Die Himmelsformel

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 3  Gesamtbiblische Betrachtungen – Die Himmelsformel, epubli.de, 2021.

Die Himmelsformel

Offb 21, 2-3 N
Ich sah, wie die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie war schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. Und vom Thron her hörte ich eine laute Stimme rufen: „Jetzt ist Gottes Wohnung bei den Menschen. Unter ihnen wird er wohnen und sie werden alle sein Volk sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.“

Gott wohnt unter uns und wir sind sein Volk und er unser Gott. Das ist die Formel der völlig wiederhergestellten Gottesbeziehung im Himmel. Im Paradies wurde sie verloren: Nach dem Sündenfall vertrieb Gott den Menschen aus der Gemeinschaft mit ihm im Garten Eden. Und für das ewige Leben im Himmel ist das genau die Formulierung, die Gott verwendet, um zu zeigen, dass alle Sünde endgültig ausgelöscht und überwunden ist und nichts Störendes mehr zwischen Gott und dem Menschen ist. In der Reinheit des Himmels kann Gott endlich ganz unter allen erlösten Gläubigen wohnen. Sie werden sein Volk sein und er wird ihr Gott sein.

Müssen wir also bis zum Himmel warten, bis Gott so bei uns wohnen kann?

3 Mose 26, 3+11-12 S
Werdet ihr nun in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote befolgen und sie tun … will ich meine Wohnung unter euch haben, und meine Seele soll euch nicht verwerfen: und ich will unter euch wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.

Schon Israel hatte die Verheißung, dass Gott so wie im Himmel unter ihnen wohnen wollte. Dafür mussten sie Gottes Gesetz tun und seinen Bund halten. Das Leben Israels sollte wie der Himmel auf Erden ausgelebt sein. Das stellte sich als schwierig, ja sogar als unmöglich heraus. Denn Gott hatte Israel weder Augen gegeben zu sehen, noch Ohren zu hören, noch ein Herz, um zu verstehen (5 Mose 29, 3). Doch genau das verheißt Gott seinem Volk durch die Propheten: Gott wird mit ihnen einen neuen Bund eingehen. Er wird ihnen Augen, Ohren geben, Gott zu erkennen und ein neues Herz und einen neuen Geist, damit sie seine Gebote tun (Jes 35; Jer 31, 3 1ff; Hes 36)

Jer 31, 33 S
Das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen will, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;

Hes 36, 28-29 S
Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Und ich will euch von allen euren Unreinigkeiten befreien.

Hes 36, 26-28 S
Ich will auch einen Bund des Friedens mit ihnen schließen, ein ewiger Bund soll mit ihnen bestehen, und ich will sie sesshaft machen und mehren; ich will mein Heiligtum auf ewig in ihre Mitte stellen. Meine Wohnung wird bei ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und die Heiden werden erfahren, dass ich der HERR bin, welcher Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in Ewigkeit unter ihnen sein wird.

Israel ist der neue Bund verheißen. Der neue Bund wird Israel befähigen, in Gottes Gesetz zu leben. Gott wird sie von allen Unreinigkeiten reinigen und sein Gesetz in ihr Herz schreiben und Israel heiligen. Dann erst werden die Heiden den Gott Israels erkennen. Und sie werden ihn daran erkennen, dass er sein Volk heiligt. Es wird klar: Durch den neuen Bund wird Israel heilig werden und in Gottes Gesetz leben. Was bereits Mose angekündigt hatte, wird im neuen Bund geschehen. Jahwe wird auf dieser Erde unter Israel wohnen und herrschen, und das hier jetzt schon auf der Erde. Gottes Wille wird in und durch Israel auf der Erde geschehen, wie er bereits jetzt im Himmel geschieht. Israel WIRD bereits hier auf der Erde das Leben des Himmels ausleben.

Als Gemeinde Christi sehen wir uns durch das Blut Christi – auch – in diesen neuen Bund eingetreten. Damit gelten auch alle Verheißungen für uns: Reinigung von all unseren Unreinigkeiten und Gott schreibt sein Gesetz so in unser Herz, dass wir es halten und tun können.

Doch erleben wir es nicht anders? Verbleiben trotz der Waschung durch die Wiedergeburt nicht noch Unreinigkeiten in uns? Sind wir wirklich schon befähigt, dass wir Gottes Gesetz ganz halten? Unsere Erfahrung sagt nein. Und auch der Apostel Paulus ist da realistisch: Er wendet die Verheißungen aus Jeremia und Hesekiel auf das neutestamentliche Gottesvolk an. Auch unter uns Christen will Gott wohnen und wandeln. Aber Paulus sieht diese Verheißung als noch nicht, oder erst als teilweise erfüllt an.

2 Kor 6, 16 – 7, 1 S
Ihr aber seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: «Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.» Darum «gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch aufnehmen», und «ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein», spricht der allmächtige Herr. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.

Ja wohnt Gott nicht bereits unter uns Christen? Sind wir nicht bereits seine Kinder? Sind wir nicht bereits jetzt schon der Tempel des Heiligen Geistes? Sind wir nicht Gott bereits jetzt schon so nah, wie wir ihm überhaupt nah sein können?

Paulus sagt Ja und Nein dazu. Wir sind bereits ein Tempel des Heiligen Geistes, ja. Und doch müssen wir uns von der Unreinheit einer gottlosen Welt scheiden und uns Gott erst noch völlig zur Verfügung stellen. Dieser Tempel des Heiligen Geistes muss noch weiter gereinigt werden, so wie Jesus den Tempel bei seinem Einzug in Jerusalem reinigte.

