Erwartungen überprüfen

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 4  Für und Wider – Erwartungen überprüfen, epubli.de, 2021.

Erwartungen überprüfen

Ich habe eine Aufgabe für dich.
Lass dich darauf ein, dann wirst du klarer sehen.
Beantworte die folgende Frage JETZT und spontan,
ohne groß zu sinnieren.
Forme dir jetzt keine neue Meinung,
sondern versuche ehrlich zu sagen,
was du bis jetzt schon immer gedacht hast.

Blättere DANN ERST weiter nach unten.

 

 

Und das ist die Frage:

Wie geht es dir, wenn du die alttestamentlichen Geschichten von Israel liest?

Und hier kannst du deine Gedanken aufschreiben.

Was dachtest du bis jetzt über

  1. das Murren des Volkes Israel in der Wüste, als es kein Wasser,
    kein Brot und kein Fleisch gab?
  2. den ständigen Drang Israels, Jahwe zu verlassen
    und Götzen anzubeten?
  3. den Unglauben und Ungehorsam Israels in der Wüste,
    als sie das verheißene Land einnehmen sollten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hand aufs Herz: Hast du bisher bei allen drei Fragen eher gedacht:

  1. „Ach die Armen! Aber mir an ihrer Stelle wäre es genauso gegangen.“

Dann hast du viel Einsicht in deinen eigenen geistlichen Zustand bewiesen. Glückwunsch!

Aber dann muss ich dich auch fragen: Hast du die Hoffnung und das nötige Vertrauen zu Gott, aus diesen gefährlichen Herzenseinstellungen herauszukommen? So zu sein wie Israel damals in der Wüste ist Sünde und braucht Buße und Heilung! Bist du da schon von ganzem Herzen auf dem Weg, nicht so sein und dich nicht so verhalten zu wollen wie Israel damals? Hast du das Vertrauen zu Gott, dass er dich zu einem Kaleb und zu einem Josua machen kann? Hast du das verheißene Land überhaupt noch vor Augen? Glaubst du Gott überhaupt, dass es ein verheißenes Land auch für dich gibt?

 

Oder hast du dich beim Betrachten dieser drei Fragen eher gewundert:

  1. „Wie kann man nur so dumm sein? Ich verstehe das Verhalten Israels nicht nach all den Wundern und Zeichen Gottes vor ihren Augen.“

Danke für deine Ehrlichkeit.

Und hier ist die Auflösung für deine Sichtweise.

Jesus sagt:

Mt 23, 29-30 N+F
Ihr sprecht: ‚Wenn wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt hätten, hätten wir niemals mitgemacht, als sie die Propheten ermordeten.‘

Damit bestätigt ihr allerdings, dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid.

Wenn wir meinen, nicht in der gleichen Gefahr des Unglaubens zu stehen wie Israel, dann haben wir uns schon verrechnet. Dann haben wir schon eine richtende Haltung angekommen, die nicht mit unserem eigenen harten Herzen rechnet und meint, alles zu haben, was es braucht. Damit schließen wir uns selbst vom Segen Gottes aus, der uns über Bitten und Verstehen segnen will.

Ja, der Unglaube Israels betraf die sichtbare Ebene. Im Neuen Testament geht es um die unsichtbaren geistlichen Wirklichkeiten.

Doch wem mehr gegeben ist, von dem wird auch mehr erwartet.

