Teil 1 Das Alte Testament – Das Alte Testament im Licht des Neuen Testaments

© Heino Weidmann Hat Gott wirklich? gesagt – 95ThesenTeil2.de zu deinem Sieg über die Sünde durch Jesus Christus, Teil 1 Das Alte Testament – Das Alte Testament im Licht des Neuen Testaments, epubli.de, 2021.

Das Alte Testament im Licht des Neuen Testaments

Gottes Wahrheiten sind geistlich, innerlich, unsichtbar, ewig. Gott malt große Bilder, um sie uns Menschen deutlich zu machen. So können wir sie besser verstehen. Das ganze Alte Testament ist ein einziges großes Bild, ein Schatten der wirklichen Dinge Gottes. Um hier nur ein erstes Beispiel zu nennen: Die Sintflut und der Durchzug Israels durchs Rote Meer verdeutlichen uns und machen uns auch emotional deutlich, was bei der neutestamentlichen Taufe geschieht.

Jesus selbst gebrauchte als guter Pädagoge viele Bilder aus der Alltagswelt seiner Hörer, um ihnen geistliche Dinge deutlich zu machen: „Mit dem Reich der Himmel verhält es sich wie mit…“ (Mt 13) Ja, die reichhaltige Bildersprache Jesu hatte immer eine Wurzel im Alten Testament oder dem Sichtbaren und immer eine geistliche Bedeutung: „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer“ (Mt 16, 6; 2 Mose 12, 15; Lk 12, 1). „Gehe lieber einäugig in das Reich Gottes ein, als dass du mit deinen Augen sündigst und in die Hölle geworfen wirst.“ (Mk 9, 47; 1 Mose 3, 5+6).

Und die Apostel schließen sich Jesus an, und deuten mit Gottes Autorität die Bildersprache des Alten Testamentes geistlich. Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt (5 Mose 25, 4) erklärt Paulus zum Beispiel neben vielen anderen Schriftstellen übertragen geistlich und leitet davon ab, dass die, die das Evangelium verkünden auch vom Evangelium leben dürfen.

Ja und selbst das Leben Jesu im Neuen Testament enthält wichtige äußerliche Bilder, die eine innerliche und geistliche Entsprechung und einen Bezug zum Alten Testament haben. Jesus reinigte den Tempel (Joh 2, 15; Mt 21, 12), der, wie wir von Paulus erfahren, einen an Christus Gläubigen darstellt, dessen Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1 Kor 6, 19). Jesus reinigte nicht nur damals den jüdischen Tempel, nein, er reinigt auch heute uns, die wir der Tempel des Heiligen Geistes sind: Das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde, er vergibt uns und reinigt uns von allem Unrecht (1 Joh 1, 8-9).

Alle Heilungswunder Jesu haben neben ihrer äußeren Bedeutung und Wahrheit immer auch eine geistliche Bedeutung, die weit über das äußere, Sichtbare hinausgeht. So wird Aussatz schon im Alten Testament selbst deutlich als Bild für innere Sünde dargestellt, wie z. B. wie bei Miriams Rebellion gegen Mose oder Gehasis Habgier (4 Mose 12, 10; 2 Kön 5, 27). Lahme gehen nicht nur wieder äußerlich wie im Alten Testament verheißen und durch Jesus erfüllt (Lk 7, 22), sondern sollen auch innerlich heil werden und auf dem richtigen Weg gehen (Hebr 12, 13; Jes 35, 6). Stumme reden (Mt 9, 33; 15; 31; Jes 35, 6), Blinde bekommen nicht nur ihr Augenlicht wieder (Lk 18, 35ff; Jes 42, 7), sondern Jesus heilt auch innere blinde Augen, damit sie seine Herrlichkeit sehen können (Apg 26, 18). Gefangene werden befreit (5 Mose 30, 3), wenn auch nicht immer aus ihrem äußeren Gefängnis (Mk 6, 27; Apg 5, 19), so doch aus ihrem inneren Zellenmauern (Joh 8, 36; Röm 8, 2; Gal 5, 1)

Die acht leiblichen Auferweckungen von Toten in der Bibel (drei im Alten Testament, 1 Kön 17, 17ff; 2 Kö 4, 8ff; 2 Kön 13, 20ff; drei durch Jesus Lk 7, 11ff; Mk 5, 21-43; Joh 11, 1ff; zwei durch die Apostel Apg 9, 36ff; Apg 20, 8ff) machen uns deutlich, was Gott tun kann, sowohl auf dieser Erde, in diesem Leben, aber auch im geistlichen und ewigen Bereich. Denn alle acht Toten wurden nur zu einem diesseitigen Leben wieder auferweckt, nicht zu ewigem Leben nach dem Tod. Und doch will Jesus mit seinen Auferweckungen von Menschen im Diesseits auf seine Vollmacht, auch für das Leben in der Ewigkeit aufzuwecken hinweisen (Joh 11).

