Markus

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 2  Das Neue Testament – Einzelbuchbetrachtungen – Markus, epubli.de, 2021.

Markus

Der Schwerpunkt der Untersuchung bei Markus und den folgenden Evangelien liegt auf Versen, die nicht schon bei Matthäus ausführlich besprochen wurden. Aber um eine Gesamtbewertung des Buches möglich zu machen, werden sie erwähnt.

Markus stellt uns die gute Botschaft, das Evangelium von Jesus Christus vor. Worin besteht diese gute Botschaft? Das Reich Gottes ist nahegekommen (Mk 1, 14). Daher soll Israel, sollen die Menschen umkehren von ihren falschen Wegen und an das Evangelium glauben. Worin besteht das Evangelium? Darin, dass Jesus als Sohn Gottes in die Welt gekommen ist. Er vergibt Sünden, offenbart seine Vollmacht dazu durch Heilen von Krankheiten (Mk 2, 1ff) und zeigt uns den Weg zu Gott, zum ewigen Leben (Mk 8, 35). Auch bei Markus wird Jesus schon in den ersten Versen von Johannes dem Täufer als der angekündigt, der etwas Besonderes an denen tun wird, die ihm nachfolgen.

Mk 1, 8 N
Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Der Heilige Geist ist die besondere Ausstattung Gottes für sein Volk im Neuen Bund. Wenn irgendetwas besser werden kann im Leben des Volkes Gottes als bisher, dann durch den Heiligen Geist.

Das Markusevangelium berichtet hauptsächlich, was Jesus tat und lehrte: Jesus vergab Sünden, wandte sich den Menschen zu, heilte Kranke, reinigte Aussätzige, trieb Dämonen aus und herrschte über die Natur. Und immer wieder wurden Menschen durch die Begegnung mit Jesus verwandelt. Da stellt sich der Leser unwillkürlich die Frage: Wird Gott auch dem Sünder helfen können? Jesus macht uns Hoffnung, wir können mit jedem Problem zu Gott kommen.

Mk 10, 27 E
Bei Gott sind alle Dinge möglich.

Und wir sollen beten, vor der Sünde bewahrt zu werden.

Mk 14, 38 S
Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Markus weiß um die wichtigste Kraftquelle im Kampf gegen unsere Versuchungen zur Sünde. Dabei bleibt Markus aber realistisch, was unsere natürliche menschliche Stärke angeht. Woher kommt diese menschliche Schwäche? Jesus stellt es klar.

Mk 10,18 N
Guter Rabbi, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen? Was nennst du mich gut? entgegnete Jesus. Gut ist nur Gott, sonst niemand!

Jesus will zwar dem reichen Jünglings dadurch hauptsächlich etwas zu seiner eigenen Person sagen, übertragen etwa:
Ich, Jesus, bin gut und Gott – weißt du das wirklich, wenn du mich mit „guter Rabbi“ anredest?
Im alleinigen Kontext des Markusevangeliums wird hier aber gelehrt, dass außer Gott niemand gut ist. Das beschreibt den natürlichen Zustand jedes Menschen. Als Menschen werden wir ernüchtert. Wir können nur demütig zu Gott kommen und bekennen, dass wir nicht gut sind. Ohne Gottes Eingreifen kann kein Mensch gut sein und leben.

Das Prinzip der Glaubensgerechtigkeit ist bei Markus noch nicht eingeführt. Aber es gibt die Vergebung der Sünden und Rettung.

Mk 2, 5 N
Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.

Nach Jesus ist die Vergebung der Sünden allerdings kein Freibrief, weiter zu sündigen. Jesus fordert seine Jünger vielmehr auf, sich von ihren Sünden zu trennen, um nicht ins ewige Feuer geworfen zu werden.

Mk 9, 43-48 N
Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt ins Leben ein, als mit beiden Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dein Fuß dir Anlass zur Sünde wird, dann hack ihn ab! Es ist besser, du gehst als Krüppel ins Leben ein, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dein Auge dich verführt, so reiß es heraus! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als dass du beide Augen behältst und in die Hölle geworfen wirst, wo die Qual nicht endet und das Feuer nicht erlischt.

