5. Mose (Deuteronomium)

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 1  Das Alte Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 5. Mose (Deuteronomium), epubli.de, 2021.

5. Mose (Deuteronomium)

Im fünften Buch Mose fasst Mose die bisherige Berufungsgeschichte Israels, Gottes Retterhandeln, den Bundesschluss und die Gesetzgebung zusammen. Er ruft dem Volk Jahwe, sein Handeln, sein Gesetz und seine Wunder und seine Verheißungen in Erinnerung. Und er verdeutlicht dem Volk, was wichtig ist, wenn es als Volk Gottes leben will. Mose schwört das Volk auf das ganze Halten des Gesetzes ein und Gott zu lieben. Nur so werden sie das verheißene Land in Besitz zu nehmen. Theoretisch in 11 Tagen, von Gott vorgesehen in 2 statt 40 Jahren, hätte das Volk das verheißene Land schon einnehmen können. Nicht der, der am längsten mit Gott geht, geht am besten. Sondern der, der am engsten mit ihm geht, ihm folgt und vertraut.

5 Mose 6, 4-6 N
Höre Israel: Jahwe ist unser Gott, Jahwe allein! Und du sollst Jahwe, deinen Gott, mit ganzem Herzen lieben, von ganzer Seele und ganzer Kraft. Und die Worte, die ich dir heute verkünde, sollen in deinem Herzen sein.

5 Mose 4, 23-24 N
Nehmt euch in Acht! Vergesst ja nicht den Bund, den Jahwe, euer Gott, mit euch geschlossen hat, dass ihr euch ein Gottesbild macht, das irgendetwas darstellt, was Jahwe, dein Gott,
dir verboten hat. Denn Jahwe, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott!

Und wieder wird uns das Wesen Gottes vor Augen gestellt: Feuer. Feuer, das den Dornstrauch nicht verzehrt, weil Gott ihn erwählt hat, Feuer, das das Brandopfer annimmt und verzehrt, wenn es in richtiger Weise dargebracht wird. Aber auch Feuer, dass seine Widersacher und jeden Rivalen verzehren wird. Denn Jahwe, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott!

Letztlich geht es darum, Gott von ganzem Herzen zu lieben. Wie geht das? Wiederholt wird gesagt, dass Gott das Volk aus Ägypten aus der Sklaverei befreit hat und dass Gott das Volk liebhat. Das hat Gott über die ganze Zeit durch den Auszug aus Ägypten und die ganze Wüstenwanderung über in jeder liebevollen Erziehung und Versorgung bewiesen. Die Liebe Israels zu Gott braucht nicht aus dem Nichts zu kommen – sie kann ganz natürlich daraus erwachsen, selber von Gott zuerst geliebt worden zu sein.

Wiederholt wird deutlich, dass es bei Gott keine halben Sachen und nicht „ein bisschen“ gibt. Nur wer Gott ganz und völlig liebt, liebt ihn überhaupt. Und auch wenn Israel Gott zurück liebt: Da bleibt kein Raum für Eigendünkel und Stolz: Gott liebt Israel nicht um dessen willen, was sie tun, sondern weil er sie erwählt hat – und aufgrund der Bundestreue Gottes ihren Vätern gegenüber. Und er gibt ihnen das verheißene Land nicht aufgrund ihrer Werke oder Gerechtigkeit willen – sondern nur deswegen, weil die vorigen Völker im verheißenen Land böse waren und handelten. Bei Gott gibt es keinen Raum für Stolz!

Wieder geht es um das ganze Gesetz und um keine halben Sachen. Gott erklärt als guter Pädagoge sein Handeln in der Vergangenheit, wo er Israel formte und zubereitete und wo er sie lehrte, auf die Worte Jahwes zu vertrauen.

Und Jahwe warnt Israel: Wenn Israel sich nicht durch Gottes Hilfe anders verhält als die Völker vor ihnen im verheißenen Land, werden sie das gleiche Schicksal wie die Völker erleiden und von Gott gerichtet werden.

Mose erinnert das Volk daran, dass das menschliche Abwägen, ob ein Sieg möglich ist, kein Maßstab bei Gott ist. Gott und seine Anwesenheit, Gottes verzehrendes Feuer – diesmal seinen Feinden gegenüber – machen den Unterschied – und bringen leichten Sieg über sonst übermächtige Feinde.

5 Mose 13, 18 N
Von dem Gebannten darf nicht das Geringste in deiner Hand hängen bleiben, damit Jahwe von seinem glühenden Zorn ablässt und dir Barmherzigkeit schenkt; dass er sich über dich erbarmt und dich zahlreich macht, wie er es deinen Vorfahren geschworen hat.

Allerdings darf Israel nichts von dem nehmen, was gebannt, also böse ist und auch nicht von dem, was Jahwe gehört.
Das zeigt und eindrücklich, dass wir mit keiner bösen Sache Kompromisse eingehen dürfen. Und Gott allein kommt alle Ehre zu, wenn sein Volk durch seine Gnade Siege erringt.