Und so ist auch die Bildersprache Jesu durchweg geistlich gemeint. Jesus sagt beispielsweise, dass wir unsere sündigenden Körperteile abhauen sollen (Mt 18, 8). Hat er das wörtlich gemeint? Gott bewahre. Paulus nach Jesus erklärt es und sagt, dass wir unsere Glieder, die noch auf dieser Erde sind töten sollen und macht deutlich, dass es nicht um unseren äußeren materiellen Körper, sondern um unser Innenleben geht: sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit, Leidenschaft, böse Lüste und Habgier, die Götzendienst ist (Kol 3, 5). Deshalb kann Jesus auch alle alttestamentlichen unreinen Speisen (3 Mose 11) für rein erklären, denn sie sind nur ein Bild auf die Verunreinigung des Herzens (Mk 7, 19). Gottes Beispiele aus dem Alten Testament und aus der sichtbaren Welt, die gut sichtbar aber nur ein Schatten sind, lehren uns die geistlichen und wahren, aber unsichtbaren Wirklichkeiten besser zu verstehen und zu glauben. Und so wären noch viele Beispiele anzuführen.

Das ultimative Beispiel Gottes ist das Volk Israel.

Durch sein Handeln an Israel im Verlauf seiner Geschichte macht Gott die Fülle seiner geistlichen Wahrheiten deutlich. Die Geschichte Israels steht für jeden einzelnen Menschen, den Gott auserwählt hat. Und sie steht auch für das auserwählte Volk Gottes als Ganzes. Sie dient als (oft warnendes) Vorbild für die Gemeinde (1 Kor 10, 6), denn wir als Christen sind Gottes Volk wie Israel (Röm 2, 29; Gal 6, 16; Eph 2, 14). Die Geschichte des Bundesvolkes Israel im Alten Testament ist ein einziges großes Bild für uns als Gläubige an Jesus Christus:

  • Israel wurde von Gott erwählt und berufen.
  • Israel ist unter die Elemente der Welt versklavt.
  • Israel wird von Jahwe erlöst und befreit.
  • Gott richtet Israels Unterdrücker.
  • Israel wird getauft.
  • Jahwe offenbart sich Israel.
  • Gott erzieht Israel.
  • Gotte richtet Israel und handelt an seinem Volk.
  • Ein erneuertes Israel nimmt das verheißene Land ein.
  • Israel kommt zur geistlichen Reife und bewahrt sich viele Jahre.
  • Ein neue Generation Israels fällt von Gott ab und in Götzendienst.
  • Gefangenschaft des Volkes Gottes und seine Befreiung wechseln.
  • Gottesfurcht führt zu Siegen, Gottlosigkeit zu Niederlagen.
  • Das völlig abgefallene Israel wird ins Exil verschleppt.
  • Gott stellt Israel wieder her nach seiner Verheißung.
  • Israel verwirft den Messias.
  • Israel erlebt sein zweites Exil.
  • Israel wird endgültig und vollkommen wiederhergestellt.
  • Dann ist Gott ihr wahrer König und herrscht allein

Fast die ganze Geschichte Israels hat einen starken Bezug zu dem, was Gott geistlich an seinem neuen Bundesvolk tut. Wohl uns, wenn wir nicht wie Israel zu Fall kommen und unseren Retter, Herrn und König missachten. Ja, alles Reden und Handeln Gottes an Israel sollen wir uns sehr zu Herzen nehmen sagt uns Jesus selbst (Lk 24, 25-27). Und wir sollen dabei sehr darauf achten, dass wir nicht nach dem gleichen Beispiel des Ungehorsams fallen, das erklären uns Paulus (1 Kor 10), Petrus (2 Petr 2, 1), Judas (Jud 5ff), der Hebräerbriefschreiber (Hebr 3-4). Sondern wir sollen uns durch die positiven Beispiele der (Vor)Bilder im Alten Testament ermutigen lassen, wie uns u.a. Jakobus (5, 17 ff), der Hebräerbriefschreiber (Hebr 7-11) und Jesus bei Johannes (Joh 10; Hes 34, 10ff) sagen.

Und was können wir aus dem augenblicklichen Zustand Israels und aus Gottes zukünftigem Handeln an Israel für uns als Christen noch lernen?

