Warum die Taufe mit dem Heiligen Geist und die Taufe mit Feuer zwei verschiedene Dinge sind

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 3  Gesamtbiblische Betrachtungen – Feuer vom Himmel, Heiligkeit, Vollmacht und Kraft – Warum die Taufe mit dem Heiligen Geist und die Taufe mit Feuer zwei verschiedene Dinge sind, epubli.de, 2021.

Warum die Taufe mit dem Heiligen Geist und die Taufe mit Feuer zwei verschiedene Dinge sind

Es könnte aber jemand fragen, ob jeder der sich bekehrt, sofort mit dem Heiligen Geist UND mit Feuer getauft wird. Denn bei den Jüngern zu Pfingsten war es ein Sonderfall: Sie hatten den heiligen Geist schon bei ihrer Wiedergeburt nach der Auferstehung Jesu erhalten:

Johannes 20, 21-23 S
Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und nachdem er das gesagt, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Johannes macht deutlich, dass die Jünger bei dieser Begegnung mit dem Auferstandenen zum ersten Mal das volle Evangelium hören und im auferstandenen Jesus verkörpert sehen. Alles, was das Evangelium ausmacht, war jetzt schon erfüllt: Jesus war für unsere Sünden gestorben und auferstanden. Das sahen und glaubten die Jünger schon vor Pfingsten. So konnte Jesus ihnen (den) Heiligen Geist geben (ohne Artikel im Griechischen), und sie sogar schon hier vor seiner Himmelfahrt beauftragen, in die Welt in der Vollmacht der Sündenvergebung zu gehen, wie er. Und nur der, dem selbst die Sünden vergeben sind kann so beauftragt werden. Und auch in seinem hohepriesterlichen Gebet macht Jesus klar, dass die Apostel schon vor Pfingsten ewiges Leben hatten, weil sie den Sohn gesehen und geglaubt hatten (Joh 17, 1-8).

Bei der Taufe mit dem Heiligen Geist und mit Feuer zu Pfingsten bekehrten sich die Apostel und ersten Gläubigen nicht, sie bekamen Kraft und Vollmacht (Apg 1, 8; 2, 1ff).

Bei allen anderen Gelegenheiten in der Apostelgeschichte empfangen Sünder den Heiligen Geist in dem Augenblick ihrer Bekehrung oder kurz danach. Als äußere Zeichen werden oft, aber nicht immer, Freude, Zungenrede und Weissagen genannt. Nie außer zu Pfingsten selbst erfahren wir von einer gleichzeitigen Bevollmächtigung zum Dienst bei der Bekehrung, nie werden wieder Feuerflammen wie bei den Jüngern zu Pfingsten sichtbar.

Selbst der mit dem Feuer der Heiligkeit Gottes getaufte Petrus predigt seinen ersten Zuhörern zuerst in Vollmacht Buße und Umkehr. Und er verheißt seinen Hörern die Gabe und den Empfang des Heiligen Geistes, aber nicht die Taufe mit Feuer. Denn erst wird ein Mensch mit dem Heiligen Geist getauft. Und dann muss er sich weiter reinigen und heiligen, bis er an den Punkt kommt, an dem er an seinen eigenen unzulänglichen Möglichkeiten und an seiner eigenen Kraft zerbricht, so wie die Jünger bei und nach der Kreuzigung Jesu. Dann erst wird das Feuer Gottes auch auf die bereits mit dem Heiligen Geist Getauften fallen, wenn sie völlig jeden Tag ihr Kreuz auf sich nehmen und wenn sie sich mit allem was sie haben und sind im Willen Gottes befinden. Aber die Verheißung der GABE des Heiligen Geistes gilt für alle Menschen, die sich aufgrund des Evangeliums zu Jesus bekehren (Apg 2, 38).

In Samaria (Apg 8) glaubten die gottfernen Samariter das Evangelium, der Predigt von Christus durch Philippus, und sie wurden getauft. Und es war schon große Freude in der Stadt. Aber erst etwas später empfingen sie den Heiligen Geist durch das Gebet und die Handauflegung der Apostel aus Jerusalem.