Mt 21, 12-14 N
Jesus ging in den Tempel und fing an, die Händler und die Leute, die bei ihnen kauften, hinauszujagen. Die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer stieß er um. „In der Schrift heißt es:“, rief er, „‚Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein. Aber ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.'“ Als er im Tempel war, kamen Blinde und Gelähmte zu ihm, und er machte sie gesund.

Es reicht eben nicht, der Tempel Gottes zu sein. Wir müssen als Christen gereinigte Tempel Christi sein. Das verlangt Christus von uns und das will er nach unserer Wiedergeburt für uns tun. Und nicht zufällig heilt Jesus nach seiner Tempelreinigung Blinde und Gelähmte. Erst wenn wir unseren eigenen Tempel von Christus reinigen lassen, sehen wir wirklich klar. Und erst, wenn Jesus alles aus seinem Tempel herausgeworfen hat, was dort nicht hingehört, sind wir wirklich befähigt, für ihn mit der guten Botschaft in die Welt zu gehen.

Gott will unter uns wohnen, ja. Aber das ist für Paulus in seiner Auslegung der Hesekiel-Stelle eine Verheißung, nicht bereits Tatsache.
Ja, Jesus wohnt in und unter uns. Aber die Korinther – wir – haben die himmlische Qualität der absoluten Gegenwart Gottes noch nicht völlig erreicht. Erwartet und vertröstet Paulus die Korinther denn deswegen auf den Himmel?

Die Bedingung, um in die himmlische Gemeinschaft mit dem Vater zu kommen ist unsere Wiedergeburt, nicht Werke, die wir danach tun.
Aber Paulus erwartet für die Korinther ein weiteres Werk der Reinigung nach ihrer Bekehrung, damit sie Annahme bei Gott finden und Gott wirklich unter ihnen wohnen kann. Ohne weitere Reinigung bis hin zur Vollendung der Heiligung gibt es keine tiefste Gemeinschaft mit Gott, ist die Hesekiel-Verheißung auf dieser Erde noch nicht voll erfüllt. Die Korinther sind also rein genug, um in den Himmel zu kommen. Sie sind aber noch nicht rein genug, um die tiefst mögliche Gemeinschaft mit Gott zu erleben, die auf dieser Erde durch den neuen Bund möglich ist (Joh 14, 23; 15, 2-3).

Wiedergeborene müssen sich selber weiter reinigen. Diese Selbstreinigung der bereits Gläubigen ist eine menschliche Verantwortung. Ja, wir Gläubigen sind eben mit unserer Bekehrung noch nicht so rein und heilig wie wir sein sollten. Wir sollen uns reinigen (Mt 23, 26; 2 Tim 2, 21; Hebr 10, 22; Jak 4, 8) und der Heiligung nachjagen (Hebr 12, 14) um dann zu der in diesem Leben erreichbaren völligen Heiligung durch Gott selber zu gelangen (2 Kor 7, 1; Hes 36, 28; 1 Thess 5, 23). Dann erst sind wir so gereinigt, wie Gott uns haben möchte und wie es der Größe seiner Verheißung entspricht, dass er, Gott selbst, unter uns wohnen will und wir sein Volk sind und er unser Gott ist. Das ist zwar schon mit unserer Bekehrung wahr. Aber erst, wenn wir auf dieser Erde ganz gereinigt und geheiligt sind, und uns völlig gegenseitig lieben, gilt im vollsten Sinne, dass Gott unter uns wohnt und wir sein Volk sind und er unser Gott ist. Auch dann erst werden bei uns Christen die Menschen um uns herum erkennen, dass unser Herr Gott ist, und dass er uns heiligt.

Joh 17, 17 N
Führe sie durch die Wahrheit ganz auf deine Seite! Dein Wort ist Wahrheit.

Joh 17, 22-23 N
Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir, damit sie die vollkommene Einheit gewinnen und damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, so wie ich von dir geliebt bin.

Ja, Christus wohnt schon mit der Bekehrung in uns und durch den heiligen Geist in unserem Herzen (Röm 8, 9; 1 Kor 3, 16). Aber Christus und der Vater nehmen dann in besonderer Weise in einem Gläubigen Wohnung, wenn dieser das Wort Jesu befolgt.

Joh 14, 23 N
Wenn jemand mich liebt, gab Jesus ihm zur Antwort, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden kommen und bei ihm wohnen.

Und dem geht nach Paulus in 2 Kor 7, 1 eine völlige Reinigung voraus, damit dies geschehen kann.

2 Kor 6, 16 – 7, 1 S
«Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.» Darum «gehet aus … sondert euch ab, … rühret kein Unreines an … so will ich euch aufnehmen», und «ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein», spricht der allmächtige Herr.
Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.

Und dann erst hat sich auch im Neuen Bund für uns Christen die Verheißung Gottes buchstäblich erfüllt, dass Gott völlig unser Gott ist, dass er unter uns wohnt und wandelt, und dass wir so geheiligt und voll Liebe sind, dass die Welt um uns herum den Sohn Gottes erkennt, so wie die Welt einst durch den heiligen Wandel Israels den Gott Israels erkennen wird.

Wir sehen also, dass uns im neuen Bund vieles, aber noch nicht alles bei der Bekehrung gegeben ist. Die volle Fülle der Verheißungen des Neuen Bundes erfahren wir erst, wenn wir uns von jeder Verunreinigung reinigen und Gott uns völlig heiligt. Dann ist die Verheißung der Himmelsformel schon auf dieser Erde Wirklichkeit geworden: Gott wohnt unter uns und wir sind sein Volk und er unser Gott. Dann erfüllt sich die millionenhafte Bitte aus dem Vaterunser: Gottes Wille geschieht auf Erden, wie Himmel –  durch die Gemeinde. Und das hat größte Strahlkraft zur Ehre Gottes und auf die Menschen um uns her (Joh 17).

 

Meine Beobachtungen zu „Die Himmelsformel“