1. Petrus

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 2  Das Neue Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 1. Petrus, epubli.de, 2021.

1. Petrus

1 Petr 1, 1-2 S
Petrus, Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge … nach der Vorsehung Gottes des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi.

Eigentlich müsste übersetzt werden (Menge + F):

„…den Fremdlingen, die … nach der Vorersehung Gottes des Vaters dazu auserwählt sind, in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi (zu gelangen):

Hier wird von Petrus schon das ganze Heilsprogramm Gottes für sein Volk ausgeführt. Der Geist Gottes heiligt die Gläubigen. Und das hat als Auswirkung, dass sie Gott wie Jesus gehorsam sind. Das wiederum ist nur durch die gleichzeitig einhergehende Besprengung mit dem Blut Christi möglich. Die genauere Übersetzung (nach Menge) zeigt auch, dass das Gottes Weg und Ziel für bereits Gläubige ist, nicht für Neubekehrte. Alle noch folgenden erstaunlichen Aussagen von Petrus lassen sich nur so verstehen.

1 Petr 1, 5-7 E
Die ihr durch Gottes Macht durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung, die bereit ist, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden; worin ihr frohlockt, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, betrübt seid durch mancherlei Versuchungen; auf dass die Bewährung eures Glaubens, viel köstlicher als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, erfunden werde zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi.

Bei Petrus finden wir keine Spur einer Niederlagenerwartung. Anfechtungen dagegen sind zu erwarten. Doch in den Anfechtungen erwartet Petrus, dass die Gläubigen Sieg auf der ganzen Linie haben, bis auf die Ebene „mancherlei Versuchungen“ heruntergebrochen. Es geht also nicht nur um die große Lebenslinie bis zur Errettung am letzten Tag, sondern auch um den alltäglichen Kampf der Gläubigen. Für diesen erwartet Petrus den Sieg der Gläubigen.

Und für beide liegt das Geheimnis hier: Die ihr durch Gottes Macht durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung. Gottes Macht alleine ist, die uns bewahrt. Gott gebraucht dabei unseren Glauben, um uns seine Bewahrung erfahren zu lassen. Daher: Wenn wir Sieg haben wollen und dass Gott uns bis zum Ende durchbringt, dann geht das nur durch Glauben. Und zwar durch Glauben daran, dass Gott uns bewahren kann und es auch will. Und er kann und will. Alles Ehre seinem Namen!

1 Petr 1, 13 b E
Hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird bei der Offenbarung Jesu Christi.

Hier lehrt Petrus, dass unsere Werke uns Gott nicht näherbringen, sondern dass wir immer und zu jedem Zeitpunkt völlig von seiner Gnade abhängig sind. Umfasst das zwangsweise Niederlage und Unheiligkeit? Auch nach unserer Bekehrung sind wir in uns selbst nichts und allein durch Gnade gerettet, gerecht und heilig gemacht. Selbst wenn wir durch Gottes Gnade Fortschritte in der Heiligung und in einem heiligen Leben machen, ja völlig heilig leben, wie Petrus es später in Vers 1, 16 fordert und erwartet, sind wir alles, was wir sind, nur dank der Gnade Christi. Und dieses Bewusstsein, dass wir alles, was wir sind, nur dank der Gnade Christi sind, soll uns erhalten bleiben. Es ist die einzige richtige Einstellung vor einem heiligen Herrn, wenn er kommt.

1 Petr 1, 14-16 S
Als gehorsame Kinder gewöhnt euch nicht wieder die Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit fröntet; sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben. «Ihr sollt heilig sein! Denn ich bin heilig.»

Hier ist einer der Höhepunkte im Neuen Testament. Kann man es noch klarer sagen als Petrus, dass wir als Christen in unserem ganzen Leben heilig leben sollen und es damit auch können. Ein heilig geführtes Leben ist nicht nur einigen auserwählten besonderen Aposteln vorbehalten, sondern allen Christen möglich und geboten. Und es geht hier nachdrücklich um unser praktisches Leben, nicht um unsere Stellung vor Gott. Und darüber hinaus lernen wir auch noch von Petrus, dass wir die äußeren Reinheits- und Heiligungsgebote des Alten Testamentes auf unser inneres Glaubensleben anwenden können. Wie umfassend das Gebot und damit auch die Verheißung ist, drückt Petrus so aus. „Werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel.“ Da bleibt kein Platz mehr für unheiligen Wandel. Nein, unser ganzer Wandel soll und kann deshalb auch heilig sein. Und wie soll das gehen? Werfen wir einen Blick zurück auf 1 Petr 1, 2.