Der Kämmerer aus Äthiopien bekehrte sich, als er das Evangelium von Jesus hörte und ließ sich taufen. Wir lesen zwar nichts vom Empfang des Heiligen Geistes, aber wir wissen: Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein (Röm 8, 9 S).

Der schon bekehrte Saulus („Bruder Saul…“) wird durch das Gebet des Hananias drei Tage nach seiner Begegnung mit Jesus mit dem Heiligen Geist erfüllt und ließ sich sofort taufen (Apg 9, 17).

Auf die Heiden beim Hauptmann Kornelius fällt der Heilige Geist in dem Augenblick, als Petrus von der Sündenvergebung durch Christus predigt. Sie glaubten und wurden gerettet (Apg 10, 44ff). Obwohl sie die gleiche Gabe des Heiligen Geistes wie die Apostel zu Pfingsten bekamen (Apg 11, 17), waren die Auswirkungen deutlich andere: Die Apostel bekamen Vollmacht, die Heiden wurden gerettet. Und die Heiden wurden danach mit Wasser getauft. Die Apostel tauften die Bekehrten mit Wasser.

Die Johannesjünger (Apg 19, 2) empfingen durch das Auflegen der Hände von Paulus den Heiligen Geist. Es ist nicht ganz klar, ob sie überhaupt richtig bekehrt waren, da erst ihre Taufe korrigiert werden musste, oder ob sie als Bekehrte eine zweite Erfahrung machten. Nachdem ihr Glaube aber auf die richtige Basis gestellt worden war, ließen sie sich gleich auf den Namen Jesu mit Wasser taufen.

Angesichts der (kurzen) Zeitlücke, die in der Apostelgeschichte oft zwischen der Bekehrung und dem Empfang des Heiligen Geistes liegt, fragt man sich, ob man gläubig werden kann ohne den Heiligen Geist (1 Kor 12, 3), oder ob der Empfang des Heiligen Geistes (nicht die Taufe mit Feuer) eine zweite, besondere Erfahrung ist.

Nein, sagen Jesus und die Apostel in den Evangelien und Briefen. Ohne den Empfang des Heiligen Geistes kann sich niemand bekehren, ohne den Heiligen Geist in sich IST NIEMAND überhaupt ein wirklicher Christ (Joh 3, 5; Röm 8, 9; Tit 3, 5). Und in den Lehrbriefen suchen wir vergeblich nach einer Aufforderung der Apostel, nach der Bekehrung noch separat den Empfang des Heiligen Geistes zu suchen. Es wird einfach bestätigt, dass die, die an Jesus als Herrn gläubig wurden, den heiligen Geist bekamen (2 Kor 1, 22; Gal 3, 3; Eph 1, 13+14; Röm 8, 9 etc.). Der Empfang des Heiligen Geistes wird immer mit der Bekehrung vorausgesetzt oder gleichgesetzt. Danach geht es nur noch darum, dass die Gläubigen immer wieder vom Heiligen Geist erfüllt und voll Geistes werden (Eph 5, 18; Apg 4, 31).

