1. Mose (Genesis)

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 1  Das Alte Testament – Einzelbuchbetrachtungen – 1. Mose (Genesis), epubli.de, 2021.

1. Mose (Genesis)

Gott schuf den Menschen gut und in seinem Bild, ihm ähnlich. Er gab dem Menschen den Auftrag, fruchtbar zu sein, sich zu mehren, die Erde zu füllen und über die ganze Schöpfung zu herrschen. Und Adam sollte den Paradiesgarten Gottes bebauen und von allen wunderbaren Bäumen essen. Ein einziges VERbot bekam der Mensch, um sich dauerhaft aus freiem Willen an der Gemeinschaft mit Gott freuen zu können.

1 Mose 2, 16-17 S+F
Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allen Bäumen des Gartens; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, an dem du davon isst, musst du unbedingt sterben!

Doch Eva lässt sich von der Schlange Gottes Worte verdrehen und Halbwahrheiten einreden:

1 Mose 3, 1 L+N
„Sollte Gott gesagt haben?“ oder „Hat Gott wirklich gesagt?“

Diese Frage bringt Eva auf falsche Gedanken. Sie zweifelt an Gottes Güte, sie zweifelt an Gottes Wort, sie fügt seinen Worten etwas hinzu, sie lässt etwas weg. Sie hört auf den rebellischen Widerspruch der Schlange, dass sie und Adam nicht sterben werden. Dann will sie der Lust des Mundes und der Augen nachgeben und wie Gott sein. Sie isst vom verbotenen Baum.

Adam wird nicht verführt. Aber er liebt Eva mehr als Gott. Und auch er sündigt. Adam sündigt unverführt und bewusst gegen Gott. Er macht sich mit Eva in ihrer Rebellion gegen Gott eins. Auch er isst vom verbotenen Baum.

Der Fall des Menschen beginnt mit Misstrauen gegenüber Gott und mit dem Missachten seiner Worte. Alles andere wird dem Menschen wichtiger. Der Mensch setzt sich selbst, seine körperlichen, seelischen und geistlichen Bedürfnisse in falscher Weise über Gott. Er vergisst, dass Gott in vollkommener Weise für ihn sorgt und ihn liebt. Und er vergisst, dass Gottes Worte wahr sind.

Doch Gott hält sein Wort. Nach seiner Sünde stirbt der Mensch geistlich – in seiner Beziehung zu Gott. Und er muss die Folgen seiner Tat teuer bezahlen. Gott verflucht den Acker, auf dem der Mensch sich nun im Schweiße seines Angesichts ernähren muss. Die Frau muss unter Schmerzen Kinder gebären und sich nach ihrem Mann sehnen, er aber wird über sie herrschen. Der Ackerboden wird um Adams Sünde willen verflucht. Und die Menschen werden aus dem Paradies vertrieben, ohne weiter Zugang zum Baum des Lebens zu haben. Hoffnung weckt nur Gottes barmherziges Handeln, der über ein blutiges Tieropfer für neue Kleidung für Adam und Eva sorgt. Doch auch diese Opfer reichen nicht zur Wiederherstellung der Beziehung. Der Mensch bleibt vom Paradies ausgeschlossen.

Ist für das menschliche Geschlecht jetzt alles verloren? Nein!

Gott verflucht den Feind des Menschen, die Schlange. Und er gibt dem Menschen Hoffnung. Er sagt:

1 Mose 3, 15 N
„Ich stelle Feindschaft zwischen dich und die Frau, deinem Nachwuchs und ihrem. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihm die Ferse zerbeißen.“

Diese neue Hoffnung ist nicht mehr auf Adam und Eva selbst, sondern auf die Zukunft gerichtet. Ein Nachkomme Evas wird den Feind der Menschen vernichten und dabei selber zu leiden haben. Bis es soweit ist, kann Feind weiter sein Unwesen treiben. Noch bekommen Adam und Eva keine übernatürliche Hilfe von Gott gegen ihren Feind, der sie ins Verderben gestürzt hat. Und doch wird klar: Gott ist in Kontrolle. Er ist dem bösen Handeln der Schlange nicht machtlos ausgesetzt. Er hat einen Plan, er hat die Mittel und er hat ein Ziel. Und die wird er über die Fortpflanzungslinie des Menschen erreichen.

Und tatsächlich bekommen Adam und Eva Kinder: Kain und Abel.