1) Durch die Heiligung des Geistes und

2) durch die Besprengung mit dem Blut Christi

Heilig wie Gott zu sein und zu leben geht nur durch Gottes Geist und durch die Kraft des Blutes Jesu. Und Petrus lebte so heilig, als er diese Zeilen schrieb, sonst hätte er sie nicht anderen schreiben dürfen, ohne sich zugleich selbst zu verdammen! Petrus wusste von Jesus ganz genau, dass ein Lehrer nur das lehren darf, was er selber umsetzt. Und das ist hier: Heilig im ganzen Lebenswandel leben – so heilig wie Gott, der uns dazu berufen hat.

1 Petr 1, 22 S
Nachdem ihr eure Seelen durch Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt zu ungeheuchelter Bruderliebe, so liebt einander nachhaltig und von Herzen.

Es bleibt unbenommen, dass Gott uns Gläubige mit der Bekehrung schon eine Grundreinigung und seine Liebe füreinander als Geschwister ins Herz gibt. Er ermöglicht, schafft in uns und lehrt uns, dass wir unsere Geschwister im Glauben lieben. Und doch geht „heilig im ganzen Wandel werden“ (1 Petr 1, 14-16) noch weit darüber hinaus. Das sehen wir hier:

1 Petr 2,1 N
Legt also alle Bosheit von euch ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdungen!

Dieser Vers sagt – oder sollte Gott es durch Petrus gesagt haben? -, dass wir ALLES Negative ablegen können, sagt Petrus! Alles, heißt alles. Weniger als alles ist zu wenig. Der Gedanke, dass wir nicht alles Böse ablegen können, ist pure Meuterei des Unglaubens. Der Glaube, dass Gott uns dazu fähig machen kann, alles Böse abzulegen, ist die Normalerwartung und himmlische Luft. Und wie das geschieht?

1) Durch die Heiligung des Geistes und

2) durch die Besprengung mit dem Blut Christi (1 Petr 1, 2).

Der Umstand, dass Christen erst noch ALLES ablegen müssen, zeigt darüber hinaus, dass wir mit der Bekehrung eben noch nicht so heilig und gereinigt sind, wie wir sein sollen und können. Das muss erst noch getan werden. Alles Unheilige abzulegen ist ein aktiver Prozess, der uns voll fordert und aktiv mit einbezieht. Und es ist ein Weg, bei dem wir schon in diesem Leben ankommen können. Sonst würden die Aufforderungen des Petrus keinen Sinn machen. Er müsste sonst formulieren, dass wir so viel wie möglich ablegen sollen oder einschränken, dass wir wirklich alles Unheilige erst im Tod ablegen können. Nein, es ist anders: Petrus bezieht sich auf dieses Leben, während wir noch leben. Hier können uns sollen wir ALLES Schlechte ablegen.

Doch unsere Theologie geht heutzutage so: Nach der Bekehrung werden wir nicht nur immer gehorsamer, sondern nur immer sensibler auf die Sünden und erkennen als Sünde, was wir vorher nicht erkannten. Und damit kommen wir bis ans Lebensende nicht ans Ende, weil wir den letzten Rest, oder eher die Wurzel oder Quelle alles Schlechten nicht zu fassen bekommen. Das ist wie mit der Verdünnung von Schwefelsäure: Nach vielen Verdünnungsgängen befindet sich zwar immer weniger Schwefelsäure in der Lösung, aber immer noch Reste davon. Letztlich kommt man auch nach vielen Verdünnungszyklen nicht ans Ende. Und ach und weh, wie viele Rückschritte sind in der Praxis des christlichen Lebens zu beklagen! Da sieht es gar nicht nach Verdünnung aus, sondern wie oft eher nach Säure oder Sünde pur!

Aber Petrus sagt uns: Holt die ganze Schwefelsäure raus. Alles ohne Ausnahme! Kippt das Gefäß aus und reinigt es ganz, dass nichts Schlechtes mehr übrigbleibt. Das ist auch seine Botschaft für uns heute.
Wie das zugehen mag?

