Wessen Kraft? Notwendiger Schiffbruch

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 5  Heilig leben und lieben: Das ist der Weg – Wessen Kraft? Notwendiger Schiffbruch, epubli.de, 2021.

Wessen Kraft? Notwendiger Schiffbruch

Die Bibel sagt und bestätigt ohne Unterlass, dass unsere eigene menschliche Kraft vor Gott nichts vermag. Nein, sie steht sogar unter Gottes Fluch.

Jer 17, 5-6 N
So spricht Jahwe: „Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut, der sich auf Menschenkraft verlässt und sein Herz von Jahwe abkehrt! Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der vergeblich auf Regen hofft.

Ist unser geistliches Leben einem kahlen Strauch gleich? Versuchen wir etwa in unserer eigenen Kraft das göttliche Leben zu leben? Das ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Die einzig richtige Haltung, in der wir zu Gott kommen und SEINE Kraft erfahren können ist, wenn wir vorher an unserer eigenen Kraft zuschanden geworden sind.

Jakob der Betrüger musste erst ganz ans Ende seiner eigenen Möglichkeiten kommen. Sein Leben lang hatte er mit unfairen Mitteln den Segen Gottes erschleichen und erhandeln wollen. Jakob kämpfte um Gottes Segen. Und als er im Begriff stand, alles zu verlieren, kämpfte er noch immer weiter mit Gott. Da renkte Gott sein Hüftgelenk aus, das muskelstärkste Gelenk des Menschen. Und Jakob wollte nach dieser scheinbaren endgültigen Niederlage immer noch nicht von Gott lassen. Er wollte nichts und niemanden als Gott selbst und seinen Segen. Er war am entscheidenden Punkt angekommen: Alles, was er hatte, war in Gefahr, umzukommen. Er selbst war praktisch besiegt und der eigenen Kraft beraubt. Und dann wollte Jakob trotzdem und erst recht nur noch Gott und seinen Segen.
Da beurteilt Gott die Situation ganz anders: Ja, Jakob hat mit Gott gekämpft. Aber als er innerlich alles verliert, um Gott zu gewinnen, siegt in Wirklichkeit Jakob. Und Jakob gewinnt alles: Gott.
Denn Gott spricht ihm den Sieg zu und gibt Jakob einen neuen Namen:

Israel

Israel heißt übersetzt „Gott streitet (für uns)“ oder „Gott möge (für uns) streiten“ und „Gott herrscht“ oder „Gott möge herrschen“ oder lässt sich auch mit „Verstand, der Gott sieht“ übersetzen19.

 

 

Wenn wir an unserer eigenen Kraft zuschanden geworden sind,
wenn Gott uns alles
und alles andere uns nichts mehr ist
dann herrscht Gott wirklich.
Dann ist sein Reich in uns völlig angebrochen.
Dann haben wir Gott als den Sieger erkannt.
Und unser Sieger-Gott streitet und siegt für uns
in unserer Schwäche.

Unser Zuschanden werden an unserer eigenen Kraft ist absolut notwendig.
Nur wer sich nicht mehr auf die eigene Kraft verlässt, ist bereit, sich von Gott helfen zu lassen. Solange der Ertrinkende noch selber kämpft, ist ihm nicht zu helfen. Nur wer Gott vertraut, und ihm seine Rettung überlässt, wird auch gerettet. Und er wird dann auch nicht stolz, wenn Gott ihm Sieg schenkt. Denn er weiß und ist zutiefst überzeugt davon, dass er das selbst niemals aus eigener Kraft geschafft hätte. Er gibt Gott alle Ehre.

Zef 3, 11-13 N
Denn dann entferne ich aus dir deine hochmütigen Prahler. Dann wird es auf meinem heiligen Berg keine Überheblichkeit mehr geben. Übrig lasse ich in dir ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen Jahwes: den Rest von Israel, Menschen, die kein Unrecht tun und nicht mehr lügen werden.

Auch Israel muss erst an sich selbst zuschanden werden, bevor es Jahwe vertraut, es kein Unrecht mehr tut, und nicht mehr lügt, und stattdessen so lebt, wie Gott es will.

Jona musste erst an seiner eigenen Kraft, seinem eigenen Willen und seinen eigenen Plänen zuschanden werden und bis in Todesnot und Angst kommen, bevor er bereit wurde, Gottes Willen ganz zu tun. Und er wurde der vollmächtigste Prediger seiner Zeit. Mit einer Predigt aus nur 5 Worten rettete er 100.000 Menschen das Leben und zusammen mit diesen unzähligen Tieren (Buch Jona).

Erst wer allein und ganz auf Gott vertraut und nicht mehr mit seinen eigenen Ressourcen rechnet, erfährt Gottes Rettung. Die scheinbare Übermacht des Gegners spielt dann keine Rolle mehr. Wie viele Könige Israels haben das erfahren (2 Chron 14+15+16, 8-9; 18, 31; 20; 26, 1-15; 27; 31-32).

Paulus und mit ihm jeder religiöse Mensch und jeder fleischliche Christ muss erst an den Punkt kommen, an dem er ruft:

Röm 7, 24 S
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?

Und erst dann ist er bereit, seinem treuen Erlöser zu begegnen.
Und nach dieser Begegnung kann er rufen:

Röm 7, 25 S
Ich danke Gott durch Jesus Christus, unsren Herrn!

Es ist absolut notwendig, dass wir vom Vertrauen auf unsere eigenen Möglichkeiten wegkommen, um die Auferstehungskraft Jesu in unserem eigenen Leben zu erfahren, die alleine das Leben Christi in uns schafft und ermöglicht so zu leben, wie es Gott wohlgefällig ist.

Phil 3, 8-10 N
Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich. Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und dem Glaubenden zugesprochen wird. Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren.

