Die Vertrauensfrage 2.0 : Buchstaben und Wörter

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 3  Gesamtbiblische Betrachtungen – Das Wort Gottes – Die Vertrauensfrage 2.0 : Buchstaben und Wörter, epubli.de, 2021.

Die Vertrauensfrage 2.0 : Buchstaben und Wörter

Das ist die Urfrage:

Hat Gott gesagt? Oder Sollte Gott gesagt haben?

Und wenn Gott redet, kann und wird es dann geschehen?

Gott sagt:

Ihr dürft (o. sollt) von ALLEN Bäumen im Garten essen.
Nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben.

Die Schlange sagt:

Hat Gott wirklich gesagt,
dass ihr von keinem Baum / nicht von jedem Baum im Garten essen dürft?

Die Frau sagt:

Natürlich essen wir von den Früchten, entgegnete die Frau, nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen – sie nicht einmal berühren – sonst müsst ihr sterben.

Die Schlange widerspricht:

Sterben? Sterben werdet ihr nicht. Aber Gott weiß genau, dass euch die Augen aufgehen, wenn ihr davon esst. Ihr werdet wissen, was Gut und Böse ist, und werdet sein wie Gott.

Was geschieht:

Da nahm die Frau eine Frucht und aß.

Und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Fängt nicht alles Unheil da an, wir als Menschen Gottes Wort nicht mehr ernst und wörtlich nehmen und es uns verdrehen lassen?

Gott sagte „alle Bäume, mit einer Ausnahme“
und die Schlange sagte, „nicht von jedem Baum“

Was klingt unattraktiver? Und wo kam auf einmal die Zufügung her, die Früchte vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse nicht einmal berühren zu dürfen?

Und in welchem Licht steht Gott da nach den Worten der Schlange?

  • als Lügner, wenn der Mensch nicht sterben wird, obwohl Gott es doch gesagt hat
  • als jemand, der Furcht vor dem Menschen hat
  • als jemand, der Angst um seine Vormachtstellung hat
  • als jemand, der nicht will, dass der Mensch wie er selbst ist – obwohl er doch den Menschen selbst im Bilde Gottes geschaffen hat.
  • als jemand, der über ein Geheimwissen verfügt, dass ihm Macht verleiht und das er nicht teilen will
  • als jemand, der kraftlos ist, wenn er sich durch Gebote vor seinen Geschöpfen schützen muss
  • als jemand, den man austricksen kann
  • als jemand, der den Menschen nicht liebt
  • als jemand, der nicht das Beste für den Menschen will
  • als Tyrannen, dem es nur um sich selbst geht
  • als Geizhals

 

Sobald wir (uns) das Wort Gottes verdrehen (lassen), steht unsere Sicht vom Charakter Gottes auf dem Spiel.

Was können wir daher aus dieser Geschichte lernen?

So überschaubar das ist, was sich im Rückblick abgespielt hat, so läuft bei uns Menschen heute doch alles immer noch nach dem gleichen Schema ab.

Wir fragen uns:

Hat Gott (das) wirklich gesagt?

  • dann verändern wir die Aussage seines Wortes
  • fügen Dinge hinzu
  • stellen Gottes Güte und Liebe und seine guten Absichten in Frage
  • meinen wir uns etwas holen zu müssen, was Gott nicht erlaubt hat
  • wollen wir aus eigener Kraft und Überheblichkeit wie Gott sein

 

Jeder Actionfilm heutzutage, in dem die Helden 1000 Kämpfe und halsbrecherische Situationen spielend meistern und dem Tod mit einem Lächeln und einer unglaublichen Leichtigkeit zum 1001. Mal von der Schippe springen und irgendwelche Superkräfte anzapfen, zeugt davon, dass der Mensch auch heute noch so sein will wie Gott: Allmächtig, unverwundbar, ewig lebend. Aber das will er aus eigener Kraft, in Selbstherrlichkeit und aus eigenem Vermögen.

Was aber sagt die Schrift?

 

Seid

  • so vollkommen wie der Vater im Himmel (Mt 5, 48)
  • so heilig wie Gott (1 Petr 1, 15+16)
  • so gesinnt wie Jesus (Phil 2, 5)
  • so rein wie Jesus (1 Joh 3, 3)
  • voller Freude wie Jesus (Joh 15, 11)
  • ganz gesandt wie Jesus (Joh 17, 18)
  • geheiligt wie Jesus (Joh 17, 19)
  • eins mit Jesus, wie Jesus mit dem Vater (Joh 17, 22)
  • so in Jesus, wie Jesus im Vater war (Joh 14, 20)
  • voller Liebe wie Jesus (Eph 5, 1+2)
  • gehorsam wie Jesus (Joh 15, 10)

 

Mit anderen Worten

  • Lebt wie Jesus (1. Joh 2,6)
  • Glaubt wie Jesus (Mt 18, 20)
  • Tut die gleichen Werke wie Jesus (Joh 14, 12)
  • Seid aufopferungsvoll und leidensbereit wie Jesus (Phil 2, 5ff)
  • Erwartet von Jesus erhört zu werden, wie Jesus vom Vater erhört wurde (Joh 14, 12-14)

 

Ein Widerspruch?

Es ist doch gerade die Verführung, wie Gottwie Jesus – sein zu wollen?

Aber wenn es Gott doch so deutlich an so vielen Stellen so klar und unmissverständlich sagt? Worin liegt dann der Unterschied?
Der Unterschied liegt im Weg und in der Gesinnung.

Der Weg ist nicht, selbstherrlich, eigenmächtig und unabhängig von Gott so werden zu wollen wie der Vater und Jesus. Das wäre der Weg der Welt.
Nein, es ist der Weg des Kreuzes, des Verleugnens des eigenen Ichs, des Tötens der eigenen Begierden, der Demut vor Gott, der Selbstaufgabe vor Gott und des Bekenntnisses der eigenen Unfähigkeit vor Gott (Phil 2, 5ff; Röm 7, 24). So zu sein wie Jesus, das kann nur Jesus selber in uns vollbringen. Dann können wir sagen:
Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir (Gal 2, 20).

Entscheidend in der Paradiesgeschichte war damals der Gebrauch der Worte „alle“ und „nicht alle“.

Im Wort Gottes kommt es auf jedes Wort an. Wenn Gott sagt, von ALLEN Bäumen im Garten dürft ihr essen, nur vom Baum der Erkenntnis des Bösen und Guten nicht, dann hat er ALLE gesagt.
Die Schlange macht daraus „nicht alle“ oder „nicht immer“ „jedenfalls nicht jetzt“ und „nicht mit den Folgen, die Gott gesagt hat“. Aber Gottes Wort sagt ALLE und meint ALLE und auch mit ALLEN Konsequenzen.
Und die einzige Ausnahme ist separat erklärt:
Nur nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Wenn das nun so ist, wie kommen wir dazu anzuzweifeln, dass Gott „alle“ oder „alles“ meint, wenn er „alle“ oder „alles“ sagt? Sehen wir uns dazu weitere Beispiele und die Verwendung ähnlich bedeutungsschwerer Wörter in der Heiligen Schrift an.