5 Mose 10, 12-17 N
Und nun, Israel, was fordert Jahwe, dein Gott, von dir? Es ist nur, dass du Ehrfurcht vor ihm hast und auf seinen Wegen gehst, dass du ihn liebst und ihm mit Herz und Seele dienst und dass du nach seinen Geboten und Vorschriften lebst, was dir ja selbst zugutekommt. Schau doch! Jahwe, deinem Gott, gehört der Himmel und das ganze Universum, die Erde und alles, was darauf ist! Doch nur deinen Vorfahren hat er sich zugewandt und sie so geliebt, dass er euch, ihre Nachkommen, aus allen Völkern auswählte, wie es heute der Fall ist. Deshalb sollt ihr eure Herzen beschneiden und nicht mehr so stur sein, denn Jahwe, euer Gott, ist der Gott aller Götter und der Herr aller Herren.

Nach einer erneuten Aufforderung, Gott von ganzem Herzen zu lieben erfahren wir, woran es Israel bis jetzt noch fehlte: Das Volk muss sein Herz beschneiden, um nicht mehr so stur zu sein. Was heißt das? Die Vorhaut am Glied des Mannes ist sein empfindlichster Körperteil – und sie wird entfernt, muss geopfert werden, um äußerlich zum Volk Gottes dazuzugehören. Um Gott ganz lieben zu können muss Israel das, was es am meisten liebt Gott opfern, um Gott ganz lieben zu können. Es muss wie sein Vater Abraham seinen liebsten Sohn Isaak auf den Altar legen. Und an dieser Stelle ist das eine Handlung, die Israel selber an sich vollziehen muss. Nur so kann es Jahwe seinen Gott von ganzem Herzen lieben, Jahwe, den Gott aller Götter und den Herrn aller Herren.

Dann ruft Mose ruft dem Volk den Bundesschluss am Horeb in Erinnerung. Er ist zeitlos für das ganze Volk gültig, über alle Generationen. Jahwe ist Israels Gott und Israel ist Jahwes Volk. Gott will durch Israel vor den Völkern geehrt werden und Israel soll Gottes Lob, Ruhm und Zierde vor allen Völkern sein. Gott will, dass das Volk sich ihm ganz weiht. Und wir denken unwillkürlich an die Ordnungen des Nasiräers.

Aber auch kurz vor der Landnahme im Land Moab hat Gott einen besonderen Bund mit dem Volk Israel geschlossen: Segen, wenn Israel alles tut, was Gott fordert. Und Fluch, wenn Israel nicht alles tut, was im Gesetz steht.

Immer wieder betont Gott durch Mose, dass es nur zwei Wege für Israel gibt, und keinen Graubereich. Das ist immer und immer wieder die Botschaft Gottes an sein Volk.

5 Mose 29, 2-4 S
Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der HERR in Ägyptenland vor euren Augen dem Pharao und allen seinen Knechten und seinem ganzen Lande getan hat, die großen Beweise, welche deine Augen gesehen haben, diese Zeichen und großen Wunder. Und der HERR hat euch bis auf den heutigen Tag noch kein verständiges Herz gegeben, Augen, welche sehen, und Ohren, die da hören.

Obwohl das Volk Gottes alle Wunder Gottes mit eigenen Augen gesehen hat, muss erst Gott selbst ihnen auch die inneren Augen und Ohren öffnen, damit sie wirklich verstehen, sehen und hören zu können.

Mose macht uns mit seinem Leben vor, wie man Gott erkennen kann: Er setzte sofort um, was er von Gott lernte und setzte seine Erkenntnis Gottes sofort zum Wohl anderer und für das Volk Gottes ein.

5 Mose 30, 5-6 S+F
Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deines Samens beschneiden, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du leben mögest.

Wie traurig und wie schön zugleich: Da anscheinend die Israeliten ihr Herz nicht selber beschneiden, wird Gott es für sie tun. Das wird aber erst nach der Besitznahme des Landes geschehen, wenn das Volk durch seine Untreue aus dem Land vertrieben wurde und im Exil zu echter Buße und Umkehr findet. Dann wird Israel sowohl selber aktiv sein Herz beschneiden als auch Gott ihr Herz beschneiden, und sie werden im Bund und im Gesetz Gottes leben.

Wir lernen: Wir sollen und müssen unser Herz beschneiden. Doch ohne die Beschneidung des Herzens durch Gott selbst ist es nicht möglich, Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu lieben. Gott muss das Entscheidende tun – und darauf werden wir erst durch unseren eigenen Schiffbruch, Buße und Umkehr vorbereitet.

5 Mose 30, 11-14 S
Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu wunderbar und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und verkündigen, dass wir es tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will uns über das Meer fahren und es uns holen und verkündigen, dass wir es tun? Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tun kannst.