Wenn es Sünde ist, soll sich der Mensch angesichts der Ewigkeit lieber von allem trennen, was ihm lieb und kostbar ist. Die Trennung von unseren Sünden soll, muss und kann so radikal wie eine Amputation sein. Es geht um alles. Angesichts des Umgangs mit der Sünde haben wir alles zu gewinnen oder alles zu verlieren. Das setzt zumindest auf der Seite, was der Mensch tun kann, die Latte sehr hoch. Und Jesus schränkt die Anlässe zur Sünde nicht ein. Er sagt nicht: Diese oder jene Sünde werdet ihr niemals in den Griff bekommen. Die Trennung von unseren Sünden ist unsere Salzkraft als Jünger. Ohne diese Salzkraft taugen wir nicht viel (Mk 9, 49-50). Für sich alleine betrachtet spricht diese Stellen sogar dafür, dass wir uns von allen unseren Tatsünden trennen sollen und auch können. Und sie widerspricht nebenbei auch einer billigen Gnade.

Die Sündenkrankheit des menschlichen Herzens wird bei Markus auch klar betont.

Mk 7, 21 N
Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken und mit ihnen alle Arten von sexueller Unmoral, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier und Bosheit. Dazu Betrug, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen vor Gott unrein.“

So schlimm ist die Ausgangslage des Menschen. Aus dem Herzen kommen allen möglichen bösen Gedanken. Diese können dann natürlich auch zu bösen Taten werden. Wir sind von Natur aus unrein und Sünder.
Doch Reinigung ist möglich. Denn auch bei Markus finden wir die Reinigung eines Aussätzigen. Und auch bei Markus wird von Jesus die äußere Reinheit der Speisegebote auf die Reinheit des inneren Menschen umgedeutet.

Mk 7, 15 N
Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn vor Gott unrein machen. Unrein macht ihn nur, was aus ihm selber kommt.“

Das Inneren, das Herz muss daher gereinigt werden. WIE rein das Herz werden kann und wie weit, wird bei Markus nicht gesagt.

Hoffnung auf Hilfe von Jesus für die notwendige Reinigung des Herzens können wir nur indirekt über die Reinigung des Aussätzigen (Mk 1, 40ff) schöpfen, ohne dass hier lehrmäßig argumentiert werden kann. Die Frage ist: Wie weit kann ein Sünder von seiner Sündenkrankheit gereinigt werden? Der Aussätzige wurde GANZ REIN. Aussatz war nach damaligem und ist im biblischen Verständnis ein Bild für die Sünde. Traditionell wird nur davon ausgegangen, dass der Mensch von seiner Sündenschuld rein werden kann. Genauso könnte, wenn man nur im Markusevangelium bleibt, aber auch angenommen werden, dass der Sünder auch von der Ursache der Sünde ganz geheilt werden kann. Aber dies sind nur Ahnungen und Hoffnungen und keine normativen Aussagen.

Allerdings wird wie in allen Evangelien auch bei Markus Jesus als der angekündigt

Mk 1,8 F
Der sein Volk mit dem Heiligen Geist tauft.

Was diese Taufe bewirkt, wird hier nicht erklärt. Und doch steht die Ankündigung dieses Segens als große, noch undefinierte, aber reiche Hoffnung über dem Leben eines jeden, der an Jesus glaubt. Auch die Aussage von Jesus bei Markus, dass nur Gott alleine gut ist, findet hier ihr einziges mögliches Gegengewicht. Wenn nicht Gott durch seinen Geist im Menschen gut ist, ist und bleibt der Mensch nicht gut, also böse. Doch Jesus ist der Arzt, der diese Krankheit heilen kann.

Mk 2,17 N
Jesus hörte das und entgegnete. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

Hier finden wir eine Aussage Jesu mit doppelter Auslegungsmöglichkeit. Gibt es Starke, gibt es Gerechte? So wie Jesus hier spricht, gibt es keine Gerechten, manche halten sich nur dafür. Alle brauchen einen Arzt. Aber Jesus ist ein wunderbarer Arzt, der alle eingangs beschriebenen Wunder tut. Kann er wie alle anderen Krankheiten nicht auch die Sündenkrankheit heilen? Kann er Sünden vergeben? Ja. Kann Jesus als Arzt aber auch den ganzen sündenkranken Menschen heilen? „Nein“ zu sagen, würde Jesus als Arzt diskreditieren. Seine Heilungen im körperlichen Bereich waren vollkommen. Sollte er als vollkommener Arzt daher nicht auch die Seele und den Geist des Menschen völlig heilen können? Diese Frage mag sich jeder selbst beantworten.

Auch bei Markus sticht das Liebesgebot Gott und den Menschen gegenüber wie ein mächtiger Fels aus der Brandung klar hervor. Jesus bestätigt dem Schriftgelehrten, der ihn danach fragt, dass dies wirklich die wichtigsten Gebote (im Gesetz) sind.

Mk 12, 28-31 N
Einer der Gesetzeslehrer hatte ihrem Streitgespräch zugehört und bemerkt, wie treffend Jesus den Sadduzäern antwortete. Nun trat er näher und fragte ihn. Was ist das wichtigste Gebot von allen? Das wichtigste, erwiderte Jesus, ist. Höre Israel! Der Herr, unser Gott, ist der alleinige Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit all deiner Kraft! An zweiter Stelle steht. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.“

Jesus relativiert diese Königsgebote nicht. Er sagt nicht. „Na ja, ihr könnt es ja zumindest mal ein bisschen versuchen“. Er lässt das Schloss auf der Höhe, den Leuchtturm in der Brandung und den Felsen in der Wüste stehen. Der Gesetzeslehrer sieht ein, dass diese Gebote wirklich das sind, worauf es im Leben und Sterben ankommt. Und doch wird er von Jesus nur mit der Bestätigung geadelt, nicht fern vom Reich Gottes zu sein. Aber er ist noch nicht im Reich Gottes.

Letztlich fordert Jesus hier und an anderen Stellen im Markusevangelium eine Radikalität in der Nachfolge, die ihresgleichen sucht. Keiner erfüllt diese Bedingungen, der Jesus, Gott und die Menschen nicht mehr liebt als sein eigenes Leben. Keiner, der sich nicht von allem, was auch nur den Anschein von Sünde hat trennt, kann vor Gott bestehen. Und ohne diese Einstellung kann niemand beurteilen, zu was der große Arzt Jesus in der Lage ist.

Ermutigt werden wir von den folgenden wunderbaren offenen Verheißungen Jesu.

Mk 9, 23 N
Wenn du etwas kannst? erwiderte Jesus. Was soll das heißen? Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!

Indirekt ist auch hier enthalten, dass wir von dem befreit werden können, was Gott am meisten hasst: Die Sünde. Und nicht nur von ihren Auswirkungen, sondern auch von ihrer Ursache.

Und Jesus zeigt uns klar, dass er selbst dort noch etwas tun kann, wo wir jeder Hoffnung auf Rettung aufgegeben haben.

Mk 10, 26-27 N
Wer kann dann überhaupt gerettet werden? Jesus blickte sie an und sagte. Für Menschen ist das unmöglich, nicht aber für Gott. Für Gott ist alles möglich.

Ebenso ermutigt uns Jesus, alles im Gebet von Gott zu erwarten.

Mk 11, 24 N.
Darum sage ich euch. Worum ihr im Gebet auch bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, dann werdet ihr es auch erhalten.

Und ist es nicht ausdrücklich Gottes Wille, dass der Mensch nicht sündigt? Dann können wir das auch glaubend im Gebet von einem Gott erbitten, dem alles möglich ist.

 

Zusammenfassung Markusevangelium

Markus geht es darum, dass Menschen Buße tun und an das Evangelium – die gute Nachricht – glauben. Buße ist unsere Abkehr von allem, was Gott nicht gefällt. Der Begriff „Evangelium“ wird bei Markus nicht näher definiert. Er ist am besten als „Gute Nachricht“ zu verstehen. Traditionell interpretieren wir da hinein, dass es sich dabei (lediglich) um die Sündenvergebung handelt und nicht unbedingt um eine Befreiung von der Macht der Sünde. Das steht aber nirgends ausdrücklich bei Markus. Markus bleibt hier neutral, schließt diese Möglichkeit des Sieges über die Sünde aber nicht aus. Trotzdem leiten sich die bisher genannten Argumente pro ganzer Heiligung nur indirekt ab.

Das Markusevangelium hat sicherlich nicht den Anspruch, im großen Stil weiterzugeben, was Jesus gelehrt hat. Nur die wichtigsten Aussagen und Taten Jesu werden betont. Aber dazu gehört auch, auf alle eigenen Ansprüche Gott, bzw. Jesus gegenüber zu verzichten und ihn mehr als alles andere in der Welt zu lieben. Jesus fordert von uns, dass wir uns mit einer Radikalität von jeder erkannten Sünde trennen, die einer Amputation gleichkommt. Er will, dass wir unser Inneres reinigen. Wir sollen Gott von ganzem Herzen und mit aller Kraft und unserem ganzen Verstand lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. Das bestätigt Jesus uns als höchstes Gebot Gottes. Nirgendwo bei Markus wird das als unmöglich dargestellt. Ja, von Markus wird die Diagnose jedes Menschen in seinem Zustand als Sünder vor Gott klar getroffen. Aber es ist eine Bestandsaufnahme des Menschen, bevor er sich dem großen Arzt Jesus anvertraut hat. Als Arzt zeigt Jesus seine große Heilungskraft in allen Heilungswundern, die er tut. Wird er nicht auch unser Inneres heilen können? Die Verheißung des Heiligen Geistes leuchtet als geheimnisvolle, aber noch nicht näher erklärte Veränderungsquelle auf. Doch das ist bei Markus noch Zukunftsmusik.

 

Unter dem Strich muss ich für meinen Teil daher sagen, dass die Argumente, die uns nur allein durch das Markusevangelium gegeben werden, sowohl für, als auch gegen die Möglichkeit stehen können, ein reines Herz und völligen Sieg über die Sünde in diesem Leben bekommen zu können. Es bleibt Freiraum, dass jeder interpretieren kann, was ihm vor Gott gut dünkt. Markus legt sich und uns in keiner Richtung fest, weder zur dauerhaften Niederlage, noch zum Sieg über die Sünde. Aber eines wird klar: Uns wird geschehen nach unserem Glauben.

Ich bewerte das Markusevangelium für mich daher mit offen in der Frage nach der Möglichkeit der völligen Heiligung der Gläubigen.

 

contra

Mk 7, 21 N
Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken und mit ihnen alle Arten von sexueller Unmoral, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier und Bosheit. Dazu Betrug, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen vor Gott unrein.“

Mk 10,18 N
„Was nennst du mich gut?“, entgegnete Jesus. „Gut ist nur Gott, sonst niemand!“

Mk 2,17 N
Jesus hörte das und entgegnete. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

 

pro

Alle Wunder Jesu im Markusevangelium

Mk 2,17 N
Jesus hörte das und entgegnete. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

Mk 1, 40 N
Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus, warf sich vor ihm auf die Knie und flehte ihn an. Wenn du willst, kannst du mich rein machen! Von tiefem Mitleid ergriffen, streckte Jesus die Hand aus und berührte ihn. Ich will es, sagte er, sei rein!

MK 9, 47-48 N
Und wenn dein Auge dich verführt, so reiß es heraus! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als dass du beide Augen behältst und in die Hölle geworfen wirst, wo die Qual nicht endet und das Feuer nicht erlischt.

Mk 1, 8 N
Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Mk 9, 23 N
Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!

 

Meine Beobachtungen