Abel hat etwas vom Tod der Tiere für die Fellkleider seiner Eltern gelernt. Und er nimmt Gottes Worte, die Gott gesprochen hat sehr ernst. Er opfert stellvertretend für sich selbst ein erstgeborenes Lamm seiner Herde. Kain dagegen fragt nicht nach dem Wort Gottes, opfert Gott seine eigene Leistung und vom Ertrag des Feldes, das der Herr verflucht hat. In der Folge sieht Gott Abels Opfer an und das von Kain nicht. Und wir lernen so schon früh, dass uns keine eigene Anstrengung vor Gott annehmbar macht. Er wird von uns nichts annehmen, das unter dem Fluch steht. Nur ein unschuldiges stellvertretendes Opfer zählt in seinen Augen.

Erstaunlich ist – wenn wir uns von allem Vorwissen über die Lehre der Erbsünde freimachen – was Gott zu Kain sagt, als er finstere Gedanken hegt:

1 Mose 4, 6 – 7 F
Sei gut …. herrsche über die Sünde!

Doch Kain hört nicht auf Gottes Ermahnung und bringt Abel um.

Und gottfern wie Kain leben die meisten Menschen nach ihm bis zur Sintflut. Nur Henoch lebt jeden Tag seines Lebens mit Gott – beständig und mit Gott. Da nimmt Gott ihn direkt zu sich in den Himmel auf!

Aber der allgemeine Zustand der Menschheit verschlechtert sich so, dass Gott schließlich die Sintflut schicken muss:

1 Mose 6, 5 – 7 S
Als aber der HERR sah, dass des Menschen Bosheit sehr groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse allezeit, da reute es den HERRN, dass er den Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen. Und der HERR sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel des Himmels; denn es freut mich, dass ich sie gemacht habe!

Zum ersten Mal wird das menschliche Herz erwähnt – und das Herz Gottes. Gibt es keine Hoffnung mehr für die böse gewordene Menschheit? Die Bosheit liegt im bösen Herzen des Menschen und in seinen bösen Gedanken. Gottes eigenes Herz ist darüber traurig.

Nur Noah fand Gnade vor dem Herrn (1 Mose 6 – 9). Noah war in Gottes Augen gerecht, er lebte untadelig unter seinen Zeitgenossen. Er lebte mit Gott. Trotz seines gerechten und tadellosen Lebens ist die Gnade Gottes entscheidend.

1 Mose 6, 8 L
Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.

Nur Gnade werden Noah und seine Familie gerettet.

Die Sünde der restlichen Menschheit ist so groß geworden, dass Gott die Sintflut über die verdorbene Menschheit schicken muss. Danach macht Gottes Bund mit Noah Hoffnung. Nie mehr will Gott die Erde durch eine Flut vernichten. Die große Frage ist: Werden aus dem gerechten Noah und seinen Nachkommen jetzt bessere Menschen hervorkommen?

Doch schon beginnt ein neuer Abfall der Menschheit von Gott (1 Mose 11). Beim Turmbau zu Babel verwirrt Gott den Sinn und die Sprache der Menschen, um der vereinten bösen Stärke der Menschen zu wehren.

Doch dann fängt Gott etwas Neues an. Er erwählt Abram – und schreibt Heilsgeschichte (1 Mose 11 – 25). Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass Abram, später Abraham, der Vater all derer ist, die in rechter Weise an Gott glauben. Er ist sozusagen der Prototyp eines Gläubigen. Daher lohnt es sich, seine Beziehung zu Gott und einige wichtige Ereignisse in seinem Leben näher zu betrachten.

Gott zeigt uns durch Abrahams Leben verschiedene Stadien und sein Wachstum im Glauben.

Was können wir aus Gottes Geschichte mit Abraham lernen?

Gott erwählt Abram.
Ohne Gottes Gnade und Ruf kann niemand zu Gott kommen.

Gott ruft Abram.
Er verlangt ein großes Opfer von ihm. Alles Vertraute soll Abram verlassen. Aber Gott gibt Abram große Versprechen für die Zukunft. Sie sind und scheinen viel größer als das persönliche Opfer, das Abram zu bringen hat.

Abram ist Gott gehorsam, er folgt Gottes Ruf, er bringt das Opfer. Abram will Gott mehr als alles andere in seinem Leben. Er zieht aus seiner Heimat aus und lässt alles Vertraute hinter sich. Er bricht in eine unbekannte Zukunft auf – im Vertrauen auf den allmächtigen Gott.

