Das Leben des Paulus, Selbstsicht: Vorbild ohne Fehl und Tadel

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 2  Zusammenfassung Neues Testament – Das Leben des Paulus, Selbstsicht: Vorbild ohne Fehl und Tadel, epubli.de, 2021.

Das Leben des Paulus, Selbstsicht: Vorbild ohne Fehl und Tadel

Das Leben des Paulus, Selbstsicht: Vorbild ohne Fehl und Tadel

Hatte Paulus vielleicht einfach nicht mit den Lasten, Beschwernissen und Versuchungen zu kämpfen, wie andere Menschen, und ist das Zeugnis seines guten Gewissen daher nicht viel wert, weil andere Menschen viel Schlimmeres durchleben müssen?

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wer hat größere Mühsal, schlimmere Verfolgung, mühsamere Beschwernisse und stärkere Versuchungen erleben müssen als Paulus? Und wenn der Apostel in diesen Dingen für uns   beispielhaft überwindet, dann lernen wir, was die Gnade Gottes auch in unserem eigenen Leben tun kann. Ja im vorbildhaften Verhalten des Apostels unter Mühen, Entbehrungen und Verfolgungen aller Art sehen wir die ausgelebte Bergpredigt Jesu.

1 Kor 4, 9-13 N
Bis zu diesem Augenblick leiden wir Hunger und Durst und haben nicht genügend anzuziehen, wir werden misshandelt und haben nirgendwo ein Zuhause. Wir plagen uns ab, um mit den eigenen Händen das tägliche Brot zu verdienen. Wenn wir beschimpft werden, segnen wir die Leute, wenn man uns verfolgt, halten wir still aus. Verhöhnt man uns, antworten wir freundlich. Bis jetzt sind wir für die ganze Welt wie der letzte Dreck geworden, ein Abschaum für alle.

Ja, Paulus bestätigt, dass er allein durch Gottes Gnade in allem so leben kann, wie Christus es gesagt hat. Aber er tut es. Was Paulus andere lehrt, lebt er selber auch. Und das ist für ihn eine absolute Voraussetzung, überhaupt lehren zu dürfen. Ja, bei Paulus sehen wir, dass sich das eigene Lebenszeugnis mit dem decken muss, was man predigt. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, selber das zu leben, was er predigte:

1 Kor 9, 26-27 N
Darum laufe ich nicht wie ins Blaue hinein und kämpfe nicht wie ein Faustkämpfer, der Luftschläge macht, sondern ich treffe mit meinen Schlägen den eigenen Körper und mache ihn mit Gewalt gefügig. Ich will nicht anderen predigen und selbst disqualifiziert werden.

Was Paulus anderen sagt und schreibt, das tut er selbst! Das ist eine riesengroße Ermutigung: Mindestens Paulus, wenn nicht alle Apostel und Schreiber des Neuen Testamentes, haben das auch gelebt, was sie predigen. Und dann ist es auch möglich, so zu leben. Damit wird jedes Gebot in den neutestamentlichen Briefen zu einer Verheißung: Das haben von Christus begnadigte Sünder vor uns schon ausgelebt – also kann Gott mir diese Gnade auch schenken.

Paulus bestätigt diese ermutigende Wahrheit in den vielen Malen, bei denen er auf sein eigenes Lebensvorbild verweisen kann. Er muss nicht befürchten, dass ihn irgendjemand irgendeines Fehlverhaltens überführen könnte. So lebte Paulus als unser und aller Vorbild.

1 Thess 2, 20 N
Ihr selbst könnt es bestätigen und auch Gott ist unser Zeuge, wie unser Verhalten in jeder Hinsicht korrekt und tadellos war, und von der Ehrfurcht zu Gott bestimmt wurde.

Galater 4, 12 N
Ich bitte euch, liebe Geschwister, werdet so wie ich, denn auch ich bin so wie ihr geworden.