Es gibt eine geistliche Dimension des Glaubens und Aussprechens und Bekennens, die es Israel möglich macht, das Wort Gottes jetzt zu tun.

Aber das Volk Gottes als Ganzes ist halsstarrig. Das weiß Gott. Doch haben immer wieder Einzelne im Volke Gottes den richtigen Glauben und Zugang zum Wort Gottes und setzen es in die Tat um.

Gott weiß alle Dinge schon im Voraus und ergreift deswegen präventive Maßnahmen: Er lehrt sein Volk durch Mose ein Lied. Dieses Lied wird Israel an Gott und an sein Handeln erinnern. Das wird ihnen als Zeugnis ihrer künftigen Untreue dienen. Aber das soll und braucht niemand zu hindern, Jahwe doch jetzt schon nachzufolgen, so gut er/sie es kann. Denn wir wissen nicht, was Gott weiß. Wir wissen nur, dass wir ihn lieben sollen und wollen.

Zum Abschluss des 5. Buches Mose wird deutlich, dass das Gesetz Gottes sein Wesen trägt und seinem heiligen Feuer entspringt. Die Geheiligten sind die, die demütig auf Gottes Gesetz und Worte achten. Und wenn die Führer und das ganze Volk Gottes das Gesetz tun, wird Gott wirklich König in Israel sein. Und nur, wenn Jahwe wirklich König ist, gibt er Israel Sieg vor seinen Feinden.

Und Mose stirbt und wird von Gott an einem geheimen Ort begraben.

 

Segensspuren

  • Nicht der, der am längsten mit Gott geht, geht am besten. Sondern der, der am engsten mit ihm geht, ihm folgt und ihm vertraut.
  • Jahwe, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott.
  • Israel kann und soll Jahwe lieben, weil er Israel zuerst geliebt und es aus der Sklaverei in Ägypten erlöst hat. Auch hat er in der Wüste Israel liebevoll geführt, versorgt und erzogen.
  • Nur wer Gott ganz und völlig liebt, liebt ihn überhaupt.
  • Gott liebt sein Volk nicht um dessen willen, was sie tun, sondern weil er sie erwählt hat.
  • Bei Gott gibt es keinen Raum für Stolz auf eigene Taten.
  • Gott erzieht sein Volk und handelt so an ihm, dass es Gott vertrauen lernen kann. Wenn es Gott vertraut, lebt es.
  • Nicht menschliche Kraft, Gott alleine bringt den Sieg.
  • Gott alleine gebührt alle Ehre.
  • Nichts was Gott gehört oder was böse ist darf das Volk Gottes für sich nehmen. Sonst geht Gott nicht mehr in ihrer Mitte.
  • Israel soll selbst sein Herz beschneiden, um Gott dienen zu können, also den empfindlichsten Teil seiner Persönlichkeit Gott opfern.
  • Jahwe will durch den Lebenswandel seines erwählten Bundesvolkes vor allen Völkern geehrt werden.
  • Für Israel gibt es nur den Segen, wenn sie Gottes Wort ganz tun oder den Fluch, wenn sie das Gesetz Gottes nicht oder nicht ganz tun. Dazwischen gibt es nichts, keinen einzigen Graubereich.
  • Gott weiß: Israel kann sein Gesetz noch nicht wirklich tun. Obwohl das Volk Gottes alle Wunder Gottes mit eigenen Augen gesehen hat, muss Gott ihnen erst ein verständiges Herz gegeben, Augen, die sehen und Ohren, die hören.
  • Mose macht uns mit seinem Leben vor, wie man Gott erkennen kann: Er setzt sofort um, was er von Gott lernt und bringt seine Erkenntnis Gottes sofort zum Wohl anderer und für das Volk Gottes ein.
  • Erst das Exil nach der Landnahme wird Israel zu wahrer Umkehr führen. Dann werden sie selbst und Gott ihr Herz beschneiden. Danach werden sie in Gottes Gesetz leben.
  • Gott muss das Entscheidende tun. Und darauf werden wir erst durch unseren eigenen Schiffbruch, Buße und Umkehr vorbereitet.
  • Gott weiß: Sein Volk ist halsstarrig. Und doch haben immer wieder Einzelne im Volke Gottes den richtigen Glauben und Zugang zum Wort Gottes und setzen es in die Tat um.
  • Das Gesetz Gottes trägt sein Wesen und entspringt seinem heiligen Feuer. Die Geheiligten sind die, die demütig auf Gottes Gesetz und seine Worte achten. Und wenn die Leiter und das ganze Volk Gottes das Gesetz Gottes tun, wird Jahwe wirklich König in Israel sein. Und nur, wenn Jahwe wirklich König ist, gibt er Israel Sieg vor seinen Feinden.

 

Meine Beobachtungen