2. Könige

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 1  Das Alte Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 2. Könige, epubli.de, 2021.

2. Könige

Als Siegel seines Dienstes nimmt Gott Elia am Ende seines Lebens in einem Feuerwagen in den Himmel auf. Damit geht das Prophetenamt Elias auf seinen Prophetenjünger Elisa über. Elisa darf sich bei der Himmelfahrt Elias etwas von ihm wünschen. Elisa will Gott mehr als alles andere und ihm dienen. Darum bittet er nicht um Silber und Gold, sondern um zwei Teile von Elias Geist. Und Gott erhört ihn. Fortan hat Elisa beständigen Sieg. Er ist eine unaufhörliche Quelle des Segens für das Volk Gottes und eine Quelle der Niederlage und Verzweiflung für die Feinde Gottes. Sein Geheimnis ist, nichts Anderes als Gott zu wollen. Mit Mose, Samuel und Elia ist Elisa der bis dahin größte Prophet in Israel. Nach Mose gebrauchte Gott Elisa für die meisten Einzelwunder im Alten Testament.

Elias Hauptauftrag hatte darin bestanden, Israel und seinem König zur Buße vom Götzendienst zu bringen und sie neu dem Herrn zuzuführen. Elisa hat den gleichen Dienst. Darüber hinaus dient er auch vielen einzelnen Gläubigen im Volk Gottes mit Wundern, er in Gottes Namen tut. Durch Elisas übernatürliches Wirken erhält der Name Gottes eine Strahlkraft bis hin zu den umliegenden Völkern. Naaman, der aussätzige Syrer, wird durch Elisa von seinem Aussatz geheilt. Er erkennt dadurch, dass Israels Gott Jahwe der einzige wahre Gott in der Welt ist. Diese Erkenntnis ist Gottes Wille für die ganze Welt.

Elisas größter Wunsch war seine Nähe zum Gott Israels und von ihm gebraucht werden. Und Elisa wollte dabei nicht herrschen, sondern dem Volk Gottes dienen, in Armut und Hunger und Treue, völlig ohne auf einen eigenen Vorteil bedacht zu sein und völlig unabhängig von äußerem Gewinn. Darin ist er uns ein Vorbild und setzt Maßstäbe für ein vor Gott richtiges und wohlgefälliges geistliches Leben.

Doch leider trifft nicht jeder im Volke Gottes diese richtige und wichtige Entscheidung. Das wird an Gehasi deutlich, dem Diener Elisas. Gehasi ist habgierig. Da schlägt ihn Gott mit Aussatz, dem biblischen Bild für Sünde. Auch alle Nachkommen Gehasis werden Aussatz haben.

Elisa dagegen lebte heilig weiter zu Gottes Ehre. Nach seinem Tod wird ein anderer Toter, dessen Leichnam seine Gebeine berührt, wieder lebendig. Sünde und Heiligkeit – ihre Auswirkungen reichen bis weit über unsere Lebenszeit hinaus, bis hin in die Ewigkeit.

Nach dem Tod Elisas nimmt der Götzendienst in Israel weiter an Fahrt auf. Und mit Götzendienst einher gehen immer Unrecht, Gewalttat, Unbarmherzigkeit, Ehebruch, Mord, Gier und alle Arten von schweren Sünden. All das kann Gott nicht mehr ertragen. Er lässt sein Gericht über sein Volk kommen.

Bis zur Wegführung Israels in die assyrische Gefangenschaft lässt sich der weitere Verlauf der Geschichte Israels mit folgender Schriftstelle sehr gut zusammenfassen:

2 Kön 17, 7-23 S
Das alles geschah, weil die Israeliten gegen Jahwe, ihren Gott, gesündigt hatten, der sie aus Ägypten herausgeführt und aus der Gewalt des Pharao befreit hatte. Sie verehrten andere Götter und übernahmen die heidnischen Bräuche der Völker, die Jahwe vor ihnen aus dem Land vertrieben hatte, und die Gottesdienste, die von den Königen Israels eingeführt worden waren. Sie erdachten sich gegen den Willen von Jahwe, ihrem Gott, eigene Gottesdienste. Sie richteten überall Höhenheiligtümer ein, vom einsamen Wachtturm bis zur befestigten Stadt. Auf jedem höheren Hügel und unter jedem größeren Baum stellten sie geweihte Steinmale und Aschera-Pfähle auf. Dort verbrannten sie Opfergaben wie die Völker, die Jahwe vor ihnen vertrieben hatte. Sie taten böse Dinge und forderten den Zorn Jahwes heraus. Sie verehrten diese Mistgötzen, obwohl Jahwe ihnen das ausdrücklich untersagt hatte. Außerdem hatte Jahwe Israel und Juda durch seine Propheten und Seher immer wieder gewarnt. „Kehrt um von euren bösen Wegen!“, hatte er ihnen gesagt. „Haltet meine Gebote! Richtet euch nach den Vorschriften meines Gesetzes, das ich euren Vorfahren gab, und das ich euch durch meine Propheten, die mir dienen, immer wieder ausrichten ließ.“ Aber sie wollten nicht hören und zeigten sich genauso halsstarrig wie ihre Väter, die Jahwe, ihrem Gott, kein Vertrauen geschenkt hatten. Sie verachteten seine Vorschriften, verwarfen den Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und schlugen seine Warnungen in den Wind. Den Nichtsen liefen sie hinterher und wurden dabei selbst zu Nichts. Sie trieben es wie ihre Nachbarvölker, obwohl Jahwe ihnen das verboten hatte. Die Gebote Jahwes, ihres Gottes, missachteten sie. Sie fertigten sich zwei gegossene Stierbilder an und stellten der Aschera geweihte Pfähle auf. Sie verehrten das Heer der Sterne am Himmel und dienten dem Götzen Baal. Ihre eigenen Kinder ließen sie als Opfer für die Götzen verbrennen. Sie trieben Wahrsagerei und Zauberei und gaben sich dazu her, alles zu tun, was Jahwe verabscheute und ihn beleidigen musste. Da wurde Jahwe so zornig über die Israeliten, dass er sie aus seiner Nähe vertrieb und nur noch den Stamm Juda im Land wohnen ließ. Aber auch die Judäer missachteten die Gebote Jahwes, ihres Gottes, und folgten den Ordnungen, die die Israeliten eingeführt hatten. Da verstieß Jahwe die ganze Nachkommenschaft Israels. Er demütigte sie und ließ sie von fremden Heeren ausplündern, bis er sie aus seiner Nähe weggeschafft hatte. Jahwe selbst hatte nämlich Israel vom Königshaus David losgerissen, und die Israeliten hatten Jerobeam Ben-Nebat zum König gemacht. Jerobeam aber hatte sie dazu gebracht, sich von Jahwe abzuwenden, und sie so zu einer schweren Sünde verführt. Die Israeliten verfielen dem sündhaften Gottesdienst, den Jerobeam eingeführt hatte, und wollten nicht davon lassen, bis Jahwe sie aus seiner Nähe vertrieb. Das hatte er ihnen durch alle seine Propheten, die ihm dienten, immer wieder ankündigen lassen. Schließlich wurden die Israeliten aus ihrem Land nach Assyrien weggeführt. Das ist bis heute noch so.

Während Israel schon in der Gefangenschaft ist, wechseln sich in Juda immer noch mehr oder weniger gottesfürchtige Könige ab. Wie erfreulich, dass einzelne Könige von Herzen Buße tun, und das Volk Gottes wieder auf den guten Weg zu Gott zurückführen. Das sind wenige Lichtblicke, die dem Herzen guttun. Und sehr oft scheint es, dass der Weg eines Königs von seiner Frau, Mutter oder seinen Ratgebern von früher Jugend auf bestimmt wird. Eine gute Erziehung, Ausbildung auf Grundlage gottesfürchtiger Erzieher, Vorbilder und Lehrer und eine gottesfürchtige Ehefrau und Eltern können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden in Bezug auf das heilige Leben eines Leiters und des Volkes Gottes.

Unter dem gottesfürchtigen König Josia kommt es in Juda noch einmal zu tiefgreifenden Reformen und der Erneuerung des Bundes mit Gott. Doch das reicht leider nicht für Juda. Die nachfolgenden Könige sind und handeln wieder abgrundtief böse. Gott verstößt auch Juda in seinem Zorn und sendet sie in die babylonische Gefangenschaft. Die Gnade Gottes hat Grenzen und kann nicht beliebig strapaziert und missbraucht werden.

 

Segensspuren

  • Nichts als Gott und nur Gott dienen wollen: Das ist der Schlüssel zum Sieg, zum eigenen Besten und dem des Volkes Gottes.
  • Wer nur Gott und sonst niemand anders dient, wird zur Quelle der Niederlage und der Verzweiflung für die Feinde (des Volkes) Gottes.
  • Wenn Gott an erster Stelle steht, über alles andere hinaus, dann erhält sein Name Strahlkraft bis hin zu anderen Völkern, die dann seine reinigende Gnade und Liebe erfahren dürfen.
  • Wahre Gotteshingabe hinterlässt Segensspuren, bis über den Tod hinaus.
  • Habgier ist fast immer die erste Sünde, die von Gott wegführt.
  • Gottes Wort nicht tun und Gott nicht ehren führt schnell in einen sich selbst verstärkenden Negativ-Kreislauf. Wir tun immer schlimmere Dinge und sind immer weniger in der Lage und willens, auf Gott zu hören und umzukehren.
  • Gottes Gnade hat bei fortbestehender Unbußfertigkeit Grenzen.

 

Meine Beobachtungen