Die HERRschaft Christi

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 3  Gesamtbiblische Betrachtungen – Gottes Herrschaft, Feinde, Kampf und Sieg – Die HERRschaft Christi, epubli.de, 2021.

Die HERRschaft Christi

Wenn wir eine Umfrage machen würden, was Jesus am Kreuz vollbracht hat, wen und was er alles besiegt hat, würde es sicherlich keinen ernsthaften Christen geben, der nicht sofort voller Freude und mit voller Gewissheit bestätigen würde, dass Christus ALLE seine Feinde am Kreuz besiegt hat. Die Sünde, den Tod, den Teufel, alle Mächte, die sich gegen Gott erheben, die Krankheit, die Dämonen, einfach alles. Christus hat sündlos gelebt, und am Kreuz über alle Mächte gesiegt, die sich gegen Gott erhoben haben und die uns von Gott trennen. Darum hat Gott Christus auch auferweckt und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist und über jede Macht gesetzt, die sowohl in diesem, als auch in den zukünftigen Zeitaltern genannt werden wird (Phil 2, 9ff). Christus hat ein für alle Mal gesiegt, und er wartet und herrscht hinfort, bis sich alle seine Feinde vor ihm beugen (1 Kor 15, 25). Sein Sieg am Kreuz und seine Auferstehung, seine Position zur Rechten Gottes versetzen ihn in die Lage, sich alles und jedes jederzeit untertan zu machen (Phil 3, 21).

Wenn Gott seinen Feinden noch Raum lässt, dann geschieht das mit Absicht und zu einem bestimmten Zweck. So hat der Teufel noch die Möglichkeit, jeden Menschen auf der Welt und auch das Volk Gottes zu versuchen und zu verführen (1 Petr 5, 8ff). Will Gott, dass irgendjemand in diesem Kampf unterliegt? Nein, im Gegenteil. Gott verzögert nicht sein Kommen und sein Gericht, er gibt uns noch Zeit. Denn er will, dass jedermann zur rettenden Umkehr und zur Erkenntnis der Wahrheit kommt (2 Petr 3, 9). Und er stellt denen, die ihm vertrauen, die Kraft seines Sieges zur Verfügung, damit jeder, der sich Gott naht und dem Teufel widersteht, diesen sogar in die Flucht schlagen kann (Jak 4, 7). Gott will nicht die Sünde seines Volkes, noch die Sünde irgendeines Menschen. Denn wegen ihrer Sünden wird die Welt gerichtet werden (Röm 3, 6). Und sogar wir geretteten Gläubigen werden aufgrund unserer Taten vom Herrn gerichtet, je nachdem ob wir Gutes oder Böses getan haben (2 Kor 5, 10).

Gottes Volk hat den Auftrag, im Namen, in der Kraft und in der Bevollmächtigung Gottes seine – Gottes – Feinde zu besiegen und ihr Land in Besitz zu nehmen. Dabei gibt es von Gottes Seite, was den Sieg angeht, keine Einschränkungen (5 Mose 6, 19; 2 Kor 2, 14; 1 Kor 15, 57; Röm 6, 14).

Christus ist alle Gewalt gegeben (Mt 28, 18). Wieviel Gewalt? ALLE Gewalt. Seit wann? Seit seiner Auferstehung. Wo? Im Himmel und auf Erden. Ist irgendetwas oder irgendwer ausgenommen? Nein. Jesus ist der Herr aller Herren und König aller Könige (Offb 17, 14). Und ihm ist der Name gegeben, der über allen Namen ist hoch über allen Gewalten, allen Mächte und Autoritäten, über allem, was Rang und Namen hat in dieser, und auch in der zukünftigen Welt (Eph 1, 21). Und er hat ihn, der über alles herrscht, auch der Gemeinde zum Haupt gegeben, der Gemeinde, die sein Leib ist (Kol 1, 18).

Jesus herrscht über alles. Doch hat er seine Herrschaft schon angetreten? In der Offenbarung (19, 6) lesen wir, dass alle gottesfürchtigen Wesen Himmel Gott loben, wenn er seine Herrschaft in der Weltgeschichte am Ende der Zeiten endlich antritt. Er richtet die große Hure und besiegt seine Feinde. Dann herrscht er wirklich – ohne Einschränkung. Vorher hatte er schon Gewalt über alles und lenkt alles – selbst seine Feinde müssen seinen Absichten dienen (Offb 17, 17ff). Aber erst, wenn Jesus seine Herrschaft offiziell antritt, wird sein Regiment wirksam und tritt in Kraft, ohne dass sich noch Widerstand regt. Dann schlagen die Herzen derer, die ihn in seiner Gegenwart anbeten, im Gleichklang mit seinem Lob. Wenn Jesus seine Herrschaft wirklich angetreten hat, dann gibt es keinen Feind mehr, den er gewähren lässt, wie jetzt noch seine Feinde und den Teufel, und die ihm widerstehen (Lukas 19, 27), dann herrscht Jesus wirklich, alleine und uneingeschränkt.

