Der Sabbat

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 3  Gesamtbiblische Betrachtungen – Der Sabbat, epubli.de, 2021.

Der Sabbat

Das Gebot der Sabbatheiligung nimmt im Alten Testament einen prominenten Platz ein. Es ist nicht nur Teil der 10 Gebote. Seine Wichtigkeit wird auch ständig in allen Propheten betont. Neben der völligen Liebe zu Gott und dem Nächsten und dem Verzicht auf Bilder- und Götzendienst ist das Sabbatgebot praktisch bedeutender, als jedes andere Gebot im Alten Testament.

Warum ist der Sabbat Gott so wichtig?

2 Mose 20, 8-11 N; 5 Mose 5, 14-15 N
Denk an den Sabbattag und reserviere ihn für Gott. Sechs Tage hast du, um all deine Arbeit zu tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für Jahwe, deinen Gott. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten. … Denn in sechs Tagen hat Jahwe den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was dazugehört. Am siebten Tag aber ruhte er. Deshalb hat er den Sabbattag gesegnet und für sich bestimmt. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten … ruhenDenk daran, dass du selbst Sklave in Ägypten warst und dass Jahwe, dein Gott, dich mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt hat! Deshalb hat Jahwe, dein Gott, dir befohlen, den Sabbat zu feiern.

In sechs Tagen schuf Gott Himmel und Erde und am siebten Tag ruhte er von seinen Werken. Genauso soll sein Volk nach sechs Arbeitstagen am siebten Tag ruhen. Nun liegt schon ein großer Segen allein im Halten dieses Wochenrhythmus. Gott befiehlt dem Menschen die Ruhe von seiner eigenen Arbeit und verordnet ihm seine eigene Ruhe – die Ruhe Gottes.
Wer von uns freut sich nicht daran, wenigstens einen freien Tag in der Woche zu haben, an dem er fei ist, Gott die Ehre zu geben, an dem er ruhen und wo er sich erholen kann? Und die Geschichte der Menschheit zeigt, dass der Mensch ohne diesen Rhythmus von Arbeit und gottgeschenkter Ruhe nicht dauerhaft leben kann.

Aber die Bedeutung des Sabbats geht noch weit über den geistlichen, körperlichen und seelischen Erholungswert hinaus: Gott hat den Sabbat als Zeichen der Erinnerung seiner Erlösung des Volkes Israel aus Ägypten gegeben. Der Sabbat steht für Gottes Heilshandeln an Israel, das er seinem Volk aus freier Gnade schenkt, und dem sein Volk aus eigenem Vermögen nichts beisteuern kann. Und dieses Heilshandeln Gottes ist nicht auf die Erlösung Israels aus Ägypten begrenzt. Jahwe hat den Sabbat darüber hinaus als ewigen Bund für die Heiligung seines Volkes für sich selbst eingesetzt.

2 Mose 31, 13-14 N
Du sollst den Israeliten einschärfen, dass sie nur ja meine Sabbate halten. Denn sie sind ein Zeichen für den Bund zwischen mir und euch, auch für alle späteren Generationen. Daran soll man erkennen, dass ich Jahwe bin, der euch heiligt. Haltet also den Sabbat! Ja, als heilig soll er euch gelten!

Jahwe ist es, der sein Volk heiligt. Heiligen heißt, für Gott absondern, für seinen Dienst bestimmen, reinigen und reinhalten und vor allem so werden wie Gott ist: heilig.

3 Mose 11, 44-45 N
Denn ich bin Jahwe, euer Gott. Heiligt euch! Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig! Und ihr sollt euch nicht selbst verunreinigen …  . Denn ich bin Jahwe, der euch aus Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein: So sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig!

An den Sabbaten tut das Volk Gottes keine eigenen Werke. Es ruht aus, es ruht in dem, was Gott für sie tut. Durch das Ruhen des Volkes Gottes am Sabbat soll deutlich werden, dass Heiligung alleine durch Gott geschieht und dass sein Volk nichts zu Gottes Werk der Heiligung hinzutun braucht und kann.

 

Sabbat heißt:   Nicht eigenes Tun, sondern ruh’n in Gottes Tun.

 

 

Bei der Heiligung seines Volkes tut immer Gott das Eigentliche. Jahwe allein heiligt sein Volk.