Lange Zeit muss Abram warten. Er geht durch manche Krise. Doch er vertraut auf Gottes Zusage, dass er Nachkommen haben wird, ohne bereits etwas davon zu sehen.
Das rechnet Gott ihm als Gerechtigkeit an (1 Mose 15, 6).

In Bezug auf das versprochene Land erbittet Abram von Gott aber eine Bestätigung, an der er erkennen kann, dass er es besitzen wird. Und Gott antwortet mit einer feierlichen Selbstverpflichtung und einem Bund, den er Abram zur Bestätigung dafür schenkt: Eine brennende Fackel fährt durch Abrahams Opfertiere (1 Mose 15, 8ff.).

Doch Abram wird das Warten auf Nachkommen gemäß Gottes Verheißung zu lang. Die biologische Uhr tickt unaufhörlich. Menschlich gesehen schwindet die Hoffnung auf Nachkommen jeden Tag. Da meint er, Gott aus eigener Kraft nachhelfen zu müssen. Mit Sarai beschließt er, über deren Magd Hagar als Nebenfrau zu einem Kind zu kommen. Dabei verstößt Abram noch nicht einmal gegen Gottes Wort: Bisher hatte Gott immer nur von „Abrahams Samen“ als Verheißung gesprochen und nicht, dass Sarai die Mutter sein würde. Und doch meinten Abram und Sarai, Gott helfen zu müssen, sein Versprechen zu erfüllen. Und Hagar gebiert dem Abram Ismael (1 Mose 16).

Jahre später erscheint Gott Abram und fordert ihn auf, vor seinem Angesicht zu leben und vollkommen (tadellos) zu sein (1 Mose 17). Gott bestätigt seine Verheißung an Abram und richtet seinen Bund der Beschneidung mit Abram und seinen Nachkommen auf. Diesmal wird Gott präziser und verheißt Sarai, den Sohn der Verheißung zu bekommen. Abram und Sarai sollen Vater und Mutter vieler Völker werden – und bekommen deshalb neue Namen. Aus Abram wird Abraham – der Vater vieler Völker und aus Sarai Sara. Und Abraham gehorcht Gott neu und vertraut ihm in allem.

Gott besucht Abraham und Sara und wiederholt die Verheißung des Nachkommen. Endlich gibt er sogar eine Zeit für die Erfüllung an: Nächstes Jahr um diese Zeit. Sara zweifelt, sie hält sich für zu alt. Doch Gott wiederholt seine Verheißung mit der Zusage, dass für ihn nichts zu wunderbar ist.

Der verheißene Nachkomme und Sohn wird geboren, Isaak. Gott hat sein Versprechen wahrgemacht. Sein Wort hat sich erfüllt.

Ismael wird ausgestoßen – er soll nicht mit Isaak erben. Auch hat er keinen Teil an der Erwählungslinie Gottes.

Einige Jahre später verlangt Gott von Abraham, dass er Gott seinen Sohn Isaak opfert. Wie Adam auf Eva, so hat Abraham lange auf Isaak gewartet – und ihn liebgewonnen. Er enthält ihn aber Gott nicht vor, sondern gibt Gott das Liebste, das er hat. ER überwindet die größte Versuchung in seinem Leben. Daraufhin wiederholt Gott alle seine Verheißungen, die er Abraham bereits gegeben hatte und fügt noch eine neue an:

1 Mose 22, 17b S
Und dein Same soll die Tore seiner Feinde besitzen.

Hier wird ein sehr wichtiges Prinzip des Handelns Gottes sichtbar:

 

Der Sieg über deine Feinde erfordert
die Aufgabe des Liebsten, was du hast,
um Gottes willen.

 

Abraham folgt Gottes Wort für einen hohen Preis. Er vertraut Gott gegen jede menschliche Vernunft. Er stellte Gott über alles. Er vertraut Gottes Wort absolut. Er gehorchte Gottes Stimme völlig. Er weiß, dass Gott gut ist und es gut mit ihm und Isaak meint. Er vertraut Gottes Charakter und Worten inzwischen so sehr, dass er es Gott überlässt, den – scheinbaren – Widerspruch in seinen Aussagen aufzulösen.

In Isaak soll die Verheißungslinie fortgesetzt werden. Isaak hat noch keine Nachkommen. Abraham soll Isaak opfern, also töten. Wenn Gott also nicht etwas Besonderes tut, hat Gott sich widersprochen.