Müssen wir als Christen aber wirklich bis zum Ende der Weltgeschichte warten, bis Jesus IN UNS ohne Einschränkung regiert? Heißt nicht, sich zu Gott bekehren, dass Jesus UNSER HERR jetzt und hier wird und in uns seine Herrschaft antritt? Gottes Reich kommt und ist da, wo Jesus wirklich und JETZT HERR ist (Mt 7, 21).

Ja, wir glauben mindestens seit der Reformation wieder neu, dass Jesus unsere Schuld durch das Opfer Christi vergibt und nicht mehr ansieht. So können wir unseren Blick mit einem guten Gewissen durch die Rechtfertigung wieder frei zu Gott erheben (1 Petr 3, 21). Damit hat Gott seinen Feinden eine empfindliche Niederlage beigebracht. Unser Schuldbrief hängt am Kreuz (Kol 2, 14), und Gott ist für uns (Röm 8, 31ff). Kein Feind kann uns verklagen, kein Urteil Gottes wird uns verdammen.

Doch hat Gott den Feind damit völlig besiegt und komplett aus unserem Leben verbannt? Ist das schon der volle Sieg Christi in unserem Leben, alles was Gott uns geben kann und will?

Denn da ist ja noch das Fleisch, die Erbsünde, unser alter Mensch, der alte Adam, die Sünde in uns. Hat Christus die nicht auch besiegt, als wir seinen stellvertretenden Tod für uns annahmen? Ja, das glauben wir. Besiegt hat er das alles. Doch er hat unsere alten Feinde nicht weggenommen. Sie treiben wie der Teufel und seine Diener weiter ihr Unwesen und bringen uns Christen in Sünde, Schmach und dazu, dass Gottes Name nicht durch uns geehrt und geheiligt wird.

Warum hat Gott diese unsere Feinde nicht auch gleich durch den Sieg Christi weggenommen? ER hat sie doch besiegt und es wäre ihm ein Leichtes. Doch Gott hat sich entschieden, dass wir noch Feinde haben sollten. Gott ist gut und seine Absichten sind gut. Sicherlich hat er unsere Feinde nicht dazu übriggelassen, dass SIE UNS BESIEGEN. Nein, Gott hat unsere Feinde noch nicht weggenommen, damit WIR UNSERE FEINDE besiegen – und so lernen, was wir sonst nie so gut lernen könnten: Krieg führen gegen unsere Feinde und Gottes Sieg erleben (Ri 3, 1ff). Wir sollen lernen, uns ganz an Gott hängen und seinen Sieg durch uns zu erfahren. Oder werden wir einen Bund mit unseren Feinden schließen und sie nicht weiter bekämpfen und vertreiben (2 Mose 34, 15ff)?

Denn wer herrscht wirklich, wenn wir als Christen weiter gesetzmäßig sündigen? Wer ist wirklich unser Herr, wenn wir bis an unser Lebensende der Sünde immer wieder unterliegen müssen, und sei es nur in subtilen Formen? Dann herrschen Christus UND die Sünde. Dann hat Christus seine Herrschaft in uns noch nicht völlig in uns angetreten. Dann ist Christus in uns noch nicht zur völligen Herrschaft gelangt. Dann gibt es doch noch einen Rivalen auf dem Thron. Dann herrscht Jesus auf dem Thron meines Lebens und die Sünde herrscht auch auf dem Thron meines Lebens. Mag sein, dass sich das Verhältnis immer mehr zugunsten der Herrschaft Christi verschiebt. Aber ich gehöre immer noch zwei Herren.

Wenn mir alle Mobiltelefonfrequenzen in Deutschland gehören, nur eine nicht, dann mag ich der stärkste Mobilfunkanbieter am Markt sein. Aber eben nicht der Einzige. Ich teile meine Macht mit einem anderen. Und der kann Störfunk senden, soviel er will. Christus herrscht erst völlig, wenn alle seine Feinde überwunden zu seinen Füßen liegen, sich kein Widerstand mehr regt und er alleine ohne Rivalen regiert.

Jesus ist Herr         und

Dein Wille geschehe – wie im Himmel, so auf Erden

Das macht nur Sinn, wenn der Wille Gottes auf Erden und auch in meinem Leben geschehen kann – und das in vollkommener Weise. Das geht nur, wenn Jesus der wirkliche und alleinige Herr unseres Lebens ist. Und zu diesem alleinigen Herrn müssen wir Christus aktiv in uns machen – und dadurch unsere gottgegebenen Feinde überwinden. Das ist vollständige oder völlige Heiligung (1 Thess 5, 23-24; 2 Kor 7, 1). Dann ist Christus wirklich uns alleine Herr in unserem Leben. Und dann herrscht und siegt Christus in uns – ohne störenden Rivalen auf dem Thron unseres Herzens.

Und wir fragen unwillkürlich: Geht das? Denn: