2. Korinther

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 2  Das Neue Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 2. Korinther, epubli.de, 2021.

2. Korinther

2 Kor 1, 8-11 S
Denn wir wollen euch, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig schwer zu tragen hatten, über Vermögen, so dass wir selbst am Leben verzweifelten; ja wir hatten bei uns selbst schon das Todesurteil über uns gefällt, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt. Er hat uns denn auch von solchem Tod errettet und rettet uns noch, und wir hoffen auf ihn, dass er uns auch ferner erretten wird, vorausgesetzt, dass auch ihr uns behilflich seid durch eure Fürbitte.

Wo wir im geistlichen Leben auch stehen: Gott kann und wird zulassen, dass wir in solche Grenzerfahrungen kommen wie Paulus hier. Dass wir weder ein noch aus wissen. Dass wir mit unserer eigenen Kraft und unserer eigenen Weisheit am Ende sind. Und das Ziel Gottes dabei ist immer, dass wir ihn und seine Kraft und seine Möglichkeiten noch immer besser kennenlernen, bis ans Ende unseres Lebens.

2 Kor 1, 15 N
In dieser Überzeugung wollte ich zunächst zu euch kommen und euch zum zweiten Mal die Gnade Gottes bringen.

2 Kor 1, 15 I
Und in diesem Vertrauen wollte ich früher zu euch kommen, damit eine zweite Gnade ihr habt.

Geht es Paulus hier um die Gnade eines zweiten Besuchs oder um eine weiterführende Gnade Gottes? Die verschiedenen Übersetzungen zeigen uns mögliche Bedeutungsnuancen an. Ist der Besuch des gesegneten Apostels Paulus an sich schon eine Gnade? Wird Paulus bei seinem Besuch eine zweite Gnade bringen, die die Korinther bisher noch nicht hatten? Das bleibt an dieser Stelle offen.

2 Kor 1, 20 N
In ihm [Christus] ist das Ja zu allen Zusagen Gottes. Darum sprechen wir durch ihn auch das Amen zur Ehre Gottes.

Ganz gleich, welche Verheißungen es im Alten oder im Neuen Testament gibt. „In Christus“ gehören sie uns. Auch wenn wir hier den 2. Korintherbrief nur an sich betrachten, ist es zum Verständnis notwendig, die umfassende Bedeutung dieser Zusage Gottes in ihrer ganzen Tragweite an einem Beispiel deutlich zu machen. Wenn in Jesus wirklich das Ja und Amen zu allen Zusagen Gottes ist, dann auch zu der folgenden.

Hes 36, 25-27 S
Ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von aller eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun.

Geschieht das, was Gott in Hesekiel verheißen hat, bei jedem Christen nicht schon bei seiner Bekehrung? Sicherlich in vielerlei Hinsicht. Wer wirklich bekehrt ist, hat Buße getan, bzw. tut sie. Er kehrt von äußeren sichtbaren Sünden um, er stiehlt und lügt nicht mehr, gibt Geraubtes zurück und vieles mehr. Aber leben wir als bekehrte Christen wirklich so, dass wir in jederlei Hinsicht in „Gottes Satzungen wandeln“, „seine Rechte beobachten“ und „tun“? Dann hätten wir als Christen ja gar kein Problem mit der Sünde mehr. Jede halbwegs ehrliche Statistik über Dinge, in denen auch Christen versucht werden, zeigt, wie oft wir straucheln und fallen. Und jeder Christ, der auch nur halbwegs ehrlich zu sich selbst ist, wird bezeugen, dass wir als Christen eben nicht ganz in Gottes Satzungen wandeln. Wir beobachten nicht alle seine Rechte und tun sie nicht alle. Das ist die bittere Realität. Etwas Anderes hätte die Welt um uns herum schon längst bemerkt. Aber Gottes Willen ganz tun zu können, genau das ist uns bei Hesekiel verheißen. Und in Christus gehört diese Verheißung uns. Gott will das selber in seinem Volk schaffen. Er will machen, dass wir „nach seinen Satzungen wandeln und seine Rechte beobachten und tun“. Auch diese Wahrheit – neben vielen, ja allen anderen – gehört uns als Christen in Christus, sagt Paulus.

2 Kor 1, 21-22 S
Der Gott aber, der uns samt euch für Christus befestigt und uns gesalbt hat, der hat uns auch versiegelt und in unsre Herzen das Pfand des Geistes gegeben.

2 Kor 1, 21-22 I
Aber der Festigende uns mit euch in Christus und gesalbt Habende uns Gott, der auch versiegelt Habende uns und gegeben Habende das Angeld des Geistes in unsere Herzen.

Was hat Gott nun alles wirklich schon getan und (was) bleibt noch (etwas) zu tun?
Durch Gott werden wir versiegelt und gefestigt in Christus. IN CHRISTUS ist das Zentrum unseres Seins und unserer Existenz. Darüber hinaus ist auch in unser Herz – dem Zentrum unseres bewusstseinsmäßigen Empfindens – der Heilige Geist eingezogen. Er ist als Angeld auf unser Erbe. Dort hat er sicher schon aufgeräumt und vieles neu gemacht. Und doch bleibt noch viel zu tun, wenn wir die beiden Korintherbriefe aufmerksam lesen. Bei den Korinthern gab es trotz der Innewohnung des Heiligen Geistes noch viel Falsches, das richtiggestellt werden musste und Sünde, die aufgeräumt werden musste und Unreines, von dem sie sich reinigen mussten. Wie nötig das war, lesen wir hier.

2 Kor 7, 1 S
Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.

Nicht nur das Herz, sondern auch der Geist kann befleckt sein. Und ausdrücklich sagt und verheißt Paulus durch den Heiligen Geist, dass wir uns von ALLER Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen sollen und es auch KÖNNEN durch Gottes Gnade. Paulus hatte wohl auch die Hesekiel-Stelle vor Augen, die ich ein paar Zeilen vorher zitiert habe (Hes 36, 25-27). Und er betrachtet die dort verheißene Reinigung nicht schon als mit der Bekehrung und der dabei geschehenen ersten Grundreinigung als voll erfüllt an. Die an Christus Glaubenden müssen innerhalb des Gnadenraums, der ihnen von Christus eröffnet ist, selbst bei dieser Reinigung mitwirken und aktiv werden. Und eine ganz besondere Aussage finden wir hier: Paulus zeigt uns einen wunderbaren, erreichbaren Zielpunkt auf, und das in diesem Leben. Die Heiligung hat eine VOLLENDUNG.

Ein Wortstudium zu „Vollenden“ im Griechischen zeigt uns, dass hier etwas zu einem Abschluss kommt, bei dem alles ergänzt wird, was noch fehlte, dass eine Sache so ist, wie sie sein soll17. Der Weg dahin ist Reinigung in Gottesfurcht. Und das Ergebnis ist, von ALLER Befleckung des Geistes und des Fleisches gereinigt zu sein. So soll es sein, so soll unser geistliches Leben vor Gott werden und sein. Und so kann es sein. Dann erst erfüllt sich die Verheißung aus Hesekiel 36 völlig in ihrem ganzen Bedeutungsspektrum. Gott bezieht uns als Gläubige in die völlige Erfüllung seiner Verheißung ein. Wir können und sollen mitwirken. Und doch ist letztlich klar, dass das Eigentliche nur Gott tun kann, so wie beim Volk Israel damals. Durch Gottes Gnade gehört dieser verheißene Segen aber auch uns in Christus. Denn es ist ein Verheißungswort, das Paulus hier zitiert. Und auf alle Gottesverheißungen ist in Christus das Ja und Amen.

2 Kor 2, 6-8 N
Für den Betreffenden genügt nun dieser Tadel durch die Mehrheit von euch. Jetzt solltet ihr eher verzeihen und trösten, damit er nicht in Verzweiflung getrieben wird. Deshalb bitte ich euch. Beschließt, ihn wieder in Liebe anzunehmen.

Im ersten Korintherbrief hat Paulus noch nicht deutlich von der Gnade und Möglichkeit geredet, dass die Korinther sich von ALLEN Befleckungen reinigen können. Zu sehr standen die aktuellen Missstände, die noch vorherrschende fleischliche Einstellung und vor allem der hier erwähnte Unzuchtsfall vor Augen und im Mittelpunkt. Jetzt im zweiten Korintherbrief haben die Korinther aber große Fortschritte gemacht. Sie sind Paulus gehorsam gewesen in allem, was er angeordnet hat. Und sie haben sich noch mehr auf Jesus ausgerichtet. Sie sind jetzt geistlicher gesinnt, auch wenn noch viel zu tun bleibt. Deshalb wagt Paulus jetzt, ihnen ein noch höheres Ziel vorzustellen und vor Augen zu malen. Und so heißt dieses Ziel.

2 Kor 7, 1 S
Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.

Daraus lernen wir, dass es erst dann Sinn macht, von der möglichen Vollendung der Heiligung zu reden, wenn ein gewisses Maß an Wachstum, Einsicht, Gehorsam und Ausrichtung auf Jesus da sind. Und das ist sicherlich keine Frage der Zeit, sondern der inneren Einstellung. Schon ein Neubekehrter, der Gott in allem folgt und gehorchen will, kann mit Gewinn von diese großen Bestimmung Gottes für sein Leben erfahren.

2 Kor 4, 7-12 N
Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. Von allen Seiten werden wir bedrängt, sind aber nicht erdrückt; wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt, wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden niedergestreckt, gehen aber nicht zugrunde. Immer und überall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem Körper herum, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird. Weil wir zu Jesus gehören, werden wir als Lebende ständig dem Tod ausgeliefert, damit sein Leben auch an unserem sterblichen Körper offenbar wird. So wirkt nun also der Tod in uns, das Leben aber in euch.

Diese Verse sind deutlich und machen uns Mut. Die überragende Kraft zum Überwinden in erdrückenden Lebensverhältnissen kommt von Gott, und nicht von uns selbst. Und diese Kraft ist so ungeheuer groß, umfassend und herrlich, dass sie durch alle möglichen denkbaren und realen Lebenssituationen hindurchtragen kann. Ehre sei Gott!

2 Kor 5, 9-10 N
Deshalb setzen wir unsere Ehre darein, ihm zu gefallen, ganz gleich, ob wir noch in der Fremde sind oder schon bei ihm zu Hause. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen. Dann wird jeder bekommen, was er verdient hat, je nachdem, ob er in seinem irdischen Körper Gutes oder Böses getan hat.

Es ist eigentlich ganz unfassbar: Aber im Gericht vor dem Richterstuhl Christi wird uns auch Böses vergolten. Das ist eigentlich undenkbar für jemandem, dem die Sünden vergeben sind. Aber so steht es wörtlich hier. Dabei geht es nicht um die Errettung, sondern um den Lohn. In jedem Fall lernen wir daraus, dass unser ganzer Einsatz in diesem Leben für Christus gefragt ist. Wir sollen so christusnah wie möglich leben, über alle Sünden sofort Buße tun, und so weit wie möglich nichts Unrechtem Raum geben. Wir dürfen uns nicht auf unserer anfänglichen Bekehrung ausruhen. In allem wird unsere Wahlfreiheit deutlich. Auch als Christen können wir unser Leben lang Gutes oder Schlechtes wählen. Möge Gott uns schenken, dass wir das Gute wählen und wir unsere Ehre hineinsetzen, ihm allezeit zu gefallen.

2 Kor 6, 1-10 S
Da wir denn Mitarbeiter sind, so ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen. Denn er spricht. «Ich habe dich zur angenehmen Zeit erhört und dir am Tage des Heils geholfen.» Seht, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Wir geben niemandem irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes. in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten; in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; im Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und Linken; unter Ehre und Schande, bei böser und guter Nachrede; als Verführer und doch wahrhaftig, als Unbekannte und doch erkannt, als Sterbende, und siehe, wir leben, als Gezüchtigte und doch nicht getötet, als Betrübte, aber immer fröhlich, als Arme, die doch viele reich machen, als die nichts haben und doch alles besitzen.

Diese Verse sind ein harter Schlag gegen die vorherrschende christliche Entschuldigungskultur: Wir sind ja nichts als Sünder und können praktisch nichts Gutes tun. Klar, Paulus rühmt sich hier nicht in stolzer Erhebung, sondern er tut sein Herz auf. Er berichtet aus seinem eigenen Leben, um die Korinther in demutsvoller Liebe zu gewinnen. Paulus vergleicht sich auch nicht mit jemand anderem. Er macht einfach sein Leben des Sieges sichtbar, und wie Gott ihn dazu befähigt. Der Standard Gottes ist unsere Feinde zu lieben und in Versuchungen zu überwinden. Und das war Normalität bei Paulus und seinen Mit-Aposteln. Hier zeigt uns Paulus wie wir einen/unseren falsch abgesenkten Standard erkennen und die Latte wieder dorthin zu hängen können, wohin sie wirklich gehört: Ein christusähnliches, liebeserfülltes Überwinderleben zu führen. Das ist Gottes Ziel für alle Christen, seine Absicht und seine Normalität. Er will nicht, dass wir so (schwach) sind, wie Menschen ohne Christus.

Ohne Christus waren und wären wir Feinde Gottes. Wie krass es in Gottes Augen ist, ohne Christus zu leben, wird aus folgender Bibelstelle deutlich.

2 Kor 6, 15 – 18 + 7, 1 N
Welche Übereinstimmung gibt es zwischen Christus und dem Teufel? Was verbindet einen Gläubigen mit einem Ungläubigen? Und wie verträgt sich der Tempel Gottes mit Götzen? Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat. „Ich werde in ihnen wohnen und unter ihnen sein. Ich bin dann ihr Gott und sie sind mein Volk.“ Darum „zieht weg und trennt euch von ihnen“, spricht der Herr, „und rührt nichts Unreines an, dann werde ich euch aufnehmen. Ich werde euer Vater und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein“, spricht der Herr, der Allmächtige. Diese Zusagen gelten uns, liebe Geschwister.

Hier geht es um Gottes Sicht, nicht um unsere. Und wir erkennen: Nicht für, mit und aus Jesus Christus zu leben: Das ist die größte Sünde vor Gott. Diese Wahrheit gilt, auch wenn das in den Augen einer Welt, in der jeder alles kann und darf, nicht so gesehen wird.

Aber in Bezug auf die geistlichen Möglichkeiten, die Paulus hier beschreibt, ist das nur der Anfang. Auch die Korinther sollen zu der herrlichen Freiheit der Reinigung und der Gemeinschaft mit Christus kommen, die man Paulus schon durch alle Knopflöcher abspürt. Er hat sie! Darum füge ich hier noch einmal den bereits zitierten Vers in verschiedenen Übersetzungen an.

2 Kor 7, 1 I
Also diese Verheißungen habend, Geliebte, lasst uns reinigen uns von jeder Befleckung Fleisches und Geistes, vollendend Heiligung in Furcht Gottes!

2 Kor 7, 1 E
Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.

Sehr bedeutsam ist die Argumentation des Paulus innerhalb der Verse 6, 15 – 18 + 7, 1.

Erst sagt er den Korinthern zu – gestützt durch ein Zitat aus dem Alten Testament -, dass sie bereits der Tempel Gottes sind. „Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat. Ich werde in ihnen wohnen und unter ihnen sein. Ich bin dann ihr Gott und sie sind mein Volk.

Dann zeigt er auf, dass dieses hohe Vorrecht eine ebenso hohe Verpflichtung mit sich trägt. „Darum zieht weg und trennt euch von ihnen, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an.“
Das Volk Gottes soll sich von allem, was anti-göttlich ist trennen, sich reinigen und sich rein halten.

Erst wenn das Volk Gottes das getan hat, gilt folgende Zusage: „Dann werde ich euch aufnehmen. Ich werde euer Vater und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein“. Obwohl uns dieser Stand schon mit unserer Bekehrung geschenkt ist! Wirklich? fragen wir uns an dieser Stelle.

Dann bezeichnet Paulus das Ganze als ein Geschehen, bei dem das Volk Gottes die Erfüllung von Gottes Zusagen erleben kann. „Diese Zusagen gelten uns, liebe Geschwister.“ Es geht hier also nicht um in Christus schon geschehene Realitäten, sondern um Verheißungen, die erst noch erlangt werden sollen und wollen!

Und seine Schlussfolgerung ist. „Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.“

Die Korinther als Gottes Volk sollen sich also

  1. a) von JEDER Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen und
    b) dies ist ein endlicher und kein unendlicher Prozess. An seinem Ende steht die Vollendung der Heiligkeit oder Heiligung. Diesem Zustand, ist nach dem griechischen Wortlaut nichts mehr hinzuzufügen. Je nach Übersetzungsnuance ist der Christ ist dann „komplett, „fertig“ „vollendet“ oder „vollkommen“17.

Wao! Wir als Christen können von jeder Befleckung des Fleisches gereinigt werden. Und das Fleisch ist die Quelle aller Sünde und Unreinheit. Und auch unser Geist kann und muss erst noch völlig gereinigt werden! Von jeder Befleckung! So wird der ganze Mensch völlig gereinigt, wie ein Aussätziger von Jesus gereinigt wird. Und das geschieht alles NACH unserer Bekehrung. Und am Ende, nicht am Anfang, steht: Gott kann unter einem so gereinigten Volk wohnen. „Ich werde in ihnen wohnen und unter ihnen sein. Ich bin dann ihr Gott und sie sind mein Volk.“ (2 Kor 6, 16 N). Die ganze Tragweite dieser Aussage lässt sich erst ermessen, wenn wir ausnahmsweise einmal über den Rand dieses Buches hinaus zur Offenbarung blicken. Dort wird genau dieser Wortlaut für den Idealzustand im Himmel verwendet (vgl. Offb 21, 3). Wir können schon in diesem Leben so geheiligt werden, dass wir heilig wie im Himmel und fit für den Himmel werden. Dann geschieht Gottes Wille schon auf Erden wie im Himmel.

Die Korinther sind zwar noch auf dem Weg – aber trotzdem ist nach Paulus diese völlige Reinigung und Heiligung für sie nicht nur möglich. Es ist das Normalprogramm Gottes für sein ganzes Volk.

Doch unterschiedliche geistliche Reife oder Fortschritte trennen nicht, sagt Paulus. Wir gehören alle Christus an, das ist die Hauptsache.

2 Kor 10, 7 S
Traut jemand sich selbst zu, dass er Christus angehöre, so möge er wiederum bei sich bedenken, dass, gleichwie er Christus angehört, so auch wir.

Wir sind alle durch die Wiedergeburt nach unserer Bekehrung Geschwister und gehören Christus an – das ist unsere Grundlage, auf die es ankommt.

Doch das Thema Reinheit lässt Paulus nicht los. Wieder greift er es auf.

2 Kor 11, 1-4 S
Denn ich habe euch einem Manne verlobt, um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte aber, es könnten, wie die Schlange mit ihrer List Eva verführte, so auch eure Sinne verdorben und von der Einfalt gegen Christus abgelenkt werden.

Ein einfältiger, allein auf Christus gerichteter Sinn ist das, was alle Jünger Jesu haben sollen. Und wenn wir uns auf diesem Weg von ALLEM reinigen wie in 2 Kor 7, 1 beschrieben, dann wird Jesus wirklich die Gemeinde als reine Jungfrau zugeführt. Klar, mit der Bekehrung kommt es schon zur wichtigsten Grundreinigung durch das Blut Jesu, bei der unsere Sünden abgewaschen werden. Aber der Christ kann, soll und muss sich auf seinem Weg noch weiter reinigen. Dann kann er Gemeinschaft mit Gott in höchster Form haben. Das machen die Verse von Paulus in 2 Kor 6, 15 – 18 und 7, 1 deutlich.

2 Kor 13, 5-7 E
So prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid, untersucht euch selbst; oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr etwa unbewährt seid. Ich hoffe aber, dass ihr erkennen werdet, dass wir nicht unbewährt sind. Wir beten aber zu Gott, dass ihr nichts Böses tun möget; nicht auf dass wir bewährt erscheinen, sondern auf dass ihr tut, was recht ist, wir aber wie Unbewährte seien.

Was für eine Ermutigung für die Korinther am Abschluss des Briefes. Ja, wahrer Glaube zeigt sich in Bewährung. Paulus kann von sich und seinen Begleitern sagen, dass sie bewährt sind. Wahrer Glaube rechnet nicht damit, immer und wieder zu fallen. Er rechnet damit und betet dafür, nichts Böses zu tun und vor dem Bösen bewahrt zu werden. So hat uns auch Jesus gelehrt zu beten. Diese unerhörte aber erhörliche Bitte macht nur Sinn, wenn wir mit Paulus daran glauben, dass das möglich ist. Dafür müssen wir auch jedes Wort in Gottes Wort ernst nehmen. Nichts Böses tun. Das darf unsere Erwartung sein. Oder sollte Gott durch Paulus in seinem Wort so etwas Unrealistisches gesagt haben?

 

Zusammenfassung 2. Korintherbrief

Paulus zeigt den Korinthern: Wahrer Glaube zeigt sich in Bewährung und rechnet nicht damit, immer und wieder zu fallen. Er rechnet damit und betet dafür, nichts Böses zu tun und vor dem Bösen bewahrt zu werden. Glauben wir daran, dass das möglich ist? Dafür müssen wir jedes Wort in Gottes Wort und im zweiten Korintherbrief ernst nehmen. Wir können uns in der Furcht Gottes und aufgrund seiner Verheißungen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen sagt Paulus. Dieser Prozess hat ein definiertes Ende, bei dem wir vollständig geheiligt werden und gereinigt sind. So hat Gott es für alle Christen geplant. Wenn das geschieht, haben wir die Zusage der besonderen und himmlischen Nähe Gottes in seinem Volk. Denn dann sind wir ganz rein vor ihm und nicht mehr vermischt mit oder verschmutzt von der Welt: Wir gehören Gott allein und er ist unser Gott und wir sind sein Volk. Das ist Gottes Verheißung für gerechtfertigte Christen.

 

Der zweite Korintherbrief geht für mich eindeutig pro völliger Heiligung in diesem Leben aus.

 

contra

2 Kor 1, 8-11 S
Denn wir wollen euch, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig schwer zu tragen hatten, über Vermögen, so dass wir selbst am Leben verzweifelten; ja wir hatten bei uns selbst schon das Todesurteil über uns gefällt, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt.

2 Kor 5, 9-10 N
Deshalb setzen wir unsere Ehre darein, ihm zu gefallen, ganz gleich, ob wir noch in der Fremde sind oder schon bei ihm zu Hause. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen. Dann wird jeder bekommen, was er verdient hat, je nachdem, ob er in seinem irdischen Körper Gutes oder Böses getan hat.

 

pro

2 Kor 1, 20 N
In ihm ist das Ja zu allen Zusagen Gottes. Darum sprechen wir durch ihn auch das Amen zur Ehre Gottes.

2 Kor 7, 1 E
Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.

2 Kor 13, 6 E
Wir beten aber zu Gott, dass ihr nichts Böses tun möget.

2 Kor 6, 1-10 S
Da wir denn Mitarbeiter sind, so ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen. Denn er spricht. «Ich habe dich zur angenehmen Zeit erhört und dir am Tage des Heils geholfen.» Seht, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Wir geben niemandem irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes. in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten; in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; im Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und Linken; unter Ehre und Schande, bei böser und guter Nachrede; als Verführer und doch wahrhaftig, als Unbekannte und doch erkannt, als Sterbende, und siehe, wir leben, als Gezüchtigte und doch nicht getötet, als Betrübte, aber immer fröhlich, als Arme, die doch viele reich machen, als die nichts haben und doch alles besitzen.

 

Meine Beobachtungen