Durch die Betrachtung der aufgeführten Bibelstellen und Zusammenhänge wird deutlich: Unsere Bekehrung und Wiedergeburt entspricht der Taufe mit dem Heiligen Geist. Die Abweichungen bzw. Verzögerungen in der Apostelgeschichte zwischen Glauben und Empfang des Heiligen Geistes lassen sich am ehesten mit der historischen Situation erklären: Gott wollte deutlich und nach außen sichtbar machen, dass alle, die an ihn glauben, den Heiligen Geist empfangen. Daher ist die zeitweise Verzögerung mit der sichtbaren Erfüllung mit dem Heiligen Geist als Zeugnis nach außen zu verstehen. Den unsichtbaren Empfang des Heiligen Geistes wollte Gott öffentlich bezeugen. Daher geschah der sichtbare Empfang des Geistes auch immer in der Gegenwart der leitenden Apostel, oder anderer geistlicher Respektspersonen. So kamen in dieser historisch wichtigen Situation keine Zweifel am echten Empfang des Heiligen Geistes der verschiedenen historisch bedeutsamen Zielgruppen oder Personen auf. Denn das war ja gerade der Skandal für die Gläubig gewordenen Juden, dass sogar die Heiden den Heiligen Geist empfingen. Als alle Volksgruppen, bzw. Orte, die Jesus im Missionsbefehl genannt hatte (Apg 1, 8), öffentlich erreicht waren – Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und die Enden der Erde (die Heiden) – da hörte die zeitliche Verzögerung des Empfangs des Heiligen Geistes nach der Bekehrung auf. Nur in zwei Sonderfällen handelte Gott noch zeitlich versetzt. Paulus, empfing durch das Gebet des Hananias kurze Zeit nach seiner Bekehrung den Heiligen Geist. Auch hier wollte Gott durch Hananias einen frommen Zeugen der wirklichen Bekehrung und Taufe mit dem Heiligen Geist des Paulus haben (Apg 9, 1-18). Und die Johannesjünger glaubten noch nicht richtig, egal ob sie schon gerettet waren oder nicht – so gab Gott von ihrem jetzt richtigen Glauben Zeugnis. Gott war es eben wichtig zu zeigen, dass auch die Taufe auf den Namen Jesus in seinem Heilsplan wichtig ist (Apg 19, 2). Nie wieder in der Apostelgeschichte, noch in den Lehrbriefen lesen wir, dass wir die Taufe mit dem Heiligen Geist als Bekehrte noch suchen sollen, oder dass Handauflegung das gebotene Mittel zum Empfang des Heiligen Geistes ist. Es ist immer das Wort der Wahrheit, des Evangeliums, durch das wir aus Gottes Geist wiedergeboren werden und durch das der Geist Gottes in unser Herz und in unseren Geist einzieht, das uns in den Leib Jesu hineintauft und versiegelt. Ja, alle Jünger werden NACH ihrer Bekehrung zum ersten Mal oder immer wieder mit dem Heiligen Geist erfüllt (Apg 2, 4; 4, 8; 4, 31; 15, 32; Epg 5, 18), aber eben nicht mit Feuer getauft. Die Apostelgeschichte beschreibt also das historische Handeln Gottes, die Lehrbriefe greifen die dort geschehenen Dinge im richtigen Zusammenhang auf.

Die Schlussfolgerung ist: Wir werden alle bei unserer Bekehrung mit dem Heiligen Geist getauft (Gal 3, 2; 4, 6; Röm 8, 23; 1 Kor 6, 19) und in den Leib Christi hineingetauft (1 Kor 12, 13; Eph 4,4).

Sicher ist in jedem Fall Folgendes: Die sichtbaren Auswirkungen des Empfangs des Heiligen Geistes sind meist Lob Gottes, Freude, Geistesgaben. Und das geschieht alles bei oder kurz nach der Bekehrung.

Vollmacht und Feuer aber gab es nur zu Pfingsten selbst – bei denen, die schon bekehrt waren, und deutlich vorher den Heiligen Geistes bei ihrer Bekehrung empfangen hatten.

Die schon bekehrten Jünger warteten ganz bewusst auf die Verheißung des Vaters, um für ihren Dienst bevollmächtigt zu werden. Sie beteten darum. Sie wussten, dass sie Jerusalem nicht verlassen durften, bevor sie mit Kraft aus der Höhe angetan waren. Erst nach dem Empfang der Feuertaufe aus der Höhe waren sie bereit dazu. Und mit welchem Erfolg, wie wir nachfolgend sehen!

Hier sind zwei zusammenfassende Tabellen mit allen Unterschieden zwischen dem Pfingstereignis als Feuertaufe der Jünger und den anderen Taufen mit dem Heiligen Geist in der Apostelgeschichte. Sie machen den Unterschied zwischen beiden Taufen deutlich. Es ist derselbe Geist, der Unterschiedliches bewirkt – daher auch die geteilten Flammen
(Evangelien und Apg, u.a. Joh 17; 20, 19-23; Apg 2; 1 Kor 12, 13; Röm 8, 9)

 