Die Jünger, allen voran Petrus, waren völlig an ihren eigenen Möglichkeiten zuschanden geworden und hatten Schiffbruch erlitten. Aber Jesus setzt sie wieder in ihr Amt ein. Und von einer Sekunde auf die andere, zu Pfingsten, kann Gott sie segnen und gebrauchen und schenkt Ihnen Sieg.

In diesen Sieg sind die Männer und Frauen Gottes nicht hineingewachsen. Alle mussten erst bitterlich und unter Schmerzen die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten, Geschöpflichkeit und der Kraftlosigkeit im Kampf gegen die Sünde erfahren.

Die (scheinbare) eigene Niederlage wird zur Voraussetzung für den Sieg Gottes. Doch es ist nicht unser Sieg. Es ist Gottes Sieg über uns in unser eigenen Kraft, unserer Eigenwilligkeit und unserer alten Natur. Und nur und erst, wenn Gott uns so überwunden hat und wir uns haben so überwinden lassen, dann schenkt Gott uns seinen Sieg und erklärt uns zu den eigentlichen Siegern. Unsere völlige Niederlage auf der ganzen Linie wird zu unserem größten Sieg.

Unser eigener Schiffbruch wird zur Voraussetzung für Gottes völliges Heil in unserem Leben. Erst wer an seiner eigenen Kraft zerbrochen ist, vertraut nicht mehr auf menschliche Kraft und ist vom Fluch des Vertrauens auf die eigene Kraft befreit.

Er vertraut jetzt vielmehr auf Gott und Gott allein zu seinem Heil.
Und da liegt der Segen.

Hören wir auf das Zeugnis von Hanna Whitall Smith dazu9, Kapitel 16.

Ich hatte gelernt Ihm zu vertrauen, dass er mir meine Sünden vergibt. Aber ich hatte immer geglaubt die Sünde selbst überwinden zu können. Meinen traurigen Irrtum durch Gesetzlichkeit erlöst werden zu können hatte ich erkannt. Aber in Bezug auf ein heiliges Leben dachte ich immer noch gesetzlich. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht dem Herrn für ein heiliges Leben zu vertrauen, und ich wusste auch nicht, wie ich das praktisch tun sollte.

Und so gab ich mich noch ernsthafter hin. Immer wieder versuchte ich mich Gott ganz zu weihen. Ich versuchte meinen Willen mit Ketten der Hartnäckigkeit zu stählen und ihn Gott als heiliges Opfer darzubringen. Ich lag ganze Nächte wach und rang im Gebet darum, dass Gott mir den Segen gewährte, den er diesen anderen Christen gegeben hatte. Ich tat kurz gesagt alles, nur nicht die eine Sache die notwendig war. Ich konnte nicht glauben. Und ich konnte nicht vertrauen. Aber alles andere war noch nutzloser als nutzlos. Oder vielleicht doch nicht so nutzlos. Denn es lehrte mich sehr effektiv eine notwendige Lektion: Und das war meine eigene völlige und absolute Hilflosigkeit.

Zuletzt begriff ich deutlich, dass ich wirklich nichts war; dass ich den Herrn genauso dringend für mein tägliches Leben brauchte, wie ich ihn zuerst gebraucht hatte, als er mir Leben gab. Mir wurde bewusst, dass ich heute noch genauso unfähig war, mein Temperament oder meine Zunge auch für fünf Minuten im Zaum zu halten, wie damals vor langer Zeit, als ich mich bekehrte. Ich fand kurz gesagt die einfache Wahrheit heraus, die ich schon längst vorher hätte lernen müssen, dass ich ohne Christus nichts tun konnte, absolut nichts. Ich sah, dass alle meine Bemühungen nichts geholfen, sondern sein Werk nur behindert hatten. …

Ich bekannte meine eigene absolute Unfähigkeit ihm zu dienen und meine Ohnmacht, mich Seinem Willen zu unterwerfen. Ich warf mich sozusagen kopfüber in den Ozean seiner Liebe, um all diese Dinge in mir durch Sein allmächtiges Wirken vollenden zu lassen. Ich vertraute Ihm völlig und vollkommen. Ich nahm ihn als meinen Erlöser von der täglichen Macht der Sünde in einem so nackten Glauben an, wie ich ihn einst als meinen Erlöser von meiner Schuld angenommen hatte. Ich glaubte an die Wahrheit, dass er meine praktische Heiligung war, genauso wie meine Rechtfertigung, und dass er mich nicht nur retten konnte und würde, sondern dass er es auch tat. Der Herr Jesus Christus wurde mein gegenwärtiger Erlöser, und meine Seele fand endlich Ruhe, eine Ruhe, die keine Worte beschreiben können: Die Ruhe von allen gesetzlichen Anstrengungen, die Ruhe von allen ermüdenden Konflikten, die Ruhe von allen bitteren Misserfolgen. Das Geheimnis der Heiligkeit wurde mir offenbart, und dieses Geheimnis war Christus. Christus wurde mir zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

Und so steht diese Wahrheit Gottes unverrückbar und felsenfest fest:
Im Zerbruch an unserer eigenen Kraft und Vertrauen auf Jesus allein
erleben wir Jesus als unsere Heiligung.

Jer 17, 5-8 N+F
Verflucht ist der Mensch, der sich auf Menschenkraft verlässt / und sein Herz von Jahwe abkehrt! …
Gesegnet ist der Mensch, der auf Jahwe vertraut, dessen Hoffnung Jahwe ist! Er ist wie ein Baum, der am Wasser steht / und seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt, seine Blätter bleiben grün und frisch. Ihm ist nicht bange vor dem Dürrejahr; er trägt immer seine Frucht.