Wir können die anfangs drei gestellten Fragen leicht für das Neue Testament übersetzen:

  1. Kannst du alles Schwierige in deinem Leben froh der Fürsorge Gottes zuordnen und ohne Zögern Gott dafür loben. Bist du gewiss, dass alles in deinem Leben von Gott zugelassen ist und zu deinem Besten dient (Röm 8, 28)?
  2. Ein Götze ist, woran mein Herz mehr hängt als an Gott. Kannst du alles was dir lieb und teuer ist Gott jetzt sofort weihen, ohne zu zögern, ohne ihm eine Lebensbereich zu verweigern, ob es zu deinem Schaden oder Segen ist?
    Bist du bereit Gott auch die Verfügungsgewalt über jede Sekunde deines Lebens zu geben und nicht mehr zu tun, was nicht in direktem Zusammenhang mit dem Reich Gottes steht? Wirst du traurig, wenn du diese Fragen liest? Oder glücklich, weil das ja sowieso ist, was du schon immer willst? Wenn du auch nur einen Hauch traurig wirst, zeigt das an, dass dir andere Dinge immer noch wichtiger sind als Gott. Dann hast du Götzen in deinem Leben – wie Israel.
  3. Wo ist dein verheißenes Land, das du noch nicht bereit bist einzunehmen? Ist es nicht wie Jesus zu sein, in Jesus zu sein und in Jesus zu bleiben? Ist es unmöglich, da hinzukommen, unmöglich wie bei Israel?

 

Die Apostel ziehen ständig Israel als warnendes Beispiel für die neutestamentlichen Gläubigen heran (1 Kor 10, 1-13; Hebr 3, 7 – 4, 11; 2 Petr 2; Jud 1, 5). Uns kann es genauso ergehen wie ihnen, in ihrem Unglauben, Götzendienst und Ungehorsam. Und wenn wir meinen, wir seien weiser und besser als Israel, haben wir uns schon verrechnet und verdorben.

Und in noch einem Punkt müssen wir uns fragen, ob wir Israel nicht mehr ähneln, als uns positiv abzuheben.

Die Juden hatten falsche Erwartungen an den Messias. Sie dachten, er kommt in Herrlichkeit, wenn er kommt. Sie sahen nicht das notwendige Leiden des Messias davor.

Wie leicht sehen wir diesen Fehler Israels und erheben uns. Paulus warnt uns davor (Röm 11, 21-22).

Sehen wir nicht Jesus vor allem als den leidenden Gottesknecht, durch den uns unsere Schuld vergeben wird? Wo sehen und erwarten wir ihn als den Auferstandenen, der durch sein Auferstehungsleben seinen Sieg in unser Leben bringt? Ist Jesus schon mit seiner Auferstehungskraft in unser Leben gekommen und erwarten wir das? Erwarten wir seine Herrlichkeit, die Wolke seiner Gegenwart in unserem Leben hier und jetzt (Joh 14)?

Wir stehen in großer Gefahr, genauso verkürzt zu denken und Jesus nicht in unserem Leben zu erwarten, die Wüste dem verheißenen Land vorzuziehen so wie Israel damals, nur auf geistlicher Ebene. Christus erlöste uns durch sein Leiden, aber er will auch zu dir und zu mir kommen, um in uns sein Auferstehungsleben zu leben!

Darum wollen wir uns demütigen und umkehren zu Gott und nicht mehr sagen

  • ‚Ich bin auch nicht besser als Israel und ich habe genauso keine Chance auf mein geistliches Kanaan.‘
  • ‚Wenn wir zur Zeit Israels gelebt hätten, hätten wir niemals bei ihren Sünden und bei ihrem Unglauben mitgemacht‘.

Lasst uns Gott von ganzem Herzen suchen und bekennen:

Herr, ich bin und verhalte mich genauso wie das schlechte Beispiel Israels, genauso unwillig, genauso ungehorsam, genauso ungläubig. Öffne mir die Augen für meinen wahren Zustand vor dir. Bring´ mich bitte, bitte in den richtigen Herzenszustand vor dir. Und lass mich erkennen, wo du in Herrlichkeit und mit deiner Kraft in mein kleines Leben hineinkommen willst. Öffne dir Tür und Bahn in mir, dass ich dich empfange, alles aus deiner Hand annehme, dir alles weihe und allem vertraue, und in Besitz nehme, was du mir so überfließend versprochen hast. Amen.