Die Jünger zu Pfingsten
hatten/waren bereits
Andere Empfänger
des Heiligen Geistes
 
mit Jesus gelebt  
an Jesus Gläubige  
gerettet  
Gottes/Jesu Willen und das Wort Gottes sehr gut kennen gelernt  
 „Heiligen Geist“ empfangen  
von Jesus in die Welt gesandt  
Vollmacht, Sünden aufzudecken, zu vergeben oder zu behalten  
den Auftrag Jesu, auf ihre Ausrüstung zum Dienst zu warten  
an ihrer eigenen Kraft im Hinblick auf die Nachfolge Jesu zerbrochen  
warteten auf „mehr“ von Gott  
 

 

Die Auswirkungen
des Empfangs
des Heiligen Geistes

Die Apostel
zu Pfingsten

Heiliger Geist
UND FEUER


Unbekehrte

Gabe / Taufe  Heiliger Geist

wurden wiedergeboren    – ü
wurden m.d. Heiligen Geist getauft ü ü
wurden i. d. Leib Christi hineingetauft ü ü
sprachen in Zungen ü ü
weissagten ü Predigten ü teils
lobten Gott ü ü
redeten d. Wort Gottes mit Freimut ü    –
hatten Feuerflammen auf ihnen ü    –
hielt man für betrunken ü    –
hatten Vollmacht ü    ?
leiteten die Gemeinde ü deutlich später
sorgten f. d. Heiligung der Gemeinden ü deutlich später

 

 

Die Gegenüberstellung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Empfang des Heiligen Geistes macht deutlich, dass die Jünger eine ganz andere Erfahrung hatten und machten, als die Neubekehrten, die den Heiligen Geist empfingen:

Die Neubekehrten wurden mit dem Heiligen Geist getauft.

Die Jünger wurden mit dem Heiligen Geist UND mit Feuer getauft.

 

 

Selbst das Leben Jesu bestätigt uns, dass es zwei Abschnitte der Erfahrung mit dem Geist Gottes gibt.

Lk 3, 21-22 N
Zusammen mit den vielen Menschen hatte auch Jesus sich taufen lassen. Als er danach betete, riss der Himmel auf, und der Heilige Geist kam sichtbar auf ihn herab, anzusehen wie eine Taube. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: „Du bist mein lieber Sohn. An dir habe ich meine Freude!“

Jesus brauchte sich nicht bekehren. Und doch ließ er sich zu Beginn seines Dienstes von Johannes im Jordan mit Wasser taufen. Damit stellte er sich öffentlich seinem Vater zum Dienst zur Verfügung. Da kam der Heilige Geist sichtbar auf ihn und erfüllte Jesus. Der Vater bestätigt die Sohnschaft Jesu öffentlich. Das Wasser und der Empfang des Heiligen Geistes stehen in direktem zeitlichen Zusammenhang.

Und beginnt Jesus jetzt, von Geist erfüllt sofort seinen öffentlichen Dienst? Nein. Der Empfang des Heiligen Geistes ist Jesus für die Wüste gegeben.

Lk 4, 1 N
Vom Heiligen Geist erfüllt, verließ Jesus den Jordan und ging in die Wüste. Der Geist hatte ihn dazu gedrängt.

Vierzig Tage blieb er dort und wurde vom Teufel versucht.

Jesus wird durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist noch nicht zu seinem öffentlichen Dienst befähigt. Aber er wird potenziell zum Sieg über den Teufel und seine Versuchungen befähigt. Doch diese Probe muss er mit der Hilfe des Geistes erst einmal bestehen. Und welch eine Probe ist das. Nach 40 Tagen Fasten steht ein Mensch kurz vor dem buchstäblichen Verhungern. Schwächer, seelisch angegriffener und mehr am Ende seiner Kräfte kann ein Mensch kaum sein (außer am Kreuz). In seinem Tiefpunkt wird Jesus vom Teufel versucht. Und das auf allen Ebenen (Lk 4, 1ff):

Körper

„Dein Leben ist in Gefahr. Gleich wirst du sterben. Da das den Vater anscheinend nicht kümmert, missbrauche deine Sohnschaft, um dir selbst vor der gottgegebenen Zeit zu helfen und Erleichterung zu verschaffen!“

Aber Jesus hilft sich nichts selbst, er wartet auf Gott. Lieber stirbt er, als den Willen des Vaters nicht zu tun. Und er hat das feste Vertrauen, dass der Vater nicht zu spät und dass er, Jesus, nicht zu kurz kommt.