1) Durch die Heiligung des Geistes und

2) durch die Besprengung mit dem Blut Christi (1 Petr 1, 2).

Ja, das IST ein göttliches Geheimnis. Und Gott wirkt es, wann und wie er will, doch nicht ohne unseren Gehorsam und Glauben an sein Wirken und die Reinigungskraft des Blutes Christi.

1 Petr 2, 9 N
Aber ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott selbst gehört.

Hier wird nun von unserer Stellung in Christus vor Gott gesprochen. Da sind wir heilig gemacht. Hier geht es um unser SEIN, nicht um unseren Wandel. Dies ist wichtig zu unterscheiden. Aber auch der dahinterstehende Anspruch ist groß: Entsprechend unserem Sein sollen wir leben. Und das heißt nach Petrus heilig leben.

1 Petr 2, 11-12 N
Deshalb ermahne ich euch. Gebt den Leidenschaften eurer eigenen Natur nicht nach, denn sie kämpft gegen euch. Euer Leben muss gerade unter Menschen, die Gott nicht kennen, einwandfrei sein.

Auch Petrus kennt den Kampf gegen die Sünde. Aber er rechnet mit Sieg. Und nur durch den Sieg der Heiligen gegen ihre sündige Natur wird der Name Gottes vor denen geehrt, die ihn noch nicht kennen. Gottes Anspruch an unser Leben ist, dass wir unser Leben einwandfrei vor der Welt führen.

1 Petr 2, 20-23 N
Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und kein unwahres Wort ist je über seine Lippen gekommen. Er wurde beleidigt und schimpfte nicht zurück, er litt und drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ seine Sache dem, der gerecht richtet.

Hier finden wir Christus als unser Beispiel, dem wir berufen sind zu folgen. Worin besteht das Beispiel Christi?

  • bereitwillig für Gutes leiden
  • nicht zurückschimpfen
  • keine Sünde begehen
  • kein unwahres Wort sprechen
  • Gott im Leiden unser Recht überlassen

Ich spüre förmlich, wie in jedem gesunden Leser erst Entsetzen und dann Zorn aufsteigt. Will dieser … wirklich behaupten, wir sollten und könnten wie Jesus leben, unser überragendes Vorbild, der in seiner Heiligkeit und seinem Charakter uns überstrahlt, wie die aufgehende höchste Sonne die tiefste Finsternis des tiefsten Ozeans? Richtig empfunden, genau darum geht es. Und zwar nicht mir, sondern Petrus, sondern Gott in seinem Wort an uns. Gott spricht zu uns durch Petrus:

1 Petr 2, 20-23 N
Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt.

Letztlich erwartet Gott durch Petrus hier, dass wir wie Jesus leben. Und das bedeutet – so sehr sich auch alles in uns dagegen sträubt und auflehnt.

  • Bereitwillig für Gutes leiden
  • Nicht zurückschimpfen
  • Keine Sünde begehen
  • Kein unwahres Wort sprechen
  • Gott im Leiden unser Recht überlassen

Wo aus dem biblischen Text willst du einen Anhaltspunkt hernehmen, dass das weniger ist, als was Petrus von den Gläubigen fordert und erwartet? Wieso willst du reflexhaft Jesus nur im Ertragen des Bösen nacheifern und nicht auch in seinem vollkommenen Leben? Christus hat uns seine Fußspuren zur Nachfolge hinterlassen sagt Petrus – und du willst nur in manche dieser Fußspuren treten? Woher leitest du das ab? Aus dem Bibeltext? Der schränkt die Nachfolge Christi in seinen Fußstapfen nicht ein – er befiehlt sie vielmehr. Aus deiner Erfahrung? Die zählt nicht. Aus anderen Stellen im Petrusbrief? Da gibt es keine Stelle, die das verunmöglicht. In Gegenteil: Alle anderen Aussagen des Petrus in seinem Brief passen dazu und unterstreichen diesen Anspruch des Petrus und Gottes an alle Gläubigen:

Alles Böse abzulegen und durch die Heiligung des Geistes und durch die Besprengung mit dem Blut von Jesus Christus zum Gehorsam Christi zu gelangen, um dann in jeglicher Hinsicht heilig zu leben, wie der, der uns berufen hat heilig ist.