Abraham verhandelt nicht mit Gott. Er theologisiert nicht. Er läuft nicht vor Gott davon. Er sucht keine Ersatzlösung. Abraham hat inzwischen gelernt und begriffen, das für Gott nichts zu wunderbar ist. Da wo wir Menschen nicht mehr können und nicht verstehen können, wie etwas gehen soll, kann Gott immer noch. Dieses unerschütterliche Vertrauen Abrahams lässt sich nur mit seiner engen Beziehung zu Gott erklären, den er kennen und lieben gelernt hat und dem er inzwischen völlig vertraute. Abraham zweifelte nicht am Charakter Gottes. Er wusste: Gott meinte es mit ihm und Isaak absolut gut. Daher konnte er auch die unfassbaren Worte Gottes befolgen. Er urteilte, dass Gott sogar von den Toten auferwecken konnte – so sagt uns das Neue Testament (Hebr 11, 17).

Bei jedem tiefen Leben mit Gott geht es früher oder später genau darum: Was lasse ich für Gott sterben, wenn Gott es verlangt? Und vertraue ich ihm, dass aus diesem Tod Leben kommt? Unser irdisches Leben und unsere Beziehung zu Gott sind immer eine Frage auf Leben und Tod. Vor dem wahren Leben der Verheißung kommt der Tod der irdischen, seelischen Dinge.

Und so darf Abraham erfahren, dass Gott noch einen ganz anderen Ausweg hat, als er gedacht hatte: Nachdem er seine Bereitschaft gezeigt hat, Gott völlig zu vertrauen und zu gehorchen, darf er einen Widder anstelle seines Sohnes Isaak opfern.

Aber auch Isaak, der bereit war sich opfern zu lassen, wird in seinem späteren Leben als Mann Gottes reich von Gott gesegnet (1 Mose 22 – 35). Isaak bestand seine Grenzerfahrung im Gehorsam gegenüber Gott schon als Kind. Er bleibt fortan in der Segenslinie Gottes und gibt den Segen Gottes weiter. Das gibt Hoffnung.

Isaak hat mit Rebekka seiner Frau zwei Söhne: Esau und Jakob.

Jakob führt von Anfang an ein Leben des Betruges. Er luchst seinem Bruder Esau das Erstgeburtsrecht ab und erschleicht sich den väterlichen Segen. So muss Jakob aus seiner Familie fliehen und sucht Zuflucht bei Rebekkas Verwandten. Dort arbeitet er und heiratet Lea und Rahel. Mit ihnen und ihren Mägden bekommt Jakob 12 Söhne. Obwohl Jakob nun selbst von seinem Schwiegervater betrogen wird, gewinnt er durch die Gnade und den Segen Gottes einen großen Hausstand und viele Tierherden. Da ruft Gott ihn zurück in sein Elternhaus. Doch auf dem Weg kommt ihm sein Bruder Esau mit 400 Mann entgegen. Jakob bekommt große Angst. Er setzt mit allem was er hat über den Jabbok und bleibt alleine am Flussufer zurück.

1 Mose 32, 25-32 N
Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte heraufzog. Als jener merkte, dass Jakob sich nicht niederringen ließ, schlug er auf dessen Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. Dann sagte er: „Lass mich los, die Morgenröte zieht schon herauf!“ Doch Jakob erwiderte: „Ich lass dich nicht los, wenn du mich nicht vorher segnest!“ „Wie heißt du?“, fragte der Mann. „Jakob“, erwiderte er. Da sagte er: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, Gotteskämpfer! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“ Da bat Jakob: „Sag mir doch, wie du heißt!“ Doch er erwiderte nur: „Warum fragst du?“; und er segnete ihn. „Ich habe Gott ins Gesicht gesehen“, sagte Jakob, „und ich lebe noch!“

So wird aus Jakob dem Betrüger Israel der Gottesstreiter. Und wie? Jakob wollte den Segen Gottes, er wollte Gott selbst mehr als alles andere in seinem Leben. Er ruhte nicht im Kampf mit Gott, bis Gott ihn segnete. Dabei rührte Gott Jakobs Hüfte an, den Ort der stärksten menschlichen Muskelkraft, und verrenkte sie. Gott kann uns die größten Segnungen nur geben, wenn wir seinen Segen mehr als alles andere wollen.

