4. Mose (Numeri)

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 1  Das Alte Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 4. Mose (Numeri), epubli.de, 2021.

4. Mose (Numeri)

Im 4. Buch Mose (Numeri) sehen wir viele Anordnungen und Geschehnisse, die uns wichtige Prinzipien Gottes vor Augen stellen.

Der Stamm der Leviten wurde von Gott besonders ausgewählt, um ihm zu nahen. Die Leviten alleine durften sich direkt um die Stiftshütte herum lagern. Nur sie durften die Bundeslage und die Stiftshütte mit allen ihren Gegenständen tragen. Die Leviten hatten auch über die korrekte Bewahrung des (Bundes-) Wortes Gottes zu wachen. Das macht die Bezeichnung „Wohnung des Bundesgesetzes“ deutlich. Daraus lernen wir, wie wichtig diejenigen im Volke Gottes für das ganze Volk sind, die Gottes Wort weitergeben und – anders geht es nicht – auch richtig vorleben. Von ihnen hängt das Wohl des ganzen Volkes ab, sie tragen große Verantwortung für die heile Gottesbeziehung des ganzen Gottesvolkes.

Verunreinigte Israeliten mussten außerhalb des Lagers geschickt werden, um sich zu reinigen. Danach erst durften sie wieder ins Lager zurückkommen. Damals wurde diese „Gemeindezucht“ streng eingehalten und es waren Opfer und Reinigung nötig, um wieder ins Lager zurückkommen zu können.

Das mögliche Gelübde eines Nasiräers mit seinen Bestimmungen wirft auch ein helles Licht auf die tiefen Dinge Gottes. Ein/e Israelit/in konnte sich für eine Zeitlang aus freien Stücken Gott ganz weihen. Der Verzicht auf Wein, Bier und Rebstockprodukte zeigt an, dass sich hier jemand bewusst aller weltlichen Freuden enthält. Die in dieser Zeit frei wachsenden Haare zeigen (nach einem Vergleich mit den Propheten) Gottes ununterbrochenen Segen und die Abwesenheit von Gericht (Schnitt) auf. Die Nasiräerweihe durfte nicht durch irgendeine Verunreinigung unterbrochen werden. Wurde sie es doch, war ein Schuld-, Sünd- und Brandopfer zur Vergebung und Wiederherstellung notwendig. Warum genau diese drei? Das Schuldopfer für die konkrete Schuld der Verunreinigung, das Sündopfer für die Sünde im Allgemeinen und ihr Prinzip, und das Brandopfer als Zeichen der brennenden und dauerhaften Hingabe an Gott. Und das ist genau das, was für ein heiliges Leben notwendig ist. Bezeichnend ist, dass bei erfolgreicher Beendigung der Nasiräerzeit Gott praktisch alle Opfer abschließend dargebracht werden, die es damals gab und dass sie als „Gabe“ bezeichnet werden. Das kann der Nasiräer Gott also am Ende bringen. Es ist nur kein Schuldopfer dabei, denn er ist in seiner Nasiräerzeit nicht (bewusst) schuldig vor Gott geworden! Trotzdem braucht er das Sündopfer für seine unbewussten Sünden. Aber er bringt Gott auch ein Speisopfer von ungesäuertem Teig, also ein reines Leben mit reiner Lehre ohne Heuchelei – vermengt mit Öl – er war mit dem Heiligen Geist erfüllt. Das Trankopfer zeigt, dass er bereit war, sein Leben für Gott in den Tod zu geben und auszuschütten und das Freudenopfer, welche Gemeinschaft und Freude er jetzt mit Gott über dem allem hat. Und dass die Haare jetzt abgeschnitten werden zeigt, dass er im Gericht bestehen kann und dass die Haare verbrannt im Freudenopfer aufgehen, wie der Lohn seiner Mühe und der gottgeschenkten guten Entwicklung in seinem Leben in Freude aufgeht. Dieses Bild des Nasiräers passt auch auf Israel als Ganzes, wenn es später in der Weltgeschichte Gott wirklich ganz geweiht sein wird.

4 Mose 7, 89 N
Wenn Mose in das Zelt der Gottesbegegnung hineinging, um mit Gott zu reden, hörte er dessen Stimme von der Deckplatte herab zu ihm sprechen, die auf der Bundeslade lag, zwischen den beiden Cherubim hervor.