Seele

„Beweise dir und anderen deine Sohnschaft durch ein gotterzwungenes Zeichen! Dann werden alle an dich glauben.“

Jesus pickt sich auch nicht nur die angenehmen Bibelverse heraus, die ihm schmeicheln, und die ihn erhöhen. Er will sich nicht selbst groß machen vor Menschen und sich selbst. Jesus gönnt sich keinen Triumph der Selbstgefälligkeit zu Beginn seines Dienstes. Er sagt sich nicht: „Der Vater wird mich schon bewahren müssen, sonst geht die Welt ja verloren“. Nein, Jesus zwingt den Vater nicht, ihm zu dienen und ihn groß zu machen. Er lässt die Macht beim Vater. Er beugt sich unter den Vater und bekennt damit:
„Der Vater ist größer als ich.“

Geist

„Nimm dir die ewigen Vorrechte deiner Sohnschaft selbst und ohne Leiden und sofort. Tausche den Vater für den Teufel ein.“

Jesus nimmt keine Abkürzung. Er geht dem Leiden nicht aus dem Weg, weder hier in der Wüste, noch später auf seinem Weg an Kreuz. Er nimmt sich Zeit, auf den Vater zu warten. Er liebt den Vater von ganzem Herzen, mit all seiner Hingabe und mit all seiner Kraft. Und er überwindet völlig.

Lk 4, 13 N
Als der Teufel sah, dass er mit keiner Versuchung zum Ziel kam, ließ er ihn für einige Zeit in Ruhe.

Der Heilige Geist wurde Jesus gegeben und Jesus wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt, um auf allen Ebenen zu überwinden. Der Heilige Geist befähigte Jesus den Vater und seinem Willen mehr alles andere auf der Welt in seinem Menschsein lieben zu lernen (in Analogie zu Hebr 5, 8).

UND JETZT ERST BEGINNT DIE PHASE DES ÖFFENTLICHEN DIENSTES JESU.

Und wovon ist sein Dienst jetzt geprägt?

Lk 4, 14 N
Jesus kehrte in der Kraft, die ihm der Geist Gottes verlieh, nach Galiläa zurück.

Jetzt erst ist Jesus auch mit der notwendigen Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, die ihn zum Dienst befähigt.

Jesus hat der Sünde widerstanden – jetzt kann er Sünde schelten und Sünder zur Umkehr rufen. „Tut Buße“

 

 

Jesus hat Demut bewiesen und kann rufen: „Kommt her, lernt von mir.“

Jesus hat den Vater mehr als alles geliebt und kann sagen:
„Das ist das größte Gebot!“

Durch seine Hingabe an den Vater und seine Taufe und Erfüllung mit dem Heiligen Geist überwand Jesus seine eigenen Bedürfnisse, die Sünde, Todesnot und den Teufel. Und als er völlig und in allem überwunden hatte, am Tiefpunkt seiner eigenen menschlichen Kraft, da rüstete der Vater ihn durch den Heiligen Geist mit Vollmacht und Kraft zu seinem Dienst aus.

Wir fassen zusammen:

Die Hingabe Jesu an den Dienst des Vaters ist mit der Wassertaufe Jesu verbunden. Ihr folgt die Taufe und Erfüllung Jesu mit dem heiligen Geist. Mithilfe des Heiligen Geistes kann Jesus den Versuchungen des Teufels bis aufs Äußerste widerstehen und auf der ganzen Linie überwinden: Der Vater zuerst! Das ist der Lebensatem Jesu, auf körperlicher, seelischer und geistlicher Ebene, im Feuer der Anfechtung erprobt und viel köstlicher als Gold befunden. Und erst der im Feuer der Versuchung erprobte Jesus wird mit der Kraft und Vollmacht des Geistes zum Dienst ausgerüstet.

Ja, auch Jesus kennt zwei Phasen des Dienstes mit Gott.

Und wir? Erst wer im Kämmerchen, wo es niemand sieht, die Sünde überwindet und Gott mehr als alles liebt, der wird auch mit Kraft, Feuer und Vollmacht zum Dienst gesalbt.