Gott muss unsere eigene Kraft an der Stelle überwinden, wo sie am stärksten ist. Und wir werden fortan dieses Zeichen des Sieges Gottes über uns sichtbar in unserem Leben tragen, so wie Jakob fortan hinkte. Doch wer hatte wirklich gesiegt? Gott selbst spricht den Sieg Jakob zu! Ab jetzt heißt Jakob Israel, Gottesstreiter. Er hat nicht geruht, bis er den Segen Gottes bekam.

Und Israel kommt zu seinem Vater Isaak und Esau. Seine Kinder werden groß. Josef, sein Lieblingssohn, hat Träume, die ihm seine Brüder neiden. Es kommt zum Zwist der darin gipfelt, dass seine Brüder Josef heimlich nach Ägypten verkaufen. Dort machen uns Josefs vorbildliche Verhalten und dessen Früchte Mut: Über lange Zeit hält er an Gott fest ohne in Sünde zu fallen, obwohl er ungerecht behandelt wird, zuerst von seinen Brüdern, dann von der Frau Potifars, bei dem er als Sklave arbeitet. Josef flieht vor ihr, um keinen Ehebruch zu begehen. Dafür kommt er ungerechterweise ins Gefängnis. Im Gefängnis segnet Gott Josef, wie schon zuvor im Hause Potifars: Alles, was er tut, gelingt ihm: An Gottes Segen ist alles gelegen.

Und Josef legt zwei Mitgefangenen ihre Träume aus. Jahre später erinnert sich der überlebende Mundschenk des Pharaos daran. Als der Pharao Träume hat, die ihm niemand deuten kann, erzählt der Mundschenk ihm von Josef. Und Gott schenkt Josef die Deutung, die Ägypten vor dem Hungertod retten kann. Darauf setzt der Pharao Josef als Verwalter über ganz Ägypten. Und als die Hungersnot eintrifft, kommen Josefs Brüder. Der von ihnen unerkannte Josef zeigt ihnen, was ungerechte Behandlung bedeutet und prüft, ob sie sich gebessert haben. Am Ende gibt er sich ihnen zu erkennen und vergibt ihnen. Die Brüder versöhnen sich. Dann lässt Josef seine ganze Familie nach Ägypten holen, um sie dort vor der Hungersnot in Kanaan zu retten. So sieht er seinen Vater wieder, der ihn tot glaubte. Jakob segnet am Ende seines Lebens alle seine Kinder, jedes mit einem besonderen Segen. Entscheidend war ihr Handeln in der Vergangenheit. Das wird nun auf viele Generationen hin ihre Zukunft bestimmen.

Von Josef lernen wir, dass wir der Versuchung widerstehen können. Wir können uns für Gott reinhalten. Wir können anderen das große Leid vergeben, das sie uns angetan haben. Wir können selbstlos für andere sorgen. Josef gehört der Segen des Erstgeborenen.

Und von Jakob lernen wir, dass unser Handeln langfristige Konsequenzen hat, weit über das Handeln selbst hinaus – bis weit auf folgende Generationen.

Unter den zwölf Söhnen Jakobs sticht neben Josef auch Juda hervor.

1 Mose 44, 33-34 N
Erlaube mir doch, anstelle des Jungen als dein Sklave hier zu bleiben. Aber ihn lass mit seinen Brüdern heimkehren! Denn wie könnte ich ohne ihn zu meinem Vater zurückkommen! Dann müsste ich das Unglück, das meinen Vater trifft, mit ansehen.

So schattet Juda das Prinzip des stellvertretenden Opfers als Erlösung für andere mit seinem eigenen Leben in wunderbarer Weise voraus. Und genau aus diesem (Stamm) Juda kommt der Held, der einst sein Leben für die Welt geben wird. Nur Juda als Stamm existiert heute noch sichtbar, die Juden im Staat Israel.

 