3 Mose 20, 8 N
Ich bin Jahwe, der euch heiligt!

Jahwe macht unmissverständlich klar, dass er alleine derjenige ist, der die Autorität und die Vollmacht darüber hat, dass sein Volk heilig ist. Denn in der tiefsten Bedeutung tut nicht sein Volk etwas in der Heiligung für Gott, sondern Gott tut etwas für sein Volk.

Dann ist Gottes Volk aber auch aufgerufen, sich aufgrund der Heiligung Gottes auch selbst zu heiligen und rein zu leben.

3 Mose 11, 44 N
Denn ich bin Jahwe, euer Gott. Heiligt euch! Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig! Und ihr sollt euch nicht selbst verunreinigen.

Sabbat und Heiligung und Reinheit sind unzertrennlich und als ewiger Bund Jahwes mit seinem Volk verbunden.

3 Mose 22, 33 N
Ich bin Jahwe, der euch heiligt und euch aus Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein. Ich bin Jahwe!

5 Mose 5, 15 N
Denk daran, dass du selbst Sklave in Ägypten warst und dass Jahwe, dein Gott, dich mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt hat! Deshalb hat Jahwe, dein Gott, dir befohlen, den Sabbat zu feiern.

Gott tut etwas Einzigartiges, er erlöst sein Volk aus Ägypten. Israel darf das Handeln Gottes als einen Paradigmenwechsel seiner Lebensumstände erleben. Und dann dürfen sie Gottes Handeln für sie in den Sabbaten feiern. Sie selbst haben nichts dazu beigetragen. Gott hat sein Volk aus Ägypten befreit, für sich abgesondert und in seinen Dienst berufen. Er hat es geheiligt. Und das darf Israel an jedem Sabbat feiern. Die Botschaft dabei ist klar: Nicht Israel tut etwas für Gott, sondern Gott tut etwas für Israel. Israel ruht in dem, was Gott für Israel tut, Gott ist für sie aktiv.

Die Botschaft des Sabbats und der mit ihm verbundenen Heiligung Israels ist, dass Gott sein Volk beschenkt – mit dem Eigentlichen, was sie sich nicht selber geben können.

Und diese Botschaft ist Jahwe so wichtig, dass er sie mit einem ewigen Bund mit seinem Volk verbindet.

2 Mose 31, 12 – 15 N
Jahwe sagte zu Mose: „Du sollst den Israeliten einschärfen, dass sie nur ja meine Sabbate halten. Denn sie sind ein Zeichen für den Bund zwischen mir und euch, auch für alle späteren Generationen. Daran soll man erkennen, dass ich Jahwe bin, der euch heiligt. Haltet also den Sabbat! Ja, als heilig soll er euch gelten!

2 Mose 31, 16 E
Und die Kinder Israel sollen den Sabbat beobachten, um den Sabbat zu feiern bei ihren Geschlechtern: ein ewiger Bund.

Der ewige Bund Gottes mit seinem Volk besteht darin, dass Gott sein Volk beschenkt. Gott befreit sein Volk und das ist seine freie Gabe. Gott ruhte an seinem Sabbat. Und Israel feiert an ihren Sabbaten das Tun Gottes.

Weitere Ausführungen zu den Sabbaten Jahwes machen seine Bedeutung noch klarer.

Es gab nicht nur die siebentäglichen Sabbate jeder Woche. Gott setzte auch bestimmte Sabbate zu den entscheidenden Festen Israels ein. Diese waren besonders heilig und unterstrichen damit das, was Gott an diesen Festen symbolisch und in der realen Geschichte des Volkes Israel tut. Und jedes dieser Feste hat eine geistliche Entsprechung im Neuen Bund.
Die Passafeier, das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Erstlingsfrüchte, das Wochenfest oder Pfingsten, das Posaunenfest, der große Versöhnungstag und das Laubhüttenfest. Alle diese Feste und Sabbate waren auch mit Feueropfern zum lieblichen Geruch für Jahwe verbunden. (3 Mose 23). Alle diese Feste Israels machen durch die mit ihnen verbundenen Sabbate deutlich: Hier tut Jahwe etwas für sein Volk. Uns sein Volk kann darin ruhen und sich darüber freuen.

