihren Früchten werden sie erkannt. 21 Nicht jeder, der dauernd ‚Herr‘ zu mir sagt, wird in das Reich kommen, das der Himmel regiert, sondern nur der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 An jenem Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen: ‚Herr, haben wir nicht mit deinem Namen geweissagt? Herr, haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen Wunder getan?‘ 23 Doch dann werde ich ihnen unmissverständlich erklären: ‚Ich habe euch nie gekannt! Macht euch fort, ihr Schufte!‘“

Solche Worte hören wir von unseren geistlichen Lehrern selten: Und das ist lebensgefährlich.
Wer Gottes Willen kennt und nicht tut, wird verloren gehen. Nicht was ein Mensch äußerlich bekennt, bringt ihn in den Himmel. Nur das, was er mit seiner Lebenspraxis bekennt, mit guten Früchten, das rettet ihn. Das Evangelium ist: Wir werden frei gerettet, ohne etwas beitragen zu können. Aber gerettet zu bleiben kostet unser (Eigen-) Leben. Wer etwas anderes sagt, ist ein falscher Prophet und Lehrer und ein reißender Wolf im Schafspelz.

Und als ob das alles noch nicht genug wäre, setzt Jesus dem Ganzen noch die Krone auf und fasst zusammen, was Jünger Jesu sein oder nicht sein nach seiner Bergpredigt bedeutet.

Mt 7, 24-29

9/11 unbeschadet überleben

Unsere ewige Rettung ist direkt abhängig von unserem Gehorsam und dem Umsetzen des Willens Jesu für unser Leben.

24 „Darum gleicht jeder, der auf meine Worte hört und tut, was ich sage, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. 25 Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten, wenn der Sturm tobt und an dem Haus rüttelt, stürzt es nicht ein, denn es ist auf Felsen gegründet. 26 Doch wer meine Worte hört und sich nicht danach richtet, gleicht einem unvernünftigen Mann, der sein Haus einfach auf den Sand setzt. 27 Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten, wenn der Sturm tobt und an dem Haus rüttelt, bricht es zusammen und wird völlig zerstört.“ 28 Als Jesus seine Rede beendet hatte, war die Menge überwältigt von seiner Lehre, 29 denn er sprach mit Vollmacht – ganz anders als ihre Gesetzeslehrer.

Hier bleibt nicht mehr zu sagen über das hinaus, was gesagt wurde: Ewige Rettung ist direkt abhängig von unserem Gehorsam und dem Umsetzen des Willens Jesu für unser Leben.
So sehr wir versucht sind, jetzt andere Bibelstellen anzuführen und die für uns so harten Aussagen Jesu abzumildern: Wie können wir das tun, ohne Jesu Worte hier zu untergraben und ohne sie wirklich ernst zu nehmen? Auch wer über mich als Ausleger an dieser Stelle zornig geworden ist, muss bedenken: Was habe ich anderes gesagt, als Jesus selbst? Ich habe praktisch nur mit leicht anderen Worten aber in der Sache genau das gesagt und wiederholt, was Jesus gesagt hat. Und warum regt es dich dann so auf? Kann es sein, dass du dich schon zu sehr an die Bergpredigt gewöhnt hast und innerlich als unerreichbar eingestuft hast und dir – falschen? – Trost an anderen Schriftstellen oder von Predigern geholt hast, die die Wunde deines Lebens beschwichtigen und sagen: „Friede, Friede!“ und es ist doch kein Friede? Jesus wird am Ende der Zeiten genau das tun, was er in der Bergpredigt ankündigt: Er wird die im Himmel aufnehmen und mit ihnen feiern, die aus freier Gnade gerettet wurden UND ihm als Herrn gehorsam waren. Die aber, die Jesus nur mit ihrem Lippenbekenntnis folgten und geistliche Aktivitäten für Jesus taten, Jesus aber nicht wirklich Herr sein ließen und sein Wort nicht befolgten, werden auf ewig verloren gehen.

Das Evangelium, das Jesus uns hier im Matthäus-Evangelium in der Bergpredigt vorstellt ist die gute Nachricht des Königs, für alle, die durch ihn als Tür ein- und auf ihm dem Weg des Gehorsams gegenüber dem Vater gehen – bis sie einmal vor ihm stehen.

Mt 8, 5-12

(Un-) Glaube weltweit

Fruchtbringender Glaube an Jesus auf der Erde bringt ins Königreich der Himmel.

5 Als Jesus in Kafarnaum eintraf, trat der dort stationierte Hauptmann an ihn heran. 6 „Herr“, sagte er, „mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat furchtbare Schmerzen.“ 7 Jesus erwiderte: „Ich will kommen und ihn heilen.“ 8 Da entgegnete der Hauptmann: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach kommst. Sprich nur ein Wort, und mein Diener wird gesund! 9 Ich unterstehe ja auch dem Befehl von Vorgesetzten und habe meinerseits Soldaten unter mir. Sage ich zu einem von ihnen: ‚Geh!‘, dann geht er, und zu einem anderen: ‚Komm!‘, dann kommt er. Und wenn ich zu meinem Sklaven sage: ‚Tu das!‘, dann tut er es.“ 10 Jesus war sehr erstaunt, das zu hören, und sagte zu der Menschenmenge, die ihm folgte: „Ich versichere euch: Solch einen Glauben habe ich in ganz Israel bei niemand gefunden. 11 Und ich sage euch: Aus allen Himmelsrichtungen werden Menschen kommen und zusammen mit Abraham, Isaak und Jakob ihre Plätze im Königreich der Himmel einnehmen.12 Aber die Bürger des Reiches werden in die Finsternis hinausgeworfen, wo dann das große Weinen und Zähneknirschen anfangen wird.“

Bisher hatten wir nur den Umkehr-Ruf von Johannes des Täufers zur Wassertaufe und zur Vergebung der Sünden gehört. Das alleine schon war eine gute Nachricht, dass Gott auf die Umkehr seines Volkes hin vergibt. Das Erkennungszeichen klarer Umkehr gab Johannes vor: Eine geänderte Herzens-Einstellung und ein Leben, das guten Früchte hervorbringt. Jetzt zieht Jesus durch Israel und verkündigt die gute Botschaft vom Reich Gottes. Weshalb ist diese Botschaft gut? Weil Gott im Reich Gottes wirklich regiert. Sein Wille geschieht im Reich Gottes, so wie es im Vaterunser und in der Bergpredigt von Jesus beschrieben wird. Einige Verhaltensweisen bestimmen nur unseren Lohn im Himmel, andere bestimmen über unser ewiges Heil. Aber immer geht es darum, ob wir den Worten Jesus glauben und ob wir sein Wort umsetzen oder nicht. Wir können nur tun, was wir glauben. Und wir können es nur durch Gnade tun. Letztlich und in der Wurzel ist verändertes Handeln immer folge eines erneuerten Denkens. Im allerletzten entspringt alles, was wir tun, immer unserem Glauben, den wir haben und unserem Denken über Gott. Und genau auf dieses richtige Denken über Gott und unseren daraus folgenden Glauben kommt es an. Was glaube ich, und was hat das für Konsequenzen für mich?
Hier an dieser Stelle mit der Geschichte von Hauptmann mit seinem gelähmten Knecht macht Jesus deutlich, wie wichtig der Glaube in der Beziehung zu ihm ist. An unserem Glauben hängt alles. Der Hauptmann glaubt Jesus, wer er ist, er sieht hinter das Äußere des jüdischen Wanderpredigers. Und er bleibt nicht bei diesem Vertrauen auf und seinem Zutrauen zu Jesus. Sein Glaube bewegt ihn zu einer Tat: Er bittet Jesus zuerst, seinen Knecht zu heilen und wehrt dann im nächsten Schritt ab, dass Jesus sich überhaupt auf den Weg zum Heilen machen muss. Denn der Hauptmann erkennt Jesus als den an, der er ist: Der Gesandte Gottes mit unbegrenzter Vollmacht. Der Glaube des Hauptmanns ist nicht theoretisch: Er bringt fruchtbare Werke hervor. Und genau solch einen Glauben sucht Jesus – bei seinem Volk Israel – bisher – vergeblich. Und bei uns?

Mt 9, 1-2

Glaube, Vergebung, Heil

Jede wirkliche Heilung setzt bei der Vergebung unserer Schuld an. Jesus kann Sünden vergeben und durch unser Vertrauen auf Jesus können andere gerettet werden und die Vergebung ihrer Schuld erfahren.

1 Jesus stieg wieder ins Boot, fuhr über den See und kehrte in seine Stadt zurück. 2 Da brachten einige Männer einen Gelähmten zu ihm. Er lag auf einer Matte. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Du musst keine Angst haben, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“

Matthäus macht uns auch in der nächsten Begebenheit deutlich, wie wichtig der Glaube ist, welche hervorragende Rolle er spielt. Noch wissen wir nichts vom vollen Evangelium des Gekreuzigten und wieder Auferstandenen. Doch wir sehen Jesus, der Vollmacht hat, Sünden zu vergeben oder nicht. Und wir sehen, dass EIGENE Anstrengung nicht die Vergebung Jesu bewirkt, sondern nur das befreiende Wort Jesu. ER vergibt Sünden, und wir können nichts dazu tun.
Oder etwa doch? Denn Jesus vergibt dem Gelähmten nicht einfach so. Er vergibt ihm, als er IHREN Glauben sah, den Glauben derer, die den Gelähmten zu Jesus gebracht hatten. Jesus vergibt auf Glauben hin. Er vergibt auf Glauben hin, der Werke hervorbringt. Die besondere Anstrengung des Gelähmten und seines Helfers, jede nur erdenkliche Mühe auf sich zu nehmen, um zu Jesus zu kommen. Das ist der Glaube, den Jesus sucht und das ist der Glaube, den Jesus belohnt.

Und unwillkürlich fragen wir uns, wieso der Glaube der ANDEREN dem Gelähmten Hilfe bringt? Und wieso besteht die wirkliche notwendige Hilfe für den Gelähmten in der Vergebung seiner Sünden und nicht in erster Linie in seiner Heilung?

Vielleicht ist die Lähmung dieses Mannes ja gar nicht das eigentliche Problem aus der Sicht Jesu. Jesus blickt tiefer. Und tiefer hinter manche oberflächlichen Probleme sollten auch wir blicken: Jede wirkliche Heilung setzt bei der Vergebung unserer Schuld an. Und vielleicht will Jesus uns mit dieser Begebenheit lehren, dass die Rettung anderer, die Vergebung ihrer Schuld von uns als Helfern abhängt, was wir auf uns nehmen, um sie wirklich bis vor Jesus zu bringen. Oder – vielleicht war der Gelähmte ja selbst dabei beteiligt, vor Jesus zu kommen und er feuerte seine Helfer an, alles nur Erdenkbare zu versuchen, um ihn zu Jesus zu bringen – und so sah Jesus seinen und ihren – der Helfer – Glauben als Einheit?
Es kann alles und von jedem etwas sein. Doch wir lernen, wie wichtig Jesus wieder Glauben ist, der fruchtbare Werke hervorbringt – das Werk, alles daranzusetzen um zu Jesus zu kommen und die Hilfe zu erlangen, die wir und andere brauchen. Der Glaube, den Jesus im Matthäus-Evangelium vorstellt, der geht in die Beine, Arme, Hände und Füße und lässt uns handeln – und setzt die frei, die durch ihre Schuld gebunden sind und den Willen Gottes nicht tun können.

 

Mt 9, 11-13

Niemand ist zu sündenkrank

Die Einsicht in unser Sündenkranksein als Menschen fehlt uns natürlicherweise. Aber es gibt eine wirklich gute Nachricht für alle, die ihr Sünderkranksein vor Gott erkennen und daran leiden. Und die lautet:  Niemand ist zu krank, niemand ist zu sehr Sünder, jeder kann zu Jesus, dem großen Arzt zu kommen.

11 Als einige Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: „Wie kann euer Rabbi sich nur mit Zöllnern und Sündern an einen Tisch setzen?“ 12 Jesus hörte das und erwiderte: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 13 Nun geht und denkt einmal darüber nach, was mit dem Wort gemeint ist: ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer!‘ Dann versteht ihr auch, dass ich nicht gekommen bin, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder.“

Die Einsicht in unser Sündenkranksein als Menschen fehlt uns natürlicherweise. Das macht Jesus unmissverständlich in dieser Begebenheit mit den Pharisäern deutlich. Nur wer sich als krank erkennt, wird zum Arzt gehen. Und nur wer zum Arzt geht, dem kann geholfen werden. Und hier strahlt die gute Nachricht wirklich hervor: Niemand ist zu krank, niemand ist zu sehr Sünder, um zu Jesus, dem großen Arzt zu kommen! Das ist einmal wirklich gute Nachricht, für alle, die ihr Sünderkranksein vor Gott erkennen und daran leiden.

Mt 10, 6-15

Die Botschaft von der Herrschaft des Himmels scheidet die Geister

Am Umgang mit Gottes Wort hängt mein zukünftiges Schicksal ab. Die Verantwortung liegt an mir, dem Hörer. Nur meine der Botschaft angemessene Reaktion führt zum Heil. Je mehr ich von Gott weiß, desto größer ist meine Verantwortung, das auch umzusetzen, was ich von Gott weiß.

6 … Geht zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel! 7 Geht und verkündigt ihnen: ‚Die Herrschaft des Himmels steht bevor!‘ 8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Was ihr kostenlos bekommen habt, das gebt kostenlos weiter. …  11 Wenn ihr in eine Stadt oder ein Dorf kommt, findet heraus, wer es wert ist, euch aufzunehmen; und bleibt dann, bis ihr weiterzieht. 12 Wenn ihr das Haus betretet, grüßt seine Bewohner und wünscht ihnen Frieden. 13 Wenn sie es wert sind, wird der Frieden, den ihr bringt, bei ihnen einziehen. Wenn sie es nicht wert sind, wird euer Gruß wirkungslos sein. 14 Und wenn die Leute euch nicht aufnehmen oder anhören wollen, dann geht aus jenem Haus oder jenem Ort und schüttelt den Staub von euren Füßen ab. 15 Ich versichere euch: Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als solch einer Stadt.

Wo die Jünger Jesu mit der Botschaft von der Herrschaft des Himmels auftauchen, da werden sich die Geister scheiden. Dabei sind die Jünger sogar beglaubigte Boten. Im Gegensatz zu unserer heutigen christlichen Verkündigung schenkte Gott, schenkte Jesus ihnen offensichtliche Zeichen und Wunder bei jeder ihrer Verkündigung. Das stellt die Hörer der guten Botschaft vom Reich Gottes auf der anderen Seite ihrerseits aber in eine noch größere Verantwortung: Wer die Botschaft vom bevorstehenden Reich Gottes hört, und weder die Botschaft, noch ihre Boten aufnehmen will, wird der damals schlimmstmöglichen denkbaren Strafe verfallen: Ärger als Sodom und Gomorra werden diese unwilligen Hörer bestraft werden. Woher kommt dieses hohe Strafmaß? Aus der Verantwortung der Hörer. Sie wissen schon aus dem Gesetz den Willen Gottes. Sie wissen, dass nur von Gott bevollmächtigte Prediger Zeichen und Wundern tun können (Joh 3, 2). Und die Botschaft der Prediger stimmt mit Gottes Wort überein. Das Volk Israel wartet seit Jahrhunderten auf den Anbruch des Reiches Gottes. Niemand auf der Welt hat eine schlechtere Ausrede, nicht auf Gott zu hören. Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt werden. Hier trennen sich Berufene und Auserwählte. Die Berufenen sind die, die Gott ruft. Sie KÖNNEN hören und gerettet werden. Die Auserwählten TUN es. Sie HÖREN und werden gerettet. Am Umgang mit Gottes Wort hängt mein zukünftiges Schicksal ab. Die Verantwortung liegt an mir, dem Hörer. Nur meine der Botschaft angemessene Reaktion führt zum Heil.

Mt 10, 28-33

Die notwendige Furcht vor dem, der sein Volk richtet und liebt

Fürchten sollen wir als Jünger Jesu den, der auch noch unsere Seele und unseren Leib dem Verderben in der Hölle preisgeben kann. Diese Worte richtet Jesus ausdrücklich an seine eigenen Jünger. Denn wer sich als Jünger Jesu vor den Menschen zu Jesus bekennt, wird ewig gerettet werden. Wer Jesus aber vor den Menschen verleugnet, wird verloren gehen.

28 Habt keine Angst vor denen, die nur den Leib töten, der Seele aber nichts anhaben können. Fürchtet aber den, der Seele und Leib dem Verderben in der Hölle preisgeben kann. 29 Ihr wisst doch, dass zwei Spatzen für ein paar Cent verkauft werden. Doch nicht einer von ihnen fällt auf die Erde, ohne dass euer Vater es zulässt. 30 Und bei euch sind selbst die Haare auf dem Kopf alle gezählt. 31 Habt also keine Angst! Ihr seid doch mehr wert als noch so viele Spatzen.“ 32 „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. 33 Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel nicht kennen.

Sind die Hörer und die Befolger von Jesu Worten schon auf der sicheren Seite, weil sie auf Jesus gehört haben und ihm gefolgt sind? Wir werden überrascht: Nein. Fürchten sollen wir als Jünger Jesu den, der auch noch unsere Seele und unseren Leib dem Verderben in der Hölle preisgeben kann. Diese Worte richtet Jesus ausdrücklich an seine eigenen Jünger. Jesus lässt erst offen, wer das ist, der so etwas tun könnte. Und wir denken an Gott den Vater. Dann entdecken wir: Es sind der Vater und der Sohn und die beiden sind sich einig: Wen der Sohn vor dem Vater nicht bekennen wird, ist verloren und wird in der Hölle verdammt werden. Diese Worte Jesu machen uns Angst. Sie lehren uns Gott zu fürchten. Ja, Gott der Vater und Jesus sein Sohn können selbst die Nachfolger Jesu dem Verderben in der Hölle preisgeben. Sonst hätten die warnenden Worte Jesu an seine Jünger keinen Sinn. Und die ultimative Gefahr, vor der gewarnt wird, ist, Jesus nicht vor den Menschen zu bekennen, sich nicht zu ihm zu stellen und sich nicht ihm zu unterstellen. Daran entscheidet sich alles: Bekenne ich mich vor der sichtbaren und der Unsichtbaren Welt zu Jesus? Daran entscheidet sich mein ewiges Heil. Alles in uns ruft bei dieser klaren Ansage und Warnung Jesu: „Ja, ich will mich zu Jesus stellen – er soll mein Herr sein!“ Und er ist ein liebender Herr. Unser sofortiger Trost durch Jesus ist uns sicher: Uns kann nichts passieren, was unser liebender Vater im Himmel zulässt, dem sogar die Spatzen wertvoll sind und der sogar unsere Haare auf dem Kopf zählt. Die Liebe Gottes, die im Umgang auch mit seinen kleinsten Geschöpfen deutlich wird, und das sorgsame Achten Gottes unseres Vaters auch auf das kleinste Detail in unserem Leben, soll uns deutlich machen: Gott meint es gut mit uns. Er ist für uns. Er will, dass wir ihn nicht nur in seiner Strenge ernst nehmen, sondern noch viel mehr seiner Güte vertrauen. Doch solange wir und auch als Jünger Jesu auf dieser Erde leben, brauchen wir beide diese Pole in ausgewogener Einheit in unserem Bild von Gott: Gottes Strenge und seine Güte. Nur dann werden wir richtig leben. Wer die Strenge und Furcht Gottes unterschlägt, streut einen falschen Samen auf sein Ackerfeld. Eine künftige Ernte von Jüngern, die sich nicht vor Gott fürchten, ihm nicht treu folgen und sich in Tat oder Wort nicht zu ihm bekennen, ist die Folge. Der Tod ist schon im Topf, wenn wir Gottes Heiligkeit missachten und ihn nicht auch fürchten. Gott vermag alle Menschen und auch uns – wenn wir uns nicht öffentlich zu ihm bekennen – in der Hölle zu verderben. Ein Vater sagte seinen Kindern beim Bibellesen eindrücklich: „Kinder! Lasst euch lieber den Kopf abschlagen, als Jesus zu verleugnen!“ Und aus der Sowjetunion zu Zeiten der Christenverfolgung erzählt man: 10 Nachfolger Jesu sollten gezwungen werden, ihrem Glauben abzuschwören. Sie wurden nackt ausgezogen und mussten bei Minus 40 °C in der Kälte stehen. Wer Jesus absagte, konnte wieder ins Warme und war gerettet. Doch einer nach dem anderen sank unter den Qualen beißender Kälte dahin und blieb seinem Herrn Jesus Christus, der selbst für ihn gestorben war, treu bis zum Tod. Nur der Letzte zog noch rechtzeitig die irdische Notbremse, verlangte nach seinen Kleidern und sagte so Jesus ab. Da lief einer der Peiniger und Wächter dieser Christenschar zum Erstaunen seiner Kollegen an den Platz des Leugners seines Herrn, riss sich die Kleider herunter und stellte sich nackt auf dessen Platz. Völlig perplex und überrascht fragten ihn seine Kollegen, warum er denn so etwas Wahnsinniges tue. Und er sagte zu ihnen: „Seht ihr denn nicht diese himmlischen Lichtgestalten hinter jedem dieser Christen, die Siegeskränze über sie halten?“.