Hier wird noch einmal deutlich, wo die Gegenwart Gottes genau lokalisiert ist. IM Allerheiligsten, OBERHALB der Bundeslade, UNTERHALB der darüber ausgestreckten Cherubim und OBERHALB der DECKPLATTE der Bundeslade. Die Deckplatte wird in anderen Übersetzungen auch „Gnadenthron“ genannt. Gott spricht von seinem Gnadenthron aus, von ÜBERHALB der Bundeslade in der das Gesetz Gottes, der grünende Stab Aarons und der Krug mit dem unverderblichen Manna sind. Damit wird klar, wofür die Bundeslade steht – spätestens, wenn wir die Verse der Propheten hinzuziehen, in denen Gott verheißt, sein Gesetz in das Herz der Israeliten zu legen (Hesekiel 34). Die Bundeslade ist das menschliche Herz, in das Gott sein Gesetz gegeben hat, dessen Träger immerzu Frucht bringt und der bleibend am Himmelsbrot Anteil hat. Das ist ein heiliges Herz, das in Gottes Geboten und Worten lebt und über dem der HERR in seiner Gnade thront.

Wenn also die Bundeslade an anderen Stellen in der Bibel mit der Gegenwart Gottes gleichgesetzt wird, ist das nicht die volle Wahrheit. Gott thront (nur) da und ist nur da gegenwärtig, wo er Herr über ein Herz ist, in das er sein Gesetz gelegt hat. Ein unreines Volk Israel fernab vom Halten des Gesetzes Gottes kann von der Bundeslade nicht die Gegenwart Gottes und Sieg über seine Feinde erhoffen und erwarten.

4 Mose 9, 18 N
Nach dem Befehl Jahwes brachen die Israeliten auf und nach seinem Befehl schlugen sie ihr Lager auf. Sie blieben immer so lange, wie die Wolke auf dem Zelt ruhte.

Gott führt die Israeliten ihre ganze Wüstenwanderung lang. Die Wolkensäule symbolisiert seine Gegenwart im Heiligen Geist. So will uns auch Gott unser Leben lang führen.

Für Gott und Israel ist der Zeitpunkt gekommen, das verheißene Land einzunehmen. Da bewegt das Volk Mose dazu, 12 Kundschafter auszusenden, um das Land zu erkunden. Sie kommen reich beladen mit riesigen Früchten zurück. Doch von den 12 Kundschaftern gaben lediglich zwei einen positiven Bericht: Josua und Kaleb. Die anderen 10 hatten die Überzeugung gewonnen, dass sie die Bewohner des Landes nicht vertreiben konnten. Sie wären zu groß, zu stark, und lebten zu befestigt. Josua und Kaleb taten ihr Bestes, das Volk vom Gegenteil zu überzeugen. Der Schutz der Bewohner des Landes sei von ihnen gewichen und mit der Hilfe Jahwes konnten sie die Bewohner des Landes vertreiben und das Land einnehmen. Doch der Unglaube der 10 Kundschafter griff auf das ganze Volk über und verdarb es. Sie hörten auf die 10, weinten und rebellierten gegen Gott und verwünschten sich selbst: O wären wir doch lieber in der Wüste gestorben, als durch die Hand dieser überstarken Feinde.

Gott wird zornig über die ungläubigen Kundschafter – sie sterben. Und auch das ungläubige Volk will Jahwe vernichten und aus Mose ein großes Volk machen. Aber Mose hält Gott seine Ehre vor: Dann würden die Feinde Gottes spotten, dass er sie nicht in das verheißene Land bringen konnte. Und Mose erwirkt bei Gott wiederum Vergebung für das Volk

Doch trotz der empfangenen Vergebung kostete ihr Unglaube das Volk weitere 38 Jahre Wüstenwanderung. Gott tut genau, was das Volk selbst gesagt hat. Sie werden in der Wüste sterben. Insgesamt 40 Jahre werden sie jetzt in der Wüste wandern müssen bis zum Aussterben der ganzen ungläubigen Generation, die 20 Jahre und älter ist. Erst mit der aufwachsenden und nach ihnen kommenden Generation will Gott seine Verheißung der Einnahme des verheißenen Landes wahrmachen. Wie bitter! Was Israel und wohl auch wir in 2 Jahren nicht lernen, dafür brauchen wir voraussichtlich 40 Jahre, wenn wir es überhaupt je lernen!