Alle Puzzleteile passen ins Bild. Und dieses Bild malt uns Christen, wie wir wie Christus leben auf dieser Welt – und nicht mehr wir, sondern Christus.
Das ist das erreichbare Ziel und das wahre Geheimnis des christlichen Glaubens, das Gott wohlgefällig und den anderen Menschen ein echtes Zeugnis von der Gnade Gottes ist.

1 Petr 3, 16b N
Bewahrt euch ein reines Gewissen!

Mit unserer Bekehrung und Buße bekommen wir ein reines Gewissen. Das sollen wir bewahren. Das ist kein Selbstläufer, sondern fordert unseren völligen Einsatz. Und in diesem kurzen Satz wird wieder einmal das alles durchziehende Grundprinzip Gottes deutlich: Erst beschenkt er uns, dann erst brauchen, aber können und sollen wir auch etwas tun.

1 Petr 4, 1-2 N
Weil nun Christus als Mensch gelitten hat, solltet auch ihr dazu bereit sein. Denn wer körperlich leidet, hat von der Sünde gelassen. Der Rest eures Lebens wird dann nicht mehr von euren Leidenschaften bestimmt, sondern von dem, was Gott will.

Hier werden die zwei grundsätzlichen Wege aufgezeigt, die wir als Christen wählen können. Entweder lassen wir uns von unseren – natürlichen – Leidenschaften bestimmen, oder von dem was Gott will. Und es wird klar: Wenn wir wirklich von der Sünde befreit werden wollen, müssen wir leidensbereit sein. Wir müssen bereit sein, lieber zu leiden, als zu sündigen. Anders geht es nicht.

1 Petr 4, 8 N
Vor allem aber hört nicht auf, euch gegenseitig zu lieben, denn die Liebe deckt viele Sünden zu.

Wenn viele Sünden bedeckt werden können, ist also nach Petrus noch viel Sünde unter den Gläubigen. Zumindest rechnet Petrus damit. Ja, die Gemeinde ist auf dem Weg. Sonst würde ihnen Petrus nicht alle diese Ermunterungen und Ermahnungen geben. Die Liebe rechnet Sünden nicht an und auf. Dass es in der Gemeinde ohne Sünde nicht abgeht, damit rechnet Petrus. Es ist aber zu beachten, dass Petrus hier zu vielen Gläubigen spricht. Noch sind sie nicht dort, wohin er sie gerne mitnehmen möchte. Selbst wenn viele so heilig leben, wie der, der sie berufen hat heilig ist, selbst wenn ein Großteil der Gemeinde den Fußstapfen Jesu folgt und bereitwillig für Gutes leidet, nicht zurückschimpft, keine Sünde tut, nichts Falsches sagt, und Gott das Richten überlässt: Selbst dann macht diese Aufforderung des Petrus noch Sinn: Die Gemeinde als Ganze ist noch auf dem Weg. Und Petrus stellt an dieser Stelle kein unausweichliches Gesetz der Sünde auf. Sein Programm zur Überwindung der Sünde hat er ja schon in den ersten drei Kapiteln als Gegenmittel vorgestellt.

1 Petr 4, 17-19 N
Denn in der jetzigen Zeit nimmt das Gericht bei der Familie Gottes seinen Anfang. Wenn aber selbst wir gerichtet werden müssen, was wird dann erst die erwarten, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen wollten? Denn „wenn schon die Gerechten kaum auf Rettung hoffen dürfen, wo werden sich dann die Gottlosen und Sünder wiederfinden?“ Wer also nach dem Willen Gottes zu leiden hat, soll sich seinem treuen Schöpfer anbefehlen und nicht aufhören, Gutes zu tun.

Hier wird deutlich, dass mit Gott zu leben kein Spiel und Spaziergang ist, sondern dass es unseren ganzen Einsatz erfordert seinen Willen zu tun, leidensbereit zu sein und alle bewussten Sünden zu lassen, um vor Gott bestehen zu können. In den eindringlichen Worten des Petrus wird deutlich, wie abhängig wir von Gottes Gnade sind und dass es keine billige Gnade gibt. Selbst wenn wir wie Jesus leben, ist das nur durch die Heiligung des Geistes und durch die Besprengung mit dem Blut Christi und durch die Bewahrung Gottes durch Glauben möglich. Auch der heiligste Christ ist nichts aus sich selbst, sondern alles nur durch die Gnade Gottes.