Mt 10, 37-39

Die größte Liebe in der Welt gewinnen durch Leiden, Sterben und den Tod

Wer seine Familie, wer Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter mehr liebt als Jesus ist seiner nicht wert und wird am Ende nicht gerettet werden. Wer nicht sein Kreuz aufnimmt und Jesus nicht folgt, wer sein eigenes Leben bewahren und festhalten will, der wird sein Leben verlieren und verloren gehen.

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein. Wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein. 38 Und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und mir folgt, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein. 39 Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer sein Leben aber meinetwegen verliert, der wird es finden.

Welches sind die größten menschlichen und emotionalen Bindungen eines Menschen im Leben? Die Beziehungen in der Familie – zu meinem Vater und meiner Mutter, zu meinem Sohn oder meiner Tochter. Und doch müssen sie vor der Beziehung zu Jesus zurückstehen. So wie Adam im Paradies Eva mehr liebte als Gott – und sich lieber von Gott lossagte, als Eva zu verleugnen, und folgend sündigte und starb, so soll es bei den Jüngern Jesu nicht sein. Die Ursache des Sündenfalls muss umgekehrt werden, das macht uns Jesus klar. Adam sündigte, weil er Eva mehr liebte als Gott – und er verlor sein ewiges Leben. Als Jünger Jesu liebe ich Jesus mehr, als mein eigenes Leben. Ich verliere ich mein Sünden-Leben und gewinne das ewige Leben durch Jesus. Das muss so sein, wenn wir erlöste Jünger Jesu sein wollen, zu denen sich Jesus einmal vor dem Vater im Himmel bekennen wird. Das Gebot, Gott von ganzem Herzen, mit aller Seele und mit aller Kraft zu lieben ist nicht nur das Ziel des christlichen Glaubens. Es ist auch die Grundvoraussetzung, um überhaupt ein Jünger Jesu zu sein, der Jesus befreit nachfolgen kann. Ein solcher Jünger hat sein wirkliches Leben in Jesus gefunden. Und er wird es nicht bereuen – weder in Zeit, noch in Ewigkeit.

Mt 10, 40-42

Nicht ohne Lohn

Keiner, der den Dienern Jesu in irgendeiner Weise dient, wird ohne Lohn bleiben.

40 Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat 41 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. 42 Und wer einem von diesen Geringgeachteten hier auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil er mein Jünger ist – ich versichere euch: Er wird gewiss nicht ohne Lohn bleiben.“

Menschen, die Nachfolger Jesu als solche erkennen und ihnen dienen, werden einmal Lohn im Himmel empfangen. Jesus erklärt die näheren Umstände nicht. Wir wissen nicht, ob es Gerettete oder Ungerettete sind. Wir wissen nicht, ob Ungerettete überhaupt Lohn empfangen können. Wir wissen nicht, ob irgendeine solcher Liebestaten an den Jüngern Jesu den Handelnden rettet. Jesus macht nur klar: Da sind Menschen, die euch als Jünger, Propheten oder Geringgeachteten Nachfolger Jesu Gutes tun. Damit dienen sie Gott selbst. Und darum werden sie belohnt werden. Die Worte Jesu sprechen uns Trost, Mit und Wertschätzung zu: Gott identifiziert sich mit uns. Er achtet uns so wert, wie sich selbst. Und keiner, der Gott in irgendeiner Weise dient, wird ohne Lohn bleiben. Rettung ist eine Sache und Lohn eine andere, das haben wir schon in der Bergpredigt Jesu gesehen. Wie auch immer Gott diese Verheißung erfüllen wird: Wir sind ermutigt von der Güte Gottes, der jedem, der ihn dient, einmal belohnen wird!

Mt 11, 3-6

Abwenden? Bleiben!

An Jesus zu zweifeln ist erlaubt. Doch wer mit seinen Zweifeln zu Jesus kommt, der findet Trost und Ermutigung und Hilfe für seinen Glauben. Am Ende gilt: Glücklich ist und ewig gerettet wird, wer sich auch in seiner Glaubenskrise nicht von Jesus abwendet.

3 Er ließ ihn fragen: „Bist du wirklich der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ 4 Jesus gab ihnen zur Antwort: „Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: 5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird gute Botschaft verkündigt. 6 Und glücklich ist der zu nennen, der sich nicht von mir abwendet.“

Johannes der Täufer ist der Bote Gottes vor Jesus her, er ist der größte von Menschen geborene Mensch, der vor Jesus je gelebt hat (Mt 11, 11). Doch das sagt Jesus den anderen Menschen, nicht zu Johannes selbst (Mt 11, 4-6). Jesus mutet Johannes in seiner größten Krise eine eigene Wahl zu – ja er traut sie ihm zu: Selber an Jesus glauben, selber an Jesus dranbleiben – auf der Grundlage von dem was Johannes von Jesus bereits wusste und jetzt hörte. An Jesus zweifeln ist erlaubt. Und Jesus weiß, dass Johannes in seiner Glaubenskrise Ermutigung braucht. Er weist ihn auf seine Werke und die Schrift hin, um ihm zu helfen, wieder glauben zu können. Und er lässt ihm sagen: Glücklich ist, wer sich nicht von mir Jesus abwendet! Ihm ist Heil und Rettung verheißen. So macht es Jesus durch die besondere Formulierung deutlich, die an die Seligpreisungen in der Bergpredigt erinnert. Jesus erwähnt hier absichtlich die schlechte Wahl nicht: Die wäre, sich von Jesus abzuwenden. Aber jeder, der die Bergpredigt von Jesus noch im Ohr hat weiß, dass das die Kehrseite der Seligpreisungen ist, wenn man nicht zu denen gehört, über die Jesus die Seligpreisungen ausspricht. Und so wird auch der größte von Menschen geborene Mensch mit dem wichtigsten Lebenswerk in der Weltgeschichte außer dem von Jesus selbst vor die Wahl gestellt: Wirst du in der größten Krise und bis zum Ende deines Lebens bei Jesus – und damit beim einzigen Heil in dieser Welt bleiben? Selig bist du dann!

Mt 11, 20-24

Hohe Verantwortung

Wem viel Offenbarung Gottes durch das Wort Gottes gegeben ist, von dem wird viel erwartet – wer Gottes Willen grundsätzlich weiß und dann noch einmal deutlicher gesagt bekommt, bestätigt durch Gottes besonderes Wirken, wer also Jesus und sein Wort nicht annimmt, dessen Verdammung wird besonders schwer werden.

Dann begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, vorzuwerfen, dass sie ihre Einstellung nicht geändert hatten: 21 „Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die unter euch geschehen sind, sie hätten längst ihre Einstellung geändert, einen Trauersack angezogen und sich Asche auf den Kopf gestreut. 22 Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch. 23 Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel erhoben werden? Nein, in die Hölle musst du hinunter. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die in dir geschehen sind, es würde heute noch stehen. 24 Ich sage euch, es wird Sodom am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.“

Die Prophezeiung Jesu bei der Entsendung seiner Jünger in den Verkündigungs- und Heilungsdienst ist bereits eingetroffen: Tatsächlich haben einige Städte nicht auf die gute Nachricht gehört und die bestätigenden Zeichen und Wunder nicht beachtet. Ihnen wird das schlimmste mögliche Gericht durch Jesus angekündigt. Es entspricht genau dem Maß ihrer Verantwortung, das sie durch das Hören und das Sehen des Wortes Gottes auf sich geladen hatten. Das macht uns überdeutlich: Niemand – und auch wir als Jünger Jesu nicht – kann vom Anspruch von Gottes Herrschaft in seinem Leben hören, ihn missachten und ungestraft bleiben. Die einzige Haltung, die vor Gott bestehen kann ist Umkehr von seinen Sünden, von seinem Eigenleben und das völlige Unterstellen unter die Herrschaft Gottes. Es gibt kein Heil ohne Umkehr zu Gott. Es gibt keine Rettung, wenn wir Jesus nicht Herr über unser Leben werden lassen. Bloße formale Zugehörigkeit zum Volk Gottes rettet nicht. Entscheidend ist, wie ich JETZT zu Gottes Anspruch an mein Leben stehe.

Mt 11, 25-30

Die einladende Offenbarung

Vom Wollen des Vaters und des Sohnes hängt es ab, ob jemand Jesus als den Herrn erkennen und anerkennen kann, der er ist – der Herr – und ob er oder sie so gerettet werden kann. Von unserer menschlichen Seite aus aber dürfen wir getröstet sein. Wir brauchen nur auf den Heilandsruf Jesu hören. Wir dürfen – jeder darf – zu Jesus kommen und gewiss sein: Wenn ich zum Sohn Gottes komme, offenbart sich Jesus mir und zeigt mir: er hat mich erwählt.

25 Damals rief Jesus aus: „Vater, du Herr über Himmel und Erde, ich preise dich, dass du das alles den Klugen und Gelehrten verborgen, aber den Unmündigen offenbar gemacht hast. 26 Ja, Vater, so hast du es gewollt. 27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden. Niemand außer dem Vater kennt den Sohn wirklich, und niemand kennt den Vater wirklich außer dem Sohn und denjenigen, denen der Sohn es offenbaren will. 28 Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen. 29 Nehmt mein Joch auf euch, und lernt von mir! Dann findet euer Leben Erfüllung, denn ich quäle euch nicht und habe ein demütiges Herz. 30 Und mein Joch drückt nicht, meine Last ist leicht.“

Bisher hat uns Jesus im Matthäus-Evangelium seine Hörer voll in die eigene Verantwortung gestellt. Hier offenbart er uns ein göttliches Geheimnis: Vom Wollen des Vaters und des Sohnes hängt es ab, ob jemand Jesus als den erkennen und anerkennen kann, der er ist: Der Herr. Und doch wirkt Jesus sofort einer evtl. aufkommen wollenden Schicksalsergebenheit nach dieser Offenbarung entgegen: Er ermutigt jeden, der ihn hört, mit seinem Heilandsruf. Wir brauchen nicht darüber rätseln, grübeln und verzweifeln, ob wir erwählt sind, oder nicht. Wir brauchen nur auf seinen Heilandsruf hören: Bin ich geplagt und stöhne unter meinen Lasten? Der Heiland ist da, der mit Ruhe geben will. Zu ihm kann ich kommen und ruhen, von ihm kann ich lernen seine leichte Last, die genau zu mir passt darf ich tragen – in der Gewissheit, sie ist nicht zu schwer und aus Liebe gegeben. Wenn dieser Liebes-, Befreiungs- und Ruheruf Jesu mein Herz berührt und mich zu ihm zieht – dann darf ich gewiss sein: Der Sohn offenbart sich mir und er hat mich erwählt. Gottes Seite ist seine Seite und sein Geheimnis. Meine Seite ist mein Herz, das sich von Jesus anrühren und berühren lässt – wenn ich es zulasse. Meine glaubensvolle Antwort auf den Heilandsruf Jesu rettet mich und bringt mich ins rechte Verhältnis mit Jesus. Und meine Bereitschaft von Jesus zu lernen und sein Joch auf sich zu nehmen hält mich in der Gemeinschaft von Jesus. Das eine geht nicht ohne das andere – und in der Summe bedeuten sie bei Jesus und gerettet sein.

Mt 12, 30-37

Alles hängt von unserem Reden ab

Wer nicht auf der Seite Jesu steht ist gegen Jesus. Aber dabei muss es nicht bleiben. Denn alle Sünden, die ein Mensch begehen mag, können ihm potenziell vergeben werden. Aufgrund unserer eigenen Worte werden wir im Endgericht freigesprochen oder verurteilt werden. Wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden. Denn ein solcher ist ein schlechter Baum und böser Mensch, der Böses hervorbringt, weil er Böses in sich hat.

30 Wer nicht auf meiner Seite steht, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. 31 Deshalb sage ich: Alle Sünden können den Menschen vergeben werden, selbst die Gotteslästerungen, die sie aussprechen. Wer aber den Heiligen Geist lästert, wird keine Vergebung finden. 32 Wer etwas gegen den Menschensohn sagt, dem kann vergeben werden. Wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden. 33 Wenn ein Baum gut ist, sind auch seine Früchte gut, ist er schlecht, sind auch seine Früchte schlecht. An den Früchten erkennt man den Baum. 34 Ihr Giftschlangenbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn aus dem Mund kommt das, was das Herz erfüllt. 35 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er mit Gutem erfüllt ist. Ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil er Böses in sich hat. 36 Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft über jedes nutzlose Wort ablegen müssen, das sie gesagt haben. 37 Denn aufgrund deiner eigenen Worte wirst du freigesprochen oder verurteilt werden.“

Diese Worte Jesu machen uns auf der einen Seite Hoffnung: Uns und allen Menschen kann vergeben werden. Und das selbst, wenn wir innerlich so heruntergekommen sein sollten, dass wir uns dazu hinreißen lassen, Gott zu lästern. Doch unser Aufatmen ist nur von kurzer Dauer: Wenn jeder Mensch von jedem nichtsnutzigen Wort, das er oder sie in seinem oder ihrem Leben geredet hat Rechenschaft ablegen muss, wer kann dann vor Gott bestehen? Doch da ist er wieder, der kleine Trost: Es ist sogar so, dass wir aus unseren Worten gerechtfertigt werden können im Endgericht. Was werden das für Worte sein? Denkt Jesus hier an die Bergpredigt, in der er sagt, dass uns mit den Maß wiedergemessen werden wird, mit dem wir messen? O weh, dann wehe uns: Unsere Worte können uns auch verdammen: Denn wer läuft schon durch die Welt und spricht sich selbst schuldiger als andere? Gehen wir nicht fast alle durch die Welt und verurteilen und verdammen andere für ihr schlechtes Handeln? Dann wehe uns – unsere Worte werden uns verdammen. Und auch als Jüngern wehe uns: Wir erinnern uns an die Worte Jesu, unsere Geschwister im Glauben weder Dummkopf, noch im allerschlimmsten Fall Idiot nenne zu dürfen – dann gibt es selbst für Jünger Jesu keine Hoffnung im Endgericht, wenn wir beizeiten nicht umgekehrt sind und Buße getan haben. Es ist also für uns eher bedrohlich einzuschätzen, wenn wir nach unseren Worten beurteilt werden im Endgericht. Und es erfordert eine tiefe Buße und Umkehr von unserer Seite und eine ganz neue Lebenspraxis des Segnens unserer Geschwister. Wir sollen sie segnen, nicht über sie stöhnen, oder sie verachten, trotz und gerade aller ihrer Schwächen. Die im Vergleich zu meinen eigenen Schwächen Tugenden sind. Selbst dieser scheinbar kleine Trost löst sich also in eine noch kleinere Hoffnung auf, wenn wir ihn näher betrachten. Doch es ist eine Hoffnung. Denn da ist sie wieder, die enge Tür, die zum Leben führt und da ist er wieder, der schmale Weg zur Rettung: Es gibt gute Menschen, die Gutes reden. Die große Frage ist, wer sind solche Menschen und wie kann man zu einem solchen Menschen werden? Dieses Geheimnis verrät Jesus uns an dieser Stelle noch nicht. Doch Jesus bleibt im Matthäus-Evangelium seiner Linie treu: Gerettet werden kann nur, wer gute Früchte hervorbringt. Bloße Lippenbekenntnisse reichen nicht. Die Vergebung aus Gnade erscheint auch hier als unsichtbare Grundbedingung. Ohne sie wird niemand gerettet werden und freigesprochen werden können. Und ohne sie wird niemand vom schlechten Baum, der er von Natur aus ist zum guten Baum werden. Aber wer die Gnade der Vergebung erfahren hat, wird zum guten Baum. Und als solcher bleibt er nur auf dem engen Weg zum Heil, wenn er Gutes redet und gute Früchte bringt. Denn jeder Mensch muss Gott einmal Rechenschaft über alle seine Worte geben. Wer Gutes redet und gute Früchte hervorbringt, bleibt in der Vergebung seiner Sünden, die Grundlage jeder rettenden Beziehung zu Gott ist.

Auf der anderen Seite werden wir aber auch sehr erstaunt, ernüchtert und traurig: Es gibt nach den Worten Jesu Menschen, die von ihrem Grundwesen her faule Bäume sind, Giftschlangenbrut, die trotz besseren Wissens den Heiligen Geist – und damit die nicht zu leugnenden Taten Gottes durch Jesus in dieser Welt lästern. Wider besseres Wissen sind sie gegen Jesus, sie sammeln nicht, sondern sie zerstreuen. Für sie gibt es keine Hoffnung. Weder auf Besserung, noch auf Vergebung. Weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen. Wer hätte nicht Furcht davor, zu diesen Menschen zu gehören? Und da ist er schon, der Rettungsanker: Wenn du oder ich auch nur einen Funken Furcht empfinden, zu diesen Menschen zu gehören, dann gehören wir nicht zu ihnen – und es gibt Hoffnung. Denn in der Furcht Gottes liegt unsere Beziehungsfähigkeit zu Gott verborgen, der uns vergeben und uns wiederherstellen und zu Bäumen machen kann, die gute Früchte bringen. Wer Gott noch achtet, für den gibt es jede Hoffnung in der Welt. Wen aber jede Warnung Jesu kalt lässt, obwohl er sie eigentlich weiß und erkennt, um den muss man bangen. Jesus alleine weiß, wo jeder Mensch steht und ob er gegen den Heiligen Geist sündigt und ob er oder sie noch umkehren kann oder nicht: Das ist sein göttliches Privileg. Wir als Menschen wissen es aber nicht. Damit gibt es aus unserer Sicht bis zum letzten Augenblick Hoffnung für jeden Menschen auf dieser Welt und auch für uns selbst. Denn jedes nichtsnutzige Wort kann uns vergeben werden, wenn wir umkehren und Vergebung bei Jesus suchen. Das macht Jesus klar, als er sagt, dass uns vergeben werden kann.
Und so sind uns diese Worte Jesu eine starke Warnung – und bieten uns trotz aller Schärfe Jesu doch Hoffnung die Gewissheit seiner Bereitschaft uns zu vergeben, wenn wir umkehren.

Mt 12, 41-42

Gerettete Richter

Schon vor Christus lag das Heil im Suchen des Gott Israels und im Hören auf seine Stimme.

41 Im Gericht werden die Männer von Ninive auftreten und diese Generation schuldig sprechen. Denn sie haben ihre Einstellung auf Jonas Predigt hin geändert – und hier steht einer, der mehr bedeutet als Jona. 42 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen. Denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören – und hier steht einer, der mehr bedeutet als Salomo.

Hier gibt Jesus uns große Hoffnung: Er redet von geretteten Menschen, von solchen, die es durch ihr Leben in den Himmel geschafft haben. Und wie konnte das geschehen? Wir werden noch erstaunter: Nur eine Glaubenshandlung an nur einer Stelle in ihrem Leben hat ausgereicht, um ihnen den Frei- und Zuspruch Gottes zu sichern.

Die Niniviten, die damals unter der Predigt von Jona Buße taten, haben auf das Wort Gottes reagiert und kehrten um. Wir wissen nicht, ob ihre Umkehr von Dauer war. Aber sie kehrten um und brachten rechtschaffene Früchte der Umkehr, so wie Johannes der Täufer es zu Beginn des Matthäus-Evangeliums fordert. Sie wurden zu guten Bäumen, die gute Früchte brachten.

Und die Königin des Südens, was tat sie? Wir lesen nichts von einer Umkehr bei ihr. Jesus erklärt uns aber, dass sie bereitwillig und voll Durst allem nachging, was sie in ihrer Situation von Gott hören und lernen konnte. Um die halbe Welt reiste sie und setzte alles ein, was sie hatte für diese Reise – ein unglaubliches Unterfangen zur damaligen Zeit. Da war er, der Durst nach Gott – der alles dazu einsetzte, um diesen Gott kennen zu lernen. Und die Königin des Südens wird durch ihren Glauben gerechtfertigt.

Ob es nun die Niniviten sind oder die Königin des Südens ist – immer ist es ein Prophet oder König und die Wahrheit Gottes im Volk Israel, die in ihrer Begegnung mit Menschen zur Rettung führen. Gottes Maßstäbe des Gerichts entziehen sich unser eigenen Einsicht. Doch so viel macht Jesu klar: Das Heil kommt nur aus Israel und in Israel vom Gott Israels, der der Gott aller Welt ist.

So viele schwere Worte Jesu habe ich bis jetzt schon kommentiert – und ich habe sie nicht selbst erfunden, nur nacheinander kommentiert, was Jesus gesagt hat – dass ich jetzt am liebsten mich selbst und jeden Leser, der an dieser Stelle noch dabei ist mit dieser Hoffnung entlassen würde, dass wir nach all den Gerichtsworten Jesu endlich auch mal ein bisschen Trost haben können und uns damit ermutigen lassen können.