Ja, die Kraft des Geistes war auch den Jüngern verheißen. Und sie empfingen sie mit Feuer, nachdem sie an sich selbst zuschanden geworden waren und nur noch auf Gott warteten und nur noch von Gott alles erhofften.

Gibt es im Neuen Testament nun eine Entsprechung zu dieser Erfahrung der reinigenden, bevollmächtigenden Taufe mit dem Feuer für die Gemeinde?

Ja, und sie wird mit einem ganzen Blumenstrauß von Begriffen beschrieben:

Vom Vater beschnitten (Joh 15, 2) und wie sein Meister Jesus werden (Lk 6, 40), völlig und durch und durch geheiligt werden (1 Thess 5, 23-24; 2 Kor 7, 1), nach einem grundgereinigtem Herzen ein völlig reines Herz zu bekommen (1 Tim 1, 5), vollkommen werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5, 48), Teilhaber der göttlichen Natur werden (2 Petr 1, 4), heilig im ganzen Wandel werden, wie der, der uns berufen hat heilig ist (1 Petr 1, 15-16), die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes (2 Kor 7, 1), den Sieg bekommen dank Jesus, unserem Herrn (1 Kor 15, 57), allezeit in Christus triumphieren (2 Kor 2, 14), Christus mit seinem Leben allezeit groß machen (Phil 1, 20), vollkommene Liebe bekommen (1 Joh 4, 18), ganz Licht zu werden, ohne dass noch Finsternis in uns verbleibt (Lk 11, 36), so rein zu werden, wie der, der uns berufen hat rein ist (1 Joh 3, 3), so zu leben, wie Jesus gelebt hat (1 Joh 2, 6), durch den Sohn wirklich frei zu werden (Joh 8, 32+36), Ströme lebendigen Wassers von seinem Leib fließen zu haben (Joh 8, 38+39), die Werke Jesu zu tun und größere (Joh 14, 12), …

Und was soll ich noch alles aufzählen: Durch die Taufe mit dem Feuer Gottes werden wir zu all dem und sind, was Gott im Neuen Bund verheißen hat, und was ausführlich in diesem Buch beschrieben ist.

Ja, wer unbedingt will, kann behaupten, dass jeder, der sich neu bekehrt, sofort nicht nur mit dem Heiligen Geist, sondern auch mit Feuer getauft wird. Er kann sagen, dass beides, wie bei den Jüngern zu Pfingsten, auch bei den nachfolgenden Gläubigen nur ein gemeinsames Ereignis ist – obwohl die göttlichen Feuerflammen auf den Jüngern zweigeteilt waren und damit schon das doppelte Werk des Heiligen Geistes bei den Jüngern anzeigen.

Er muss dann aber auch erklären, inwiefern dann allen Gläubigen zu allen Zeiten die Taufe mit dem Heiligen Geist und mit Feuer als getrennte Erfahrungen verheißen sind. Denn in zwei Evangelien ist den Jüngern sowohl die Taufe mit dem Heiligen Geist verheißen, als auch die Taufe mit Feuer. Aber nur die Apostel zu Pfingsten erhalten offensichtlich die Taufe mit Feuer, danach in der Apostelgeschichte offenbar öffentlich niemand mehr.

Er muss dann den Nachweis führen, dass Feuer als Symbol schon zur Bekehrung passt, die doch sonst immer nur mit Wasser in Verbindung gebracht wird.

Er muss den Unterschied erklären zwischen den bekehrten Jüngern, die drei Jahre mit Jesus gelebt und bewusst und betend auf ihre Bevollmächtigung zum Dienst gewartet hatten, zu Neubekehrten, die augenscheinlich erst ihre Grundausstattung im Glauben bekamen.

Er muss den Unterschied von den Gemeinden erklären, die noch schwer mit der Sünde zu kämpfen haben, im Unterschied zu den Aposteln, die gleich nach ihrer Taufe mit dem Heiligen Geist und MIT FEUER und durch ihr eigenes heiliges Leben die Sünden ihrer Hörer verdammen können (Apg 5, 3 +32; Apg 7, 51-53).