Israel will und kann nach Gottes Diagnose Gottes Wort und Gesetz nicht so halten, wie es soll und wie es richtig wäre. Ein neues Herz muss her, sagt Gott (3 Mose 26, 41; 5 Mose 10, 16; 30, 6). Und das gibt es nur in einem neuen Bund (Jer 31, 33; Hes 11, 19). Wenn das geschehen wird, da sind sich alle Propheten Israels einig, dann brechen Zeiten des Himmels auf Erden an. Israel wird sich einmal als ganzes Volk bekehren (Jes 10, 21; Jes 10, 22). Das wird den Zorn der Völker heraufbeschwören. Sie werden Israel zu vernichten suchen (Hes 38). Doch am Ende der Zeiten wird Jesus wiederkommen und sein Reich auf der Erde aufrichten. Jesus wird König in Israel sein und auf dem Berg Zion und in Jerusalem sichtbar für alle Welt herrschen (Mi 4, 2). Dann wird die Erde voll der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn werden, so wie dieser Wasser den Meeresboden bedecken (4 Mose 14, 20-21; Jes 11, 9). Und niemand mehr auf Gottes heiligem Berg wird Böses tun, auch kein Unheil stiften oder Schaden anrichten (Jes 11, 9). Denn Jahwe, der allmächtige Gott, herrscht als König – auf dem Zionsberg und in Jerusalem. Und seinen Führern zeigt er seine Herrlichkeit (Jes 24, 23). Christus wird alle Welt seine Gerechtigkeit zeigen und lehren. Von Zion geht Weisung aus und das Wort Jahwes von Jerusalem. Dann schmieden die Völker die Schwerter zu Pflugscharen um, die Speere zu Messern für Winzer. Kein Volk greift mehr das andere an, und niemand lernt mehr für den Krieg (Jes 2, 3). Diese Zeit wird tausend Jahre dauern, sagt uns das Neue Testament (Offb 20, 4-5). Und tausend steht für einen Tag in Gottes Ewigkeit (2 Petr 3, 8). Damit ist die tausendjährige Herrschaft Jesu in und durch Israel auf der Erde ein Bild für den Himmel und für Gottes Ewigkeit, in der wir als Erlöste leben werden. Während der 1000-jährigen Herrschaft Jesu auf dieser Erde wird die gewundene Schlange, der Leviathan, weggesperrt und gebunden sein und weder Israel, noch die Völker verführen (Offb 20, 1-3). Im tausendjährigen Reich Israels wird die Lebenszeit des Volkes Gottes wie das der Bäume – und der Urväter sein (Jes 65, 20-22; 1 Mose 4-10). Jesus und Israel werden in Reinheit, Herrlichkeit, Heiligkeit und Kraft über die Erde herrschen (Jes 2, 1-4). Viele Märtyrer für Jesus werden auferstehen und an dieser Herrschaft teilhaben (Offb 20, 4-6).
Die zeitlich begrenzte Herrschaft Jesu auf dieser Erde wird zeigen, wie es im Himmel ist. Und auch die Schrecken der Hölle werden sichtbar in vorgeschatteten Bilder deutlich (Jes 66, 24; Mk 9, 48). Alle Menschen können dann sichtbar diese Wahrheiten begreifen.

Im wiederhergestellten Israel im Neuen Bund wird der Neue Bund von Israel vollkommen ausgelebt werden, ohne dass noch etwas fehlt. Israel wird Gottes Gesetz halten, leben und alle Welt lehren (Hes 36; Mi 4, 1-8). Israel dient Gott dann nicht mehr, UM gerecht und heilig zu werden. Nein, sie dienen und gehorchen Gott, WEIL sie durch das Blut des Lammes im Neuen Bund gerecht und heilig gemacht sind. Dann wird Gott durch Israel aller Welt seine geistlichen Wahrheiten deutlich vor Augen stellen. Durch das große Bild des Volkes Israel, werden alle Völker sehen, was es bedeutet, Gott zu dienen und dass Jahwe alle seine Verheißungen erfüllt.

Was hat uns das zu sagen?

Im Neuen Bund herrscht Christus. Und was die Herrschaft Christi konkret bedeutet, können wir an der Herrschaft Christi über Israel auf dieser Erde erkennen. Im Neuen Bund herrscht Christus in uns, die wir nicht menschlich von Israel abstammen, allein in uns, und nicht äußerlich. Aber wie vollkommen die Herrschaft Jesu in uns auf der Erde werden kann, zeigt uns Gott im Bild: Jesus kann in uns genauso vollkommen herrschen, wie er einmal im tausendjährigen Reich über Israel auf dieser Erde herrschen wird. Dann ist er der absolute Herr, und sein Volk tut keine Sünde mehr auf seinem ganzen heiligen Berg. Das ist nicht nur ein Bild Gottes für das Leben im Himmel. Es ist auch ein Bild für seine Herrschaft hier auf dieser Erde.

Nun haben wir viele Beispiele gesehen. Wir haben die enge Verbindung zwischen der Bildersprache des Alten Testaments und den Wahrheiten im Neuen Testament beleuchten dürfen. Und so können wir das Alte Testament tiefer im Licht des Neuen Testamentes verstehen und das Neue Testament klarer im Licht des Alten Testamentes.

Und ob sich die schon unfassbar guten Aussagen des Alten Testamentes auch im Neuen Testament wirklich bestätigen, müssen wir unbedingt untersuchen.

Und das wollen wir jetzt tun.

 

Meine Beobachtungen zur Lehre des Alten Testamentes