Doch es ist Jesus selbst, der uns wieder und wieder den Ernst der Botschaft Gottes vor Augen führt: Ja, im Fall der Niniviten und der Königin des Südens reichte eine Glaubenstat von ganzem Herzen, die zeigte, dass sie ihre Einstellung geändert hatten und den Gott Israels glaubten und durch ihre Buße uns durch ihr Suchen Ehre gaben.
Aber diese Hoffnung dient Jesus eigentlich nur als Kontrastprogramm für die großen Gerichtsworte Jesu gegen sein eigenes Volk. Seit Jahrhunderten haben sie die und leben sie von der Offenbarung Gottes. Jetzt schenkt ihnen Gott durch Jesus, die Möglichkeit, seinen Willen noch viel besser zu erkennen und noch besser zu tun. Und sie nutzen ihre Chance nicht. Sie hören nicht auf Jesus und auf die Worte des Vaters durch ihn. Und daher werden sie im Gericht verdammt werden. Es wird noch nicht einmal nötig sein, dass Jesus ihnen das Urteil spricht:  Das werden schon alleine die tun, die Gottes Wort in viel kleinerer Form gehört und doch umgesetzt haben. Wie bitter! Und wieder bewahrheitet sich, was Jesus bereits in der Bergpredigt gesagt hat. Wem viel gegeben ist, von dem wird man viel erwarten. Und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Und wenn es schon den Hörern Jesu damals so ging und sie unter das Verdammungsurteil Jesu kamen, weil sie ihre Einstellung nicht änderten – was können wir da von Jesus erwarten, die wir jeden Sonntag seine Wahrheit in der Schrift hören und jeden Tag in seinem Wort lesen? Auch uns ist viel gegeben. Und wir tun gut daran, uns von Gottes Wort überführen, ermahnen, zurechtweisen und auf den guten Weg der Nachfolge Jesu bringen zu lassen.

Mt 12, 47-50

Wer ist wirklich mit Jesus verbunden?

Jesus führt einen Indizienbeweis: Wer Gottes Willen tut, der gehört zu seiner Familie und steht in der richtigen Beziehung zu ihm – und wird in der Folge gerettet werden.

Deine Mutter und deine Brüder sind draußen und fragen nach dir“, sagte ihm einer. 48 „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“, antwortete ihm Jesus. 49 Dann wies er mit der Hand auf seine Jünger und sagte: „Das hier ist meine Mutter und das sind meine Brüder! 50 Jeder, der nach dem Willen meines Vaters im Himmel lebt, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“

Jesus erklärt es nicht und er braucht es auch nicht: Zur Familie Jesu zu gehören, da liegt das Heil, das gibt Sicherheit und Geborgenheit für Zeit und Ewigkeit. Wenn wir hier in diesem Leben zur Familie Jesu gehören, dann auch in Ewigkeit. Doch nach Matthäus gehören wir im Gegensatz zum Johannes-Evangelium nicht durch deine (Neu)Geburt zur Familie Gottes. Oder es wird uns zumindest an dieser Stelle von Jesus noch nicht offenbart. Nein, Jesus macht es genau anders herum: Er führt einen Indizienbeweis: Wer Gottes Willen tut, der gehört zu seiner Familie und steht in der richtigen Beziehung zu ihm. Und da wird wieder der Weg deutlich, der schmale, der zum Himmel führt – und der heißt: Gottes Willen tun.

Mt 13, 10-16

Wie glücklich du bist!

Wer verstockte Augen und Ohren und ein verstocktes Herz hat, der will das Reden Gottes nicht hören, nicht verstehen und nicht in sein Leben aufnehmen und wird nicht gerettet werden. Glücklich sind und gerettet werden, deren Augen die göttliche Botschaft sehen und hören und mit dem Herzen verstehen. Doch hinter beidem steckt auch das Geheimnis der göttlichen Erwählung: Den einen ist es gegeben zu hören und zu sehen, den anderen nicht.

10 Da kamen seine Jünger zu ihm und fragten: „Warum sprichst du in Gleichnissen zu ihnen?“ 11 Er erwiderte: „Euch wurden die Geheimnisse des Himmelreichs anvertraut; ihnen nicht. 12 Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben, wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 13 Deshalb verwende ich Gleichnisse, wenn ich zu ihnen rede. Denn sie sehen und sehen doch nicht, sie hören und hören doch nicht und verstehen auch nichts. 14 An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: Hört nur zu, ihr versteht doch nichts; / seht nur hin, ihr werdet trotzdem nichts erkennen. 15 Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen sind zu. Sie wollen mit ihren Augen nichts sehen, mit ihren Ohren nichts hören und mit ihrem Herz nichts verstehen. Sie wollen nicht umkehren, dass ich sie heile. 16 Ihr aber seid glücklich zu preisen! Denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.

O göttliches Geheimnis, wer nicht hören und nicht sehen kann oder wem im Gegensatz dazu die Augen und die Ohren geöffnet werden. Wir werden es nicht ergründen können – und nicht brauchen: Ich will sehen und hören und schaue Jesus an und sehe und höre ihn. Das ist dir und mir geschenkt – und wir sind glücklich zu preisen.

Mt 13, 18-23

(Nur) Fruchtbringer werden gerettet werden

Glücklich ist, wer die Chance bekommt, das Wort Gottes zu hören. Er oder sie ist zumindest in dem Maße erwählt, dass er und sie durch das Hören des Wortes Gottes gerettet werden können. Wenn wir so erwählt aber die gute Nachricht vom Reich Gottes hören und sie nicht verstehen, kann uns der Böse rauben, was in unser Herz gesät wurde und wir werden nicht gerettet werden. Auch wer unbeständig in seiner Nachfolge Jesu ist, und das Wort Gottes keine Wurzeln schlagen lässt, wird sich gleich wieder abwenden, wenn er der Botschaft wegen in Schwierigkeiten gerät oder gar verfolgt wird – und er oder sie wird verloren gehen. Darüber hinaus sind es die halbherzigen Nachfolger Jesu, die die Sorgen ihres Alltags oder die Verlockungen eines schönen und komfortablen Lebens die Oberhand gewinnen lassen, so dass am Ende aus ihrem Leben nichts Positives für Gott herauskommt. Sie leben so, dass sie für Gott keine Frucht bringen und gehen deswegen verloren.  Gerettet werden alleine die Menschen, die die Botschaft vom Himmelreich verstehen und in Gottes Augen Frucht bringen. Und unter den Geretteten gibt es solche, die mehr oder die weniger Frucht bringen. Aber alle Fruchtbringer sind kostbar in Gottes Augen und werden gerettet werden. In der Summe: Das Hören der Botschaft alleine reicht nicht, das Wort muss verstanden werden und Frucht des Tuns daraus entstehen.

18 Ich will euch nun das Gleichnis vom Säen erklären. 19 Wenn jemand das Wort von dem Reich hört, das der Himmel regiert, und es nicht versteht, bei dem ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Böse kommt und reißt weg, was in das Herz dieses Menschen gesät wurde. 20 Die Saat auf dem felsigen Boden entspricht Menschen, die das Wort hören und es gleich freudig aufnehmen. 21 Doch weil sie unbeständig sind, kann es bei ihnen keine Wurzeln schlagen. Wenn sie wegen der Botschaft in Schwierigkeiten geraten oder gar verfolgt werden, wenden sie sich gleich wieder ab. 22 Andere Menschen entsprechen der Saat, die unter die Disteln fällt. Sie haben die Botschaft gehört, doch dann gewinnen die Sorgen ihres Alltags und die Verlockungen des Reichtums die Oberhand und ersticken das Wort. Es bleibt ohne Frucht. 23 Die Menschen schließlich, die dem guten Boden entsprechen, hören die Botschaft und verstehen sie und bringen auch Frucht, einer hundertfach, einer sechzig- und einer dreißigfach.“

Glücklich ist, wer die Chance bekommt, das Wort Gottes zu hören. Er oder sie ist zumindest in dem Maße erwählt, dass er und sie durch das Hören des Wortes Gottes gerettet werden können. Durch das Gleichnis vom vierfachen Acker zeigt uns Jesus dann, wie Gottes Wort bei denen wirkt, die es hören dürfen. Offensichtlich sind die, die am Ende Frucht bringen die Geretteten, die bei Gott ankommen, die Auserwählten. Denn an ihren Früchten wird man die wahren Nachfolger Jesu erkennen sagt Jesus (Mt 7, 16-20) – und ein guter Baum bringt gute Frucht hervor (Mt 12, 33) Wer keine gute Frucht bringt, der wird abgehauen und ins Feuer geworfen – sagt Johannes der Täufer (Mt 3, 10). Die große Frage in diesem Gleichnis ist das Thema dieses Buches: Kann jemand das Wort Gottes hören, annehmen, ein wirklicher Christ werden und dann doch verloren gehen? Wer sind die, die am Ende keine Frucht gebracht haben: Menschen, die das Wort Gottes gehört haben und sich doch nie richtig bekehrt haben? Oder kann ein in Gottes Augen fruchtloser Christ verloren gehen? Gibt es zumindest teilweise solche, die richtig bekehrt waren und dann wieder vom Glauben abfallen, wenn das möglich ist?

Jesus erklärt die Zusammenhänge nicht, er beschreibt die Wirkung des Wortes Gottes. Die bei denen das Wort Gottes dauerhaft wirkt, die, die wirklich Frucht bringen, das sind die Geretteten. In der Anfangsphase des Aufwachsens ist die eine Saat schwer von der anderen zu unterscheiden. Die Aufnahmefähigkeit und Haltefähigkeit des Herzensbodens ist, worauf es ankommt. Am Ende ist es fast ohne Bedeutung, zu wissen und zu verstehen, ob sich jemand nicht wirklich bekehrt hat oder bekehrt hat und wieder abfällt. Die Zeit und die Umstände werden es völlig klar machen.

Der Schwerpunkt im Gleichnis Jesu liegt vielmehr in der überragenden Bedeutung, wie wichtig es ist, für Gott Frucht zu bringen. Alleine wer durch sein Glaubensleben Frucht bringt, wird am Ende bei Gott ankommen.

Dabei ist von menschlicher Seite fast nicht möglich zu wissen, was wirkliches Fruchtbringen vor Gott bedeutet. Der Glaube des Schächers am Kreuz brachte Frucht, als er sich vor dem anderen Schächer zu Jesus bekannte und zaghaft hoffte, dass Jesus etwas für ihn tun konnte, obwohl er ein Verbrecher war und am Kreuz hing. Das genügte schon. Die vielen falschen oder scheinbaren Früchte des selbstgerechten Pharisäers, der sich gegenüber dem Zöllner vor Gott seiner Früchte rühmt, reichten nicht (Lk 18, 11). Nein, wir können uns, wenn wir anfangen uns ausrechnen zu wollen, ob die Frucht unseres Lebens ausreicht, um am Ende bei Gott anzukommen sehr stark verrechnen, sowohl für uns selbst, als auch für andere. Das sollten wie lieber sein lassen. Und der Verkläger unserer selbst und unserer Geschwister wird nicht fernab stehen, um uns zu verklagen. Siebenundsiebzig mal siebzig und mehr kann uns jeden einzelnen Tag vergeben werden – denn Gott vergibt uns noch freudiger, als unsere Glaubensgeschwister, wenn wir zu ihm umkehren, wenn wir gegen ihn gesündigt haben. Gott alleine sieht in unser Herz und kann uns richtig einschätzen, was wirkliche Frucht in seinen Augen ist. Wir können und brauchen es selber nicht zu probieren und wenn, dann nach der Schrift:

Wahre Frucht ist nach der Schrift die Frucht der Umkehr von unserem alten Leben (Mt 3, 8), Güte und Wahrheit (Eph 5, 9), Liebe (1 Tim 5, 8) gute Werke in und für Gott (Tit 3, 14) und der Gerechtigkeit (2 Kor 9, 10) und die Frucht der Heiligung (Röm 6, 22) und des Heiligen Geistes (Gal 5, 22) und der Erkenntnis Gottes (2 Petr 1, 8) und des Bekenntnisses zu Jesus (Hebr 13, 15).
Gott alleine weiß, wie weit wir auf dem Weg des Fruchtbringens gekommen sind und nach unseren persönlichen Gegebenheiten kommen konnten. Doch eines können wir: Wissen und verstehen, dass ein guter Anfang im Glauben alleine nicht ausreicht. Wir müssen in Jesus und im Wort Gottes verwurzelt werden, wir müssen dran bleiben an Jesus und das auf Dauer. Und irgendetwas Fruchtbares aus unserem Leben für das Reich Gottes muss aus unserem Leben für Gott hervorkommen. Selbst die 30-fache Frucht ist Gott angenehm und er nimmt uns am Ende an, auch wenn unser Glaubensleben 60- oder 100-fach hätte Frucht bringen können und wir viele Chancen, für Gott Frucht zu bringen verschenkt haben. Gott ist unendlich gnädig. Aber er macht auch deutlich: Er rettet Menschen nicht einfach so aufgrund eines vorhandenen oder guten Starts: Alleine Fruchtbringer für Jesus werden gerettet, die auch durch Schwierigkeiten hindurch und sogar durch Verfolgung an dem Wort Gottes durch Jesus dranbleiben, bei denen weder die Sorgen noch der Reichtum des Lebens auf Dauer die Oberhand gewinnen. Die pädagogische Mitte und Ziel dieses Gleichnisses Jesu ist für mich und für jeden, der dieses Wort Jesu annimmt, versteht und sich zu Herzen nimmt: Ich will zu denen gehören, die für Gott Frucht bringen mit ihrem Leben. Ich will mir das Wort Gottes nicht (gleich) wieder aus dem Herzen stehlen lassen. Ich will das Wort Gottes unbedingt in meinem Herzen Wurzeln schlagen lassen und fest darin werden. Ich will nicht zulassen, dass Sorgen oder Begierden aufwachsen und mich so gefangen nehmen, dass sie das Wort ersticken und ich keine Frucht (mehr) bringe. Ich will das Wort Gottes annehmen, wo immer es mir begegnet und mit Gottes Hilfe verstehen. Ich erkenne und nehme jetzt schon an, dass es teuer werden kann, Jesus zu folgen und überschlage die Kosten: Ich weihe mich Gott und ringe mit Gott jetzt schon darum, dass er mir alles gibt, was ich brauche, um ihm auf Dauer treu zu bleiben, auch wenn sich Verfolgung und Schwierigkeiten aufgrund meiner Nachfolge Jesu für mich ergeben. Und ich erkenne die Schönheit dieses Gleichnisses und des Fruchtbringens: Frucht bringen ist ein Bild, das nur Schönes sagt und in uns weckt. Wer würde nicht gerne herrliche Früchte genießen? Wer würde nicht freudig durch die Frucht des Ackerbodens täglich satt werden und leben können und sich stärken lassen? So ist Frucht bringen etwas Herrliches und Schönes in Gottes und auch in unseren Augen: Frucht bringen bedeutet Leben zu bringen, Freude zu bringen, Herrlichkeit zu bringen – für Gott, andere Menschen und uns selbst. Jesus ermutigt uns durch dieses Gleichnis wie schön und lebensspendend es ist, ein fruchtbares Leben für Gott zu führen. Es ist das Leben, durch das wir auch selbst am meisten gesegnet werden und das uns selbst das Leben gibt.

Mt 13, 36-43   

Unsere ausgelebte Identität rettet uns

Sohn und Tochter des Himmelsreichs zu sein heißt, der Herrschaft Gottes mit seinem Leben wirklich zu unterstehen. Nur wer den Willen Gottes in den Augen Gottes tut, ist ein Gerechter und wird am Ende bei Gott ankommen. Wer ein gesetzloses Leben führt und andere zur Sünde verleitet wird verloren gehen. Unser äußeres Tun zeigt, wer wir innen wirklich sind. Und doch ist jeder von Jesus aufgerufen, umzukehren und ein Gerechter zu werden.

36 „Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!“, baten sie. 37 Jesus antwortete: „Der Mann, der den guten Samen aussät, ist der Menschensohn. 38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Menschen, die zur Herrschaft Gottes gehören. Das Unkraut sind die Menschen, die dem Bösen gehören. 39 Der Feind, der das Unkraut gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Erntearbeiter sind die Engel. 40 So wie das Unkraut ausgerissen und verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: 41 Der Menschensohn wird seine Engel ausschicken, und sie werden aus seinem Reich alle entfernen, die ein gesetzloses Leben geführt und andere zur Sünde verleitet haben 42 und werden sie in den glühenden Ofen werfen. Dann wird das große Weinen und Zähneknirschen anfangen. 43 Und dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Wer Ohren hat, der höre zu!

Sind wir guter oder schlechter Same – von Gott oder vom Teufel gesät? Beide sind scheinbar im Reich Gottes und leben direkt nebeneinander. Kein Mensch kann es wissen, wer wer ist. Oder doch? Bis zum Ende (m)eines Lebens kann ich, kann jeder, von Böse zu Gut wechseln, wenn er oder sie umkehrt, seine und ihre Gesinnung ändert und kein gesetzloses Leben mehr, sondern eines nach dem Gesetz Christi führt und niemand anders (mehr) zu Sünde verleitet. Woher weiß ich das? Weil Jesus sagt: „Wer Ohren hat, der höre zu!“ (V.43b) Jeder ist aufgerufen von Böse zu Gut zu wechseln.

Dieses Gleichnis Jesu ist aus Gottes Perspektive gesprochen, der vorher weiß, wer am Ende zu Zeit der Ernte ein Kind Gottes oder ein Kind des Teufels ist. Wir können es nicht menschlich ergründen und vorwegnehmen. Und doch sind letztlich die erwählt und gerettet, die Jesus „ausgesät“ hat. Geschieht das schon vor unserer Geburt oder erst durch die Aussaat des Evangeliums, wie im vorigen Text? Allein aus diesem Gleichnis können wir es nicht wissen.

Aber wir können wissen: Jeder der JETZT nicht nach Gottes Maßstäben lebt und JETZT nicht nur SELBST sündigt, sondern sogar leichtfertig oder bewusst ANDERE zur Sünde verführt, hat keinen Grund, absolut keinen Grund nach Jesus, auf Rettung und Annahme bei Gott am Ende der Zeiten oder seines Lebens hoffen zu können. Auch in diesem Gleichnis Jesu liegt die pädagogische Mitte im Tun des Wortes Gottes, in der Umsetzung in unserm Leben. Nur wer den Willen Gottes in den Augen Gottes tut, wird am Ende bei Gott ankommen. Unser Tun zeigt, wer wir wirklich sind. Sohn und Tochter des Himmelsreichs zu sein heißt, der Herrschaft Gottes mit deinem Leben wirklich zu unterstehen. Dann stimmen unsere Identität und unsere Lebensführung überein.

Auch für dieses Gleichnis Jesu gilt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Nicht unsere Identität alleine rettet uns, es ist unsere ausgelebte Identität als Gerechte unter der Herrschaft Gottes.

 

Mt 13, 44-46

Diese Rechnung geht voll auf

Das Reich der Himmel ist wie ein großer Schatz und eine besonders wertvolle Perle. DIESER Schatz und DIESE Perle sind ALLES wert, was wir besitzen. Unser ALLES gegen Gottes ALLES. Das ist die einzige Haltung unseres Lebens, die der Größe des Schatzes des Reichs der Himmel angemessen ist.

44 Mit dem Reich, das der Himmel regiert, verhält es sich wie mit einem im Acker vergrabenen Schatz, der von einem Mann entdeckt wird. Voller Freude geht er los, verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. 45 Mit diesem Reich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht. 46 Als er eine besonders wertvolle entdeckt, geht er los, verkauft alles, was er hat, und kauft sie.

Der Mann, der den verborgenen Schatz entdeckt und der Kaufmann, der schöne Perlen sucht: Beide machen den Fund ihres Lebens: Und sie überschlagen die Kosten. DIESER Schatz und DIESE Perle sind alles wert, was sie besitzen. Und sie geben es freudig dahin, um den wahren Schatz ihres Lebens zu bekommen.
Hier lernen wir nichts über die Dauer, dafür aber für die Intensität des Einsatzes für das Reich der Himmel: ALLES für ALLES. Das ist die einzige Haltung unseres Lebens, die der Größe des Schatzes angemessen ist. Hast du bereits Gott alles für alles gegeben? Bist du auch nach vielen Jahren im Reich Gottes bereit, Gott immer wieder alles für alles zu geben, wenn es nötig ist? Jesus ist diese überaus kostbare Perle, seine Herrschaft und sein Reich in deinem Leben sind dieser überaus kostbare Schatz. ER ist die Hingabe aller unserer Schätze auf dieser Welt wert.

 

Mt 13, 47-50

Ewige Auswirkungen der Gnade

Wer – auf der Gnadenbasis Jesu – Gutes tut, ist ein Gerechter und wird gerettet. Und wer – auf der Gnadenbasis Jesu – Böses tut, ist ungenießbar und geht verloren.

47 Mit dem Reich, das der Himmel regiert, ist es auch wie mit einem Schleppnetz, das im See ausgebracht wird. Mit ihm fängt man Fische jeder Art. 48 Wenn es voll ist, ziehen es die Männer ans Ufer. Dann setzen sie sich hin und sortieren die Fische aus. Die guten lesen sie in Körbe und die ungenießbaren werfen sie weg. 49 So wird es auch am Ende der Welt sein. Die Engel werden die Menschen, die Böses getan haben, von den Gerechten trennen 50 und in den glühenden Ofen werfen. Dann wird das große Weinen und Zähneknirschen anfangen.“

Es gibt im Reich, das der Himmel regiert, Gute und Böse. Das ist leider eine Tatsache. Alles haben das gleiche Übergabegebet an Jesus gesprochen, alle gehen in die gleiche Gemeinde, dienen Gott äußerlich und sehen alle gleich aus – Fische.

Dann wie unterscheiden die Engel am Ende die einen von den anderen?

Die einen sind gut und Gerechte, die anderen sind Ungenießbare und haben Böses getan. Das sind ihre Unterscheidungsmerkmale. Beide haben ihre – wahre – Identität ausgelebt. Und die Gerechten taten Gutes, die Un-Gerechten taten Böses. Noch wissen wir im Matthäus-Evangelium wenig vom Evangelium der Gnade. Und doch gilt das Wort Jesu: Die, die Gutes tun, werden gerettet. Oder weil sie gerettet sind, tun sie Gutes. Die, die Böses tun gehen verloren. Oder, weil sie nicht gerettet sind, tun sie Böses. Ja, wir erfahren in Kürze, dass die Gnade und Vergebung Jesu alleine die Grundlage für jede Errettung ist. Und doch wird dieses Wort Jesu dadurch nicht ungültig, denn er redet vom Ende der Zeiten. Alles hängt von unserer Art der Lebensführung ab:  Wer – auf der Gnadenbasis Jesu- Gutes tut, ist gerecht und wird gerettet. Und wer – auf der Gnadenbasis Jesu – Böses tut, ist ungenießbar und geht verloren.

Mt 15, 7-20

Mit den Lippen nah, im Herzen fern

Und wieder verdeutlicht Jesus: An ihren Früchten werdet ihr die Erretteten und die Verlorenen erkennen. Gott mit den Lippen ehren, aber im Herzen weit entfernt von ihm sein ist schlechte Frucht. Und die äußert sich im Lehren von menschlichen Geboten anstatt von Gottes Wort und in einem wertlosen Gottesdienst. An seiner Rede wird die Art des Menschen und der himmlischen Pflanze erkannt. Ja, die Pflanzung ist entscheidend und damit ein göttlich souveräner Akt des Vaters im Himmel. Aber sichtbar wird das Ergebnis nach außen an der Rede eines Menschen. Wer Böses im Herzen trägt und das auch nach außen gelangen lässt, ist unrein vor Gott

7 Ihr Heuchler! Auf euch trifft genau zu, was Jesaja geweissagt hat: 8 ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit von mir fort. 9 Ihr Dienst an mir ist ohne Wert, denn sie lehren, was Menschen erdachten.‘“ 10 Dann rief Jesus die Menge wieder zu sich und sagte: „Hört mir zu und versteht, was ich euch sage! 11 Nicht das, was der Mensch durch den Mund aufnimmt, macht ihn vor Gott unrein, sondern das, was aus seinem Mund herauskommt, verunreinigt ihn.“ 12 Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: „Weißt du, dass die Pharisäer sich sehr über deine Worte geärgert haben?“ 13 Jesus erwiderte: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. 14 Lasst sie! Sie sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in die nächste Grube fallen.“ 15 Da bat ihn Petrus: „Erkläre uns doch, was du mit deinem Bild vorhin meintest!“ 16 „Habt ihr das auch nicht begriffen?“, erwiderte Jesus. 17 „Versteht ihr nicht, dass alles, was in den Mund kommt, in den Magen geht und im Abort wieder ausgeschieden wird? 18 Doch was aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen. Das macht den Menschen unrein. 19 Denn aus dem Herzen des Menschen kommen die bösen Gedanken und mit ihnen alle Arten von Mord, Ehebruch, sexueller Unmoral, Diebstahl, falschen Aussagen, Verleumdungen. 20 Das ist es, was den Menschen vor Gott unrein macht; aber wenn er mit ungewaschenen Händen isst, wird er nicht unrein.“

Und wieder: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. An seiner Rede wird die Art des Menschen und der himmlischen Pflanze erkannt. Ja, die Pflanzung ist entscheidend und damit ein göttlich souveräner Akt des Vaters im Himmel. Aber sichtbar wird das Ergebnis nach außen an der Rede eines Menschen. Wer von Mord, Ehebruch, sexueller Unmoral, Diebstahl, falschen Aussagen, Verleumdungen ohne Scheu und ohne Tränen in den Augen spricht oder selber solche Dinge tut, ist unrein vor Gott und eine Pflanze, die der himmlische Vater (noch?) nicht gepflanzt hat. Selbst wer nicht von solchen Dingen spricht, sondern äußerlich fromm tut, diese Dinge aber im Herzen trägt, ist ein geistlicher Heuchler vor Gott, der blind ist und dessen Gottesdienst nichts wert ist und der in die Grube fallen wird. Kann ein Unreiner mit Gott Gemeinschaft haben? In diesem Text nicht. Wer so unrein ist und lebt, wie Jesus es beschreibt, der ist keine Pflanze, die der himmlische Vater gesät hat, dessen Herz ist weit entfernt von Gott und der ehrt Gott nur mit seinen Lippen, dessen Gottesdienst ist ohne Wert. Aber auch wenn es hier im Text so nicht steht, so wissen wir doch von der Zusage Gottes an anderer Stelle: Jeder Unreine kann von Gott gereinigt werden und kann eine himmlische Saat und Pflanzung werden. Das ist das Wunder des Evangeliums.

Mt 16, 15-19

Wahre Erkenntnis Jesu führt zum Heil und zum Bekenntnis

Es ist nicht das Tun des Petrus, sondern seine gottgeschenkte Jesus-Erkenntnis, die ihn in das rechte Verhältnis zu Jesus setzt und rettet – und noch dazu mit einer Vielzahl an göttlichen Verheißungen ausstattet.

15 „Und ihr“, fragte er weiter, „für wen haltet ihr mich?“ 16 „Du bist der Messias“, erwiderte Petrus, „der Sohn des lebendigen Gottes.“ 17 Darauf sagte Jesus zu ihm: „Wie glücklich bist du, Simon Ben-Jona; denn das hat dir mein Vater im Himmel offenbart. Von einem Menschen konntest du das nicht haben. 18 Deshalb sage ich dir jetzt: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und alle Mächte des Todes können ihr nichts anhaben 19 Ich werde dir die Schlüssel zu dem Reich geben, das der Himmel regiert. Was du auf der Erde bindest, wird im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde löst, das wird im Himmel gelöst sein.“

Hier lernen wir, dass das Heil mit der wahren Erkenntnis Jesu verbunden ist. Petrus erkennt Jesus als den Messias, den Sohn Gottes. Und Jesus preist ihn glückselig wie die selig und glücklich Gepriesenen in der Bergpredigt. Es ist nicht das Tun des Petrus, sondern seine gottgeschenkte Jesus-Erkenntnis, die ihn in das rechte Verhältnis zu Jesus setzt – und noch dazu mit einer Vielzahl an göttlichen Verheißungen ausstattet. Die (bekannte) Erkenntnis Jesu rettet Petrus. Und wir sind gespannt, bei Matthäus und später auch sonst im Neuen Testament zu erfahren, was die Erkenntnis Jesu noch genauer bedeutet und umfasst.

Mt 16, 21-28

Leiden zum Leben

Petrus war und ist eben das ewige Heil zugesagt bekommen. Damit ist es unwahrscheinlich, dass er bei dieser Begebenheit – Jesus vor Leiden bewahren zu wollen – sein Heil schon wieder verloren hat. Doch Leidensscheu ist eine Haltung, die ohne die Korrektur Jesu das Potenzial hat, uns unser ewiges Leben zu nehmen, so macht es Jesus klar: „Wer mein Jünger sein will, der MUSS leidensbereit sein“, sagt Jesus. Er MUSS sein Kreuz auf sich nehmen, er MUSS sich selbst verleugnen und er MUSS Jesus nachfolgen. Wer das nicht tut, sondern sein (Eigen-) Leben unbedingt bewahren und Schätze auf dieser Erde sammeln will, wird sein Leben verlieren, wenn Jesus kommt. Und das sagt Jesu zu seinen Jüngern, die ihm bereits nachfolgen und die Verheißung und Zusage des ewigen Lebens haben.

21 Und dann begann er ihnen klarzumachen, dass er nach Jerusalem gehen und dort von den Ratsältesten, den Hohen Priestern und Gesetzeslehrern vieles erleiden müsse, er werde getötet werden und am dritten Tag auferstehen. 22 Da nahm Petrus ihn beiseite und fuhr ihn an. „Niemals, Herr!“, sagte er. „Das darf auf keinen Fall mit dir geschehen!“ 23 Doch Jesus drehte sich um und sagte zu Petrus: „Geh mir aus den Augen, du Satan! Du willst mich zu Fall bringen. Was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern von Menschen.“ 24 Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn jemand mein Jünger sein will, dann muss er sich selbst verleugnen, er muss sein Kreuz aufnehmen und mir folgen. 25 Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es gewinnen. 26 Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber das Leben einbüßt? Was könnte er schon als Gegenwert für sein Leben geben? 27 Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen und jedem nach seinem Tun vergelten. 28 Ich versichere euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“

In unseren Ohren hallt noch nach, wie Jesus Petrus seligpries, weil er richtig erkannt hatte, wer Jesus ist. Und schon tut Petrus etwas, das Jesu Petrus als Satan anreden lässt: Er will Jesus vor Leiden bewahren. Die Seligpreisungen Jesu an Petrus waren auf Dauer gegeben. Damit klingt es nicht sehr wahrscheinlich, dass Petrus hier schon wieder vom Glauben abgefallen ist. Doch Leidensscheu ist eine Haltung, die ohne die Korrektur Jesu das Potenzial hat, uns unser ewiges Leben zu nehmen, so macht es Jesus klar: „Wer mein Jünger sein will, der MUSS leidensbereit sein“, sagt Jesus. Er MUSS sein Kreuz auf sich nehmen, sich selbst verleugnen und Jesus nachfolgen. Wer das nicht tut, sondern sein (Eigen-) Leben unbedingt bewahren und Schätze auf dieser Erde sammeln will, wird es verlieren. Und das sagt Jesu zu seinen Jüngern, die ihm bereits nachfolgen. Jesus sieht also die Möglichkeit, dass die Jünger Jesu aus gelebter Leidensscheu und das Ziel nicht erreichen: das (wahre) Leben gewinnen, wenn er kommt.

Mt 18, 1-17

Der gute Hirte und ein Kind zu werden rettet, sündigen tötet mich und andere

Nur wer umkehrt und wird wie ein kleines Kind, das sich vom Vater lieben und versorgen lässt und dem Vater die Führung überlässt und gehorcht – zu seinem eigenen Besten – kann gerettet werden. Wer – und das gerade als Jünger erfahren wir von Jesus – sich nicht mit einer Drastigkeit von seinen Sünden trennt, die der Amputation eines seiner äußeren Gliedmaßen gleichkommt, das heißt, wer definitiv NICHT AUFHÖRT zu sündigen, der wird nicht errettet werden. Das gilt nicht nur VOR unserer Bekehrung, sondern auch NACH unserer Bekehrung. Besonders schlimm ist es, wenn wir jemand anders, der an Jesus glaubt, zu Fall, das heißt zum Sündigen bringen. In dem Fall sterben sogar zwei geistlich: Der, der wegen mir sündigt und ich selber. Doch inmitten dieser ernsten Worte tröstet uns der gute Hirte Jesus. Er geht jedem Verlorenen liebevoll nach, um ihn oder sie zur Umkehr und wieder zum Leben zurückzuführen, solange wir noch auf dieser Erde leben.

1 Etwa zu dieser Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten: „Wer ist eigentlich der Größte im Reich, das der Himmel regiert?“ 2 Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: „Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Reich kommen, das der Himmel regiert. 4 Darum ist einer, der es auf sich nimmt, vor den Menschen so gering dazustehen wie dieses Kind, der Größte in diesem Reich. 5 Und wer einen solchen Menschen in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf. 6 Wer aber einen von diesen Geringgeachteten, die an mich glauben, zu Fall bringt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins tiefe Meer geworfen würde. 7 Weh der Welt wegen all der Dinge, durch die Menschen zu Fall kommen! Es ist zwar unausweichlich, dass solche Dinge geschehen, doch weh dem Menschen, der daran schuld ist! 8 Und wenn es deine Hand oder dein Fuß ist, die dich zum Bösen verführen, dann hack sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, du gehst verstümmelt oder als Krüppel ins Leben ein, als mit beiden Händen und beiden Füßen in die Hölle zu kommen, in das ewige Feuer. 9 Und wenn es dein Auge ist, das dich verführt, so reiß es heraus und wirf es weg! Es ist besser für dich, du gehst einäugig in das Leben ein, als dass du beide Augen behältst und in das Feuer der Hölle geworfen wirst. 10 Hütet euch davor, einen dieser Geringgeachteten überheblich zu behandeln! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel haben jederzeit Zugang zu meinem himmlischen Vater. 11 Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eins davon verirrt sich, lässt er dann nicht die neunundneunzig in den Bergen zurück und zieht los, um das verirrte Schaf zu suchen? 12 Und wenn er es dann findet – ich versichere euch: Er wird sich über das eine Schaf mehr freuen als über die neunundneunzig, die sich nicht verlaufen haben. 13 Genauso ist es bei eurem Vater im Himmel: Er will nicht, dass auch nur einer von diesen Geringgeachteten ins Verderben geht.“ 14 „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Wenn er mit sich reden lässt, hast du deinen Bruder zurückgewonnen. 15 Wenn er nicht auf dich hört, dann nimm einen oder zwei andere mit und geht noch einmal zu ihm, damit alles von zwei oder drei Zeugen bestätigt wird. 16 Wenn er auch dann nicht hören will, bring die Angelegenheit vor die Gemeinde. Wenn er nicht einmal auf die Gemeinde hört, dann behandelt ihn wie einen Gottlosen oder Betrüger. 17 Ich versichere euch: Alles, was ihr hier auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.

In diesem Text erleben wir ein ganzes Feuerwerk an Gründen, wieso jemand und vielleicht auch ich nicht in das Reich kommen kann, das der Himmel regiert. Jesus ist da erschreckend deutlich und klar:

Um in das Reich zu kommen, das der Himmel regiert, muss ich (gering) werden, wie ein Kind – das ist die Anfangsbedingung – und das Jesus sagt zu seinen Jüngern, die bereits an ihn glauben. Wie ein Kind werden, was bedeutet das? Abhängig vom Vater (im Himmel), auf seine Führung vertrauen und auf seine Güte, nicht auf seine eigenen Ressourcen bauend, und: bereit sein zu lernen. Und um so zu werden, muss ich umkehren. Das heißt, keiner von uns ist von Natur aus in diesem Zustand. Wir sind alle von Natur aus unabhängig von Gott, vertrauen auf unsere eigenen Ressourcen und sind unsere eigenen Herren, wollen nichts von anderen annehmen, weder Geschenke, noch Ermahnung, noch Weisheit. Nur wer umkehrt und wird wie so ein kleines Kind, das sich vom Vater lieben und versorgen lässt und dem Vater die Führung überlässt und gehorcht – zu seinem eigenen Besten, kann gerettet werden.

Und wie ein solches Kind zu werden hat verschiedene Ausprägungen in der Intensität: Jeder, der gerettet werden will, muss wie so ein Kind werden. Gott allein weiß, was das genau bedeutet. Doch nach der Errettung scheint es einen weiten Raum zum Wachstum zu geben, um noch intensiver solch ein Kind zu werden: Denn wer besonders intensiv zu solch einem Kind wird, wird der Größte im Reich der Himmel werden.

So ist wie ein Kind zu werden sowohl Eintrittskarte ins Himmelreich, als auch Gradmesser für geistliches Wachstum und Größe.

Das Bild vom Kind ist ein Bild, das uns wunderbar die Liebe Gotte zeigt und entlastet. Nachdem uns im Bild des Kreuz auf uns Nehmens im Abschnitt davor alles abverlangt wurde, was wir selbst geben konnten, werden wir hier von Jesus beschenkt, wie wir nur beschenkt werden können: Das Kind muss nichts tun, als sich beschenken lassen. Es vertraut ganz instinktiv, weil es sich geliebt weiß. Es lässt sich ohne schlechtes Gewissen alles geben und versorgen, weil es weiß, dass es nicht für sich selber sorgen kann und braucht. Es freut sich an die Liebe der Eltern. Es ist Kind. Und es wird geliebt, weil es Kind seines Vaters im Himmel ist und nicht, weil es etwas tut.

Jesus identifiziert sich so stark mit einem dieser kleinen Kinder, dass ihn selbst aufnimmt, wer solch ein Kind aufnimmt. Jedes dieser Kinder, jeder Glaubende in Abhängigkeit vom Himmlischen Vater ist Jesus so wichtig, dass er ihm nachgeht, wenn es verloren geht und die 99 in den Bergen lässt, die sich nicht verlaufen haben, um es sicher zu ihm zurückzubringen. So macht Jesus den unschätzbaren Wert deutlich, den jeder, der wie ein Kind an ihn glaubt vor ihm hat. Wir sind geliebt, unendlich geliebt!

Doch leider zeigt uns Jesus in einem Feuerwerk an Beispielen auf, aus welchen Gründen selbst diese Geliebten und jeder Glaubende potenziell verloren gehen können. Ich wünschte mir selbst, ich müsste diese Zeilen nicht schreiben. Aber Jesus selbst hat es gesagt und wenn wir ihn auch nur etwas ernst nehmen, müssen wir seine warnenden Worte ernst nehmen:

Diese Kleinen, die an Jesus glauben, können zu Fall kommen. Ist ein Fall heilbar? Ja, immer, solange wir und jeder Geringgeachtete noch leben. Gerade deswegen geht der gute Hirte dem verlorenen Schaf ja nach. Aber im Vers 13 sagt Jesus klar, dass die zu Fall Gekommenen Kleinen und Geringgeachteten ins Verderben gehen können, wenn sie sich nicht von ihrem Fall erholen. Leider ist das möglich. Das ist aber weder der Wille ihres Vaters im Himmel, noch sollte es Ursache unseres Tuns und Zulassens sein, denn:

Wer die Ursache dafür ist, dass einer dieser Geringgeachteten und Kleinen derart zu Fall kommt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins tiefe Meer geworfen würde. Jesus ruft wehe über ihm und über ihr aus, die so etwas tun. Und wenn ich zu solch einer Handlung oder einer ähnlich schlimmen Sünde verführt werde, ist es besser für mich, mir das (geistlich gesprochen) sündigende Glied auszureißen als in die Hölle geworfen zu werden – und das gilt für jeden, der diesen Kleinen einen solchen Anstoß gibt oder so sündigt, also auch für Nachfolger Jesu.

Und dann gibt es noch den Bruder oder die Schwester, die sündigen – wie, wird nicht näher definiert von Jesus – und trotz der Überführung von Ihrer Sünde von einem ihrer Glaubensgeschwister, von mehreren oder sogar der Gemeinde nicht von ihrer Sünde umkehren. Wie einen Gottlosen oder Betrüger sollen wir sie sie behandeln. Und das hat klare Auswirkungen im Himmel. Was passiert mit Gottlosen oder Betrügern? Sie kommen nicht in den Himmel. Ist das unausweichlich? Gott sei Dank nicht, denn der gute Hirte lässt die 99 in den Bergen und sucht sein verlorenes Schaf, bis er es wiedergefunden hat.

Was heißt einem dieser Geringen, die an Jesus glauben Anstoß zur Sünde geben? Griechisch steht dort σκανδαλίζω skandalizō. Das heißt „zur Sünde verführen“ und „eine Person dazu zu bringen, jemandem zu misstrauen und zu verlassen, dem sie eigentlich vertrauen und gehorchen sollte“. IN der Summe heißt das, die Sünde vorziehen und Jesus nicht mehr vertrauen und folgen. Und fortgesetzte Sünde ohne Umkehr bringt in den geistlichen und ewigen Tod, wie wir gleich darauf in den nächsten Versen sehen. Ebenso, an vielen anderen Stellen (Mt 7, 21-23; 24, 13+43+48-51; Mk 13, 33-37; Lk 19, 11-27) ist das fortgesetzte und bis zum Ende festgehaltene Vertrauen und Gehorchen Jesu eine Grundvoraussetzung, endgültig gerettet zu werden. Wir fassen zusammen: Sogar die Kleinen und Geringgeachteten, die an Jesus glauben, können verloren und ins Verderben gehen.

Jeder Glaubende, der auch nur irgendwie sündigt und davon überführt wird und nicht umkehrt, kann verloren gehen. Jeder, der sündigt, und sich nicht von seiner Sünde trennt wie bei der Amputation eines seiner Glieder, kann ins Feuer der Hölle geworfen werden. Und jeder, der auch nur einem dieser Kleinen, die an Jesus glauben derart einen Anstoß gibt, dass sie zu Fall kommen und nicht davon umkehrt, wird auch verloren gehen. Jesus verbindet Rettung und Heil in Ewigkeit ganz klar damit, weder selbst vor Gott, noch an anderen dauerhaft schuldig zu werden. Das gilt nicht nur VOR unserer Bekehrung, sondern auch NACH unserer Bekehrung. Immer müssen wir uns von unserer Sünde von unserem eigenen Gewissen oder von Glaubensgeschwistern überführen und vom guten Hirten wiederfinden lassen. Wer nicht von seinen eigenen Sünden umkehrt, wer nicht von seinen Sünden umkehrt, die andere zum Fall bringen, der wird verloren gehen. Doch inmitten dieser ernsten Worte tröstet uns der gute Hirte Jesus. Er geht jedem Verlorenen liebevoll nach, um ihn oder sie zur Umkehr und wieder zum Leben zurückzuführen.