Er muss den Unterschied erklären zwischen Gläubigen, die noch von fast nichts im Glauben eine Ahnung haben, zu bevollmächtigten Leitern, die die Gläubigen zur völligen Reinigung und Heiligung und zum Vollkommenwerden in der Liebe aufrufen.

Er muss vor allem erklären, wie alle Gläubigen schon zu Beginn ihres Glaubenslebens können und haben sollen, was in der ganzen Erfahrung uns Lehre der Bibel von Feuer gesagt wird: Alle Feuererfahrungen in der ganzen Bibel, bei der Menschen NICHT vom Feuer verzehrt werden, sind die absoluten Höhepunkte im Wort Gottes nach einer vorangegangenen Entwicklung im Glauben. Nur einzelne, völlig im Einklang mit Gott Stehende erfahren sie, nicht das ganze Volk Gottes. Nur wenn Menschen schon an Jahwe glauben und ihm völlig nachfolgen und gehorchen, nur wenn der Gottesdienst in völlig vorgeschriebener Weise erfolgt, und wenn die Leiter des Volkes und das Volk sich Gott ganz unterordnen, fällt das Feuer auf das Brandopfer, ohne dem Opfernden zu schaden.

Das Feuer steht am Ende der Reinigung und Heiligung. Das Feuer steht am Ende der Weltgeschichte. Das Feuer ist der ultimative Test und Beweis, dass jemand in die sonst unnahbare Nähe der Heiligkeit Gottes gekommen ist, und bestehen kann. Durchs Feuer hindurch schaffen es keine menschlichen und fleischlichen Werke und Gesinnungen irgendeiner Art. Wer vom Feuer Gottes getauft wird und brennt, ohne zu verbrennen, ist wie sein großer Meister Jesus geworden. Das Feuer Gottes reinigt uns entweder hier in diesem Leben, oder beim Übergang in die Ewigkeit. Doch Gott will uns schon hier mit seinem Feuer taufen, reinigen und ausrüsten, dass wir ihm brennend in unserem Geist dienen.

Wir fassen zusammen. Der biblische Befund weist am ehesten darauf hin, dass mit der Taufe im Heiligen Geist Gottes Gabe des verheißenen Heiligen Geistes bei der Bekehrung gemeint ist. Die zeitliche Verzögerung zwischen Bekehrung und Empfang des Heiligen Geistes, die einige Male in der Apostelgeschichte berichtet wird, ist kein Thema in den Lehrbriefen. Dort wird im Gegensatz dazu vorausgesetzt, dass jeder Gläubige im Augenblick seiner Bekehrung den Heiligen Geist der Verheißung empfangen hat, bzw. durch ihn versiegelt und wiedergeboren und in den Leib Christi hineingetauft wurde. Der äußerlich sichtbare Empfang des Heiligen Geistes in der Apostelgeschichte ist daher viel mehr als öffentliche Bestätigung der richtigen Bekehrung der betreffenden Person oder Gruppe zu verstehen. Gott gibt bei jeder Gruppe, die nach dem Missionsbefehl Jesu in Apg 1, 8 erreicht werden soll, solch ein einmaliges äußeres sichtbares Zeichen des Empfangs des Heiligen Geistes, und bei Frommen, deren Glaube erst korrigiert werden musste und bei seinem besonderen Werkzeug Paulus. Der Empfang des Heiligen Geistes zu Pfingsten bei den Jüngern ist der größte Sonderfall. Nur hier waren die Empfänger des Heiligen Geistes eindeutig schon länger bekehrt und schon vorher beauftragt, mit der Botschaft der Sündenvergebung in die Welt zu gehen. Nur hier fiel mit dem Heiligen Geist sichtbar Feuer vom Himmel. Nur hier fand sichtbar eine Bevollmächtigung zum Dienst in der Welt durch die Kraft Gottes statt.