Und nicht nur Israel als Volk, auch das verheißene Land sollte Jahres-Sabbate halten (3 Mose 25, 2-4). Jedes siebte Jahr sollten die Israeliten weder säen noch ernten, sondern nur das essen, was von alleine aufwuchs. Eine solche Regelung gab es für die Wüstenzeiten nicht, sondern ausschließlich für das verheißene Land, dessen Einnahme nur durch Jahwes Verheißung und Kraft möglich war und das vom Tau und Regen des Himmels trank.

Aus dem, was wir schon über den Sabbat erfahren haben, können wir erkennen, dass das verheißene Land mitsamt seinen Früchten Gott geheiligt ist, Gott gehört und ein Geschenk Gottes an sein Volk ist. Gottes Volk soll sich die Frucht des Landes nicht ihrem eigenen Werken zuschreiben, sondern durch das Halten des Landes-Sabbats daran erinnert werden, dass das Land und die Früchte alleine Gott gehören und ihnen frei geschenkt sind. Das bestätigt Gott.

5 Mose 8, 7-9+17-18 N
Denn Jahwe, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, ein Land mit Bächen, Quellen und Wasser, das im Tal und aus den Bergen strömt, ein Land mit Weizen und Gerste, mit Weinstöcken, Feigen- und Granatapfelbäumen, ein Land mit Ölbäumen und Honig, ein Land, in dem du dich nicht kümmerlich ernähren musst, in dem es dir an nichts fehlen wird,
Dann sollst du NICHT denken: Diesen Reichtum habe ich mir selbst zu verdanken, der Kraft meiner Hände. Denk vielmehr an Jahwe, deinen Gott, denn er gibt dir die Kraft, Vermögen zu schaffen, weil er den Bund hält, den er deinen Vorfahren geschworen hat, wie er es heute tut.

Wie werden nun in der weiteren Geschichte Israels die Sabbate Gottes gefeiert und gehalten?

Die bloße äußere richtige Form des Sabbathaltens hat noch längst nichts mit der inneren Bedeutung zu tun. Die äußeren Formvorschriften des Gesetzes Moses verlangten kultische Heiligkeit und Reinheit durch Opfer, Vermeidung des Kontaktes mit unreinen Tieren, unreinen Speisen und unreinen Menschen. Am Sabbat durften die Israeliten keine Arbeit irgendeiner Art tun (Jer 17, 27; Jes 58, 13; 56, 6). Die Propheten machen aber klar, dass Gott damit eigentlich die innere Reinheit und Heiligkeit des Menschen, seines Geistes und Herzens vor Gott meint (Jes 1, 10-20; Hes 20, 12). Und so kann ein äußerlich korrekt gehaltener Sabbat völlig am eigentlichen Sinn des Sabbats vorbei gelebt sein.

Jes 1, 13 – 17 N
Lasst eure nutzlosen Opfer! Euer Weihrauch ist mir ein Gräuel! Neumond, Sabbat und andere Feste: sündige Feiern ertrage ich nicht! Und wenn ihr betet mit ausgebreiteten Händen, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr mich noch so mit Bitten bestürmt, höre ich nicht, denn eure Hände sind voll Blut. Wascht und reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus dem Weg! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt Gutes zu tun und fragt nach dem, was richtig ist!

Der Sabbat ist eng damit verbunden, Gottes Willen grundsätzlich zu tun. Von der Schuld und dem Tun böser Taten muss Gottes Volk erst reingewaschen werden. Nur in einer Lebenshaltung und -führung, die Gott ehrt, das Böse meidet und das Gute tut, findet auch die Feier des Sabbats ihre richtige Bestimmung im Leben Israels. Pars pro toto – der Sabbat ist so prominent damit verbunden, Gottes Willen grundsätzlich zu tun, dass seine wirkliche und beabsichtigte Beachtung von den Propheten mit dem Halten des ganzen Gesetzes verknüpft wird.

Jes 56, 1-2 N
So spricht Jahwe: Wahrt das Recht und sorgt für Gerechtigkeit! Denn nah ist meine Rettung, sie kommt bald, und meine Gerechtigkeit, sie wird bald offenbar. Glücklich der Mensch, der sich daran hält, der meine Gebote befolgt, der auf den Sabbat achtet und ihn nicht entweiht, auf seine Hand und mit ihr nichts Böses tut!

Jes 56, 6-7 N
Wenn sich Fremde Jahwe angeschlossen haben, ihm dienen und ihn lieben, seinen Sabbat halten und ihn nicht entweihen und festhalten an seinem Bund, die lasse ich kommen auf meinen heiligen Berg, die dürfen sich freuen im Haus des Gebets. Ihre Brand- und Schlachtopfer auf meinem Altar gefallen mir wohl. Denn mein Tempel soll ein Bethaus für alle Völker sein.

Wer mit der richtigen Herzenseinstellung den Sabbat Gottes hält, steht im richtigen Verhältnis zu Gott. Er steht im Bund Gottes und darf alle Vorzüge und Verheißungen Gottes genießen. Ja er darf sogar in den Tempel und auf den heiligen Berg Gottes kommen – in die allernächste Gegenwart Gottes, so wie sein Volk Israel. Gott dienen und ihn lieben und in rechter Weise mit ihm im Bund stehen, das ist nur unter der richtigen Beachtung des Sabbats möglich. Und den Sabbat halten heißt: Gott tut etwas für mich und ich lasse mich beschenken und tue nichts Eigenes hinzu. Und aus meinem Beschenktsein von Gott tue ich Gottes Willen.

Was heißt es daher für uns Christen, den Sabbat zu halten? Heißt es wie die Juden, Tage, Wochen und bestimmte Jahre zu beobachten? Wie wir schon gesehen haben, liegt ein großer Segen darin, den Sabbat – die Feiertage Gottes – zu heiligen und zu ruhen, und uns beschenken zu lassen. Schließlich ist der Sabbat Teil der 10 Gebote und des Grundgesetzes Gottes. Doch besteht unser Bund als Christen mit Gott auch im Halten des Sabbats, wie bei Israel?

Jesus nimmt das Thema des Sabbats im Neuen Testament auf. Er zeigt den Religiösen seiner Zeit, dass es Gott dabei nicht maßgeblich um eine strikt eingehaltene äußere Ruhe geht. Es geht ihm um Barmherzigkeit, Liebe zum Nächsten und darum, Gott zu ehren (Mt 12, 5; Mk 3, 4). Gutes Tun ist immer und auch am Sabbat erlaubt. Barmherzigkeit üben wird von Gott nicht als Arbeit gewertet, die am Sabbat verboten ist. Selbst die Israeliten beschnitten ihre neugeborenen Söhne am achten Tag nach der Geburt, auch wenn die Beschneidung auf einen Sabbat fiel (Joh 7, 22-24). Und Jesus heilte immer wieder am Sabbat und machte den ganzen Menschen gesund (Mt 12, 10; Mk 3, 2ff; Lk 6, 7ff; Lk 13, 14ff; Lk 14, 3ff; Joh 15, 9). Damit macht er klar: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen (Mk 2, 27). Wir brauchen die Ruhe und Erholung des Sabbats und dass wir von Gott mit dem beschenkt werden, was wir uns nicht selber geben können.

Ja, im Alten Testament wurde Israel darauf eingeschworen, durch das Halten des Sabbats den Bund mit Gott zu bezeugen. Und durch Mose und die Propheten erfahren wir, wie sehr das Heil und Wehe des Bundesvolkes untrennbar mit dem Halten des Sabbats verbunden ist. Umso mehr werden wir im Neuen Testament davon überrascht, dass der Sabbat als Wochentag oder Fest praktisch überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ganz im Gegenteil: Paulus ist sogar entsetzt davon, dass die Kolosser auch nur mit dem Gedanken spielen, durch das Halten bestimmter äußerer Tage und Feste etwas vor Gott erreichen zu wollen.

Kol 2, 15-17 N
Er hat die Herrscher und Gewalten völlig entwaffnet und vor aller Welt an den Pranger gestellt. Durch das Kreuz hat er einen triumphalen Sieg über sie errungen. Lasst euch deshalb von niemand verurteilen, nur, weil ihr bestimmte Dinge esst oder trinkt, oder weil ihr bestimmte Feste oder Feiertage oder Sabbate nicht beachtet. Denn das alles sind nur Schattendinge von dem, was in Christus leibhaftige Wirklichkeit geworden ist.

Paulus stellt klar: Die äußeren Sabbate Israels sind nur Schattendinge, von dem, was in Christus leibhaftige Wirklichkeit geworden ist. Die Sabbate Gottes weisen also auf viel tiefere Wirklichkeiten Gottes hin. Und wir fragen uns unwillkürlich: Wo finden wir die geistliche Entsprechung der göttlichen Sabbate in Christus im Neuen Testament?

Die Antwort liegt auf der Hand: Im Handeln Gottes für uns, dem wir von unserer Seite nicht hinzufügen können, brauchen und dürfen. Und im Ruhen in dem Heil, das Christus uns schenkt. In Christus sind wir von der Notwendigkeit eigener Werke zu unserer Erlösung und Heiligung befreit. Gott beschenkt uns, und wir dürfen uns daran freuen und sein Geschenk, Christus, einfach annehmen.

Gott hat dem Sabbat in Christus einen ganzen eigenen Brief im Neuen Testament gewidmet. Das Wort Sabbat kommt darin zwar nicht vor, aber umso mehr das Prinzip: Achtung, Lebensgefahr! Keine eigenen Werke! Selbst etwas tun wollen zu dem, was Gott getan hat gefährdet den Bund in Christi Blut mit uns! Es ist der Galaterbrief. Paulus ringt darin mit den Galatern darum, dass sie ja nicht meinen, durch eigene Werke noch etwas dem hinzufügen zu müssen, was Christus allgenügsam am Kreuz getan hat. Darum ringt Paulus mit einer Vehemenz und Intensität wie Mose und die alttestamentlichen Propheten darum, dass Israel den Bund Gottes und den Sabbat hält. Würden die Galater der Versuchung erliegen, Gottes Anerkennung durch eigene Werke erreichen zu wollen, hätten Sie Christus verloren, wären aus der Gnade gefallen, sie hätten den Bund gebrochen, dass sie in dem Heilshandeln Jesu für sie ruhen, der alles für sie tut.

Christus selbst ist unser Sabbat, unsere Ruhe, unser Beschenktsein von Gott. In ihm und in seinem vollbrachten Erlösungswerk dürfen wir ruhen.

Das macht Christus auch selbst ganz praktisch in seinem Heilandsruf deutlich.

Mt 11, 28-29 S
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!

Die Mühsal und Beladenheit entsprechen den eigenen Werken. Davon macht Jesus uns frei und beschenkt uns mit seiner Ruhe. Nach dem Abladen unserer Lasten bei Jesus ist der Dienst Jesu sanft und leicht. Durch Jesus beschenkt, können wir von ihm lernen und so leben, wie er es will.

Im Alten Testament ist es Jahwe, der sein Volk heiligt. Das gilt weiterhin. Jesus ist der fleischgewordene Jahwe. Und von Jesus heißt es:

1 Kor 1, 30-31 N
Euch aber hat Gott mit Jesus Christus verbunden, der uns zur Weisheit wurde, die von Gott kommt, zur Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, zur Heiligkeit und zur Erlösung. Es sollte so kommen, wie geschrieben steht: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn.“

Hier sind die Eckpfeiler des alttestamentlichen Sabbats klar erfasst:
In Christus sind wir mit all dem beschenkt, was Gott geben kann und will und was wir dringend brauchen. Nichts Eigenes brauchen wir irgendwo dazu tun. Und das sollen, dürfen und brauchen wir auch nicht: Denn:

Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn.

Der Verdienst eigener Anstrengung ist ausgeschlossen bei allen geistlichen Gütern, die Gott gibt. Das ist der wahre Sabbat – wir ruhen in dem, was Gott uns schenkt und geben Gott allein und alle Ehre dafür.

Und dazu gehört auch – das wird jetzt klar – die Heiligkeit (oder Heiligung) in Christus. Christus hat uns schon bei unserer Erlösung geheiligt, für sich abgesondert, so wie er das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten erlöst hat. Und so wie Jahwe sein Volk Israel danach weiter heiligt, ist auch Christus unsere Heiligkeit und Heiligung und er es, der uns heiligt. All das ist uns nur als Geschenk in Christus und nicht durch eigene Anstrengung zugänglich.