Mt 18, 20-34

An unserer Vergebung gegenüber anderen hängt unser Schicksal in Zeit und Ewigkeit

Gerettet ist und gerettet bleibt, wer Glaubensgeschwistern ohne Limits von Herzen vergibt. Wer Glaubensgeschwistern NICHT OHNE LIMITS und VON HERZEN vergibt und nicht davon umkehrt, kommt unter den Zorn und die nicht-Vergebung Gottes der eigenen Schuld und ins (ewige) Gefängnis zur Abzahlung der eigenen Schuld.

20 Dann kam Petrus zu Jesus und fragte: „Herr, wie oft darf mein Bruder gegen mich sündigen und ich muss ihm vergeben? Siebenmal?“ 21 „Nein“, antwortete Jesus, „nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzig Mal. 22 Deshalb ist es mit dem Reich, das der Himmel regiert, wie mit einem König, der von seinen Dienern Rechenschaft verlangte. 23 Gleich am Anfang brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldete. 24 Und weil er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit seiner Frau, den Kindern und seinem ganzen Besitz zu verkaufen, um die Schuld zu begleichen. 25 Der Mann warf sich vor ihm nieder und bat ihn auf Knien: ‚Herr, hab Geduld mit mir! Ich will ja alles bezahlen.‘ 26 Da bekam der Herr Mitleid. Er gab ihn frei und erließ ihm auch noch die ganze Schuld. 27 Doch kaum war der Diener zur Tür hinaus, traf er einen anderen Diener, der ihm hundert Denare schuldete. Er packte ihn an der Kehle, würgte ihn und sagte: ‚Bezahle jetzt endlich deine Schulden!‘ 28 Da warf sich der Mann vor ihm nieder und bat ihn: ‚Hab Geduld mit mir! Ich will ja alles bezahlen.‘ 29 Er aber wollte nicht, sondern ließ ihn auf der Stelle ins Gefängnis werfen, bis er ihm die Schulden bezahlt hätte. 30 Als die anderen Diener das sahen, waren sie entsetzt. Sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles. 31 Da ließ sein Herr ihn rufen und sagte zu ihm: ‚Was bist du für ein böser Mensch! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. 32 Hättest du nicht auch mit diesem anderen Diener Erbarmen haben müssen, so wie ich es mit dir gehabt habe?‘ 33 Der König war so zornig, dass er ihn den Folterknechten übergab, bis er alle seine Schulden zurückgezahlt haben würde. 34 So wird auch mein Vater im Himmel jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt.“

Eben noch haben wir gehört, dass wir Glaubensgeschwister, die sündigen, von ihrer Sünde überführen sollen und es dabei um Leben und Tod für sie geht. Jetzt zeigt Jesus einen anderen Aspekt auf: Unser eigenes Heil ist untrennbar mit unserer eigenen Vergebungsbereitschaft unseren Geschwistern gegenüber verbunden. Vergeben wir unseren Geschwistern nicht dauerhaft und nicht in vollkommener Weise, wird der Vater im Himmel uns auch nicht vergeben – genau wie wir es im Vaterunser jedes Mal beten. Und wem von Gott selber nicht vergeben ist, fällt ihn die Hand der Folterknechte. Gott foltert Gläubige? Ja Gott lässt die foltern, die eigentlich an ihn glauben, ihn aber durch ihre Unvergebenheit verleugnen. Und wie lange? Bis sie ihre Schuld bezahlt haben? Kann irgendjemand Gott seine Schuld bezahlen, wenn Jesus nicht für ihn bezahlt? Weder Ungläubige, noch Gläubige können das. Und damit sollten wir uns vor Gott fürchten und davor, unseren Geschwistern nicht vollkommen zu vergeben. Die vorgeschlagene Zahl 7 – die göttliche Zahl der Vollkommenheit – deutet schon Vollkommenheit an. Und Jesus treibt die göttliche Vergebungsanordnung mit 77-mal auf die Vollkommenheitsspitze. Wer würde wagen da noch zu zählen und beim 78. Mal nicht mehr zu vergeben. Das Gebot Jesu und des Vaters steht und bleibt fest. Wir sollen und müssen unseren Glaubensgeschwistern vergeben, sooft sie an uns schuldig werden. Im Gleichnis ist diese Vergebung an die Bitte des Schuldigen gebunden, ihm zu vergeben. In der darauffolgenden Lehre Jesu fehlt dieser Hinweis, ebenso wie in der Frage des Petrus an Jesus. Jeder mag sich selbst überlegen, ob er seine Vergebungsbereitschaft den Geschwistern gegenüber an die Bedingung ihrer Einsicht oder Umkehr von ihrer Sünde koppeln will. Ich selbst wage es nicht. Zu deutlich warnt Jesus uns davor, nicht zu vergeben, schon im Vaterunser. Und dort steht nichts von der Bußfertigkeit anderer Menschen als Bedingung. Gott vergibt uns ausschließlich in dem Maße, in dem wir anderen ihre Schuld an uns vergeben, egal, ob sie von ihrer Sünde umkehren oder nicht. Und das heißt nicht, dass ich meinen Bruder oder meine Schwester nicht von ihrer Sünde überführen sollte, wie wir im vorigen Abschnitt gesehen haben. Lässt er oder sie sich überführen, haben wir unseren Bruder oder Schwester gewonnen sagt Jesus. Aber das Überführen schließt die eigene Pflicht zur Vergebung nicht aus. So ist der klare Anspruch Jesu in seiner Lehre an uns.

Mt 19, 13-14

Wer kommt ins Himmelreich

Jedes Kind kann schon zu Jesus kommen und folglich gerettet werden.

13 Danach wurden Kinder zu Jesus gebracht, damit er ihnen die Hände auflege und für sie bete. Doch die Jünger wiesen sie unfreundlich ab. 14 Aber Jesus sagte: „Lasst doch die Kinder zu mir kommen, und hindert sie nicht daran! Das Reich, das der Himmel regiert, ist ja gerade für solche wie sie bestimmt.“

Nach den vorigen starken Ermahnungen Jesu, was wir alles tun können, um den Himmel zu verpassen, tut uns sein wiederholter Zuspruch gut, dass Kinder, die nichts haben uns nichts aus sich selbst heraus sind, doch so von Gott geliebt und wertgeschätzt sind, dass genau sie in das Himmelreich kommen. Wollen wir werden und sein wie die Kinder und uns beschenken lassen mit dem Reich, das der Himmel regiert.

Mt 19, 16-26

Ohne Jesus First ist alles nichts

Erst wenn ich erkenne, dass Gott wichtiger ist als alles andere und wenn ich bereit bin, alles, was ich habe für Jesus aufzugeben und Jesus nachzufolgen, werde ich ein Nachfolger, der seines Herrn würdig ist und gerettet werden wird. Und das geht nur mit göttlicher Hilfe. Und auch nach meiner Bekehrung bleibt das grundsätzliche Halten der 10 Gebote die Bedingung für den Eintritt in den Himmel.

16 Da kam ein Mann zu ihm und fragte: „Rabbi, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu bekommen?“ 17 „Was fragst du mich nach dem Guten?“, entgegnete Jesus. „Gut ist nur einer. Doch wenn du das Leben bekommen willst, dann halte die Gebote!“ 18 „Welche denn?“, fragte der Mann. Jesus antwortete: „Du sollst nicht morden, nicht die Ehe brechen, nicht stehlen und keine Falschaussagen machen. 19 Ehre deinen Vater und deine Mutter, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ 20 Der junge Mann erwiderte: „Das alles habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?“ 21 „Wenn du vollkommen sein willst“, sagte Jesus zu ihm, „dann geh, und verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen – du wirst dann einen Schatz im Himmel haben -, und komm, folge mir nach!“ 22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen. 23 Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ich versichere euch: Für einen Reichen ist es schwer, in das Reich hineinzukommen, das der Himmel regiert. 24 Ich sage es noch einmal: Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Reich.“ 25 Als die Jünger das hörten, gerieten sie völlig außer sich und fragten: „Wer kann dann überhaupt gerettet werden?“ 26 Jesus blickte sie an und sagte: „Für Menschen ist das unmöglich, nicht aber für Gott. Für Gott ist alles möglich.“

Lügt Jesus den Mann an, der ihn nach den Bedingungen für das ewige Leben fragt? Wir wissen doch durch das Evangelium, dass wir nicht durch das Halten der Gebote gerettet werden. Oder etwa doch? Nein, Jesus macht in seinem Nachsatz klar: Wir müssen bereit sein, alles, was wir sind und haben um Jesu willen aufzugeben. Und Jesus meint hier mit Reichtum neben materiellem Reichtum auch alles andere, worin ein Mensch reich sein kann. Alles für Jesus, um Gottes und um des Himmelreiches willen! Das ist die einzige Eintrittspforte in den Himmel. Und das ist schwerer, als dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht. Die Jünger entsetzen sich: „Wer kann dann errettet werden?“.  Haben unsere heutigen Prediger uns schon einmal so ins Entsetzen gebracht? Lehren sie das Wort Gottes?

Und die große Frage in diesem Text bleibt, ob Jesus lügt, als er sagt, dass das Halten der Gebote Gottes zum ewigen Leben führt. Nein, auch das ist wahr – nur wer die Gebote Gottes hält, wird in den Himmel kommen. Wie passt das zusammen? Jesus stellt klar, dass der zweite Schritt innerhalb dieser Geschichte der erste Schritt und die eigentliche Eintrittspforte in den Himmel ist: „Alles für Jesus!“ und nach dem Durchschreiten dieser Eintrittspforte zur Rettung er zeigt den weiteren Weg zum Himmel auf. Und das tut er schon seit 16 Kapiteln im Matthäus-Evangelium: Wer durch Jesus gerettet ist, bleibt dann gerettet, wenn er nicht dauerhaft in Sünde fällt, sondern wenn er nach einem Fall wieder umkehrt von seine Sünde – und grundsätzlich die 10 Gebote hält. Kein Götzendiener, Vater- und Mutterverächter, Lügner, Menschenmörder, Dieb oder Ehebrecher, Neider oder Habgierige wird das ewige Leben sehen, wenn er nicht von seiner Sünde umkehrt und sich vom guten Hirten finden und wiederherstellen lässt. Das Halten der Gebote alleine ohne die Tür Jesus rettet uns nicht. Nur Jesus rettet uns und vergibt uns unsere Schuld. Aber als Gerettete haben wir überhaupt keinen Freiraum, nachlässig oder absichtlich und dauerhaft in Sünde zu leben. Wer dauerhaft ohne Umkehr sündigt, wird das ewige Leben nicht sehen.

Mt 19, 27-30

Nicht nur gerettet, auch reich belohnt

Wer Jesus nachfolgt und um seinetwegen bereit ist, Haus, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker zu verlassen wird gerettet und schon in diesem Leben belohnt werden und in der Ewigkeit besonders.

27 Da erklärte Petrus: „Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir gefolgt. Was werden wir dafür bekommen?“ 28 „Ich versichere euch“, erwiderte Jesus, „wenn der Menschensohn in der kommenden Welt auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen, um die zwölf Stämme Israels zu richten. 29 Und jeder, der meinetwegen Haus, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, bekommt es hundertfach zurück und wird das ewige Leben erhalten. 30 Aber viele, die jetzt die Großen sind, werden dann die Geringsten sein, und die jetzt die Letzten sind, werden dann die Ersten sein.“

Ja, es gibt solche, die durch das Nadelöhr gegangen sind: Petrus und die Jünger. Sie waren vielleicht nicht so reich wie der reiche Mann – aber sie haben alles um Jesu willen verlassen. Und sie werden nicht nur überhaupt gerettet. Wer Jesus so nachfolgt, der wird reich belohnt werden, darf mit Jesus leben und regieren, und bekommt die wahren und ewigen Reichtümer anvertraut, schon in diesem Leben, und erst Recht im Himmel. Nicht nur die Jünger, sondern alle die an Jesus glauben und Familie und/oder Besitz um Jesu willen verlassen, werden so belohnt werden. Jesus ist ein großzügiger Herr, der uns überreich beschenkt.
Doch jeder Einschätzung, wie krass meine eigene Hingabe war oder ist im Vergleich zu anderen, schiebt Jesus einen Riegel vor. Wir können nicht beurteilen, wer wirklich wieviel um Jesu willen aufgegeben hat. Das kann Jesus allein. Darum wollen wir uns nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen – und einfach das tun, was wir aus Liebe zu Jesus tun können. Das ist der allein richtige Weg.

Mt 20, 20-28

Unfruchtbare Rangeleien oder dienen?

Wir dürfen groß sein wollen im Himmelreich, doch der Weg dazu ist DIENEN. Und doch dürfen wir ganz entspannt sein und brauchen uns auf kein scheinbares Machtgerangel einlassen. Die Rangfolge im Himmel wird am Ende so sein, wie der Vater im Himmel sie vorgesehen hat.

20 Da trat die Mutter der Zebedäussöhne an Jesus heran und warf sich vor ihm nieder. Sie wollte etwas von ihm erbitten. 21 „Was möchtest du?“, fragte er. Sie antwortete: „Erlaube doch, dass meine beiden Söhne in deinem Reich links und rechts neben dir sitzen!“ 22 Aber Jesus erwiderte: „Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt! Könnt ihr den bitteren Becher austrinken, den ich trinken werde?“ – „Ja, das können wir“, erklärten sie. 23 Jesus erwiderte: „Den Becher, den ich trinken muss, werdet ihr zwar ebenfalls trinken, aber ich kann nicht bestimmen, wer auf den Plätzen links und rechts von mir sitzen wird. Dort werden die sitzen, die mein Vater dafür vorgesehen hat.“ 24 Die anderen zehn hatten das Gespräch mit angehört und ärgerten sich über die beiden Brüder. 25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, wie die Herrscher sich als Herren aufspielen und die Großen ihre Macht missbrauchen. 26 Bei euch aber soll es nicht so sein. Wer bei euch groß sein will, soll euer Diener sein, 27 und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 28 Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“

Hier geht es nicht um Rettung und ewiges Heil, sondern um Größe im Reich Gottes und damit um Rangfolge. Erstaunlicherweise schiebt Jesus den Karrieregelüsten der Zebedäus Söhne und ihrer Mutter nicht gleich den Riegel vor. Er zeigt ganz klar – Größe und Position im Himmel hängt damit zusammen, was wir durch Gottes Gnade um Jesu willen erleiden auf dieser Erde – und damit auch bereit sind, für das Reich Gottes zu erleiden. Das ist die Bedeutung des Kelchs (Joh 18,11). Und doch entzieht sich irgendeine Rangfolge im Himmel –  auch durch Leiden für Jesus – unserer eigenen Kontrolle. Der Vater selbst wird uns den Stand im Himmel geben, den er für uns vorbereitet hat. Müssen wir deswegen apathisch werden? Nein, wir können tatsächlich etwas für unseren Stand im Himmel tun, nämlich den Geschwistern dienen. Wir haben eine Einflussmöglichkeit darauf, wo wir einmal im Himmel stehen werden. Aber der einzige gesunde Beweggrund ist über unsere Dienstbereitschaft für Jesus, nicht über Trickse und Beziehungsspielchen. Und damit entlarvt Jesus den falschen Wunsch und kehrt Jesus den Wunsch nach Nähe zu ihm um: Wer den Geschwistern im Glauben wie ein Sklave demütig dienen will, der ist auf dem richtigen Weg. Und dann ist seine Position im Himmel nur ein willkommenes Nebengeschenk, wenn er oder sie so gelernt hat zu dienen, wie Jesus uns gedient hat.

Mt 21, 18-19

Der (ver)fluchende Jesus

Jeder Baum und jeder Same, der keine (guten) Früchte getragen hat, wird einmal von Jesus verflucht werden im Endgericht.

18 Als er am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. 19 Da sah er einen einzelnen Feigenbaum am Weg stehen. Er ging auf ihn zu, fand aber nur Blätter daran. Da sagte Jesus zu dem Baum: „Nie wieder sollst du Früchte tragen!“ Und augenblicklich verdorrte der Feigenbaum.

Ein fluchender Jesus – welch ein kanzelfremdes Bild für uns. Hier verflucht er nur den Feigenbaum, der sein Urteil sofort empfängt und nie mehr Frucht tragen wird. Doch wir ahnen schon, dass das nur ein Bild Gottes für tiefere Realitäten ist. Steht der Feigenbaum für das Volk Israel? Israel wird sich nach seiner Gerichtszeit noch zum Herrn bekehren und Frucht bringen. Steht der Feigenbaum für mich? Jeder Baum und jeder Same, der keine (guten) Früchte getragen hat, wird einmal von Jesus verflucht werden im Endgericht (Mt 3). Und so wiederholen Johannes der Täufer und Jesus diese wichtige und uns unbequeme Wahrheit immer wieder.

Mt 21, 28-32

Glauben und Gehorsam sind eins

Egal, wie rebellisch unsere Vergangenheit gegen Gott ist: Wer den Weg der Gerechtigkeit gezeigt bekommt und glaubt, seine Haltung ändert und fortan Gottes Willen tut, wird gerettet werden. Wer selbstgerecht meint, keine Umkehr und Haltungsänderung zu brauchen, wird verloren gehen.

28 Doch was haltet ihr von folgender Geschichte? Ein Mann hatte zwei Söhne und sagte zu dem älteren: ‚Mein Sohn, geh heute zum Arbeiten in den Weinberg!‘ 29 ‚Ich will aber nicht!‘, erwiderte der. Aber später bereute er seine Antwort und ging doch. 30 Dem zweiten Sohn gab der Vater denselben Auftrag. ‚Ja, Vater!‘, antwortete dieser, ging aber nicht. 31 – Wer von den beiden hat nun dem Vater gehorcht?“ – „Der Erste“, antworteten sie. Da sagte Jesus zu ihnen: „Ich versichere euch, dass die Zöllner und die Huren eher ins Reich Gottes kommen als ihr. 32 Denn Johannes hat euch den Weg der Gerechtigkeit gezeigt, aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Huren haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und wart nicht einmal dann bereit, eure Haltung zu ändern und ihm Glauben zu schenken.“

Gehorsam und Glauben sind ein und dasselbe macht Jesus hier klar. Im Gleichnis vom Mann mit den zwei Söhnen ging es nur um puren Gehorsam – und kein Lippenbekenntnis, sondern das wirkliche Tun war entscheidend. Bei der Übertragung des Gleichnisses auf seine Hörer – die Pharisäer – spricht Jesus nur noch von Glauben (V. 32). Es braucht Glauben, um auf die Stimme des Vaters zu hören. Es braucht Glauben anzunehmen, dass ich ein Sünder bin, es braucht Glauben, seine Haltung zu ändern, den Weg der Gerechtigkeit zu erkennen und diesen Weg zu gehen. Ja und es braucht Glauben, um auf diesem Weg zu bleiben. Jesus spricht hier von dem ersten Hören auf Johannes den Täufer und das Wort des Vaters durch ihn. Das ist die Tür. Und Jesus spricht von dem Weg der Gerechtigkeit, das ist der Weg nach der Tür. Nur wer durch die Tür auf den Weg der Wahrheit tritt und darauf geht und bleibt, tut den Willen Gottes – nur wer im Weinberg Gottes bleibt, bis der Herr zum Feierabend ruft. Das Motiv von Tür und Weg, die beide notwendig sind und eine Einheit bei unserer Errettung bilden, wiederholt sich immer wieder. Weit ist das Tor und breit und geräumig ist der Weg, die zur Verdammnis führen. Eng ist die Pforte und schmal ist der Weg, die zum Leben führen – werden du und ich ihn finden?

Mt 21, 38-44

Eckstein Jesus und wieder notwendige Frucht zum Heil

Wer nicht auf die Botschaft Gottes durch die Boten Gottes hört entzieht sich dem Heil und seiner eigenen Rettung. Nur wer in seinem Glaubensleben gute Früchte hervorbringt, ist auf dem Weg zum Heil.

38 Doch als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: ‚Das ist der Erbe! Kommt, wir bringen ihn um und behalten das Land für uns!‘ 39 So fielen sie über ihn her, stießen ihn zum Weinberg hinaus und brachten ihn um.“ 40 – „Was wird nun der Eigentümer des Weinbergs mit diesen Winzern machen, wenn er kommt?“, fragte Jesus. 41 „Er wird diesen bösen Leuten ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere verpachten, die ihm den Ertrag pünktlich abliefern“, antworteten sie. 42 Da sagte Jesus zu ihnen: „Habt ihr denn nie die Stelle in der Schrift gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute als unbrauchbar verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das hat der Herr getan; es ist ein Wunder für uns‘? 43 Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die rechten Früchte hervorbringt. 44 Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert, und jeder, auf den er fällt, wird zermalmt.“

Am Eckstein Jesus scheiden sich die Geister. Ohne Jesus gibt es keine Rettung. Wer Jesus ablehnt, wird nur Gericht erleben, in diesem und im nächsten Leben. Und das Gericht ist: Die bösen Leute werden ein böses Ende nehmen und wer sich am Eckstein Jesus stößt, wir zerschmettert und zermalmt.