Mose erwirkt zwar Gottes Vergebung für das Volk, doch sehen wir, das Vergebung nicht unbedingt bedeutet, dass Fehlverhalten ohne Konsequenzen bleibt bei Gott – bitterste Konsequenzen in diesem Fall.

Glaube an Gottes Möglichkeiten – auf der Grundlage der schon vorher erlebten Wunder und Offenbarungen Gottes – wäre für alle Kundschafter keine Unmöglichkeit gewesen. Leider wird an dieser Stelle wieder einmal deutlich, dass bei Gott zwar alle Dinge möglich sind, aber nur bei denen, die ihm glauben und ihn beim Wort nehmen. Und wieder wird deutlich, dass einige wenige einen großen Einfluss auf das Volk Gottes haben und damit sehr große Verantwortung tragen.

Die positive Lektion, die Israel hätte lernen können, können wir so formulieren:
MIT Gott im Lager und im Reinen kann das Volk Gottes erreichen, was menschlich gesehen unmöglich erscheint. Im verheißenen Land ist keine Mauer ist zu hoch, keine Stadt zu befestigt, kein Riese zu groß, kein Widersacher zu stark, keine Waffe des Feindes zu unüberwindbar. Mit Gott an seiner Seite KANN Israel das gute Land einnehmen, das Land, in dem Milch und Honig fließen, dass Gott mit Regen und Segen vom Himmel tränkt, und wo die Früchte und Trauben so groß sind, dass sie kaum getragen werden können.

Im Gesetz des Moses ist ursprünglich nur Sühne durch Opfer für Sünden aus Versehen vorgesehen. Für absichtliche Sünde gibt es offiziell kein Opfer und keine Vergebung. Und doch sehen wir, dass Gott durch die Fürbitte des Mose auch die schlimmsten Sünden des Volkes vergibt – doch nicht ohne Mose zu sagen, dass er diejenigen aus seinem Buch austilgen wird, das er geschrieben hat, die gegen ihn so schwer gesündigt haben (2 Mose 32, 30ff). Das lässt uns erschaudern in (Ehr-) Furcht vor Gott. Wir lernen schon hier im 4. Buch Mose tiefen Respekt vor der Heiligkeit Gottes, mit der niemand spaßen oder spielen darf.

Neben bewusster willentlicher Sünde gibt es auch Verführung – nicht weniger gefährlich. Dem können die Israeliten nur begegnen, wenn Sie daran denken, dass Gott sie aus Ägypten erlöst hat. Und sie sollen sich seine Gebote immer wieder vor Augen führen.

Leider kommt es bald bei einer Gruppe um Korach, Datam und Abiram zum Murren gegen die Leiter des Volkes, Mose und Aaron. Sie murren darüber, dass Mose und Aaron sie nicht ins verheißene Land gebracht haben. Und jetzt wollen sie auch noch über Israel herrschen. Das ganze Volk Gottes sei heilig und Gott gleich nah, sagen sie. Das sieht Gott anders und richtet die Aufständischen: Die Erde verschlingt sie. Und Gott macht klar, dass er Aaron erwählt hat, ihm als Priester ganz zu nahen: Sein Stab alleine von allen Stäben der Obersten Israels bringt Früchte im Heiligtum in der Gegenwart Gottes. Das ist sein Ausweis: An seinen Früchten werdet ihr ihn erkennen.

Auch wenn sich das ganze Volk heiligen und heilig sein soll, so macht Gott doch einen Unterschied zwischen heilig und hochheilig und wer ihm uneingeschränkt nahen darf. Das sind die, die er erwählt hat und denen diese Gnade in besonderer Weise gegeben ist. Im Falle Israels ist es das Geschlecht Levi mit Aaron dem Hohepriester.

4 Mose 18,20 N
Und der HERR sprach zu Aaron: Du sollst in ihrem Lande kein Erbteil besitzen, auch keinen Anteil unter ihnen haben; denn ich bin dein Anteil und dein Erbteil inmitten der Israeliten.

Für Aaron ist Gott sein Erbteil – später auch für den ganzen Stamm Levi, sie bekommen keinen anderen Erbbesitz. Aber mit Gott bekommen sie alles und unvergleichlich viel mehr und volles Genüge in jeder Hinsicht.

4 Mose 19, 20 N
Wenn aber jemand unrein wird und sich nicht entsündigt, ein solcher Mensch muss von der Gemeinschaft beseitigt werden, denn er hat das Heiligtum Jahwes unrein gemacht.