Segensspuren

  • Zweifle nie an der Güte Gottes.
  • Vertraue Gottes Wort.
  • Misstraue Gott nicht.
  • Es gibt einen Feind Gottes, der uns Menschen Böses will.
  • Lasse nichts von Gottes Worten weg und füge nichts hinzu.
  • Liebe Gott mehr, als das Liebste, was du auf der Welt hast.
  • Die Wiederherstellung unserer Gottesbeziehung ist nur durch ein stellvertretendes, schuldloses Opfer möglich.
  • Unsere eigene Leistung kann vor Gott nicht bestehen.
  • Gott selbst wird und muss seine – unsere – Feinde besiegen, wir vermögen selber nichts.
  • Trotz Erbsünde lautet Gottes Auftrag an uns Menschen: Sei gut! Herrsche über die Sünde! Doch sind wir nicht wie Kain, hoffnungslos böse?
  • Ja, das Herz des Menschen ist böse den ganzen Tag.
  • Rettung gibt es nur durch Gottes Gnade.
  • Wer Gott dient und gehorcht, ist in Gottes Augen gerecht.
  • Wer mit Gott lebt, jeden Tag seines Lebens, wird gewürdigt, bei Gott aufgenommen zu werden.
  • Vereinte Bosheit hat große Macht – nur Gott kann ihr wehren.
  • Rettung beginnt mit Gottes Erwählung aus Gnade.
  • Ein von Gott Berufener muss bereit sein, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und sich in ein Land aufzumachen, das er nicht kennt, das Gott ihm verspricht.
  • Wer glaubt, was Gott gesagt hat, ohne es zu sehen, den spricht Gott gerecht.
  • Wir können und brauchen Gott bei der Erfüllung seiner Verheißungen nicht nachzuhelfen.
  • Wir können und sollen in Gottes Augen vollkommen und tadellos leben.
  • Gott selber muss uns sein Wort erklären, damit wir es konkret verstehen.
  • Gott steht treu zu seinem Wort. ER erfüllt alle seine Verheißungen.
  • Gott ist Gott. Er hat das Recht, das Liebste, was wir haben von uns zu fordern. Und doch meint Gott es unendlich gut mit uns.
  • Wir können nur dann in einer gesunden und heilen Gottesbeziehung leben, wenn Gott uns wichtiger ist, als alles andere in der Welt und wenn wir es ihm bereitwillig opfern.
  • Diese Probe, dieser Test, diese Versuchung Gottes kommt erst zu einem Zeitpunkt in unserem Leben, zu dem wir schon die Möglichkeit hatten, Gott zu folgen, ihm zu vertrauen und seine Vertrauenswürdigkeit zu erleben.
  • Wer Gott mehr liebt, als alles andere in der Welt, dem schenkt Gott Sieg über seine Feinde.
  • Wer Gott sein eigenes Leben hingibt, der findet Gottes Anerkennung.
  • Absolutes Vertrauen auf Gott und auf das, was Gott sagt, übersteigt, was der Verstand fassen kann.
  • Es ist Gottes Sache, scheinbare Widersprüche aufzulösen.
  • Gott ist gut und er meint es gut mit uns. Daran ändert kein scheinbares Opfer für Gott etwas.
  • Schon als Kind können wir überwinden und Gott völlig gehorchen.
  • Den Segen Gottes kann man sich nicht ertricksen oder erschleichen. Und wenn man es versucht, holt einen die eigene dunkle Vergangenheit ein.
  • Gott selbst streitet mit einem geistlichen Betrüger. Doch wenn wir ehrlich mit Gott ringen, wenn wir nichts wollen als ihn und seinen Segen allein, dann segnet uns Gott. Das geht nur, wenn wir am Ort unserer stärksten menschlichen Kraft überwunden werden von Gott.
  • Meine scheinbare Niederlage ist mein Sieg. Wenn ich selbst völlig überwunden bin, kann mich Gott segnen.
  • Fortan wird mich das Zeichen meiner Schwäche für und vor Gott als sichtbares Siegel meines Sieges über den alten Jakob in mir, dem Betrüger, begleiten.
  • Israel, Gottesstreiter wird mein Name und mein Leben, wenn ich nichts auf der Welt so sehr wollte, wie den Segen Gottes – um den Preis des Verlustes meiner stärksten eigenen Kraft.
  • Begünstigung und Neid sind schlechte Ratgeber. Sie führen in großes Leid.
  • Und ja, es ist auch als gefallener Mensch möglich, Versuchungen zu widerstehen, treu zu sein und zu vergeben.
  • Wir können und sollen uns vor Gott und Menschen reinhalten.
  • Gelingen im Leben kommt alleine von Gott, dem dafür aller Dank und alle Anerkennung gebührt.
  • Unsere Taten in unserem Leben haben große Auswirkungen, auf viele Generationen hin, auch wenn wir Vergebung erfahren.
  • Das größte Opfer, das wir Gott und Menschen bringen können, ist unser Leben für andere zu geben.
  • Ein solcher Opfersinn wird ewig bleiben. Juda schattet es voraus.

 

Meine Beobachtungen