1 Kor 11.1 N
Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme!

Apg 26, 29 N
Paulus erwiderte: Ich wünschte zu Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande!

Paulus kann sich als Vorbild für andere Menschen vorstellen, ohne sich für Versagen, Sünde und Fehler irgendeiner Art entschuldigen zu müssen. Und sein Vorbild ist dasjenige Christi. Letztlich ist immer Christus unser Vorbild, und im Idealfall verwirklicht in einem Leben, das ihn beispielhaft auslebt.

Doch worin besteht das, was Paulus lehrt und lebt?

Die Summe und der Zielpunkt aller Lehre und jedes Vorbilds ist die Liebe. In allem, was Paulus lehrt, lehrt er letztlich das königliche Doppelgebot der Liebe, Gott und Menschen von ganzem Herzen zu lieben.

Das fasst er so zusammen, das ist die Summe aller – seiner – Unterweisung.

1 Tim 1, 5 N
Das Ziel jeder Weisung und Unterweisung ist aber die Liebe, und zwar Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.

Es wichtig, diese Liebe näher zu definieren: Es sie ein sentimentales Gefühl? Worin besteht sie, was hat sie für Auswirkungen? Welche Qualität hat diese Liebe? So beschreibt Paulus die Liebe, die Gott gibt und will, im Hohelied der Liebe im 1. Korintherbrief.

1 Kor 13, 1-8 N
Wenn ich die Sprachen von Menschen und Engeln sprechen könnte, aber keine Liebe hätte, wäre ich ein schepperndes Blech, eine lärmende Klingel. Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse wüsste und jede Erkenntnis besäße; und wenn ich alle Glaubenskraft hätte und Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts. Und wenn ich meinen ganzen Besitz zur Armenspeisung verwendete, ja wenn ich mich selbst aufopferte, um verbrannt zu werden, aber keine Liebe hätte, nützte es mir nichts. Liebe hat Geduld. Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläht sich nicht auf; sie ist nicht taktlos und sucht nicht sich selbst; sie lässt sich nicht reizen und trägt Böses nicht nach; sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Sie erträgt alles; sie glaubt und hofft immer. Sie hält allem stand. Die Liebe wird niemals aufhören.

Paulus spricht eingangs in der Ich-Form. Er hatte diese unglaubliche Liebe. Er lehrte diese Liebe. Deshalb kann er auch zu anderen sagen

1 Kor 16, 14 N
Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein.

Und von sich selbst

1 Kor 16, 24 N
Meine Liebe gilt euch allen, denen ich durch Jesus Christus verbunden bin.

Wie weit diese Liebe bei Paulus geht, sehen wir im Römerbrief (Römer 9, 1-3 N), in dem Paulus im neunten Kapitel sein Herz ausschüttet: Für sein eigenes Volk hätte er es auf sich genommen, verflucht und für immer von Christus getrennt zu sein. Größere Liebe ist nicht vorstellbar! Paulus hatte diese Liebe – DIE LIEBE – selber in vollkommenen Maße. Und er lehrte sie und lebte sie in vollkommener Weise vor, wie sein Gewissen ihm bezeugte und Gott und Menschen ihm bestätigten.

Heißt aber ein gutes Gewissen zu haben und bewusst im ganzen Willen Gottes zu leben, dass wir darin nicht noch weiter zunehmen können?

Nein, Wachstum ist immer möglich und nötig. So gut Paulus Christus diente, so konnte und mussten Paulus und seine Begleiter immer weiter im Glauben und in der Gnade wachsen.

2 Kor 1, 8-10 N
Wir wollen euch, liebe Geschwister, nämlich nicht in Unkenntnis lassen über die schlimme Notlage, in die wir in der Provinz Asia gekommen sind. Was uns dort passierte, war so übermächtig, so unerträglich schwer, dass wir sogar unser Leben verloren gaben. Tatsächlich fühlten wir uns schon dem Tod geweiht. Wir sollten eben lernen, unser Vertrauen nicht auf uns selbst zu setzen, sondern auf Gott, der die Toten lebendig macht. Und er hat uns ja vor dem sicheren Tod gerettet und rettet uns noch. Auf ihm ruht unsere Hoffnung: Er wird uns auch in Zukunft retten.