Wer in Sünde lebt und nicht umkehrt und sich reinigt, verdirbt nicht nur das Volk Gottes und schadet dem Heiligtum. Er wird vom Volk Gottes ausgeschlossen.

Und wieder hat das Volk kein Wasser, es dürstet und murrt. Mose und Aaron rufen zu Gott um Hilfe. Der weist sie an, zum Felsen zu sprechen. Aufgebracht vom erneuten Murren des Volkes überschreiten Mose – und mit ihm anscheinend auch Aaron – den Befehl Gottes. Mose schlägt den Felsen zwei Mal mit seinem Stab, anstatt mit ihm zu reden. Da kommt trotzdem viel Wasser heraus. Doch Gott wird zornig auf Mose und Aaron. Sie haben ihn nicht vor den Augen des Volkes geheiligt. Dafür dürfen sie nicht in das verheißene Land kommen. Bitteres Geschehen, bittere Folgen! Der Felsen – Christus – war schon einmal geschlagen worden. Unser Fels ist Christus sagt das Neue Testament – und der musste nur einmal geopfert werden. Danach hört er auf unsere Gebete.

Auch hier wären Glaube und Vertrauen auf das, was Gott gesagt hat notwendig gewesen. Wollte Mose in seiner Erbitterung lieber auf eine schon bewährte Methode zurückgreifen? Mit seinem eigenen Stab tat er in Ägypten viele Wunder im Auftrag Gottes, teilte er auf Gottes Befehl hin das Rote Meer und schlug den Felsen das erste Mal, so das viel Wasser herauskam. Jetzt aber sollte er Aarons Stab nehmen, der Früchte getragen hatte – und ganz anders vorgehen: Auf bloßes Reden zum Felsen hin wollte Gott das Wunder bewirken.

Aus den Psalmen lernen wir, dass das Volk mit seinem Murren den Geist Moses erbittert hatte, und ihm unbedachte Worte entfuhren. Wie verständlich! Der sonst demütigste Mensch auf Erden, der immerzu Gott die Ehre gab, gibt sich hier selbst und Aaron die Ehre: „Können wir euch wohl Wasser aus diesem Felsen hervorbringen…?“ Und Aaron hinderte und tadelte ihn nicht. So wurde Gottes Name nicht geheiligt, sondern entheiligt. Bloßes Reden zum Felsen hätte Gott geehrt.

Was können wir daraus lernen? Die Todsünde, die jeden Gläubigen sein verheißenes Land kostet, ist sich selber und nicht Gott die Ehre für irgendetwas zu geben. Und all unsere Not wird nur durch Reden – Beten zum Felsen Jahwe hin gestillt werden können, nicht durch eigenes Vermögen.

Und wieder murrt das Volk. Da sendet Gott feurige giftige Schlangen unter sie. Mose schreit zu Gott. Der weist ihn an, eine eherne Schlange aufzurichten. Wer sie nach einem Schlangenbiss ansieht, stirbt nicht. Das Vertrauen darauf, dass die Sünde gerichtet ist – die erhöhte Schlange – rettet vor den Folgen des Bisses der Sünde – und zwar die, die daran glauben und es durch ihre Haltung zum Ausdruck bringen.

In Israel selbst geschehen weiter ständig Murren, Sünde, Unglaube und Gericht. Und Gott rechtet mit seinem Volk und erzieht es. Doch von außen macht Israel den Feinden, die sie umgeben, Angst. Der Moabiter König Balak holt den Propheten Bileam, um Israel zu verfluchen. Doch Bileam sieht nur die äußere Schönheit und Stärke Israels, keines von den inneren Problemen. Und er sagt auch, dass Gott kein Unrecht in Israel sieht. Welch ein schönes Bild ist das auf die Rechtfertigung. Gott sieht uns trotz unserer Sünde für unschuldig an, auch wenn er ständig Mühe mit uns hat und uns auch richten muss. Am Ende muss Bileam Israel zum Verdruss Balaks segnen. Da Bileam aber ungerechten Gewinn liebt, rät er Balak, die Israeliten durch die moabitischen Frauen zur Unzucht zu verführen und sie so schwach und unbrauchbar für Gott zu machen. Das gelingt leider und wieder bricht eine Plage aufgrund des Zornes Gottes unter dem Volk aus. Doch Pinhas ersticht ein mitten im Lager das Unzucht treibendes Paar von hohem Rang. Da wird der Plage gewehrt.