Christus ist unsere Ruhe, unsere Heiligung, unsere Heiligkeit, schon in diesem Leben. Und das unterstützt die Botschaft dieses Buches, dass sowohl die erste Heiligung bei unserer Bekehrung, als auch unsere völlige Heiligung, oder Heiligung durch und durch, keine menschliche Anstrengung sind, sondern alleine Gottes Handeln an uns, sein Geschenk, in dem wir ruhen dürfen und dem wir nichts selber hinzutun brauchen, dürfen uns sollen. Christus genügt.

Hier könnten wir jetzt aufhören mit den Auslegungen zum Sabbat. Doch es ist nur fair und hilfreich, auch die anderen Bedeutungen des Sabbats im Neuen Testament noch kurz aufzuzeigen.

Insbesondere der Hebräerbriefschreiber und die Offenbarung des Johannes deuten die Ruhe, die Gott Israel geben wollte, als die Ruhe des Himmels, wenn die in Christus Gerechten von ihren eigenen Werken ruhen und in die ewige Ruhe Gottes eingehen dürfen (Hebr 3, 11-4, 5, Offb 4, 13). Für die Gottlosen gibt es keinen Frieden und keine Ruhe, bis in alle Ewigkeit (Jes 57, 21; Offb 20, 15).

Damit ist der Sabbat als Ruhe Gottes untrennbar mit der aufgerichteten Herrschaft Christi verbunden, der sich nichts mehr entgegenstellt. Christus herrscht alleine und unangefochten. Im Himmel ist für alle Erlösten der ewige Sabbat Gottes angebrochen, so wie hier schon auf dieser Erde für die, die uneingeschränkt in dem ruhen, was Jesus für sie getan hat.
Damit bekommt die wahre Bedeutung des Sabbat für uns Christen einen weiteren Aspekt: Wo der geistliche Sabbat auf dieser Erde wirklich eingehalten wird, ist das Reich Gottes in Vollendung angebrochen. Das neue Bundesvolk Gottes hält und lebt das Gesetz Gottes, wenn es den Sabbat wirklich beachtet. Das haben wir bei der Betrachtung des Alten Testaments gesehen. Gottes Volk tut den Willen Gottes auf der Erde, wie im Himmel.

Diese ewige Wahrheit wird auch im tausendjährigen Reich Christi in Israel über die Welt vorgeschattet. Die biblische Menschheitsgeschichte ist rund 6000 Tage alt. Irgendwann wir Christus wiederkommen, niemand weiß genau wann. Aber wenn die Geschehnisse der Endzeit stattgefunden haben, wird Christus 1000 Jahre auf dieser Erde als König in seinem Friedensreich herrschen, unangefochten, uneingeschränkt. Israel wird Gottes Willen tun und die ganze Erde wird voll der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn sein, wie Wasser die Meere bedecken (siehe Teil 1, Kapitel Gottes Reich und Herrschaft auf der Erde durch Israel im Neuen Bund). Und bei Gott sind tausend Jahre wie ein Tag und ein Tag wie tausend Jahre. Gott wird also im siebten Jahrtausend der Menschheit, und in der Entsprechung (2 Petr 3, 8) am siebten Tag aus seiner Sicht, uneingeschränkt herrschen und allen Menschen zeigen, wie es einmal im Himmel sein wird. Das wird am siebten Tag der Menschheitsgeschichte aus den Augen Gottes geschehen – am Sabbat.

Damit wird wieder deutlich, dass der Sabbat für die uneingeschränkte Herrschaft Christi steht, im Himmel UND auf Erden. Der Sabbat steht für die Ewigkeit bei Gott, wo wir von unseren eigenen Werken und in Gottes Werk für uns ruhen. Und an jedem wöchentlichen Sabbat und an allen Festsabbaten Israels erkennen wir an und verkündigen wir den Bund Gottes, der uns geschenkt wird, und der uns jetzt schon auf der Erde möglich macht, dass Christus uneingeschränkt in uns regiert. Christus ist unsere Erlösung, unsere Heiligung, unsere Ruhe und unser Friede. Er ist unser wahrer Sabbat. Jetzt – und in alle Ewigkeit.

 

 

 

Meine Beobachtungen zu „Der Sabbat“