1 Petr 5, 6 N
Demütigt euch deshalb unter Gottes mächtige Hand, dann wird er euch auch zur richtigen Zeit erhöhen.

Das ist sicherlich die Grundvoraussetzung alles Handelns Gottes an uns. Demut vor Gott ist in jedem geistlichen Stand die einzige Haltung, die bestehen kann. Wir können Gott letztlich nichts bringen und sind ganz auf seine Gnade angewiesen.

1 Petr 5, 8-11 N
Seid nüchtern und wachsam! Euer Todfeind, der Teufel, streicht wie ein brüllender Löwe herum und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann. Dem müsst ihr im Glauben widerstehen! Dabei sollt ihr wissen, dass eure Geschwister in der ganzen Welt die gleichen Leiden durchmachen. Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben. Er wird euch aufbauen, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen, auch, wenn ihr jetzt eine Weile leiden musstet. Ihm gehört die Macht in Zeit und Ewigkeit! Amen.

Wir können nur durch Glauben und Leidensbereitschaft widerstehen und bewahrt werden. Doch Petrus hat eine große Positiverwartung für uns: Gott selbst aber baut uns auf, stärkt, kräftigt uns und stellt uns auf festen Grund. Vertrauen wir Gott dafür?
Ihm gehört die Macht in Zeit und Ewigkeit! Amen.

 

Zusammenfassung 1. Petrusbrief

Der 1. Petrusbrief fordert uns wie kein anderer Brief auf, in unserem ganzen Lebenswandel heilig zu leben, so wie der uns berufen hat heilig ist. Wir sollen und können wie Jesus leben. Es bleibt kein Raum für Abmilderungen, keine Nische für Ausnahmen, keinen Grund Anderes zu lehren. Alles heißt alles und ganz heißt ganz. Diese hohe Berufung können wir aus eigener Kraft nicht erreichen, sondern nur durch den Heiligen Geist, der uns heiligt und durch das Blut Christi, das uns reinigt. Der Weg dorthin fordert uns heraus, leidensbereit zu sein, Gottes Willen zu tun und völlig auf die Gnade Gottes zu vertrauen. Wir werden aus Gottes Kraft durch Glauben bewahrt. Und selbst dann können wir Gott nichts Eigenes vorweisen, sondern alles, was vor Gott auch nur irgendwie gut und heilig ist in unserem Leben, kommt alleine von Gott selbst. Unter seine gewaltige Hand sollen wir uns in diesem Leben und auch bei seiner Wiederkunft demütigen. Das ist unsere einzige richtige Haltung vor ihm. Auf dem Weg dorthin ist es realistisch, in der Gemeinde mit Sünde zu rechnen. Und doch hat Gott für jeden einzelnen einen Weg freigemacht: Durch die Heiligung des Geistes und die Besprengung mit dem Blut Christi können wir auch zum Gehorsam Jesu Christi gelangen. Das wird uns alles abverlangen. Doch auf dem Weg überdeckt die Liebe viele Sünden. Und auch unsere Bewahrung zum endgültigen Heil geschieht nicht durch uns selbst, sondern durch Gottes Macht und durch Glauben.

 

Der 1. Petrusbrief geht für mich damit eindeutig pro völliger Heiligung in diesem Leben aus.

 

contra

1 Petr 1, 13 b E
Hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird bei der Offenbarung Jesu Christi.

1 Petr 4, 8 N
Vor allem aber hört nicht auf, euch gegenseitig zu lieben, denn die Liebe deckt viele Sünden zu.

1 Petr 4, 17-19 N
Wenn schon die Gerechten kaum auf Rettung hoffen dürfen, wo werden sich dann die Gottlosen und Sünder wiederfinden?

 

pro

1 Petr 1, 1-2 S
…auserwählt durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut von Jesus Christus zu gelangen.

1 Petr 2,1 N
Legt also alle Bosheit von euch ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdungen!

1 Petr 1, 15-16 S
Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben. «Ihr sollt heilig sein! Denn ich bin heilig.»

1 Petr 2, 20-23 N
Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und kein unwahres Wort ist je über seine Lippen gekommen. Er wurde beleidigt und schimpfte nicht zurück, er litt und drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ seine Sache dem, der gerecht richtet.

1 Petr 1, 5-7 E
Die ihr durch Gottes Macht durch Glauben bewahrt werdet.

 

Meine Beobachtungen