Wer für Gott eifert, und Sünde aus dem Lager schafft, den ehrt Gott. Aus der Beseitigung der Sünde kommt neuer Friede mit Gott – nur so.

4 Mose 33, 50-53 – 55-56 N
Jahwe befahl Mose, den Israeliten zu sagen: „Wenn ihr über den Jordan in das Land Kanaan zieht, müsst ihr alle seine Bewohner vertreiben, alle ihre Götzenbilder und Bildwerke vernichten und ihre Höhenheiligtümer zerstören. Nehmt das Land in Besitz und lasst euch dort nieder, denn ich habe es euch als Eigentum gegeben. … Wenn ihr die Einwohner des Landes aber nicht vor euch her vertreibt, dann werden die, die ihr von ihnen übriglasst, zu Splittern in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten. Sie werden euch in dem Land, in dem ihr wohnt, bedrängen. Dann werde ich mit euch machen, was ich mit ihnen machen wollte.“

Hier zeigt Gott ein überaus wichtiges Prinzip auf: So wichtig ist Ganzheit ohne Halbheit. Alles oder Nichts. Gott oder die Götzen. Wenn die Israeliten die Völker vor ihnen und ihre Götzen noch im verheißenen Land lassen, wird Gott sie wieder aus dem Land vertreiben und mit ihnen tun, was er mit den Bewohnern des Landes tun wollte. Dann gibt es kein Land und letztlich für Israel keinen Gott, der für sie ist. Gott ist ein eifersüchtiger Gott, weder Israel noch wir können uns erlauben, ihm weniger als 100 % zu dienen. Die gute Botschaft ist: Was Gott befohlen hat, ist auch möglich!

In der Wüstenzeit hat Israel mit Gottes Hilfe einige Völker diesseits des Jordans besiegt. Nun stehen sie kurz vor der Einnahme des verheißenen Landes jenseits des Jordans. Da kommen die Stämme Gad, den Ruben und der halbe Stamm Manasse zu Mose. Das bereits eingenommene Gebiet ist gutes Weideland und sie haben viel Vieh. Sie wollen lieber dieses Land als Erbteil haben. Mose hat große Bedenken: Wenn sie nicht mit den anderen Israeliten in den Kampf über den Jordan ziehen, werden sie das ganze Volk entmutigen und davon abbringen, es einzunehmen. Doch die Stämme Gad, den Ruben und der halbe Stamm Manasse erklären sich bereit, mit ihren Brüdern über den Jordan in den Kampf zu ziehen, bis auch die übrigen Stämme ihr Erbteil eingenommen haben. Da gewährt ihnen Mose unter dieser Bedingung die Gebiete diesseits des Jordans als Erbteil in Besitz zu nehmen.

Daraus lernen wir, dass jeder mit dem ganzen Volk Gottes für alle Verheißungen Gottes kämpfen muss und sich nicht mit weniger zufriedengeben darf.

Am Ende stirbt Aaron und wird von Gott bestattet.

 

 

 