Und der Maßstab für ein gottwohlgefälliges Leben ist – wieder einmal – das Bringen von Frucht. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen – die, deren Eckstein im Lebenshaus wirklich Jesus Christus geworden ist.

Israel ist erwählt, doch in diesem Augenblick der Geschichte als Volk nicht gerettet, es hat die Chance des Heils nicht ergriffen, sondern verloren. Das Volk, das Frucht bringt ist auch erwählt – aber wird errettet werden und seine Errettung durch Frucht erweisen.

Mt 22, 1-14

Absager, Böse, Gute, falsch Gekleidete

Es reicht schon, dem Ruf Gottes nicht zu folgen, wenn ich ihn höre, um den Himmel zu verpassen. Zu den am Ende geretteten Auserwählten gehören, die der Berufung Gottes gefolgt sind, egal ob sie vorher gut oder böse war. Wer in den Himmel kommen will, muss ein hochzeitliches Festgewand anhaben, d.h. er muss entsprechend der ihm von Gott geschenkten Gerechtigkeit leben (Offb 3, 1-6) und gerechte Taten vorweisen können (Offb 19, 8). Jesus sagt in Offb 3, 1-6 deutlich: Nur wer seine (gottgeschenkten) Kleider nicht besudelt, sondern vollkommene Werke tut und überwindet, der wird im Himmel mit weißen Kleidern angetan werden und nicht ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens, so wie es dem Hochzeitsgast im Gleichnis geschieht.

1 Jesus sagte ihnen noch ein Gleichnis: 2 „Mit dem Reich, das der Himmel regiert, verhält es sich wie mit einem Kö    nig, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Als es so weit war, schickte er seine Sklaven los, um die, die er zum Fest eingeladen hatte, rufen zu lassen. Doch sie wollten nicht kommen. 4 Da schickte er noch einmal Sklaven los und ließ den Eingeladenen sagen: ‚Das Festmahl ist angerichtet, Ochsen und Mastkälber geschlachtet, alles ist bereit. Beeilt euch und kommt!‘ 5 Doch sie kümmerten sich überhaupt nicht darum. Der eine hatte auf dem Feld zu tun, der andere im Geschäft. 6 Einige jedoch packten die Sklaven, misshandelten sie und brachten sie um. 7 Da wurde der König zornig. Er schickte seine Truppen aus, ließ jene Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken. 8 Dann sagte er zu seinen Sklaven: ‚Das Hochzeitsfest ist vorbereitet, aber die Gäste, die ich eingeladen hatte, waren es nicht wert. 9 Geht jetzt auf die Straßen und ladet alle ein, die ihr trefft.‘ 10 Das taten sie und holten alle herein, die sie fanden, Böse und Gute. So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen. 11 Als der König hereinkam, um zu sehen, wer da gekommen war, fand er einen, der kein Festgewand anhatte. 12 ‚Mein Freund‘, sagte er zu ihm, ‚wie bist du überhaupt ohne Festgewand hereingekommen?‘ Der Mann wusste darauf nichts zu antworten. 13 Da befahl der König seinen Dienern: ‚Fesselt ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die Finsternis.‘ Da wird das große Weinen und Zähneknirschen anfangen. 14 Denn viele sind gerufen, aber nur wenige sind erwählt.“

Die geladenen Gäste zum Hochzeitsmahl sind alles Absager und Totalverweigerer. Sie wollten dem Ruf zum Fest nicht folgen. Irdische Beschäftigungen waren Ihnen wichtiger, als der Ruf zum Reich der Himmel. Und ihr Ende ist schrecklich. Es sind Berufene des Himmels, die ihrem Ruf nicht folgten.

Der Mann im Festsaal, der dem Ruf des Himmels folgte, aber kein festliches Hochzeitsgewand anhatte ging es am Ende auch nicht besser als ihnen. Auch er ist ein Berufener. Aber er folgte dem Ruf des himmlischen Gastgebers nur scheinbar. Aber um ein Auserwählter zu sein, der wirklich im Himmel ankommt, braucht es mehr, als dem Ruf zum Himmel zu folgen. Und dieses Mehr liegt nicht am eigenen ursprünglichen Charakter oder Tun, lernen wir. Denn die glücklich Berufenen, die zum Hochzeitsmahl ankommen und bleiben, waren Böse und Gute. Deine Vorgeschichte ist egal, wenn du zu Jesus kommst. Jeder kann kommen, egal, welches Leben er oder sie davor geführt hat. Und dass die zweiten Gerufenen sich einladen lassen, liegt unausgesprochen an ihrem Glaubensgehorsam. Sie hörten, wurden aus Gnade von der Einladung beschenkt und kamen.

Und wenn wir dem Ruf Gottes gefolgt sind, macht das Hochzeitskleid den Unterschied. Nur wer ein Hochzeitskleid anhat, wird wirklich gerettet werden. Wofür steht dieses prachtvolle, alles entscheidende Hochzeitskleid? Wir denken an die Felle getöteter Tiere, die Gott Adam und Eva gab, um ihre Scham zu bedecken (1 Mose 3, 21), wir denken an das Heil und die Gerechtigkeit, mit dem wir frei beschenkt und bekleidet werden (Ps 132, 16, Jes 61, 10; Hes 16, 10, Sach 3, 3-4; Eph 6, 14; ) und wir sehen, das Hochzeitkleid ist ein Geschenk des Bräutigams, das den Unterschied ausmacht. Wer so bekleidet ist, wer so beschenkt ist, darf am himmlischen Hochzeitsmal des Lammes teilnehmen – und es liegt nicht am vorigen eigenen Tun, den Böse wie Gute folgten dem himmlischen Ruf. Ihr Böse-Sein war kein Hindernis und ihr Gutsein war kein Vorteil. Allein das Folgen des himmlischen Rufes war entscheidend – und das Beschenktwerden mit dem himmlischen Hochzeitskleid. Unsere von Christus frei geschenkte Gerechtigkeit ist unsere Eintrittskarte in den Himmel, macht uns Paulus klar (Römer 4+5).

Doch das Hochzeitskleid bietet noch einen weiteren Aspekt: Nach Offenbarung 19, 18 steht die weiße Leinwand, mit der die Gerechten vom Himmel bekleidet werden – das Kleid ist also tatsächlich ein Geschenk – aus den gerechten Taten der Heiligen. Das bestätigt auch Jesus mit seinen Worten an die Gemeinde in Sardes: Wer das nicht umsetzt, was er von Gott gehört hat, ist im Begriff zu sterben – er besudelt das Kleid, das Gott ihm und ihr schon geschenkt hat und er und sie steht in der Gefahr, aus dem Buch des Lebens ausgetilgt zu werden. Wer aber Buße über solches Verhalten tut, oder noch besser, wer sein Kleid während seines Lebens gar nicht erst besudelt und die Versuchung dazu überwindet, der ist es wert bei Jesus zu sein. Dazu ermahnt uns auch Judas (Jud 1, 23). Und er wird im Himmel noch einmal besonders mit weißen Kleidern angetan werden und wird die unaussprechliche Freude haben, mit dem Bräutigam zusammen in weißen Gewändern zu wandeln (Offb 3, 1-6). Er und sie werden nicht beim Hochzeitsmahl des Lammes ohne Kleid gefunden und gefesselt hinaus in die Finsternis geworfen werden. Wir sehen also im alles entscheidenden Hochzeitskleid:

Hier verschmelzen Geschenk und eigenes Tun. Unsere Gerechtigkeit ist hauptsächlich geschenkt, aber nicht nur ein Geschenk. Sie bringt auch Früchte in unserem Leben hervor, die Gott als Teil unserer Gerechtigkeit ansieht. Dieser Gedanke wird auch ganz klar bei Jakobus (Jak 2, 21-24) und in der Offenbarung (Offb 3, 5, Offb 7, 14, Offb 16, 15) bestätigt: Ja, wir bekommen die rettenden Feierkleider für die himmlische Hochzeit frei geschenkt – indem wir unsere Kleider im Blut des Lammes waschen und hell machen, also indem wir uns richtig bekehren. Aber nach unserer Bekehrung bewahren wir unsere Kleider, indem wir sie nicht durch Sünde oder Abweichen vom schmalen Weg besudeln und rauben lassen. (Nur) wer so überwindet, wird mit Jesus in hellen Kleidern in der Ewigkeit bekleidet werden und wandeln (Offb 3, 5).

Wir brauchen also Beides: Gottes freie Geschenk unserer Gerechtigkeit – so macht er und überhaupt erst würdig, am Hochzeitsmal des Sohnes Gottes teilzunehmen – aber auch die Frucht, die Glaubenswerke, die aus dieser gottgeschenkten Gerechtigkeit in unserem Leben erwachsen.

Und so zeigt uns auch dieses Gleichnis von Jesus vier Stufen der Berufung:

  1. Dem Ruf Gottes zum Reich der Himmel erst gar nicht folgen und eigene Wege bevorzugen. Hier ist der Stand der Berufenen von Anfang an völlig auch nach außen klar. Die Berufenen wollen nicht kommen – und sind Kinder des Todes.
  2. Die, die dem Ruf zum himmlischen Hochzeitsmahl folgen, aber entweder sich nicht beschenken lassen und ihre eigene Gerechtigkeit bevorzugen. Auch sie werden verloren gehen an einen Ort, wo das große Weinen und Zähneknirschen ist.
  3. Oder die, deren Leben nach dem Hören des Wortes Gottes keine Werke der Gerechtigkeit hervorbringt, die sich besudeln und nicht Buße tun. Und wenn das bis zu ihrem Ende so bleibt, werden sie sterben und vom Hochzeitsmahl ausgeschlossen werden.
  4. Mit dem Lamm feiern aber werden die, die der himmlischen Einladung und dem Wort Gottes folgen, sich beschenken lassen und durch ihr Beschenktsein Früchte in ihrem Leben hervorbringen. Das sind die Auserwählten. Aus der Sicht Gottes sind es die Hochzeitsgäste, die er jetzt schon kennt, deshalb kann er sie mit „Auserwählte“ ansprechen. Aus unserer Sicht ist es unsere völlige eigene Wahl, ob wir nicht nur Berufene, sondern auch Auserwählte sein wollen. Um am Ende auserwählt zu sein, brauchen wir nur dem Ruf Gottes in sein Reich folgen, uns beschenken lassen und wie wirklich Beschenkte leben. Dann werden wir mit Jesus feiern.

 

Mt 22, 36-40

Das wichtigste Gebot von allen

Majestätisch stehen Gottes höchste Gebote vor uns. „‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand!‘ 38 Das ist das erste und wichtigste Gebot. 39 Das zweite ist ebenso wichtig: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘ Auf unserem Weg zum Himmel werden wir – wird niemand – daran vorbeikommen, ohne sie in irgendeiner Weise umzusetzen (Mt 7, 12-14).

36 „Was ist das wichtigste Gebot von allen?“, fragte er ihn. 37 Jesus antwortete: „‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand!‘ 38 Das ist das erste und wichtigste Gebot. 39 Das zweite ist ebenso wichtig: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘ 40 Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten wollen.“

Majestätisch stehen Gottes höchste Gebote vor uns. Auf unserem Weg zum Himmel werden wir – wird niemand – daran vorbeikommen, ohne sie in irgendeiner Weise umzusetzen. Das hat Jesus in der Bergpredigt deutlich gemacht und praktisch in allen anderen Gleichnissen, die er erzählt.

Mt 23, 13

Tödliche Lehre/r

Wer fromm tut, aber Gottes Willen nicht tut ist ein Heuchler und geht verloren. Wer Gottes Wort hat, aber anderen das, was Gott will, nicht verinnerlicht hat und nicht richtig vorlebt, steht auf keiner Heilsgrundlage. Wer Gottes Wort nicht so vorlebt und lehrt wie Gott es will, sondern durch sein Leben und seine Lehre andere vom Heil abhält, hat selber kein ewiges Heil.

13 Weh euch, ihr Gesetzeslehrer und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Reich, das der Himmel regiert, denn ihr selbst geht nicht hinein, und die, die hineinwollen, lasst ihr nicht hinein.

Es ist – leider – möglich, das Wort Gottes zu haben und äußerlich zu befolgen, wie die Gesetzeslehrer und Pharisäer, und doch nicht gerettet zu werden, ja sogar andere zu hindern, gerettet zu werden. Wer das Wort Gottes hat, aber nicht selber tut, geht verloren. Und wer das Wort Gottes hat, und andere nicht durch das Wort Gottes und durch sein eigenes Leben lehrt, wie man gerettet wird, tötet andere Menschen. Töten? Ja töten. Wer andere Menschen in einem brennenden Haus nicht den Weg zur Rettung draußen zeigt und führt, tötet sie – indirekt vielleicht, aber er verhindert ihre – ewige – Rettung.

Und was damals für die Frommen zur Zeit Jesu galt, das gilt auch für die Frommen unserer Zeit. Wird von unseren Kanzeln das gelehrt, was Menschen von der Sünde wegbringt und zu Gott ihrem Retter hinführt? Sind unsere sanften und ermutigenden und unanstößigen Predigten in Wirklichkeit tödliches Gift, das unsere Hörer einschläfert und erst an der verschlossenen Himmelpforte aufwachen und den bösen Betrug merken lässt? Über die Jahrhunderte sehen wir die blinden Flecken unserer Vorgänger klarer. Aber wie es mit unseren eigenen blinden Flecken, wo brauchen wir selbst geöffnete Augen für unseren eigenen Zustand und über unsere eigene Predigt?

Mt 23, 26-32

Innen unrein und verloren

Die innere Reinigung von Heuchelei, Blindheit gegenüber der eigenen Sünde und von Eigenwillen ist die Voraussetzung für Rettung. Es braucht Demut, um zu erkennen, dass wir selbst zu allem Bösem fähig sind und nur durch Gnade gerettet und bewahrt werden können.

26 Weh euch, ihr Gesetzeslehrer und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie weiß getünchte Gräber: Von außen ansehnlich, von innen aber voller Totenknochen und allem möglichen Unrat. 27 Von außen erscheint ihr den Menschen gerecht, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit. 28 Weh euch, ihr Gesetzeslehrer und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr baut ja die Grabmäler für die Propheten und schmückt die Gräber der Gerechten. 29 Und dann behauptet ihr noch: ‚Wenn wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt hätten, hätten wir niemals mitgemacht, als sie die Propheten ermordeten.‘ 30 Damit bestätigt ihr allerdings, dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid. 31 Ja, macht nur das Maß eurer Vorfahren voll! 32 Ihr Nattern und Giftschlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entkommen?

Äußere Frömmigkeit reicht nicht, um dem Strafgericht der Hölle zu entfliehen. Ebenso wenig die offizielle Zugehörigkeit zum Volk Gottes. Das macht Jesus an dieser Stelle klar.

Zwei Dinge fehlen denen, die von Jesus verdammt werden:

Innere Reinheit. Heuchelei und Gesetzlosigkeit beherrschen die Pharisäer, nicht Reinheit.

Heuchelei bedeutet etwas Anderes vorzugeben, als in uns ist. Wir werden vor Gott und Menschen nicht wahr. Gesetzlosigkeit bedeutet, zu machen, was ich, was mein alter Mensch will, und nicht das tun, was Gott will. Beides kann vor Gott nicht bestehen.

Und wir denken an die Seligpreisung Jesu: Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen (Mt 5, 8). Innerlich Unreine können vor Gott nicht bestehen. Die innere Unreinheit jedes Menschen muss erst entfernt werden, um vor Gott rein zu werden, dass wir bestehen können. Das geschieht durch wahr Werden über unseren Zustand vor Menschen und Gott und indem wir uns dem Gesetz Gottes unterstellen und nicht mehr unserem eigenen Willen folgen.

In Bezug auf die heilsnotwendige Notwendigkeit der Einsicht in die eigene Sündhaftigkeit geht Jesus sogar noch einen Schritt weiter. Er erzählt in den Grabmälern der Propheten ein eigenes Gleichnis dafür, dass sie den Pharisäern und Schriftgelehrten fehlt: Beide glauben nicht, dass sie grundsätzlich zur Sünde fähig sind. Sie meinen, sie wären im Gegensatz zu ihren Vätern nicht zu Prophetenmördern geworden. Doch da irren sie sich gewaltig, da irrt jeder Mensch, der sich einschätzt, dazu nicht fähig zu sein. Die Pharisäer und Schriftgelehrten vertrauen auf die eigenen Möglichkeiten, anstatt auf Gott. So erging es Petrus und er erlitt Schiffbruch (Joh 13, 36-38). Jeder der denkt, ihm oder ihr kann Sünde nicht passieren, hat sich schon verrechnet. Wer meint zu stehen, sehe zu, dass er oder sie nicht falle (1 Kor 10, 12). Und so lassen der Stolz und die Selbstgerechtigkeit der Gesetzeslehrer und Pharisäer nicht zu, dass sie gerettet werden (Lk 18, 9-14). Nur das demütige Anerkennen, dass ohne die Gnade Gottes jeder von uns ein Prophetenmörder werden kann, ist die Demut, die Gott erhöhen wird. Selig sind die Armen vor Gott, die aus sich selbst nichts zu bringen haben, sondern alles von Gott erwarten sagt Jesus (Mt 5, 3).

Und so lehrt Jesus im Umkehrschluss zwei notwendige Dinge, um der Verdammung der Hölle zu entfliehen: Die innere Reinigung von der Heuchelei und dem Eigenwillen in uns, und die Demut, die erkennt, dass sie selbst zu allem fähig ist und nur durch Gnade gerettet und bewahrt werden kann.

Mt 24, 3-27

Verführung, Verfolgung, Bedrängnis, Sekundengehorsam und Rettung

Jesus lehrt uns hier, dass Rettung sowohl gottgewirkt, als auch glaubensbedingt ist. Unser Glaube rettet uns nicht nur am Anfang unseres Glaubenslebens. Es ist auch unser Glaube, der uns durchbringen und am Ende bei Gott ankommen lässt. Es gilt, Jesus in reinem Glauben zu folgen bis zum Ende. Denn auch wer sich von falschen Christussen und falschen Propheten oder durch große Zeichen und Wundertaten verführen und in die Irre führen lässt, wird verloren gehen. Gerettet wird, wer sich auch in Bedrängnis, unter Misshandlungen und in Todesgefahr nicht von Jesus abwendet, wer bis zum Ende standhaft in seinem Glauben an Christus bleibt und wer sich nicht im Augenblick wo er fliehen sollte weltlichen Dingen zuwendet, die ihm wichtiger sind. Wer Jesus JETZT zu seiner größten Freude macht, ist dagegen sicher. Doch wem andere Dinge als Christus wichtig sind und wer nicht auf Christus und Christus alleine wartet, der bei seiner Wiederkunft den ganzen Horizont wie ein Blitz erhellen wird, der wird nicht bei der Schar dabei sein, die Jesus auf den Wolken ihrem Herrn entgegengehen.

3 Als er später auf dem Ölberg saß und mit seinen Jüngern allein war, fragten sie ihn: „Wann wird das alles geschehen? Gibt es ein Zeichen, an dem wir deine Wiederkehr und das Ende der Welt erkennen können?“ 4 „Gebt acht, dass euch niemand irreführt!“, erwiderte Jesus. 5 „Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich sagen: ‚Ich bin der Messias!‘ Damit werden sie viele verführen. 6 Erschreckt nicht, wenn ihr von Kriegen hört oder wenn Kriegsgefahr droht. Das muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende. 7 Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Staat den anderen angreifen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8 Doch das ist erst der Anfang, es ist wie bei den Geburtswehen. 9 Dann wird man euch bedrängen, misshandeln und töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr zu mir gehört. 10 Viele werden sich von mir abwenden; sie werden einander verraten und sich hassen. 11 Viele falsche Propheten werden auftreten und viele in die Irre führen. 12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnehmen wird, wird auch die Liebe bei den meisten erkalten. 13 Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. 14 Und diese gute Botschaft vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst kommt das Ende. 15 Wenn ihr aber das ‚Scheusal der Verwüstung‘, von dem der Prophet Daniel geredet hat, am heiligen Ort stehen seht – wer das liest, der merke auf! -, 16 dann sollen die Einwohner Judäas in die Berge fliehen. 17 Wer auf seiner Dachterrasse sitzt, soll keine Zeit damit verlieren, noch etwas aus dem Haus zu holen; 18 und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr zurücklaufen, um seinen Umhang zu holen. 19 Am schlimmsten wird es dann für schwangere Frauen und stillende Mütter sein. 20 Betet darum, dass ihr nicht im Winter oder am Sabbat fliehen müsst! 21 Denn dann wird die Not so schrecklich sein, dass sie alles übertrifft, was je seit Erschaffung der Welt geschah. Auch danach wird es eine solche Bedrängnis nie mehr geben. 22 Würde diese Schreckenszeit nicht verkürzt, würde kein Mensch gerettet werden. Seinen Auserwählten zuliebe aber hat Gott die Zeit verkürzt. 23 Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Schaut her, da ist der Messias!‘, oder: ‚Seht, er ist dort!‘, so glaubt es nicht! 24 Denn mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet wird auftreten. Sie werden sich durch große Zeichen und Wundertaten ausweisen und würden sogar die Auserwählten verführen, wenn sie es könnten. 25 Denkt daran: Ich habe euch alles vorausgesagt. 26 Wenn sie also zu euch sagen: ‚Seht, er ist in der Wüste draußen!‘, dann geht nicht hinaus! Oder: ‚Seht, hier im Haus ist er!‘, dann glaubt es nicht! 27 Denn wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es wie bei einem Blitz den ganzen Horizont erhellen.