Das lässt uns den Schluss ziehen: Ein nachfolgendes Werk Gottes liegt in der Taufe mit Feuer. Diese wird außer in zwei Evangelien und bei den Jüngern zu Pfingsten zwar nirgendwo direkt erwähnt – aber ihre Auswirkungen werden indirekt im heiligen, völlig abgesonderten Leben für Gott beschrieben. Heiligung und Reinigung in tiefster Weise finden immer nur durch das Feuer Gottes statt. Feuer kommt immer erst nach dem Wasser der Taufe und der Reinigung bei der Bekehrung. Feuer steht immer für die unbedingte Reinheit und die verzehrende Heiligkeit Gottes. Durch die ganze Bibel hindurch zieht sich dieses geistliche Gesetz: Das Feuer Gottes kommt und fällt erst dann auf Opfer und Menschen, ohne Menschen zu verzehren, wenn der priesterliche Dienst für sie vollkommen eingerichtet ist und die Menschen selber sich in höchst möglicher Weise geheiligt haben.

Neues Leben aus Gottes Geist hat Wasser als Symbol, und steht für die erste oder äußere Reinigung, Gottes Heiligkeit dagegen hat Feuer als Symbol und steht für innere Reinigung.

Beides bewirkt der Heilige Geist. Deshalb setzt sich der Heilige Geist auf die Jünger zu Pfingsten auch in geteilter Flamme. So macht der Heilige Geist selbst den doppelten Aspekt seines Dienstes deutlich. Und die Jünger zu Pfingsten, die schon bekehrt waren, erfuhren den heiligenden Dienst des Heiligen Geistes. Völlig geheiligt konnten sie das Evangelium in Vollmacht an die ersten Bekehrten vermitteln. Das zeigt sich deutlich im heiligen Leben der Urgemeinde, in der sich keine Sünde halten konnte (Apg 5).

Behauptet jemand trotzdem, die Taufe mit dem Heiligen Geist und mit Feuer seien ein einziges zusammenhängendes Ereignis? Dann muss der Empfang des Heiligen Geistes als ein von der Bekehrung unabhängiges zweites Geschehen verstanden werden. Denn vom Feuer lernen wir: Es kommt in der ganzen Bibel und Heilsgeschichte immer erst deutlich nach der Bekehrung und nach dem Wasser. Aus der Apostelgeschichte könnte das abgeleitet werden. Aber dann tauchen massive Erklärungsprobleme in den Lehrbriefen auf. Dort sollen die Gläubigen entweder mit dem Geist neu – nicht erstmalig – erfüllt, oder geheiligt werden. Ja, sie sollen der völligen Heiligung, Reinigung und Liebe nachstreben – aber keiner Taufe mit dem Heiligen Geist. Es geht also in den Lehrbriefen nur noch um die Frage, ob die Herrlichkeit Gottes im Heiligtum sichtbar wird oder nicht. Hat Jesus wirklich die Kontrolle über den ganzen Tempel übernommen? Wird das Feuer seiner Heiligkeit und Herrlichkeit sichtbar?

Ich persönlich denke, dass wir als Gläubige bei unserer Bekehrung mit dem Heiligen Geist in den Leib Jesu getauft werden und der Geist Gottes in unserem Geist Wohnung nimmt. Doch der Geist Jesu in uns kann und will noch vieles tun, was wir mit unserer Bekehrung noch nicht erfahren haben. Und einen wichtigen bisher völlig vernachlässigten Aspekt seines Dienstes beschreibe ich hier in diesem Buch – die völlige Heiligung und Reinigung der Gläubigen – die ich nach den Bekenntnissen der Bibel mit der Taufe im Feuer durch den heiligen Geist identifiziere.

Jes 33, 14 N
Die Sünder in Zion (!) erschrecken tief, Zittern hat die Gottlosen gepackt:  Wer hält es denn bei rasendem Feuer aus? Wer kann denn wohnen bei der ewigen Glut?

Apg 2, 3 S
Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen.

Das Feuertaufe mit der Heiligkeit Gottes, die alles Stroh, alles Heu und alles Holz unfruchtbarer Werke von uns Gläubigen verbrennt, können wir schon jetzt in diesem Leben erfahren (Mt 3, 11; Lk 3, 16, 1 Kor 3, 12). Sie wird uns bevollmächtigen zum Dienst und uns fähig machen, das Evangelium in alle Welt zu tragen (Mt 28, 18-20).