Segensspuren

  • Wie wichtig sind diejenigen im Volke Gottes, die Gottes Wort vorleben und weitergeben. Von ihnen hängt das Wohl des ganzen Volkes ab. Sie tragen große Verantwortung für die heile Gottesbeziehung des ganzen Gottesvolkes.
  • Nur durch die von Gott eingesetzte Gemeindezucht kann die für die Gegenwart Gottes im Lager notwendige Reinheit aufrechterhalten werden.
  • Das Bild des Nasiräers zeigt uns Gottes Idealvorstellung eines Gläubigen: Er stellt alles andere hinter Gott zurück, der seine alleinige große Freude ist. Er lebt rein und hingegeben in allen Dingen. Verunreinigt er sich, reinigt er sich und setzt seinen Weg fort. Am Ende kann er vor und mit Gott feiern.
  • Gott wohnt da, wo sein Gesetz ist und wo es befolgt wird, das ist die Bundeslade, ein Bild für das Herz eines gereinigten Gläubigen. Und wo Gott wohnt, kann das Volkes Gottes Sieg über seine Feinde erwarten.
  • Gott führt und leitet uns durch seinen Heiligen Geist und durch sein Wort.
  • Wenige haben oft große Verantwortung für das Wohl des ganzen Volkes Gottes. Das wird an den 10 ungläubigen Kundschaftern im verheißenen Land deutlich. Sie bringen das Volk vom Glauben ab, das Land einnehmen zu können. Sie und das Volk hatten Gottes Macht, Güte, Versorgen und seine Treue schon so oft erleben dürfen. Und doch glauben sie ihm nicht.
  • Nur wenige im Volk Gottes haben den Glauben, der Gott gefällt, so wie Josua und Kaleb. Nach ihrer Auskundschaftung Kanaans waren sie davon überzeugt, dass Gott ihnen das gute Land geben konnte. Doch wer hört auf sie?
  • Was Israel und wohl auch wir in 2 Jahren nicht lernen, dafür brauchen wir voraussichtlich 40 Jahre, wenn wir es überhaupt je lernen!
  • Gott handelt mit seinem Volk auch noch in seinem Gericht gnädig – durch die Fürbitte des Mose und um der Ehre seines Namens willen und vergilt seinem Volk nicht wirklich, was es verdient hat. Allerdings muss das Volk Gottes, müssen wir die Folgen unseres Unglaubens tragen. Unglaube kostet einen das Land der Verheißung, Kanaan – den Ort, wo Milch und Honig fließen, wo Gott regiert und wo er Sieg über alle Feinde schenkt.
  • Alles was wir mit Gott erleben dürfen ist ein Grund zum Danken, lässt uns aber auch ein Stückweit Verantwortung auf, Gott auch künftig zu vertrauen. Vergessen und Verdrängen der Güte Gottes raubt den größeren Segen, den Gott noch geben will.
  • Als Gläubige können und dürfen wir nie was Gott uns (zu)sagt nur nach unseren rein menschlichen Möglichkeiten beurteilen. Gott ist allmächtig und steht zu seinen Zusagen. Kein Feind ist zu mächtig, keine Mauer zu hoch, kein Riese zu groß, keine Festung zu befestigt. Alle müssen und werden vor Gott fallen, wenn das Volk Gottes Gott und seinen Worten glaubt.
  • MIT Gott im Lager und im Reinen kann das Volk Gottes sonst Unmögliches erreichen – und vor allem das Land, wo Milch und Honig fließen und wo die Früchte und Trauben so groß sind, dass sie kaum getragen werden können.
  • Gott hat ein Buch geschrieben mit dem ganzen Volk Gottes darin. Es ist tatsächlich möglich, aus diesem Buch getilgt zu werden. Wir lernen schon hier im 4. Buch Mose tiefen Respekt vor der Heiligkeit Gottes, mit der niemand spaßen oder spielen darf.
  • Gegen Verführung helfen nur Dankbarkeit für Gottes Erlösung und das Gesetz Gottes ständig vor Augen.
  • Das ganze Volk Gottes ist heilig – und doch dürfen sich Gott nur in besonderen Weise nahen, die Gott dazu berufen und besonders dazu ausgerüstet hat.
  • Murren gegen Gott und seine eingesetzte Leiterschaft zieht unweigerlich Gericht nach sich.
  • Wer in Sünde lebt und nicht umkehrt und sich reinigt, verdirbt nicht nur das Volk Gottes und schadet dem Heiligtum. Er wird vom Volk Gottes ausgeschlossen.
  • Die Sünde, die jeden Gläubigen sein verheißenes Land kostet, ist sich selber und nicht Gott die Ehre für irgendetwas zu geben. Und all unsere Not wird nur durch Reden – Beten zum Felsen Jahwe hin gestillt werden können, nicht durch eigenes Vermögen.
  • Wer für Gott eifert, und Sünde aus dem Lager schafft, den ehrt Gott. Aus der Beseitigung der Sünde kommt neuer Friede mit Gott – nur so.
  • In der Innensicht hat Gott viel Mühe mit seinem Volk. In der Außensicht sieht er keinen Tadel. Das macht uns die Herrlichkeit der Rechtfertigung durch Gott deutlich.
  • Gott und sein gutes Land gibt es nur bei 100% Gott in unserem Leben. Entweder 100 % Gott – oder alles andere ist oder beinhaltet Götzendienst.
  • Jeder Gläubige muss mit dem ganzen Volk Gottes für alle Verheißungen Gottes kämpfen und darf sich nicht mit weniger zufriedengeben, als Gott verheißen hat.

 

Meine Beobachtungen