Wieder wünschte ich, ich müsste das alles nicht schreiben und bin entsetzt, wie viele Möglichkeiten Jesus anführt, dass wir am Ende nicht bei ihm ankommen. Doch ich gehe einfach nur Schritt für Schritt am Text entlang. Und ich wiederhole nur mit anderen Worten, was Jesus gesagt hat – weil wir es sonst nicht mehr hören, weil wir durch Hören und Nichtbeachten alle schon abgestumpfte geistliche Sinne bekommen haben.

In diesem Text geht es um die Auserwählten, um die, die am Ende bei Gott ankommen. Jesus macht klar: Sie werden nicht durch eigene Kraft gerettet, sondern durch Gottes Erbarmen und durch seine Fürsorge. Denn wenn der Vater im Himmel die Drangsalszeit der Endzeit nicht verkürzen würde, dann würde niemand gerettet, verdeutlicht Jesus. Und wenn niemand errettet würde, dann auch nicht die Auserwählten Gottes. Es ist Gottes Fürsorge alleine, die die Erwählten am Ende gerettet und bei Gott ankommen lässt.

Auf der anderen Seite ist das endgültige gerettet Werden aber auch die volle Verantwortung der Berufenen. Direkt oder indirekt macht Jesus deutlich, dass es vier große Gefahren gibt, am Ende nicht bei Gott anzukommen. Diese müssen wir um jeden Preis vermeiden, macht uns Jesus deutlich, wenn wir gerettet werden oder bleiben wollen:

Verführung. Wir dürfen uns nicht verführen lassen. Alleine das Wort trägt schon die Bedeutungsschwere der Verführung Evas im Paradies mit sich – mit allen ihren Folgen: Tod, Sünde, Trennung von Gott. Wir wollen uns auf keinen Fall verführen lassen: Weder von falschen Christussen, noch von ihren falschen Zeichen und Wundern, noch von einer Christuserscheinung, die vorgetäuscht und damit weniger herrlich und deutlich ist, als wenn ein Blitz den ganzen Horizont erhellt. Die weltweit sichtbare gleichzeitige Erscheinung unseres Herrn, wie wenn ein Blitz den Horizont erhellt, ist das einzige gültige Erkennungszeichen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.

Verfolgung. Wir werden als Christen jetzt oder in der Endzeit verfolgt werden. Werden wie dadurch von Christus abkommen? Werden wir dahin kommen, uns gegenseitig zu verraten wie Judas oder zu hassen wie Übeltäter? Verrat und Hass: Das klingt wahrlich nicht nach fortbestehender Errettung.

Bedrängnisse. Die schweren Bedrängnisse der (End-) Zeit können uns von Gott wegbringen – sie wird die Liebe in vielen erkalten lassen. Ein Maß setzt Jesus nicht, doch er lehrt uns, es möglichst nicht dazu kommen zu lassen.

Ob Verfolgung oder Bedrängnisse – beides kann uns von Jesus und dem Weg der Nachfolge wegbringen und vor beidem warnt uns Jesus. Paulus zeigt uns in Römer 8 auf, dass weder Verfolgung, noch Bedrängnisse noch irgendetwas anderes uns von der Liebe Gottes trennen können. Und er lebte diese Wahrheit mit seinem Leben aus. Jeder, der Jesus in Verfolgung und Bedrängnissen treu bleibt, erlebt das.

Und doch werden wir nach den Worten Jesu am Ende nur gerettet werden, wenn wir standhaft bleiben. Das ist also auch unsere Verantwortung, für die wir Gott in unserer Schwachheit und Ohnmacht nur vertrauen können. Nur durch die Fürsorge Gottes, der nicht zulässt, dass wir über unser Vermögen versucht werden, und nur durch eine uns von Gott geschenkte Standhaftigkeit werden wir gerettet werden.

Der Erfolgsfaktor ist eine wunderbare Symbiose aus Gotte Gnade und eigenem Tun. In der Vereinigung führt es dazu, dass wir uns nicht verführen lassen, Bedrängnissen und dem Druck zu Lieblosigkeit widerstehen und wir zum Sekundengehorsam befähigt werden, der rettet. Und das alles wird ist nur möglich durch die Treue Gottes, der über seinen Auserwählten wacht, dass sie auch wirklich gerettet werden.

Sekundengehorsam. Jesus lehrt, dass es nicht nur auf grundsätzlichen Gehorsam ankommt, sondern in der Endzeit sogar auf Sekundengehorsam. Jeder, der im falschen Augenblick noch einmal zurückgeht oder zurückblickt, wie Lots Frau, steht in großer Gefahr nicht gerettet zu werden. Kann es sein, dass eine einzige falsche Handlung unser Heil oder unser Verderben bedeuten kann? Ja, das sagt Jesus deutlich, denn er warnt uns davor, indem er ausdrücklich auf Lots Frau hinweist. Und sie drehte sich einfach im falschen Augenblick um und sah voll Wehmut zurück zur untergehenden Welt.

Wie können wir uns darauf vorbereiten, um nicht in diese Falle zu tappen? Jesus jetzt schon und immer an die erste Stelle setzen, ist die beste Vorbereitung, die wir uns schenken können.
Dabei können wir Beispiele aus andern Gebieten zu Rate ziehen:
Wenn wir Autofahren lernen, lernen wir erst mit dem Kopf, dann retten uns später unsere mit der Zeit entwickelten Fähigkeiten und Reflexe, wenn es dazu kommt, dass wir eine kraftvolle Notbremsung durchführen müssen. Wir handeln dann ganz automatisch richtig, weil wir das richtige Verhalten eingeübt haben, bis es saß und auch, weil wir die Situationen gelernt haben, richtig einzuschätzen. Und so auch wir: Wenn wir entsprechend der Aufforderung und dem Befehl Jesu wirklich gelernt haben, Jesus an erste Stellte zu setzen, wenn Jesus uns wichtiger geworden ist als alle Dinge, als alles was wir haben, unsere Familie und sogar als unser eigenes Leben, dann werden wir auch in einer Krisensituation die richtige Entscheidung treffen. Das wird uns ganz leichtfallen und es wird reflexartig aus uns selbst herauskommen, dass wir Jesus wählen und nichts und niemanden anders, ohne dass wir groß darüber nachdenken müssten. Denn dazu ist in der Situation, die Jesus beschreibt, keine Zeit mehr. Der Augenblick wird an den Tag bringen, welches Lebens- und Glaubenshaus wir in der Zeit davor aufgebaut haben. Die plötzliche Versuchung wird zeigen, welche Beziehung wir zu Jesus wirklich haben. Wenn Jesus wirklich unser größter Schatz geworden ist, dann wird es uns leichtfallen und eine Freude sein, die Welt und alles was wir haben hinter uns zu lassen, wenn es darauf ankommt, plötzlich und freudig dem Bräutigam entgegenzugehen.

In der Zusammenfassung macht Jesus hier überdeutlich, dass endgültige Rettung nicht ein magisches Werk am Anfang unseres Glaubenslebens ist. Es ist das Erbarmen Gottes während unseres Glaubenslebens, der uns nicht über unser Vermögen versucht werden lässt. Es ist die Weisheit und Vorsehung Gottes, und der uns über die Warnungen Jesu vorbereitet auf alles, was da kommen soll. Es sind das Wort und die Gnade Gottes, die uns dabei helfen, uns nicht verführen zu lassen. Es ist die durch seinen Geist in uns geschenkte Liebe Gottes, die uns befähigt, in Verfolgung und Bedrängnissen Jesus treu zu bleiben. Es ist Gottes Werk JETZT an uns, uns durch unsere Hingabe JETZT an ihn so fest zu machen, dass wir in der großen Krise Jesus wählen und nichts und niemanden anders. Und all das wirkt Gott durch unseren Glauben an ihn.

Jesus lehrt uns hier, dass Rettung sowohl gottgewirkt, als auch glaubensbedingt ist.
Unser Glaube rettet uns nicht nur am Anfang unseres Glaubenslebens. Es ist auch unser Glaube, der uns durchbringen und am Ende bei Gott ankommen lässt.

Mt 24, 37-51

Verloren geht, wer NICHT wachsam ist und NICHT bereit ist für seinen Herrn, wenn er kommt

Egal ob ein Knecht Jesu von Anfang an böse ist oder nach einer richtigen Hinwendung zu Jesus mit der Zeit böse wird: Wer nicht (mehr) mit seinem Herrn rechnet und seinem Herrn und den ihm anvertrauten Menschen nicht mehr mit Hingabe und von Herzen dienst, sondern ANFÄNGT, die anderen Diener des Herrn zu misshandeln, während er sich ein üppiges Leben gönnt und seine Freude nur noch in den Dingen dieser Welt findet, der ist böse und ein Heuchler (geworden). Jesus selbst wird einen solchen Menschen entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.

37 „Und wenn der Menschensohn kommt, wird es so wie in Noahs Zeit sein. 38 Damals, vor der großen Flut, aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. 39 Sie ahnten nichts davon, bis die Flut hereinbrach und alle umbrachte. So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. 40 Wenn dann zwei Männer auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen und der andere zurückgelassen. 41 Wenn zwei Frauen an derselben Handmühle mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen werden. 42 Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 43 Und das ist doch klar: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welchem Zeitpunkt der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 44 So solltet auch ihr immer bereit sein, denn der Menschensohn wird dann kommen, wenn ihr es gerade nicht erwartet.“ 45 „Wer ist denn der treue und kluge Sklave, dem sein Herr aufgetragen hat, der ganzen Dienerschaft zur rechten Zeit das Essen zuzuteilen? 46 Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei dieser Arbeit findet – wie sehr darf sich dieser Sklave freuen! 47 Ich versichere euch: Sein Herr wird ihm die Verantwortung über seine ganze Habe übertragen. 48 Wenn der Sklave aber ein böser Mensch ist und denkt: ‚Mein Herr kommt noch lange nicht‘, 49 und anfängt, die anderen Diener zu schlagen, während er sich selbst üppige Mahlzeiten gönnt und sich gemeinsam mit anderen Trunkenbolden betrinkt, 50 dann wird sein Herr an einem Tag zurückkommen, an dem er es nicht erwartet hat, und zu einer Stunde, die er nicht vermutet. 51 Er wird den Sklaven in Stücke hauen und ihn dorthin bringen lassen, wo die Heuchler sind und wo das große Weinen und Zähneknirschen anfängt.“

Noah damals war gerecht vor Gott und wurde mit seiner Familie gerettet. Was zeichnete Noah aus? Noah glaubte und gehorchte Gott. Er baute die Arche auf Gottes Wort hin, als noch nichts von der Verderben bringenden Flut zu sehen war. Und er GING mit seiner Familie in die Arche, als die Zeit gekommen war. Die draußen waren ungläubig und ungehorsam und ungerecht. Und sie kamen – plötzlich – um.

Nun vergleicht Jesus zwei Männer und zwei Frauen bei den gleichen Tätigkeiten. Äußerlich ist kein Unterschied auszumachen. Doch die Wiederkunft Jesu wird die beiden Arbeitskollegen jeweils trennen. Worin liegt der Unterschied? Der jeweils Gerettete war innerlich wachsam und mit seinem Herrn verbunden, die jeweils andere nicht. Wachsamkeit und die daraus resultierende innere Verbundenheit und lebendige Beziehung mit dem Herrn Jesus sind der Schlüssel zur Errettung.

Diese Wahrheit verstärkt Jesus noch einmal durch den wachsamen Hausherrn. Entscheidend ist zum einen, dass der Hausherr einen kostbaren Schatz in seinem Haus hat – rettenden Glauben. Und zum anderen ist entscheidend, ob der Hausherr wach bleibt und den kostbaren Schatz vor Diebstahl in der Nacht bewahrt. Ja, der kostbare Schatz errettenden Glaubens kann uns heimlich von unserem Feind gestohlen werden, wenn wir anfangen einzuschlafen.

Was passiert genau, wenn wir innerlich nicht mehr wachen und immer weniger mit unserem Herrn verbunden bleiben? Dann geschieht das, was Jesus in seinem Knechtsgleichnis erzählt. Der gute Knecht bleibt innerlich mit seinem Herrn verbunden, er ist ihm treu, ob er fern oder nah ist, er führt verantwortungsvoll die Aufgaben aus, die ihm anvertraut wurden, und das bis zum Ende. Er ist seinem Herrn treu und sorgt sich für andere, die ihm anvertraut sind – das ist das Erkennungszeichen – und er tut es bis zum Ende.  Sein Herr kommt und findet ihn bei seiner Arbeit. Wie sehr darf sich dieser Sklave freuen! Jesus versichert uns: Sein Herr wird ihm die Verantwortung über seine ganze Habe übertragen.

Doch der böse Knecht ist der, der nicht wacht und daher geistlich einschläft. In SEIN Haus bricht der Feind ein, während er schläft und raubt den Schatz des rettenden Glaubens. Und der böse Knecht wird alleine auf dem Feld zurückgelassen werden und von der Flut umgebracht werden. Und er wird in Stücke hauen und dorthin gebracht werden, wo die Heuchler sind und wo das große Weinen und Zähneknirschen anfängt.

War der böse Knecht schon immer böse und nur ein falscher Knecht? Mag sein. Wahrscheinlicher ist es aber, dass er seinen Herrn wirklich kannte. Denn in diesem Zusammenhang erzählt Jesus dieses Gleichnis. Die bereits glaubenden Jünger sollen wachsam sein, DAMIT ihnen dieses alles Schreckliche nicht passiert. Denn der böse Knecht denkt zuerst böse und fängt dann an, seine Mitknechte zu schlagen, sich selbst alles exzessiv zu gönnen. Vorher hat er das nicht getan. Er fing erst damit an, als sein Herr so lange auf sich warten ließ. Der ganze Sinn der Rede Jesu ist, als Knechte ebenso wachsam zu sein, dass das nicht passiert. An der Wachsamkeit und Treue und auch Klugheit des guten Knechtes hängt es, dass er seinem Herrn dauerhaft ergeben bleibt und am Ende bei der Arbeit für seinen Herrn ist, wenn sein Herr kommt. Wir sollen absolut bereit sein, wenn unser Herr kommt, sagt Jesus. Wenn wir nicht bereit sind oder bereit bleiben und Gott nicht mehr die wichtigste Person in unserem Leben ist und die höchste Priorität für unser Handeln ist, dann werden auch wir auf dem Feld oder an der Handmühle alleine zurückgelassen, wenn unser Herr plötzlich kommt. Darum ermahnt uns Jesus so eindringlich, unbedingt wachsam zu sein und zu bleiben. Und überhaupt macht die ganze Ermahnung Jesu an dieser Stelle und im Knechtsgleichnis Jesu nur Sinn, wenn unsere endgültige Errettung von unserem Verhalten abhängt. Ja, auf unseren bleibenden Glauben an Jesus unseres Herrn kommt es an und auf unsere wachsame Erwartung seiner jederzeit möglichen Wiederkunft. Es ist unser unverrückbarer Glaube an Jesus, der uns wachsam hält und am Ende errettet werden lässt. Und die Ermahnung Jesu zur Wachsamkeit und seine Treue sind Gottes Mittel, uns zu helfen, gerettet zu werden und zu bleiben. Am Ende wird der oder wird die gerettet, die JETZT glauben und JETZT aktiv im Dienst Jesu sind. Es ist wie bei einem Wanderer auf einem Klettersteig, der sich sowohl bei schweren als auch bei leichten Kletterpassagen immer konsequent mit seinen Glaubenshaken in das rettende Drahtseil der Treue von und zu Christus einhakt. Wie oft schon vorher er das getan hat ist nicht entscheidend, sondern ob er es JETZT weiter tut und sich vor einem möglichen Absturz bewahrt. Und es ist sein oder ihr unverrückbarer Glaube an die Notwendigkeit des Einhakens bei Jesus und dass er oder sie jeden Augenblick seinen oder ihren Halt in Jesus braucht, um sich vor plötzlich auftretenden Gefahren zu schützen. Und uns wird geschehen nach unserem Glauben: Wer sich und sein Leben beständig bei Jesus festmacht, ist vor jeder Gefahr sicher.

Mt 25, 1-13

Klugheit und Öl retten

Der Weg zur ewigen Errettung ist: Du nimmst nicht nur die äußere Form eines Dieners/einer Dienerin des Herrn an, sondern du tust so gründlich Buße und lässt Gottes Wort so tief in dein Leben ein, dass auch dein inneres Leben durch die Anwesenheit und Kraft des Heiligen Geistes erneuert wird und zwar so sehr, dass du jederzeit deinem Herrn begegnen kannst.

1 „In dieser Zeit wird es mit dem Reich, das der Himmel regiert, wie mit zehn Brautjungfern sein, die ihre Fackeln nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2 Fünf von ihnen handelten klug und fünf waren gedankenlos. 3 Die Gedankenlosen nahmen zwar ihre Fackeln mit, aber keinen Ölvorrat. 4 Die Klugen dagegen hatten neben ihren Fackeln auch Ölgefäße mit. 5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6 Um Mitternacht ertönte plötzlich der Ruf: ‚Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!‘ 7 Da standen die Brautjungfern auf und richteten ihre Fackeln her. 8 Die Gedankenlosen sagten zu den Klugen: ‚Gebt uns etwas von eurem Öl; unsere Fackeln gehen aus!‘ 9 Doch diese entgegneten: ‚Das geht nicht! Unser Öl reicht unmöglich für alle. Geht doch zu einem Kaufmann und holt euch welches!‘ 10 Während sie noch unterwegs waren, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die fünf, die bereit waren, gingen mit in den Hochzeitssaal. Dann wurde die Tür verschlossen. 11 Schließlich kamen die anderen Brautjungfern und riefen: ‚Herr, Herr, mach uns auf!‘ 12 Doch der Bräutigam wies sie ab: ‚Ich kann euch nur sagen, dass ich euch nicht kenne.‘“ 13 – „Seid also wachsam!“, schloss Jesus, „denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde.“

Wieder erzählt Jesu ein Gleichnis, bei dem Rettung nichts Automatisches, einmalig Gegebenes ist, sondern von der Klugheit der Wartenden abhängt. Die fünf Brautjungfern, die am Ende gerettet wurden, waren klug, sagt Jesus. Und weil sie klug waren, taten sie etwas lange vor der Ankunft des Bräutigams und bevor der kritische Augenblick der Bewährung kam: Sie nahmen Öl in ihre Gefäße für ihre Fackeln mit. Durch das zusätzliche Öl stellten sie sicher, dass ihre Lampen sehr lange brennen konnten.

Öl im Wort Gottes steht ganz klar für den Heiligen Geist (1 Sam 16, 13). Und die Lampen und das Licht stehen für alle Jünger Jesu, die Jesus zum Licht (der Welt) gemacht hat (Mt 5, 14). Alle scheinen bekehrt zu sein und ihren Herrn zu kennen, denn alle erwarten ihren Herrn. Im Gegensatz zum vorigen Gleichnis fangen die Törichten nicht an, etwas Törichtes im entscheidenden Augenblick der Wiederkunft ihres Herrn zu tun. Ihr Versäumnis liegt weit zurück in der Vergangenheit, am Anfang ihres Glaubenslebens. Sie deckten sich nicht mit genug Öl Vorrat ein, als es darauf ankam. Das kann zum einen bedeuten, dass sie gar nicht wirklich bekehrt und nicht wiedergeboren waren und daher den Heiligen Geist, das Öl nicht hatten. Dann war ihr Gottesdienst nur Formsache. Und bloße Formerfüllung hilft niemandem durch, wenn es so kritisch und schwierig wird wie in der Zeit kurz vor der Ankunft des Bräutigams, das haben wir aus den anderen Reden Jesu zur Endzeit und zu seiner Wiederkehr bereits gelernt. Die törichten Jungfrauen hätten also beizeiten wirklich Buße tun und umkehren sollen, um wirklich Kinder Gottes und gerettet zu werden. Bekehrung heißt: Gott erkennt mich und ich erkenne wer Gott, wer Jesus ist (Joh 17, 3) und das bedeutet, ewiges Leben zu haben. Jesus kennt die Seinen – schon seit ihrer Hinwendung ihm. Und dann wird er sie auch kennen, wenn sie vor der Tür des Himmels stehen. Gott wirklich zu kennen, heißt aber auch, vom Bösen zu weichen. Dass Gott uns kennt, ist ganz klar mit unserer Geschiedenheit vom Bösen verbunden (2 Tim 2, 19). Denn der Herr merkt auf die Gerechten und sein Angesicht steht wider die, die Böses tun (1 Petr 3, 12). Solche wird Jesus am Ende nicht kennen. Und darauf kommt es aber an in Zeit und Ewigkeit. Alles kommt also darauf an, dass wir Jesus wirklich kennenlernen, uns wirklich bekehren und wirklich den Heiligen Geist geschenkt bekommen und vom Bösen weichen. Nur dann werden wir im entscheidenden Augenblick unser Glaubenslicht strahlen lassen können. Aber das ist absolut möglich und das ist das, was Jesus will. Darum erzählt er uns dieses Gleichnis. Jeder, der von Jesus hört und auf seine Ankunft zu warten anfängt, hat die Chance klug zu sein und rechtzeitig ein ganzer Christ und Nachfolger Jesu zu werden, der durch den Heiligen Geist in ihm auch um Mitternacht und auch, nachdem er eingeschlafen war, sein Licht wieder brennend machen kann.