2 Kor 3, 17 N
Der Herr ist aber der Geist Gottes, und wo dieser Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Deshalb schauen wir alle die Herrlichkeit des Herrn mit aufgedecktem Gesicht an. Wir sehen sie wie in einem Spiegel und werden so seinem Bild immer ähnlicher, denn seine Herrlichkeit verwandelt uns. Das alles bewirkt der Geist des Herrn.

Ja, wir können, sollen und dürfen bis an unser Lebensende weiter Jesus ähnlicher werden und in allen Dingen wachsen und reifen.

Und: Auch bei allen Bezeugungen des Paulus, wie richtig, aufrichtig und tadellos er und seine Begleiter vor Gott gelebt haben, betont Paulus unablässig, dass dies nicht sein eigener Verdienst, sondern nur die Frucht der Gnade Gottes in seinem Leben ist. Damit zeigt er uns ganz klar, dass der hingegebendste Christ, der alle Leiden erduldet und Gott und Menschen jede Sekunde seines Lebens aufopferungsvoll dient, niemals Grund hat, auf irgendetwas stolz zu sein. Christus allein gebührt die Ehre für alles, was aus unserem Leben Gutes kommt. Er bewirkt es, er allein. Dass Christus uns dabei einbezieht, ehrt uns, aber es ist allein sein Werk. Wir selber haben nur Anlass, uns Christi und unserer Schwachheiten zu rühmen.

2 Kor 3, 4-5 N
Solch ein Vertrauen haben wir durch Christus zu Gott! Nicht dass wir von uns aus dazu fähig gewesen wären und uns selbst etwas zuschreiben könnten: Nein, unsere Befähigung kommt von Gott.

2 Kor 4, 7 N
Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns.

2 Kor 11, 30 N
Wenn schon geprahlt werden muss, dann will ich mit meiner Schwäche prahlen.

2 Kor 10, 17 N
„Wer sich aber rühmen will, der rühme sich des Herrn!“

Gal 6, 14 -15 N
Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus

Für Paulus war das Rühmen eigener Verdienste ausgeschlossen. Er gab alle Ehre alleine Gott für alles, was Gott durch seine Gnade aus dem Leben des Paulus zu seiner Ehre machte.

Philipper 1, 20-21 N
Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nichts tun werde, dessen ich mich schämen müsste, sondern dass jetzt genauso wie bisher Christus an mir und durch mich in aller Öffentlichkeit groß gemacht wird – sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod. Denn das Leben heißt für mich Christus und das Sterben Gewinn!

Paulus konnte von sich nach vielen Jahren sagen, dass es in seinem Leben als Christ bisher NICHTS gab, worüber er sich schämen müsste.
Unfassbar! Können wir das mit ihm sagen?
Und sogar noch mehr: Christus wurde schon alle Zeit durch Paulus großgemacht. Und jetzt hat er auch noch den Wunsch und sogar die Hoffnung, dass dies ohne einen Ausrutscher bis zum Ende seines Lebens so bleiben soll!

In Leben des Paulus gab es nichts Anderes als Christus. Und wer Paulus sah, der sah, wie er das Leben Christi rein und unverfälscht auslebte. Welche Reinheit, welch vertrauensvolle Zuversicht, welcher Glaube, welche Schönheit des Lebens ohne Eintrübung. Hier finden wir keine Spur des Leidens an seinem alten Wesen wie in Römer 7. Christus hatte Paulus seinen Sieg aus Römer 6 und 8 geschenkt und er lebte ihn beständig aus.

Philipper 2, 17-21 N
Und wenn mein Leben auch wie bei einer Opferzeremonie als Trankopfer für euren Glauben ausgeschüttet wird, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen. Und auch ihr solltet glücklich darüber sein und euch mit mir freuen. Im Vertrauen auf Jesus, unseren Herrn, hoffe ich, Timotheus bald zu euch zu schicken; damit auch ich ermutigt werde, wenn er mir dann berichten kann, wie es euch geht. Ich habe sonst niemand, der so ganz meines Sinnes ist und sich so aufrichtig um euch kümmern wird wie er. Alle anderen sind nur auf sich selbst bedacht und kümmern sich nicht um das, was Jesus Christus wichtig ist. Aber ihr wisst ja selbst, wie gut Timotheus sich bewährt hat. Wie ein Sohn seinem Vater hilft, so hat er sich mit mir zusammen für die gute Botschaft eingesetzt.

Paulus war bereit, sein Leben für seine Gemeinden zu geben. Das gehört dazu zu einem vollkommenen Leben der Liebe, das entspricht Christi gebot (Joh 15, 13; 1 Joh 3, 16).

Doch ernüchtert stellen wir fest, dass es nicht viele gab, die damals so wie Paulus und Timotheus lebten. Die Welt und die eigene Person waren ihnen wichtiger. Weder damals war noch heute ist es attraktiv, im Tod des eigenen Ichs neues Leben, seine göttliche Bestimmung, volles Genüge und die Erfüllung all seiner Wünsche zu finden. Und doch ist das genau der Ort, an dem der Herr den Segen verheißen hat. Hören wir Paulus dazu.

Philipper 3, 7-17 N
Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust. Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn (er)kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich. Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und dem Glaubenden zugesprochen wird. Ich möchte nichts anderes mehr (er)kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben, um dann auch unter denen zu sein, die aus den Toten heraus auferstehen werden. Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen (vollendet) zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat. Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt. Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat. Und zu allen „Vollkommenen“ sage ich: Lasst uns das bedenken! Doch wenn ihr in irgendeinem Punkt anderer Meinung seid, wird Gott euch auch darüber Klarheit schenken. Auf jeden Fall sollen wir festhalten, was wir schon erreicht haben. Nehmt mich als Vorbild, Geschwister; und lernt auch von denen, die unserem Beispiel folgen.

Paulus jagt dem Siegespreis der himmlischen Berufung nach. Und er weiß sich vereint mit anderen „Vollkommenen“ die mit ihm auf dem Weg sind. Dafür setzt er alles ein, ist bereit zu leiden und zu sterben und völlig seine ganze Kraft zu investieren. Wie wir bei der Besprechung des Philipperbriefes gesehen haben, leidet Paulus in dieser Passage nicht an seiner Unvollkommenheit. Nein, Paulus sieht auf die Vollendung seines Lebenswerkes und weiß, dass es noch nicht abgeschlossen ist. Er lebt als Vollkommener, aber er hat den himmlischen Preis noch nicht vollständig gewonnen. Aber er jagt ihm nach und weiß Weggefährten an seiner Seite, die den gleichen Weg der Selbstverleugnung und der Erfüllung allein in Christus gehen. Und auch in seiner Vollkommenheit gibt es für Paulus noch so viel von Christus zu erkennen und zu lernen. Damit wird er nie ans Ende kommen.

Philipper 4, 12-13 N
Ich bin in alles eingeweiht. Ich weiß, wie es ist, satt zu sein oder zu hungern; ich kenne Überfluss und Mangel. Durch den, der mich stark macht, kann ich in allem bestehen.

Äußere Einflüsse können Paulus nicht aus der Bahn werfen. Er kennt eine Stärke, die andere nicht haben: Christus. Durch ihn kann er in allem bestehen. So klingt nur die Sprache eines Siegers in Christus – nicht die eines Unterlegenen der Sünde. Und dieser Sieg erstreckt sich bis auf die Ebene der Gedanken, seien es Gedanken gottferner Menschen oder eigene Gedanken, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben.

2 Kor 10, 3-5 N
Natürlich sind wir auch nur Menschen, aber wir kämpfen nicht wie die Menschen dieser Welt. Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht menschlich, sondern es sind die mächtigen Waffen Gottes, geeignet zur Zerstörung von Festungen. Mit ihnen zerstören wir Gedankengebäude und jedes Bollwerk, das sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, wir nehmen jeden solcher Gedanken gefangen und unterstellen sie Christus.

Dieser Vers bestätigt uns, dass Gottes Waffen mächtig sind, sogar so mächtig, dass wir mit ihnen jeden Gedanken kontrollieren und dem Gehorsam Christi unterstellen können. Ja, Paulus bezeugt uns, dass wir in unserem bewussten Denken durch Christus absoluten Sieg haben können. Wenn wir durch Gottes Gnade JEDEN GEDANKEN gegen Gott unter den Gehorsam Christi nehmen können, welcher Platz bleibt da noch für widergöttliche Gedanken? Keiner! Die gute Nachricht daraus ist:
Unser Denken kann völlig Christus unterstellt sein.

Und am Ende seines Lebens kann Paulus Timotheus das sagen, was er den Philippern noch nicht sagen konnte.

2 Tim 4, 7-8 N
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.

Paulus hat sein ihm von Gott aufgetragenes Lebenswerk vollbracht. Geht es dabei nur um das Gesamtwerk, in dem weiter viele kleine Sünden und Versagen enthalten sind? Schon die zuvor besprochenen Verse sollten uns eines Besseren belehren. Paulus hatte nichts in seinem Leben, wofür er sich schämen musste. Nein, Paulus sagt ganz klar in welchem Gnadenstand er sich dank seines Herrn befinden durfte und darf.

  1. Tim 4, 18 S
    Und der Herr wird mich von jedem boshaften Werk erlösen und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
  2. Tim 4, 18 E
    Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und bewahren für sein himmlisches Reich, welchem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Hier klingt das Vaterunser an: „Sondern erlöse uns von dem Bösen“. Paulus bezieht es hier nicht erst auf die Ewigkeit, sondern konkret auf sein Leben jetzt und hier. Er nimmt diese Bitte des Vaterunsers wörtlich und die Zusage, die darin verborgen liegt und wendet sie auf sein Leben an.

Das ist der Höhepunkt. Das ist der Höhepunkt im beispielhaften Leben des Paulus. Das ist der Höhepunkt eines Lebens in der Nachfolge Christi. Paulus lebte ein Leben, in dem er erwartete und erlebte, dass sein Herr ihn vor jedem bösen Werk rettete. Und jedes heißt jedes, bis auf die Ebene der Gedanken und des Unbewussten. Oder sollte Gott durch Paulus das gesagt haben?

Durch alles Gesagt wird deutlich: Paulus empfand sich NICHT als der größte aller Sünder WÄHREND seines Lebens als Apostel. Er litt NICHT durch seine hohe Erkenntnis Christi und des Wortes Gottes an seinem Versagen, weder im Großen, noch im Kleinen. Paulus konnte ZU JEDER ZEIT jubelnd auf den verwirklichten Sieg Christi in seinem Leben verweisen. Er konnte sich bei jeder Gelegenheit auf sein reines Gewissen vor Gott und Menschen berufen und es sogar rühmen. Das konnten die Korinther nicht, die nichts vor der Zeit beurteilen sollten, um sich nicht einer gegen den anderen aufzublähen. Paulus lebte, was er lehrte. Und das war das ganze Gesetz Christi, unter den größten Widerwärtigkeiten. Er war der größte Sünder bis zu seiner Bekehrung. Danach machte Christus ihn zum Vorzeigebeispiel par excellence für alle Christen. Und das, was Gott an Paulus vollbrachte, kann Christus an jedem Menschen tun.