Und es gibt noch eine andere Auslegungsmöglichkeit für den vorhandenen und fehlenden Öl Vorrat.

Jesus sagt, dass am Anfang und bis kurz vor der Ankunft des Bräutigams die Lampen aller Jungfrauen brannten, sowohl die Lampen der Klugen, als auch die der törichten Jungfrauen. Das kann auch ein Hinweis darauf sein, dass alle von Anfang an bekehrt waren. Denn ohne Öl und damit ohne den Heiligen Geist brennt keine Glaubenslampe. Die Lampen der törichten Jungfrauen waren anfangs keine leeren Attrappen. Sie brannten. Wäre der Bräutigam eher gekommen, wären auch die törichten Jungfrauen bereit gewesen. Erst die Krise des langen Wartens bracht ihre Lampen zum Verlöschen. Das kann ein Hinweis darauf sein, wie wichtig es ist, dass wir uns als Christen ganz nach dem Rat der Apostel mit dem Heiligen Geist erfüllen lassen – obwohl wir ihn schon seit der Bekehrung haben. Wir sollen rechtzeitig so mit dem Geist Gottes erfüllt und geistlich stark werden, und das rechtzeitig, dass wir auch die Krise eines langen Wartens auf unseren Herrn im Glauben überstehen. Und das wird nur geschehen, wenn wir von Anfang an sorgsam in unserem Glauben und in unserer Verbindung zu unserem Herrn bleiben. Wir pflegen unsere Beziehung jetzt, wenn die Wogen noch glatt sind und seine Wiederkunft sich noch hinzieht, um für die Stürme der Endzeit und die Herausforderungen gerüstet zu sein. Letztlich kommt es dann auch darauf an, jetzt und jederzeit eng mit Jesus zu leben, und nicht Chancen ungenutzt zu lassen, um unseren Herrn besser kennen zu lernen und von ihm Gnade zur rechtzeigen Hilfe zu erlangen. Wenn wir ihn dann nicht verleugnen, weder in unserem Glauben, noch mit unserem Tun in den Tagen seines Kommens, dann wird er uns auch kennen und uns mitnehmen in den Hochzeitssaal.

Jede dieser Auslegungsvarianten kennt gute Gründe aus dem Text. Und wir können es nicht mit Sicherheit sagen, welche nun von beiden genau zutrifft, oder ob es beide sind. Das ist aber weder notwendig und vielleicht auch gut so: Denn es ist absolut notwendig, dass wir Jesus wirklich kennen und er uns – und das geschieht durch eine klare Bekehrung, bei der wir vom Bösen weichen und den Heiligen Geist geschenkt bekommen und auch fortan von der Ungerechtigkeit abstehen.

Und es ist absolut notwendig, dass wir im Glauben wachsen, wenn wir richtig bekehrt sind, dass wir mit dem Heiligen Geist so erfüllt sind, dass wir durch den Geist so sehr in diesem Leben herrschen, dass wir auch am bösen Tage stehen bleiben und das Feld behalten können. Es kommt auf den richtigen Anfang im Glauben an und es kommt auf das rechtzeitige richtige Glaubensleben in Verbundenheit mit Jesus an. Wenn wir bei beiden das Öl des Heiligen Geistes in unser Leben aufnehmen, dann werden wir auch genug davon haben, um an der himmlischen Hochzeit teilnehmen.

Mt 25, 14-30

Handeln nach dem Licht, das wir haben

Wer wachsam ist, ist klug. Er bleibt Jesus treu und arbeitet für seinen Herrn, und er setzt seine Talente für seinen Herrn ein, bis er wiederkommt und wird ewig gerettet. Es ist als Nachfolger und Knecht Jesu aber auch möglich, durch sein Verhalten verloren zu gehen, obwohl keine erkennbaren äußeren Sünden vorliegen. Es reicht schon aus, nichts aus seinem Leben zu machen und seine Gaben nicht für Gott einzusetzen. Wer seine Talente nicht für Gott einsetzt und vergräbt, wird verloren gehen.

14 „Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, ins Ausland zu reisen. Er rief seine Sklaven zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an, 15 so wie es ihren Fähigkeiten entsprach. Einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei und noch einem anderen eins. Dann reiste er ab. 16 Der Sklave mit den fünf Talenten begann sofort, damit zu handeln, und konnte das Geld verdoppeln. 17 Der mit den zwei Talenten machte es ebenso und verdoppelte die Summe. 18 Der dritte grub ein Loch und versteckte das Geld seines Herrn. 19 Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück und wollte mit ihnen abrechnen. 20 Zuerst kam der, dem die fünf Talente anvertraut worden waren. Er brachte die anderen fünf Talente mit und sagte: ‚Herr, fünf Talente hast du mir gegeben. Hier sind weitere fünf, die ich dazugewonnen habe.‘ 21 ‚Hervorragend!‘, sagte sein Herr. ‚Du bist ein guter Mann! Du hast das Wenige zuverlässig verwaltet, ich will dir viel anvertrauen. Komm herein zu meinem Freudenfest!‘ 22 Dann kam der, dem die zwei Talente anvertraut worden waren. Er brachte die anderen zwei Talente mit und sagte: ‚Herr, zwei Talente hast du mir gegeben. Hier sind weitere zwei, die ich dazugewonnen habe.‘ 23 ‚Hervorragend!‘, sagte sein Herr. ‚Du bist ein guter Mann! Du hast das Wenige zuverlässig verwaltet, ich will dir viel anvertrauen. Komm herein zu meinem Freudenfest!‘ 24 Schließlich kam der, dem das eine Talent anvertraut worden war. ‚Herr‘, sagte er, ‚ich wusste, dass du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast, und erntest, wo du nicht gesät hast. 25 Da hatte ich Angst und vergrub dein Talent in der Erde. Hier hast du das Deine zurück.‘ 26 ‚Du böser und fauler Sklave!‘, sagte der Herr. ‚Du wusstest also, dass ich Gewinn fordere, wo ich nichts angelegt, und ernte, wo ich nichts gesät habe? 27 Warum hast du mein Geld dann nicht auf eine Bank gebracht? Dann hätte ich es wenigstens mit Zinsen zurückbekommen.‘ 28 ‚Nehmt ihm das Talent weg, und gebt es dem, der die fünf Talente erworben hat! 29 Denn jedem, der einen Gewinn vorweisen kann, wird noch mehr gegeben werden, und er wird Überfluss haben. Aber von dem, der nichts gebracht hat, wird selbst das, was er hatte, weggenommen. 30 Den nichtsnutzigen Sklaven werft in die Finsternis hinaus, wo dann das große Weinen und Zähneknirschen anfangen wird.‘“

Und wieder werden die gerettet und belohnt, deren Leben Früchte getragen hat, die aus ihren gottgegebenen Möglichkeiten für ihren Herrn etwas gemacht haben. Der, der sein Talent nicht für Gott einsetzte und vermehrte zeigt, dass er ein falsches Gottesbild hat. Deswegen handelte er falsch und vergrub sein Talent. Nur, wenn wir Gott wirklich kennen, werden wir auch richtig handeln und alle unsere Talente, Gaben und Fähigkeiten ganz zur Ehre Gottes einsetzen und Früchte hervorbringen. Darum ist es wichtig, unseren Gott gut kennenzulernen. Und das geschieht durch das Lesen seines Wortes (Jak 1, 21) und durch Tun seines Wortes (2 Petr 1, 3-11).

Und was hätte der faule Knecht besser tun können? Es ist erstaunlich, dass sein Herr ihm noch nicht einmal vorwirft, dass er ihn nicht richtig kannte. Nein, der Herr des Sklaven, der in die Finsternis geworfen wird, wo das große Weinen und Zähneknirschen ist, der hatte einfach nicht getan, was er zugegebener Weise von seinem Herrn wusste. Er handelte nicht entsprechend seiner Erkenntnis und setzte nicht um, was er hätte umsetzen können. Damit zeigt Jesus uns auf, dass jedes Wissen über ihn als Herrn auch eine entsprechende Verantwortung mit sich bringt.

Aber dieses Wissen tröstet uns auch. Jesus erwartet nichts Unmögliches, sondern nur, was wir wissen können. Aber das mit voller Konsequenz. Lasst uns ihm fürchten und ihm die Ehre geben mit unserem Leben und mit unseren Gaben und Talenten!

Mt 25, 31-46

Das Endgericht aller Völker

Wer nicht Werke der Barmherzigkeit an anderen Menschen tut, wird von Jesus in das ewige Feuer geschickt werden. Wer Werke der Barmherzigkeit an anderen Menschen tut, wird gerettet werden. Auf wen diese Aussagen Jesu zutreffen, ob auf alle Welt oder die Nachfolger Jesu oder ob diese Werke der Barmherzigkeit an seinen Jüngern getan werden müssen ist nicht völlig klar. Daher können diese Aussagen nur in der Verbindung mit der sonstigen Lehre des neuen Testamentes in Beziehung zur Rettung und nicht isoliert für sich alleine verstanden werden.

31 „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und mit ihm alle Engel, wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen. 32 Dann werden alle Völker der Erde vor ihm zusammengebracht, und er wird sie in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegen trennt. 33 Die Schafe wird er rechts von sich aufstellen, die Ziegen links. 34 Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: ‚Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt das Reich in Besitz, das von Anfang der Welt an für euch geschaffen worden ist! 35 Denn als ich Hunger hatte, habt ihr mir zu essen gegeben; als ich Durst hatte, gabt ihr mir zu trinken; als ich fremd war, habt ihr mich aufgenommen; 36 als ich nackt war, habt ihr mir Kleidung gegeben; als ich krank war, habt ihr mich besucht, und als ich im Gefängnis war, kamt ihr zu mir.‘ 37 ‚Herr‘, werden dann die Gerechten fragen‘ ‚wann haben wir dich denn hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden bei uns gesehen und aufgenommen? Wann hattest du nichts anzuziehen und wir haben dir Kleidung gegeben? 39 Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und haben dich besucht?‘ 40 Darauf wird der König erwidern: ‚Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner gering geachteten Geschwister getan habt, das habt ihr für mich getan.‘ 41 Dann wird er zu denen auf der linken Seite sagen: ‚Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! 42 Denn als ich Hunger hatte, habt ihr mir nichts zu essen gegeben, als ich Durst hatte, gabt ihr mir nichts zu trinken, 43 als ich fremd war, habt ihr mich nicht aufgenommen, als ich nackt war, habt ihr mir nichts zum Anziehen gegeben, als ich krank und im Gefängnis war, habt ihr mich nicht besucht.‘ 44 Dann werden auch sie fragen: ‚Herr, wann haben wir dich denn hungrig gesehen oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis, und haben dir nicht geholfen?‘ 45 Darauf wird er ihnen erwidern: ‚Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner gering geachteten Geschwister zu tun versäumt habt, das habt ihr auch an mir versäumt.‘ 46 So werden diese an den Ort der ewigen Strafe gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.“

Diese Lehre Jesu vom Endgericht ist schwer zu verstehen und auszulegen. Hier redet Jesus zum ersten Mal nicht vom Himmelreich und seinen Knechten und Mägden, sondern von aller Welt, allen Menschen, die vor ihm versammelt werden. Und da gibt es die Gerechten mit ihren gerechten Werken, die gerettet werden auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite gibt es die Verfluchten ohne gerechte Werke an bedürftigen Menschen und Jesus. Sie werden verloren gehen und verdammt werden.

Die ganze Lehre Jesu an dieser Stelle scheint zu zeigen, dass Menschen aus Werken gerettet werden können, und zwar Menschen, die Jesus gar nicht kannten in ihrem Leben, das macht ihre Rückfrage an Jesus deutlich. Auf der anderen Seite ist das ganze Neue Testament voll davon, dass wir und jeder Mensch nur durch Gotte Gnade, durch das Glauben an das Evangelium Christi gerettet werden kann – und nicht durch Werke. Wie gehen wir mit diesen völlig verschiedenen Polen um?

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze:

Die Werke der Barmherzigkeit, die getan oder nicht getan wurden waren an „einen meiner gering geachteten Geschwister“ sagt Jesus. Meint Jesus damit seine Jünger, an Jesus Gläubige? Einige Bibelstellen könnten diese Sicht unterstützen (Mk 9, 41). Dann wären es die Haltung der Gerechten den Jüngern Jesu gegenüber und ihre Werke der Barmherzigkeit den Jüngern Jesu gegenüber, die zur ihrer Errettung führen. Dann würden die Gerechten nicht gerettet werden, weil sie selber an Jesus glauben, sondern weil sie die Jünger Jesu besonders liebten. Das ist aber ein Gedanke, der aber nur vage biblisch unterstützt wird. Und dagegenspricht, dass die Gerechten keine Verbindung von ihren gerechten Taten zu Jesus ziehen – ihnen war nicht bewusst, dass sie in den Jüngern Gott dienten. Sie dienten in ihrer Wahrnehmung den Menschen ohne Jesus in ihnen wahrzunehmen. Diese Auslegung ist also eher unwahrscheinlich.

Oder meint Jesus, dass jeder Mensch grundsätzlich gerettet werden kann durch Werke der Barmherzigkeit, egal an welchen Menschen, dass sich Jesus mit jedem aller Menschenkinder identifiziert? Auch das ist eine Möglichkeit, die nur vage Unterstützung in der Schrift findet.

Errettung gibt es nur durch aktiven Glauben an Jesu, Buße, Umkehr und Wiedergeburt (Joh 3; Lk 13, 5; 15, 7). Erst wer so errettet ist und dann auch bei und in seiner Errettung bleibt und daher bewusst solche Werke der Barmherzigkeit tut, wird errettet. Aber hier ist das Problem, dass solche Geretteten eigentlich wissen (sollten), dass sie Jesus selbst dienen, wenn sie anderen Menschen egal welcher Herkunft dienen. Und alle Völker, die vor Jesus versammelt werden, sind eben nicht alle Jünger, sondern alle Völker.

Es geht bei dieser Erzählung Jesu eben augenscheinlich nicht um seine Jünger, die ihn kennen.

Beide Auslegungs-Ansätze haben etwas für sich, jede Sicht hat aber auch ihre Schwierigkeiten. Und die Errettung alleine aus Gnade und durch das Evangelium wird nicht hinfällig dadurch. Niemand, der dieses Gleichnis Jesu liest kann sagen: “Ich tue (genügend) Werke der Barmherzigkeit an anderen, das reicht für meine Errettung, ich brauche nicht an Jesus glauben“. Wer von Jesus weiß und die gute Nachricht hört und nicht annimmt, wird am Ende verdammt werden sagt Jesus ganz klar (Mk 16, 16).

Damit bleibt als Auslegung nur noch übrig, dass es hier um Menschen geht, die nichts von Jesus gehört haben in ihrem Leben. Können Sie durch Werke der Barmherzigkeit gerettet werden, wenn schon nicht zu Lebzeiten, dann doch im Endgericht? Auch dazu sagt Gottes Wort nicht viel und betont vielmehr, dass die ganze Welt dem Verdammungsurteil Gottes verfallen ist (Röm 3, 19). Nur wenige Stellen zeigen, dass Menschen, die nur wenig wissen konnten von Gott, doch gerettet werden, wenn sie das konsequent umsetzen, was sie von Gott wissen – wie die Leute von Ninive und die Königin des Südens (Mt 12, 41 ff). Aber für eine biblische Lehre darüber reichen diese Hinweise nicht, und erst recht nicht, um jemandem Sicherheit des Heils zu geben, der Jesus nicht annehmen und gehorchen will.

Dazu kommt, dass diese ganze Wahrheit und Erzählung Jesu des Endgerichts praktisch keine weitere Entsprechung in den anderen Evangelien hat, noch in den Briefen der Apostel hat. Wie eine einzelne Bergspitze ragt diese Wahrheit Jesu majestätisch aus dem Nebel unserer nicht vorhandenen Einsichtigkeit in die ewigen Dinge Gottes empor.

Was können wir aus diesen Umständen aus der Lehre Jesu lernen?

Werke der Barmherzigkeit und damit geübte Nächstenliebe, sei es an Gläubigen oder egal an welchen Menschen ist das, worauf es Jesus am allermeisten ankommt. Vor allem wenn Menschen, wie es Jesus hier sagt, von Jesus nichts wissen.

Errettung durch Werke alleine von diesen Worten abzuleiten wäre aber aufgrund der massiven anderen Lehre des Neuen Testamentes ein schwerer Fehler. Wir werden alleine aufgrund unseres Glaubens und des Verdienstes Jesu gerettet (Römer 4).

Und doch geschieht Errettung auch durch Werke und nicht aus Glauben alleine (Jak 2, 14-26; Offb 2+3). Oder andersherum: Richtiger und rettender Glaube bringt Glaubenswerke der Barmherzigkeit und damit Früchte hervor.

Das Gericht gehört Jesus. Er wird uns überraschen. Unsere Einsicht ist begrenzt.

2 Thess 1, 8 E
Wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen.

1 Joh 4, 7-8
Geliebte, lasst uns einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 8 Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.

Mt 26, 26-28

Nur durch den Leib und das Blut Jesu

Durch den [hingegebenen] Leib Jesus und durch das vergossene Blut Jesu können wir in den Gnadenbund mit Gott eintreten, in dem uns unsere Sünden vergeben sind und durch den wir in der Schlussfolgerung gerettet werden.

26 Noch während sie aßen, nahm Jesus ein Fladenbrot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt und esst, das ist mein Leib!“ 27 Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet, reichte ihnen auch den und sagte: „Trinkt alle daraus! 28 Das ist mein Blut, das Blut, das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird und den Bund zwischen Gott und Menschen besiegelt.

Wie eindrücklich macht uns Jesus uns klar, dass wir die Sündenvergebung durch sein Blut im neuen Bund brauchen und seinen gebrochenen Leib zu unserm Leben. Nur durch das Opfer Jesu für uns können wir ins richtige Verhältnis zu Gott kommen – und in der Schlussfolgerung gerettet werden.

Mt 28, 16-20

Der Glaubensgehorsam der Einen ist die Rettung der anderen

Selbst die, die den Auferstandenen sehen, können zweifeln. Mit unseren Zweifeln sind wir daher in guter Gesellschaft. Und doch ist Jesus auferstanden und beauftragt uns für ihn in alle Welt zu gehen. Wahrer Glaube geht am Ende in die Hände und in die Füße. Er setzt selber um, was unser großer Meister Jesus uns gelehrt hat und gibt es anderen weiter, die dadurch gerettet werden.

16 Die elf Jünger gingen dann nach Galiläa und stiegen auf den Berg, auf den Jesus sie bestellt hatte. 17 Als sie ihn dort sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, doch einige andere zauderten [o. zweifelten]. 18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben 19 Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Dabei sollt ihr sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen 20 und sie belehren, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Zeit.“

Selbst die, die den Auferstandenen sehen, können zweifeln. Mit unseren Zweifeln sind wir in guter Gesellschaft. Und doch ist Jesus auferstanden und beauftragt uns. Wir sollen in aller Welt Jünger für Jesus gewinnen. Jesu Jünger sind die, die bereit sind alles zu verlassen, um Jesus zu folgen, die Jesus mehr lieben, als alles andere in der Welt und mehr, als ihr eigenes Leben. Jünger Jesu sind Menschen, die ihren Herrn kennen und er sie. Sie gehorchen von ihrer Lebensausrichtung allem, was Jesus gesagt hat. Das lernen sie durch die Lehre der Jünger und Apostel. Und sie werden fähig, alles was Jesus gesagt hat auch selber zu lehren. Wahrer Glaube geht in die Hände und in die Füße. Er setzt um, was unser großer Meister Jesus uns gelehrt hat. Im Missionsbefehl hier bei Matthäus steht nicht direkt etwas von der ewigen Errettung der Jünger im Bezug zu ihrem Gehorsam der Umsetzung des Missionsbefehls. Doch hängt vom Gehorsam der Jünger gegenüber Jesus davon ab, ob andere Menschen zu Jesus finden und zu Jüngern gemacht werden und damit gerettet werden können. Damit hängt von den Glaubenswerken der Jünger das Heil anderer Menschen ab.